O’zapft is!

22. August 2019

Heute Abend ist das Hofbräu in der Wilhelmshöhe in Lingen eröffnet worden. Neben 300 offiziellen Gästen feierten unten im Biergarten mindestens genauso viele mit und es gab „dort  unten“ sogar einen flotten Polterabend.

Auf der 1845 entstandenen, von Wilhelm Hungelmann erdachten und gebauten Wilhelmshöhe ist neben dem seit 2017 betriebenen Biergarten ein moderner  bayerischer Hofbräu-Gasthof entstanden, in dem man und frau sich wohl fühlen werden. Es gibt natürlich  Hofbräu zu trinken, aber auch Wein und Alkoholfreies – alles zu ziemlich zivilen Preise, wie ich meine. Auf der Speisekarte steht bayerische Kost, aber auch Modernes aus der Wirtshausküche.

Was soll ich sagen, wie ist mein erster Eindruck?

Es war voll,  es war herzlich und gut und ich werde wiederkommen. Einen Besuch sollte ich jede/r gönnen, der/die bisher noch nicht da war. Die anderen kommen sowieso wieder. Hofbräuhaus-Chef Dr. Michael Möller gelang übrigens gleich zwei Mal ein Holfzfass-Anstich mit nur drei Schlägen – erst unten im Biergarten und dann oben auf der neuen Restaurantterrasse.

Jedenfalls hoffe ich, dass die neue, alte Wilhelmshöhe, die im kommenden Jahr 175 Jahre alt wird, und dank Sponsorin Eva Essmann eine glänzende Wiederauferstehung feiert, dauerhaft viele Gäste findet. Montags ist Ruhetag ansonsten wird um 11 Uhr geöffnet und spätabends geschlossen. O’zapft is.

Bilder von damals

23. November 2018

Lingen im Wandel der Zeit
Bilder von damals
Lingen (Ems) – Saal der Wilhelmshöhe
Sonntag, 25. 11. 2018 – 15 – 17 Uhr
Eintritt: frei

Zu einem fotografischen Spaziergang durch das „alte Lingen“ von 1870 bis 1970 lädt der Verein Wilhelmshöhe am Sonntag (25.11. um 15 Uhr) alle interessierten Bürgerinnen und Bürger auf die Wilhelmshöhe ein. In gemütlicher Atmosphäre präsentiert dort Dr. Andreas Eiynck vom Emslandmuseum bei Kaffee und Kuchen fotografische Einblicke in das Lingen von damals, seine Straßen und Plätze, Häuser und Familien.  

Um 1870 begann mit dem Fotografen Fritz Hüsig ein neues Kapitel in der bildlichen Darstellung Lingens. Seine Aufnahmen, viele davon entstanden als Vorlagen für Ansichtskarten, zeigen Lingen als typische Kreisstadt im Kaiserreich. Neue Industrieanlagen, stattliche Geschäftshäuser und idyllische Wohnquartiere veränderten damals das Gesicht der Stadt, die sich schon seinerzeit von einem kleinen Landstädtchen zum modernen Zentrum des Emslandes wandelte. Der Erste Weltkrieg stoppte alle positiven Ansätze und brachte Elend und Tod. Erst in den 20er Jahren entwickelte sich die Stadt unter schwierigen Rahmenbedingungen weiter. Auch Bilder aus der Zeit des Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg werden gezeigt. Wiederum hielten Not und Tod, nun aber auch Zerstörung und Vernichtung Einzug in Lingen.

Ein umfassender Wandel des Stadtbildes erfolgte in den 50er und 60er-Jahren. Kriegsschäden wurden beseitigt und neue städtebauliche Akzente gesetzt. Manche beschauliche Gasse änderte ihr Gesicht, viele altüberlieferte Gebäude verschwanden aus dem Stadtbild. Viele Familien und Geschäfte, Vereine und Organisationen hatten Anteil am wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau der Stadt, die sich schon damals allmählich zur wirtschaftlichen und kulturellen Metropole der Emsregion mauserte.

(Metropolentext: Stadt Lingen)

Kivelingsfest ’17

3. Juni 2017

Heute beginnt der offizielle Teil des Kivelingsfestes 2017. Den Kivelingen muss nachdrücklich gedankt werden, dass sie zu diesem Fest einen finanziellen Beitrag dazu geleistet haben, den historischen Musikpavillon auf der Wilhelmshöhe zu restaurieren. Hier ein milanpaul-Bild nach der gelungenen, denkmalgerechten Neugestaltung, die ein einmaliges Kleinod unserer Stadt zeigt, an dem oberflächliche Verschönerungsaktionen bislang -gottseidank- vorüber gegangen sind. Nicht auszudenken, wenn die Originalität des Bauwerks nicht beachtet worden wäre…

(Foto: © milanpaul via flickr)

Heute ist Internationaler Frauentag. Auch in 2016 gibt es ein kleines Programm, das das Lingener Frauenforum anbietet. Dazu zählt heute Abend David O. Russells Film Joy – Das Außergewöhnliche im Centralkino in der Marienstraße (20 Uhr). Der Film erzählt die aufregende, über vier Generationen führende Familiengeschichte des Mädchens Joy, das zur Frau wird, ein Geschäftsimperium aufbaut und als Matriarchin eigenständig leitet. In dieser intensiven, hochemotionalen und vor allem sehr menschlichen Komödie zeichnen Verrat, Vertrauensmissbrauch, der Verlust von Unschuld und verletzte Liebe Joys Lebensweg zum wahren Familienoberhaupt und zur Chefin ihres Unternehmens, mit dem sie sich in einer gnadenlosen Geschäftswelt erfolgreich behauptet. Während Joys innere Stärke und wilde Vorstellungskraft sie durch schwere Zeiten tragen, werden Verbündete zu Kontrahenten und Gegner zu Verbündeten – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie.

Oscar®-Preisträgerin Jennifer Lawrence spielt die Hauptrolle und ist an der Seite von Robert De Niro, Bradley Cooper, Edgar Ramirez, Isabella Rossellini, Diane Ladd und Virginia Madsen zu sehen.

Am kommenden Samstag, 12. März ab 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr) veranstaltet das Frauenforum in Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Lingen (Ems)  ein Frauenfest im Saal der Wilhelmshöhe. Im letzten Jahr feierten dort Frauen aus rund 30 Ländern.
Geboten werden Buffettische zu unterschiedlichen Ländern mit landestypischen Speisen. Es gibt ein internationales Fingerfood-Búffet, das u.s. von afrikanischen Kochbananen, libanesischen Falafel, Fish pie aus der Karibik und einem vegetarischen Tisch mit Speisen aus Europa alles bietet, um eine kleine kulinarische Weltreise zu unternehmen.
Daneben wird auch ein abwechslungsreiches Programm geboten. Neben einer internationalen Modenschau mit traditionellen Gewändern und Kleidern rund um die Welt zeigen zwei Tanzgruppen ihr Können, Poetry-Beiträge fordern zum Nachdenken auf. Die Aktion „one billion rising“ zeigt den Kampagnen-Film und anschließend wird die Choreographie zum bekannten Soundtrack getanzt.

Nach dem Programm wird Djane Ellen flotte Musik auflegen, so dass die Möglichkeit für alle Frauen besteht, das Tanzbein zu schwingen.

Die Teilnehmerinnenzahl ist begrenzt. Die Macherinnen des Frauenfestes freuen sich auf Frauen jeden Alters, insbesonders auf Zugewanderte. Karten sind bei der Touristik Information zum Preis von 12,- Euro/ermäßigt 10,- Euro (incl. Fingerfood-Imbiss und Begrüßungssekt) erhältlich.

Wilhelmshöhe

29. Juli 2014

Welt-Kindertheater-Fest 2014 in Lingen (Ems). Der „Park of Colours“ auf der Wilhelmshöhe.

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nördlich

24. Juni 2014

Ganz für Sie und im Vertrauen hier vorab meine Rede, die ich morgen im Lingener Stadtrat halten möchte. Bitte beachten Sie die Sperrfrist: Mittwoch, 25.6., 16.15 Uhr.  Also vorher nicht veröffentlichen oder erzählen. Sie behandelt den Umgang mit der Nachverdichtung – kein schönes Technokratenwort für eine sinnvolle, nachhaltige Modernisierung unserer Stadt. Bitte:

Bildschirmfoto 2014-06-23 um 22.55.28„(Anrede)
Endlich! Die Fraktion „Die BürgerNahen“ begrüßt sehr den vorliegenden Beschlussvorschlag. Seit unserem Einzug in den Rat vor zweieinhalb Jahren haben wir immer wieder gefordert, die notwendige städtebauliche Neuorientierung bei der Schaffung moderner Wohnungen städtebaulich zu verankern. Dies war unter dem früheren Stadtbaurat nicht möglich. Während seiner Amtszeit sind nicht wenige sehr problematische Projekte ohne Abwägungsprozess realisiert worden. Das hieß dann, es sei Innenbereich und as Bauvorhaben sei dort zulässig. Diese hineingequetschten Bauvorhaben haben nicht selten den nachhaltigen Ansatz einer Nachverdichtung in Lingen diskreditiert.

Natürlich müssen sich Innenentwicklung und städtebauliche Nachverdichtung in unserer Stadt als Handlungsschwerpunkte im Städtebau etablieren. Dies folgt nicht nur aus den Vorgaben des novellierten Baugesetzbuches. Neben diesem gesetzlichen Auftrag ist die Innenentwicklung auch aus Gründen des Klimaschutzes geboten. Die nachträgliche Verdichtung bestehender Stadtquartiere führt schließlich zur effizienteren Nutzung vorhandener Infrastrukturen, also Schulen, Kindergärten, Straßen und Anlagen, Lili-Bus und Versorgungseinrichtungen beispielsweise. Sie vermeidet den Flächenverbrauch von Äckern, Weiden und Grünland. Es kommt die Bürgerschaft schlicht billiger als das Bauen auf der grünen Wiese, der nächsten grünen Wiese, einer weiteren grünen Wiese, wie dies im letzten Jahrhundert gang und gäbe war.

Doch die Verwirklichung nachbarstörender Bauprojekte im Innenbereich schadet dem Gedanken einer das Gemeinwohl und die Nachbarinteressen achtenden und beachtenden Entwicklung. Deshalb muss es zur sorgsam geführten Entwicklung von Bebauungsplänen mit Beteiligungs- und Abwägungsprozessen für Nachbarn, Alteigentümern, öffentlichen Trägern und privaten kommen. Denn dies dient dem Ausgleich der Interessen aller Beteiligter, der gegenseitigen Rücksicht und damit dem gesellschaftlichen Frieden in unserer Stadt.

Es dient übrigens auch dem wohlverstandenen Interesse der Investoren, weil nur so die dauerhafte Werthaltigkeit ihrer Bauvorhaben gesichert werden kann. Schnell zusammengeschusterte Neubauten sind morgen oft nur wertlose Althäuser.

Wir begrüßen es, dass die CDU-Mehrheit im Rat sich jetzt unserer Forderung anschließt, nicht die notwendige Nachverdichtung übereilt über’s Knie zu brechen, sondern Bebauungspläne zu entwickeln, um die Probleme städtebaulich zu lösen. Städtebauliche Notwendigkeiten bedeuten mehr als das Zustimmen zu einseitigen Vorstellungen von Investoren und Bauträgern. Wir begrüßen es sehr, dass die Union diese, unsere Position zu mehr Berechenbarkeit und Rücksichtnahme jetzt offenbar teilt.

Dies gilt jetzt für den Bereich zwischen Waldstraße und Wilhelmshöhe, über den heute abgestimmt wird. Aber es muss auch für die aktuellen und künftigen Entwicklungen in der Stroot und in Heukamps-Tannen gelten – eben überall dort, wo in gewachsene Strukturen großformatige Gebäude platzen sollen. Dort muss der Rat abwägen, was zuträglich und was erträglich ist. Dass dies einem Investor nicht nur gefällt, zeigt gerade ein Schreiben des Investors an die Fraktionen des Rates. Aber wir sind nicht dazu da, einseitige Wohnungsbaupolitik zu machen. Das ist ihm zu antworten.

Was den jetzigen, schnell entwickelten Beschlussvorschlag betrifft, so sollte er nicht oben und unten, oder besser Süden und Norden verwechseln: Das Gebiet, auf das sich der Beschlussvorschlag bezieht und für das ein Bebauungsplan entwickelt wird, liegt nämlich, lieber Stadtbaurat Schreinemacher, nicht südlich sondern nördlich der Lingener Wilhelmstraße. Entsprechend sollte der neue richtige B-Plan richtig bezeichnet werden. Baugebiet „Nördlich der Wilhelmstraße“.

Wir, „Die BürgerNahen“ stimmen zu.

[Es gilt das gesprochene Wort]“

 

 

Gay Time

23. Januar 2014

Bildschirmfoto 2014-01-22 um 21.57.17

Bürgerschützenball

10. November 2013

JochenBerkeDa hätte nicht nur ich deutlich mehr Geschichtsbewusstsein erwartet. Doch bevor ich mich darüber erzürne, dass in diesem Jahr der Lingener Bürgerschützenball (heißt inzwischen Winterball) tatsächlich gestern -also am 9. November- stattfand, hier aus Joachim Berkes (Foto re.) aktuellem Taschenbuch über Alte Geschichten aus Lingen: Erzählungen
>Alte Geschichten aus Lingen“ (s)ein Blick gut 50 Jahre zurück auf das Ballereignis der Lingener Regionalliga:

„Bürgerschützenball
Wir waren dabei!

Endlich war es soweit, das Fest der Bürgerschützen begann zu Pfingsten 1962. In diesem Jahr waren wieder einmal die Schützen dran, die verheirateten Männer, oft Väter der Kivelinge. Die Junggesellen, die Jugend, auch die sich dafür hielten, feierten alle drei Jahre, auch zu Pfingsten, verdrängten in der neueren Zeit sogar die Schützen, deren Fest im Jubel und Trubel der Kivelinge unterging. Alles bekannt, beschrieben, kommentiert, dokumentiert, archiviert das Werden und Sein des Bürgerschützenverein von 1838 e.V., auch der Bürgersöhne-Aufzug Die Kivelinge e.V. von 1372. Der Königsball der Bürgerschützen fand am Pfingstmontag statt, wir waren eingeladen!

Wir waren Tante Grete, Onkel Clemens aus Münster und meine Frau Gisela und ich. Schützenkönig war der Bauunternehmer Rudolf Otten, genannt Rudi, der Frau Anneliese Koop, geborene Hinsken, zu seiner Königin erkoren hatte. Wegen unserer verwandtschaftlichen Verbindungen zur Throninhaberin durften wir am Fest teilnehmen. Diese Ehre war für die Münsteraner nicht so sehr außergewöhnlich, da Grete die Schwester der Königin war. Gisela war die Cousine von Anneliese, also eine weitläufigere Blutsverbindung, obwohl sie mit beiden Schwestern zusammen aufgewachsen war. Für mich, der Vertriebene aus der Grafschaft Glatz, dem Habenichts, eine etwas unsichere Situation. Noch nie hatte ich einen derartigen Zugang zu den ersten Gesellschaftskreisen unserer Stadt. Nun, ich hatte meine Gisela geheiratet und musste also mit.

Wir fieberten und zitterten dem großen Ereignis entgegen. Gisela schien das alles sehr kühl zu verkraften, ich hingegen wurde zunehmend unruhiger. In der Woche vor dem Pfingstfest begannen unsere Vorbereitungen. Langes Ballkleid und Anzug kaufen, die vermeintlich notwendigen Utensilien besorgen, den Schmuck liehen wir uns von Helga Wisniewsky und ich stöhnte, zwar nur innerlich, was das doch alles kosten würde! Unsere Nachbarin Frau Hollmann versprach, auf die Kinder aufzupassen und nachdem wir uns schon am Montagnachmittag aufgebrezelt hatten, fuhren wir mit einer Taxe von Twiehaus gegen 19 Uhr von der Reichenbacher Straße zur Wilhelmshöhe.

Die Münsteraner erwarteten uns schon auf der Terrasse des Festlokals. Hier herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Die Damen in langer Abendgardarobe, die Herren in ihrem Schützenuniformen, in grünen Jacken und mit grünen Mützen. Einer fiel auf, er trug eine helle Sommerhose, alle anderen schwarze Beinkleider. Ich vermutete, dass er zu wenig Geld hatte, sich eine festliche Schwarze zuzulegen, doch meine liebe Frau meinte, dass er diese sicher nicht anziehen konnte, da er sie am Kommerzabend voll gekotzt habe. Vielleicht stimmte das so, wir aber beendeten unsere Beobachtungen und drängten uns mit Grete und Clemens durch die Wartenden in den festlich geschmückten Saal.

Der Raum war voll, lautes Stimmengewirr schlug uns entgegen, bläulich-weiße Rauchschwaden schwebten über dem Feiernden, ehrlich, ich dachte an das Fegefeuer. Links und rechts des Einganges standen Kontrolleure, Eintrittskartenabreisser, daneben eine junge, sehr attraktiver Dame im Abendkleid. Diese schlank Gewachsene begrüßte uns mit Namen, die auf unseren Ehrenkarten standen und führte uns Vier zu einem reservierten Tisch auf dem erhöhten Teil des Saales. Eine etwas beruhigte Ecke, doch mit einer sehr guten Sicht in das Geschehen. Vor der Theaterbühne des Saales stand eine große Tafel für die Majestäten und ihrem Throngefolge. Dort schien eine tolle, ausgelassene Stimmung zu herrschen. Clemens und ich winkten stehend der Königin zu und wir bildeten uns ein, dass sie uns gesehen hat, denn ein Lächeln überzog ihr Gesicht.

Es war laut, sehr laut im Raum, in der linken Ecke vom Thron aus gesehen, hatten die Musikanten vom nachmittäglichem Stadtmarsch ihre Plätze, rechts vom Königspaar spielte eine mittelgroße Tanzkapelle. Die Spieler lösten sich ab, von links erklangen Schützenlieder, wie Grün ist die Heide, die Heide ist Grün oder Sah ein Knab‘ ein Röslein steh’n, die Rechten spielten schwungvolle Tanzmusik, Walzer, Polka, Tango und später dann auch einmal einen Foxtrott. Es war wirklich ein Heidenlärm in der Bude, machten die Marschkapelle oder die Tanzband einmal eine kurze Pause, brüllte meist eine Gruppe der Festteilnehmer mit gewaltigem Getöse ihr Hussa, Hussa, Hussassassa und einmal plärrte eine bierselige Stimme zusätzlich Horridoh, Horridoh und noch einmal, leiser werdend, das dritte Horridoh in die Gegend. Zwischen dem Lärm, den Rauchschwaden der Zigaretten und Zigarren, zwischen dem Schweiß und dem Geruch der Feiernden eilten Kellner und Kellnerinnen beladen mit Tabletts voller Getränke oder nur mit voll geschriebenen Auftragszetteln hin und her. Hier war echt was los!

An unserem Tisch hatte Tante Grete ein etwas mokantes Gesicht aufgesetzt, sie war als feine Dame in unserer Verwandtschaft bekannt. In einer musikalischen Pause, für eine kurzen Moment, konnte man sich unterhalten, sprach sie zu meiner Frau: „Was für ein Volk!“ Gisela zog daraufhin pflichtmäßig eine Grimasse, Clemens aber hob das Glas mit Moselwein, den wir nach langer Warterei endlich erkalten hatte, und sagte nur: „Prost!“ Ich Doofmann hatte einen großen Schluck, so wie ein durstiger Biertrinker, genommen und bekam prompt einen Hustenanfall. Unsere beiden Damen, sie nippten nur an ihren Gläsern, verzogen ihre süßen Mündchen und fast gleichzeitig stellten sie fest: „Der ist aber sauer!“ Im Saal drehten sich die Paare im Walzerschritt. Dicht an dicht walzte die Menge rund um die in der Mitte frei gelassen Fläche. Wir, von unserem Tisch, sahen…“

[Fürs Weiterlesen -vor allem auch über Frau L. aus L-: Alte Geschichten aus Lingen“ Erzählungen von Joachim Berke, ISBN 978-3-7322-5387-6; im gut sortierten lokalen Buchhandel sofort erhältlich]

O’zapft is

9. Juni 2013

wilhelmshoeheNein. Zwar zapfen die USA alles an, was anzapfbar ist und zumindest Großbritannien machte mit. Aber unser Holger Laschet nicht. Der lädt heute bloß ein zum sonntäglichen O’zapft-is-Frühschoppen im Biergarten der Wilhelmshöhe. [Ich gebe zu, dass dies ein eher halsbrecherischer Auftakt meines Veranstaltungstipps ist…]

Neben deftigen Haxen vom Grill und frischem Maisel’s Weizenbier (auch alkoholfrei) bietet das Team von HOLA Catering Bullriding sowie Dosenwerfen und eine Hüpfburg für Kinder. Ist auf der Facebookseite von HOLA zu lesen.

Also heute ab 11 Uhr! Der Eintritt ist frei! Ich liefere die Sonne [oder so*]… 😉

* Nachtrag um 12.00 Uhr 😉

(Foto: © wo-ist-eigentlich-lingen.de)

Buienradar

29. Mai 2013

Bildschirmfoto 2013-05-28 um 14.29.47Jedenfalls bei der üblichen Wetterlage mit Wind aus Westen, schwöre ich beim Online-Wetter auf het.weer.nl. Die deutschen Konkurrenzprodukte von Donnerwetter.de oder wetter.de oder wetter.com können dieser „Das Wetter“-Seite aus dem Nachbarland nicht das Wasser reichen. Mechthild hingegen bevorzugt für Lingen agrarwetter.de von proplanta und schaffte es mit dessen Hilfe, am Pfingstmontagabend den dienstäglichen Regenschauer auf zwei Minuten genau vorherzusagen („17.15 Uhr“). Es regnete schon um 17.13 Uhr und beendete den traditionellen Außen-Frühschoppen auf der Wilhelmshöhe, eigentlich schon deshalb das gesellschaftliche Topereignis in Lingen-Mitte, weil dort die gesellschaftliche Regionalliga entschlossen feiert, einschließlich des Blogbetreibers. Mechthild jedenfalls hat mich mit ihrer Vorhersage sehr beeindruckt.

Zurück zu meinem Internetwetter-Favoriten het.weer.nl.. Da irritieren mich auf der „Unterseite“ buienradar/nederland dann doch die beiden großen, in die Radarkarte eingezeichneten Wasserflächen südlich der B 402 und östlich der B 70 (s. Kartenausschnitt). Weiß jemand, was es damit auf sich hat?