Niedersachsen: Jagd auf Marderhund, Nutria, Waschbär
9. November 2025
Der jetzt veröffentlichte „Wild und Jagd Landesjagdbericht“ für das Jagdjahr 2024/2025 belegt das Wirken der niedersächsischen Jägerinnen und Jäger beim Kampf gegen sog. invasiver Tierarten. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. stellten den 23. Bericht seit 1991 unlängst gemeinsam vor.
Besonders bei Waschbär, Marderhund und Nutria wurden neue Höchstwerte erreicht. Im vergangenen Jagdjahr wurden 32.771 (!) Waschbären erlegt. Das war ein Anstieg um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch beim -vor allem für heimische Bodenbrüter und Amphibien schädlichen- Marderhund (>5.000; +18,7 %) und bei der Nutria (>50.000; +19,5 %) zeigen die Zahlen eine deutliche Zunahme. Diese invasiven Arten kommen regional sehr unterschiedlich vor: Der Waschbär im Osten Niedersachsens, der Marderhund im Nordosten und die Nutria im Westen. Ministerium und Landesjägerschaft erklärten, dass die intensive Bejagung dieser Arten einen wichtigen Beitrag zum Schutz heimischer Tierarten und zur Sicherung leistet, etwa durch die Reduzierung von Fraßschäden an Deichen.
Auch bei Wildgänsen wie Graugans, Kanadagans und Nilgans meldet der Bericht neue Höchstwerte, während die Strecken beim Schalenwild – etwa beim Rot- und Muffelwild – rückläufig waren. Fachleute sehen dort Zusammenhänge mit der Rückkehr des Wolfs nach Niedersachsen.
Grundlage des Landesjagdberichts ist die Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) – ein etabliertes Monitoringprogramm, das seit 1991 wertvolle Daten zur Entwicklung der Wildtierbestände liefert. „Ohne das engagierte Mitwirken der Jägerinnen und Jäger wäre dieses Programm nicht denkbar“, würdigte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Bündnis’90/Die Grünen) den Einsatz der Beteiligten bei der Vorstellung des Berichts..
Ergänzt wird der Landesjagdbericht durch aktuelle wildbiologische Erkenntnisse sowie Projekte im Biotop- und Artenschutz und durch Hinweise zur Nutzung von Wildbret aus heimischer Jagd.
Der Landesjagdbericht informiert jährlich über Entwicklungen in den Wildtierpopulationen verdeutlicht die Bedeutung der Jagd als Instrument des praktischen Naturschutzes.
Der vollständige aktuelle Landesjagdbericht ist abrufbar unter www.ml.niedersachsen.de und www.ljn.de.