Schwarze Zahlen

24. April 2013

Der regionale Versorger EWE AG macht nach zwei verlustreichen Jahren wieder Gewinn. EWE-Vorstandsvorsitzender Werner Brinker, der am Lingener Georgianum sein Abitur gemacht hat, verkündete gestern in Oldenburg das Konzernergebnis: Der Gewinn 2012 lag bei 138,8 Millionen Euro, nach einem Verlust von 281,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 9,5 Prozent auf knapp 8,16 Milliarden Euro. Neben Einsparungen in Höhe von rund 53 Millionen Euro habe der Wegfall von Sondereffekten wegen Wertberichtigungen auf Beteiligungen und Rückzahlungen an Gaskunden wegen unrechtmäßiger Gaspreiserhöhungen zur Rückkehr in die Gewinnzone geführt. Auf sinkende Preise dürfen EWE-Kunden allerdings nicht hoffen.

Wo in der EWE-Bilanz 2011 noch ein Minus von 281,9 Millionen Euro stand, weist die Bilanz für 2012 einen Gewinn von 138,8 Millionen Euro aus. Auch der Umsatz des Energieversorgers stieg um 9,5 Prozent auf knapp 8,16 Milliarden Euro. Grund für die schwarzen Zahlen sind vor allem wegfallende Sondereffekte wie die hohen der vergangenen Jahre. Außerdem zeigt ein Sparprogramm erste Wirkungen.

Wermutstropfen dürfte allerdings die Herabstufung durch die Ratingagentur Moody’s sein. Die Finanzanalysten hatten Ende März die Kreditwürdigkeit der EWE wegen der schwierigen Marktbedingungen im Energiesektor durch die Energiewende herabgestuft.

Bei seinen Investitionen will EWE andere Schwerpunkte setzen und sich bei Windenergieprojekten künftig „stärker auf das Festland konzentrieren“. 2012 flossen noch 25 Prozent der Gesamtinvestitionen des Unternehmens in den Offshore-Windpark Riffgat, der zurzeit mit 30 Anlagen in der Nordsee vor Borkum gebaut wird und bei dem in diesem Herbst der Probebetrieb beginnen soll. Insgesamt werden dort rund 450 Millionen Euro verbaut. Künftig rücken bei EWE, laut Vorstandschef Werner Brinker, „kleinere Windkraftprojekte an Land“ in den Fokus.

fallen gelassen

11. Oktober 2012

Die niedersächsische Politik lässt die Nordseewerke in Emden fallen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) hat überraschend dem Emdener Anlagenbauer Siag eine Bürgschaft versagt. Rund 700 Arbeitsplätze sind in der strukturschwachen Region nun stark gefährdet. Mehrheitsgesellschafter des Windkraftzulieferers ist die Westerwälder Siag Schaaf AG, die seit März ein Insolvenzverfahren in Eigenregier betreibt (mehr…)

„Die schlechte Nachricht kam für die Arbeiter der Siag Nordseewerke in Emden unerwartet. Die niedersächsische Landesregierung hatte am Dienstag erklärt, nicht länger für Kredite des Windkraftanlagenherstellers Siag zu bürgen. Das bedeutet möglicherweise Arbeitslosigkeit für die 700 Arbeitnehmer des traditionsreichen Werks. Denn das angeschlagene Unternehmen ist seit März dieses Jahres auf die Unterstützung des Landes angewiesen.

Der Grund für seinen plötzlichen Stimmungswechsel sei eine neue, negative Bewertung der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers, sagte Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP). Die habe ermittelt, dass es für das Land mit „erheblichen Risiken“ verbunden sei, für Siag einzustehen. Der Betriebsrat hat…“ weiter bei der taz

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Und der NDR:

„Die vor drei Jahren von SIAG übernommenen Nordseewerke sollen bis Mai 2013  40 Fundamente für den Windpark Global Tech 1 bauen. Wie sie die Aufträge in Emden behalten können, obwohl Global Tech eine Ausstiegsklausel im Insolvenz-Fall hat, konnte Wirtschaftsminister Bode nicht beantworten. Emdens IG Metall-Bevollmächtigter Wilfried Alberts sagte, Bodes Verhalten sei eines niedersächsischen Wirtschaftsministers unwürdig. Ohne eine Bürgschaft des Landes müsse das Unternehmen Insolvenz anmelden, kritisierte der SIAG-Betriebsrat. 700 Arbeitsplätze stünden dann auf der Kippe.

Dabei haben die Nordseewerke ein eigenes fortlaufendes Gutachten in Auftrag gegeben, das dem Unternehmen noch vor wenigen Tagen eine positive Prognose bescheinigte. Drei Konzerne sollen schon seit Längerem ein Interesse an der Übernahme der Nordseewerke haben. Nach Angaben des Betriebsrats sollte der Deal noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. „Nun lässt uns das Land fallen wie eine heiße Kartoffel“, sagte der stellvertretende Betriebsrat Hans-Günther Schäfer.“

(Foto: Nordseewerke in Emden 2008, CC Frisia Orientalis)