Der Pate

13. Februar 2026

Mit Schweigegelübde“
EU-Abgeordnete der AfD sieht Posten-Kartell in Niedersachsens AfD
Aus der AfD gibt es Kritik am Landesvorsitzenden Ansgar Schledde, auch „der Pate“ genannt. Interne Briefe deuten Kungeleien um Jobs und Gelder an.
Ein taz-Beitrag von Andreas Speit.

„In der niedersächsischen AfD soll eine „Allianz“ um den Landesvorsitzenden Ansgar Schledde über Posten und Karrieren, Macht und Geld entscheiden. Eine Partei in der Partei. Ein AfD-Mitglied sprach zur taz von „Drohungen, Erpressungen und Veruntreuungen“.

Im Landesverband werde Schledde, der auch stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion ist, auch als der „Pate der AfD Niedersachsen“ bezeichnet. Ganz offen prangerte Anja Arndt die Zustände im Landesverband an. In einem Brief an die Bundesspitze Alice Weidel und Tino Chrupalla behauptet die AfD-Europaabgeordnete aus Niedersachsen, dass Schledde und seine Mitstreitenden die Partei als ein Geschäftsmodell betrachteten, um sich „dauerhaft persönlich“ zu bereichern. Das Schreiben umfasse 15 Seiten plus 78 Seiten Anhang, berichtet die Bild. Arndt zufolge wurde die Allianz am 10. Februar 2024 im Landtag gegründet. In Hannover sollen neben Schledde, die heutigen Bundestagsabgeordneten Dirk Brandes, Mirco Hanker, Jörn König, Danny Meiners und Angela Rudzka zusammengefunden haben – mit vor Ort auch Arndt selbst. Die 48-Jährige will aber den Raum verlassen haben, als alle Anwesenden aufgefordert worden seien, die rechte Hand zu heben und zu schwören, nichts über das Netzwerk verlauten zu lassen.

„Ich dachte bei mir:,Das mache ich nicht mit. Das ist verboten’“, wird sie zitiert. Das sei „der falsche Weg“. In ihrem Brief gibt sie zudem Main Müller wieder. Bis vergangenen Jahres soll der AfD-Kreisvorsitzende in Goslar der Allianz angehört haben. „Jeder gibt dort jedem einen Job – und wer keinen Job will, so wie ich, der ist nicht gern gesehen“, wird er zitiert. Durch diese Methode würden Leute abhängig und gefügig gemacht. An die 80 Prozent der Kreisvorsitzenden sollen der Allianz angehören. Kommuniziert werde über Whatsapp, behauptet Arndt. Ein Gruppenname: „Allianz-Hauptquartier“.

Interne Materialien aus der AfD, die der taz…“

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