Heute in einer Woche, also am 24. Juni, findet bundesweit der Tag der Architektur 2018 (statt.  Unsere Städte sind im Wandel – neue Quartiere entstehen, bestehende Quartiere werden neu entdeckt und verändern ihr Gesicht. Am Tag der Architektur sind beispielhaft verschiedenste Objekte geöffnet – vom Einfamilienhaus bis zum ganzen Wohnquartier. In der Region laden Architekten und Bauherren zum Blick hinter folgende Fassaden ein:Auch im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Unsere Region ist aber -nun sagen wir- nicht wirklich vorn, was gute Architektur betrifft. Das hat in der letzten Woche auch wieder die Verleihung des Niedersächsischen Staatspreises für Architektur gezeigt. Dabei hat es leider kein einziges Projekt aus unserer Region an Ems und Vechte auch nur in die Vorschlagsliste geschafft.

Hier geht es zur App und hier zum  Programmheft der Architektenkammer Niedersachsen, von deren Seite auch die Fotos dieser zu besichtigenden Objekte in unserer Region stammen. Leider sind es nicht sonderlich viele und darunter auch ein Baudenkmal mit einem anthrazitfarbenen Dach…nun ja:

(Übrigens gibt es im benachbarten Westfalen zeitgemäße Architektur in Rheine, Ahaus, Emsdetten, Greven, Tecklenburg und natürlich in Münster zu sehen. Mehr)

Dörpen

Emsbüren

Lingen (Ems)

Lingen (Ems)

Nordhorn

Schüttorf

Wietmarschen

Alex und Annette

15. April 2018

DSC 0628

Auf der Internetseite der Lingener Marienschule lese ich, dass in der letzten Woche der Mediziner Dr. Axel Kipp die Schüler/innen des Jahrgangs 7 und 8 und auch die anwesenden Lehrer (hoffentlich) der Marienschule nachhaltig zum Thema Zucker und Übergewicht sehr beeindruckt hat.

„Mit einem flotten, modernen und sehr anschaulichen Vortrag hat der Arzt aus Wietmarschen Einblicke in die Hintergründe, Entwicklung und Ursachen unserer immer dicker werdenden Gesellschaft gegeben und Möglichkeiten aufgezeigt als (auch jugendlicher) Verbraucher kritischer und gesundheitsorientierter zu handeln – im eigenen Interesse. Mit wohldosiertem Witz, verständlicher Sprache und deutlicher Ernsthaftigkeit hat er den häufigen Bewegungsmangel – auch schon im Kindesalter, den oft nicht wahrgenommenen indirekten Zuckerkonsum, den enormen Einfluss der Werbung und Industrie und die vermeintlichen Gesundheitstrends (z.B. Smoothies) in den Fokus gestellt und gesundheitskritisch genau beleuchtet. Neben vielen unerwarteten Informationen über beispielsweise Vitaminsaft und Milchschnitte wird auch dieses Video sicher im Kopf der Schüler/innen hängen bleiben.

Die gesundheitliche Entwicklung des Ernährungszustandes unserer Gesellschaft ist weltweit in den Industrieländern sehr erschreckend und besorgniserregend und wir möchten unter anderem mit diesem Vortrag einen kleinen Beitrag zu einem Weg in eine sich gesünder ernährende und verbraucherkritische Gesellschaft leisten. Diese tolle Möglichkeit hier hat unsere engagierte Sportlehrerin Annette Koop in die Wege geleitet und damit auch eine alltagsnahe fächerübergreifende Verknüpfung von Sport, Hauswirtschaft (Ernährung), Biologie und ein wenig Chemie verdeutlicht. An dieser Stelle unseren herzlichsten Dank an Frau Koop und Dr. Kipp“

(Text und Foto (oben): ©Marienschule Lingen)

Lingen & Architektur

1. März 2016

Tobias Klodwig
Büro „Klodwig & Partner Architekten“ 
Was glauben Sie?! Kirchenbau aktuell interpretiert
Lingen (Ems)  –  Kaiserstraße 10b (IT-Zentrum)
Do 3. März 2016  – 19 Uhr
Kostenlos

„Was glauben Sie?! Kirchenbau aktuell interpretiert“ ist der Titel des ersten Werkvortrags im neuen Jahr der Reihe „Lingen & Architektur“. Am Donnerstag kommt dazu der Münsteraner Architekt Tobias Klodwig vom Büro Klodwig & Partner nach Lingen. Das Büro hat 2015 eine BDA-Auszeichnung für die Neugestaltung der Marienkapelle in der Wallfahrtskirche St. Johannes Apostel in Wietmarschen bekommen. Beginn ist um 19 Uhr im IT-Zentrum (Kaiserstraße 10b in Lingen). Der Eintritt ist frei.

JohannesWietmarschenKirchengebäude haben städtebaulich und gesellschaftlich seit jeher eine starke Relevanz. Die aktuellen Veränderungen in der Kirche mit weniger Gottesdienstbesuchern und veränderten Glaubensgewohnheiten wirken sich unmittelbar auf die Nutzung von Kirchenräumen aus. War der Kirchenbau einst eine der Königsdisziplinen in der Architektur, so stellt sich die Frage, wie der christliche Glaube auch heute noch zeitgemäß in Kirchbauten zum Ausdruck gebracht werden kann. Tobias Klodwig ist Architekt in Münster und hat nach Wettbewerbserfolgen mehrere Kirchen in Norddeutschland umgestaltet. Die Verbindung von Tradition und Moderne im Licht des christlichen Glaubens prägt seine Kirchbauten. In den letzten Jahren erfolgten zahlreiche Veröffentlichungen, Auszeichnungen und Gastvorträge im In- und Ausland. Die Neugestaltung der Marienkapelle in der Wallfahrtskirche St. Johannes Apostel in Wietmarschen, zählt zu den Beispielen, die er am 3. März vorstellen wird.

Im Rahmen der Reihe „Lingen & Architektur“ lädt die Stadt Lingen renommierte Architekten, Gestalter oder Kulturschaffende ein, damit diese in einer ungezwungenen Atmosphäre ihre Projekte präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse.

„Mit der Reihe wollen wir Lust auf Architektur und Baukultur machen“, erläutert Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Deshalb soll an diesen Abenden auch der Austausch im Mittelpunkt stehen. „Ich wünsche mir, dass die Architekten und Bauschaffenden einmal abseits von konkreten Projekten miteinander ins Gespräch kommen und sich im nächsten Schritt sogar selbst in die neue Veranstaltungsreihe einbringen“, so der Stadtbaurat. Angesprochen sind neben diesen Berufsgruppen vor allem alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.

(Quelle)

Tag der Architektur

22. Juni 2013

Bildschirmfoto 2013-06-16 um 23.01.06Am letzten Junitag, Sonntag 30. Juni., findet bundesweit der Tag der Architektur statt. Geboten wird ein breites Spektrum an Bautypologien: Privathäuser, neue Miet- und Eigentumswohnungen, Bauwerke für Büro und Verwaltung, für Schule und Bildung, für Senioren und Kinder, für Handwerk und Gewerbe bis hin zu Gärten und Parks.

Für die Besucher ergibt sich der besondere Reiz am Tag der Architektur daraus, dass die meisten Objekte üblicherweise nicht für Interessierte offen stehen. Außerdem können sie neben vielfältigen Anregungen für eigene Planungs- und Baumaßnahmen auch im direkten Gespräch mit den Fachleuten vor Ort Positionen diskutieren, Probleme lösen und Fragen erörtern.

In Niedersachsen werden 120 Projekte gezeigt, und auch in der Region an Ems und Vechte sind in diesem Jahr mehr Projekte zu sehen als im Vorjahr, allen voran der Umbau der Hallen I/II des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks Lingen zum Campus Lingen der Hochschule Osnabrück. Daneben gibt es neue Architektur in Nordhorn, Bad Bentheim, Emsbüren, Spelle, Wietmarschen, Meppen, Sögel und Esterwegen. Mehr findet sich auf der Internetseite der Bundesarchitektenkammer für Niedersachsen. (Direkt jenseits der Landesgrenze zur NRW gibt es u.a. Projekte in Hörstel und Rheine).

Alle Objekte können besichtigt werden [mehr…]. Die Architekten sind vor Ort, um  Fragen zu beantworten und  zu Führungen einzuladen.

Mehr…

das schöne Wetter

6. Mai 2013

Der NDR schreibt heute eine Kurzmeldung:

„An den beiden Traditionswallfahrten in der Region haben sich am Wochenende mehr Gläubige beteiligt als in den Vorjahren. Die Veranstalter der Familien-Wallfahrt in Wietmarschen (Landkreis Grafschaft Bentheim) zählten rund 2.500 Teilnehmer. An der Männerwallfahrt von Osnabrück nach Rulle nahmen etwa 650 Pilger teil. Hauptgrund für die gute Resonanz war das schöne Wetter. | 06.05.2013 10:04″

schwelgt

28. August 2012

Hamburg schwelgt  in den Möglichkeiten demokratischer Offenheit, während unser noch konservativ regiertes Niedersachsen nicht einmal ein rudimentäres Informationsfreiheitsgesetz hat. Mauscheln und Geheimhalten geht eben besser. Bei der Behördentransparenz wird Hamburg jedenfalls jetzt eine bundesweite Vorreiterrolle einnehmen: Alle (!) fünf Bürgerschaftsfraktionen haben Mitte Juni einer weitreichenden Novellierung des Hamburgischen Informationsfreiheitsgesetz zugestimmt.

Danach muss die Verwaltung künftig von sich aus viele Verträge der öffentlichen Hand ins Internet stellen, genauso wie Senatsbeschlüsse, Gutachten der Behörden, amtliche Statistiken, Nachweise über Subventionen, Bauleitpläne oder Stellenübersichten der Verwaltung. Bisher mussten solche Informationen beantragt werden, und die Freigabe war durch viele Ausnahmeregelungen, lange Fristen und -vor allem- hohe Kosten erschwert. Der bemerkenswerte parteiübergreifende Konsens für mehr Offenheit kam zustande, nachdem es der Initiative „Transparenz schafft Vertrauen“ gelungen war, ausreichende Stimmen für einen weitreichenden eigenen Gesetzentwurf zu sammeln. Die Einigung zwischen den Initiatoren und den Parteien führte dann dazu, dass das  geplante Volksbegehren nicht mehr notwendig war. Das geplante Volksbegehren hätte gute Chancen gehabt, angenommen zu werden. Die Abstimmung darüber wäre 2013 auf den Tag der kommenden Bundestagswahl gefallen, was eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung garantiert haette.

Das Gesetz sieht nun vor, dass alle Verträge zur öffentlichen Daseinsvorsorge ab einer Schwelle von 100.000 Euro automatisch in einem neuen Informationsregister veröffentlicht werden. Dies betrifft somit Verträge mit Energieversorgern, aber auch Leistungen wie Müllabfuhr, Wasserversorgung oder Bus- und Bahnverkehr. Die Verträge sollen künftig 30 Tage vor ihrem Inkrafttreten im Internet einsehbar sein. Das Informationsregister soll bis zum September 2012 aufgebaut werden.

Mit der aktiven Informationspflicht der Verwaltung geht Hamburg neue Wege. Indem die Hansestadt jetzt als erstes Bundesland solche Transparenzverpflichtungen gesetzlich umsetzt, setzt sie auch ein bundespolitisches Signal.

Dass auch das Informationsfreiheitsgesetz des Bundes trotz aller Schwaechen sehr wohl fuer die journalistische Recherche taugt, hat kürzlich der „Stern“ unter Beweis gestellt, dem es gelungen ist, mit Hilfe des Gesetzes Einblick in bisher vertrauliche Akten der Bundesregierung und der EU-Kommission zur Euro-Einführung in Griechenland zu erstreiten. Der Schriftverkehr belegt, dass die Warnungen vor dem Beitritt Griechenlands, die es sehr wohl gab, von der Regierung Gerhard Schröder bewusst ignoriert wurden. Sie hatte das Gesetz gegen CDU/CSU 2005 durchgesetzt.

Letzter großer Erfolg: Aus Anlass der Olympischen Spiele in London erstritten die WAZ-Journalisten Daniel Drepper und Niklas Schenck Einsicht in die „Zielvorgaben“ des Bundesinnenministeriums mit DOSB und den deutschen Sport-Fachverbänden. Darunter waren vor allem die umstrittenen Medaillenvorgaben. Das mehrere Hundert Seiten umfassende Papier, in dem auch die Fördermittel enthalten sind, wurde nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin  öffentlich gemacht.

Wie erwähnt: Niedersachsen ist rückständig und hat dank CDU bisher kein Informationsfreiheitsgesetz. In Niedersachsen ist der Weg dahin aber nicht mehr ganz so weit: Zwar klagen sogar öffentliche besoldete Spitzenbeamte, dass sie für gewählte Ratsvertreter arbeiten müssen und offenbaren so, wes prädemokratischen Geistes Kind sie sind. Aber mit der Landtagswahl am 20. Januar 2013 naht Abhilfe. Dann  wird das demokratische Defizit mit einer neuen, freiheitlichen Regierung behoben und  zwar -so hoffe ich- nach dem Vorbild NRW auch für die niedersächsischen Kommunen. Ich freue mich schon auf die dann möglichen Recherchen bei so Spezies wie der Gemeinde Wietmarschen oder dem Landkreis Emsland. Von unserem Städtchen ganz zu schweigen.

Nie erschienen

12. Mai 2012

Fleurop lässt grüßen! Gerade empöre ich mich über diese peinlich-arroganten Worte der Pressesprecherin des Kreises Emsland Anja Rohde. In diesen Tagen jährt sich bekanntlich zum 67. Mal die Befreiung der Emslandlager; aber  der Landkreis Emsland hat gar nicht so richtig dran gedacht. Denn da sagt die Dame auf Anfrage der Presse tatsächlich:

Wir werden in der alten Rheder Kirche und am Ossietzky-Denkmal in Esterwegen Kränze niederlegen“, sagt Kreissprecherin Anja Rohde auf die Frage, ob es denn von Seiten des Landkreises eine Gedenkveranstaltung gebe. „Allerdings wird dies kein offizieller und auch kein öffentlicher Akt. Die Kränze sollen ein Zeichen für die Besucher sein.

So ist es eben, wenn man lediglich aus parteipolitischen Gründen glaubt, gedenken zu müssen, und man nicht mit dem Herzen dabei ist.

Heute informiert die taz-nord über dies:

„In diesem Jahr könnte die deutsch-niederländische Initiative 8. Mai ihre Gedenkveranstaltung im Emsland zum Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zum ersten Mal auf der Gedenkstätte Esterwegen ausrichten. Die hat Ende Oktober letzten Jahres zur Erinnerung an die Opfer der 15 Konzentrations- und Strafgefangenenlager im Emsland eröffnet.

Die Initiative, zu der auch ehemalige Gefangene gehören, wird sich am heutigen Samstagnachmittag allerdings nicht dort treffen, sondern, wie in jedem Jahr seit 1985, auf dem Lagerfriedhof Bockhorst bei Esterwegen.

Nikolaus Schütte zur Wick, Fraktionsvorsitzender der Grünen im emsländischen Kreistag, ist sich sogar sicher: „Selbst wenn die Initiative beantragt hätte, ihre Veranstaltung an der Gedenkstätte abzuhalten, wäre das bestimmt nicht genehmigt worden.“

Die Veranstaltung der NS-Opfer wird von den Vertretern des Landkreises gemieden. Nie erschienen ist der ehemalige…“

weiter bei der taz

Mehr im taz-Kommentar von Simone Schnase
und über die Ab- und Hintergründe hier 

und online im Emskopp

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DIE EMSLANDLAGER

„1933 wurden die Kozentrationslager Börgermoor, Esterwegen und Neusustrum fertiggestellt, bis 1937 kamen Aschendorfermoor, Brual-Rhede, Walchum und Oberlangen hinzu, ab 1938 Wesuwe, Versen, Fullen, Groß-Hesepe, Dalum, Wietmarschen, Bathorn und Alexisdorf.

In den Emslandlagern wurden insgesamt 70.000 Menschen inhaftiert, darunter politische Gefangene, Homosexuelle, wehrmachtgerichtlich verurteilte Soldaten und sogenannte Nacht-und-Nebel-Gefangene .

1939 übernahm die Wehrmacht drei Lager und nutzte sie als Kriegsgefangenenlager für weit über 100.000 Soldaten aus der Sowjetunion, Frankreich, Belgien, Polen und Italien. 1944/45 dienten die Lager Dalum und Versen der SS kurzzeitig als Außenlager des KZ Neuengamme.

Insgesamt sind in den Emslandlagern rund 30.000 Menschen ums Leben gekommen.“ (Quelle)

Nichtgeltendmachung

28. Januar 2012

„Der 7. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat mit Beschluss vom 24. Januar 2012 – 7 LA 91/10 – einen Antrag auf Zulassung der Berufung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Osnabrück vom 16. Juli 2010 – 2 A 58/08 – abgelehnt, mit dem dieses eine Klage mehrerer Kommunen gegen die Nutzung des militärischen Übungsgeländes „Nordhorn Range“ abgewiesen hatte. Das die Klage abweisende Urteil des Verwaltungsgerichts ist damit rechtskräftig geworden.

Bei dem Übungsplatz „Nordhorn Range“ handelt es sich um einen Luft-Boden-Schießplatz in der Nähe von Nordhorn, der 2001 von der britischen Royal Air Force an die Bundeswehr übergeben wurde. Die Nutzung wurde nach der Übergabe von der Bundeswehr im bisherigen Rahmen fortge-führt. Im März 2008 erhoben die Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland, die Städte Nordhorn und Lingen, die Samtgemeinde Schüttorf sowie die Gemeinden Wietmarschen, Emsbüren und Geeste Klage gegen die weitere Nutzung von „Nordhorn Range“. Vorangegangen waren er-folgreiche Klageverfahren brandenburgischer Kommunen und Bürgervereinigungen gegen das Übungsgelände Wittstock („Bombodrom“) in Brandenburg, das seit Ende 2000 aufgrund von Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts (Urt. v. 14.12.2000 – 4 C 13.99 -, juris) und des Verwaltungsgerichts Potsdam (Urt. v. 31.7.2007 – 3 K 2498/03 -, juris) von der Bundeswehr nicht mehr genutzt werden durfte.

Das Verwaltungsgericht Osnabrück hatte die Klage gegen „Nordhorn Range“ abgewiesen, weil die klagenden Kommunen ihr Abwehrrecht verwirkt hätten. Aufgrund der langjährigen Nichtgeltendmachung des Abwehrrechts (von 2001 bis 2008) stelle sich dessen Geltendmachung als Verstoß gegen Treu und Glauben dar; die beklagte Bundesrepublik Deutschland hätte davon ausgehen dürfen, dass sich die Kommunen gegen die Nutzung von „Nordhorn Range“ als Luft-Boden-Übungsschießplatz nicht mehr zur Wehr setzen würden. Dieses Urteil hat der 7. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts nunmehr bestätigt. Die von den Klägern geltend gemachten Berufungszulassungsgründe greifen nicht durch. Das Verwaltungsgericht hat das Klagerecht der Kläger zu Recht als verwirkt angesehen. Insbesondere können sie sich nicht mit Erfolg darauf berufen, dass sie zunächst den Abschluss des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens hinsichtlich des „Bombodroms“ in Brandenburg abwarten wollten. Ihre langjährige Untätigkeit war jedenfalls geeignet, auf Seiten der Beklagten den Eindruck zu erwecken, der Übergang von „Nordhorn Range“ auf die Bundeswehr werde zumindest mit rechtlichen Mitteln nicht angegriffen.“

Soweit die Pressemitteilung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts („OVG“). Der Beschluss selbst liegt noch nicht vor. Erstaunlich finde ich die Auffassung des Oberverwaltungsgerichts schon, nach lediglich gut sechs Jahren behaupteter  rechtlicher (!) Untätigkeit (verquaster Fachbegriff: „Nichtgeltendmachung“) sei ein Rechtsanspruch verwirkt. Bei wikipedia findet sich diese zutreffende Verwirkung-Definition:

Ein Recht ist verwirkt, wenn (1) der Berechtigte es längere Zeit hindurch nicht geltend gemacht hat und (2) der Verpflichtete sich darauf eingerichtet hat und (3) sich nach dem gesamten Verhalten des Berechtigten auch darauf einrichten durfte, dass dieser das Recht auch in Zukunft nicht geltend machen werde.

Würde man sich angesichts dessen nicht bis auf die juristischen Knochen blamieren, verträte man als Anwalt in einem Prozess nach gut sechs Jahren vielfältiger Debatten und Diskussionen um einen Anspruch die Auffassung, nun sei alles verwirkt, jeder Anspruch perdú? Denn genau das war hier der Fall: Nie konnte sich der Verteidigungsminister darauf einrichten, dass die Menschen und ihre Gebietskörperschaften an Ems und Vechte ihr Recht nicht mehr geltend machen, Nordhorn Range zu schließen. Alle in der Region haben dies von 2001 bis zur Klageerhebung 2008 vielfach und von jedem Verteidigungsminister gefordert.

Mir erscheint der Beschluss fern der Realität. Zu keiner Zeit konnte sich die Bundesregierung auch nur im Ansatz darauf einrichten, dass die klagenden Gemeinden und Landkreise den Luft-Boden-Schießplatz Nordhorn-Range akzeptiert hätten. Das Gegenteil wusste das Verteidigungsministerium. Von Verwirkung kann in Sachen Nordhorn-Range beileibe keine Rede sein.

Das für seine stringent obrigkeits- d.h. verwaltungsfreundliche Rechtsprechung bekannte OVG im ruhigen Lüneburg hat also  nicht nur formal zweifelhaft sondern vor allem bürgerfeindlich entschieden. Denn mit seiner Entscheidung haben die  Oberverwaltungsrichter um ihren Vorsitzenden Wolfgang Kalz auch die vielfachen Aktivitäten der Bürger der Region beiseite gewischt und nicht nur unseren Gemeinden und Landkreisen sondern uns allen, die wir hier leben, jede inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Anachronismus eines Luft-Boden-Schießplatzes inmitten eines dicht besiedelten Raumes verweigert. Die Grafschaft, das Emsland, Nordhorn, Lingen & Co sollten also allemal gegen diese, mir willkürlich erscheinende Verweigerung rechtlichen Gehörs die Hilfe des Verfassungsgerichts suchen. Zumal ein rechtswidriger Zustand nicht durch bloße Untätigkeit rechtmäßig wird.

Aber ich frage heute auch besorgt, wie das Verteidigungsministerium jetzt angesichts der  reagiert: Wird es die Zahl der Schießeinsätze auf Nordhorn-Range wieder erhöhen? Wer könnte es daran hindern, wo doch die Rechte dagegen rechtlich verwirkt sein sollen?

Allerdings:  Selbst wenn in Zukunft das deutsche Verfassungsgericht den sehr arbeitsökonomisch durch das OVG gesetzten  rechtlichen Schlusspunkt durch das OVG absegnen sollte, auf der politischen Tagesordnung steht weiterhin ganz oben die Forderung  „Nordhorn-Range muss weg!“

(Foto: (c) Notgemeinschaft Nordhorn Range)

beide Recht

19. August 2011

Nördlich der Kreisstraße, die von Altenlingen zur A31-Auffahrt Wietmarschen führt, und damit mitten im geschützten „Landschaftsschutzgebiet Emstal“ wollen Investoren und Wachendorfer Landwirte viele Windkraftanlagen bauen. Dabei geht es um Natur und Landschaft und um verdammt viel Geld; denn Windkraftanlagen bringen für die Grundeigentümer -zig Tausende Euro Pacht – jedes Jahr ein deutlich fünfstelliger Betrag. Wenn sich dann oben der Generator dreht und unten der Mais wächst, rollt der Rubel Euro in ungeahntem Tempo. Die SPD ist dafür, die BN sind es nicht. Die Lingener CDU traut sich vor der Kommunalwahl tatsächlich, keine Meinung zu haben zu veröffentlichen.

Am Montag habe ich mich bei Claus Alfes, bekennender Fan von Preußen Münster und einer der wenigen ausgewiesenen Ökologen in der regionalen Sozialdemokratie, über sein Ja zu den Plänen beschwert. Hier (mit seiner Zustimmung) die E-Mails, die wir zum Thema gewechselt haben:

Von: Robert Koop
Datum: 15. August 2011 00:19  MESZ
An: Claus Alfes

Betreff: Landschaftsschutzgebiet

Lieber  Claus,

Du weißt, dass ich Dich und Deine Arbeit sehr schätze. Nicht mehr so sehr schätze ich die Arbeit des BUND im Emsland, dem Du angehörst und der leider nichts im Kampf um den Altenlingener Forst beigetragen hat. Ich bin deshalb aus dem BUND ausgetreten.

Jetzt zitiert Dich die SPD Lingen in einem Eigenbericht, in dem sie sich für den Bau von Windenergieanlagen im Landschaftsschutzgebiet ausspricht.  So weit, so schlimm. Aber Deine, von der SPD jetzt wiedergegebene Aussage zum Bau dieser Windkraftanlagen  im Landschaftsschutzgebiet Emstal nahe Wachendorf erzürnt mich. Die von Dir geforderte Vernetzung von drei verstreut liegenden besonders schutzwürdigen Flächen, deretwegen Du die Windkraftanlagen befürwortest, geht allemal auch ohne sie. Ziel müsse sein, lese ich Deine Aussage, Naturschutz, Landwirtschaft und Energieerzeugung in Einklang zu bringen. Das sind wohlfeile Worte, aber alles drei geht eben nicht im Landschaftsschutzgebiet, wenn man dessen Schutzcharakter ernst nimmt. Windenergieerzeuung kann genauso wenig im Landschaftsschutzgebiet erfolgen wie dort ein Campingplatz betrieben werden kann. Das ist vor nicht einmal 15 Jahren geprüft und im Stadtrat entschieden worden. Das Landschaftsschutzgebiet wurde als ungeeignet für Windenergie erkannt. Jetzt wird die der Ausweisung als Schutzgebiet geschuldete, fehlende Bebauung als Grund für die besondere Geeignetheit für einen Windpark genannt. Absurd!

Das Landschaftsschutzgebiet Emstal erhält die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes und die Erholungsfunktion dieser Landschaft. Guckst Du hier. Das passt nicht zur Windenergie.

Trotzdem  soll nun die private Vermögensbildung mit -verschwiegenen !-  jährlichen Pachtzahlungen für die Anlagen im deutlich 5stelligen Bereich an Grundeigentümer ermöglicht und alles, was das Landschaftsschutzgebiet Emstal ausmacht, soll beiseite gedrückt werden.  Das ist ganz schlimmer Lokalopportunismus und man muss nicht Schirrmacher heißen und für die FAZ schreiben, um diese Entscheidung zugunsten weniger Landwirte und zulasten von Landschaft und Natur für grundlegend falsch zu halten.

Schade, dass Du das anders siehst.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Koop

 

Von: Claus Alfes
Datum: 16. August 2011 21:42 MESZ
An: Robert Koop

Betreff: Landschaftsschutzgebiet

Lieber Robert,

Zunächst: Meine Wertschätzung für Deine Person und Deinen unkonventionellen Stil möchte ich ausdrücklich betonen, und daran wird sich auch nichts ändern.

Ich habe mich seit 1990 bemüht, eine Vernetzung der drei Naturschutzgebiete in Wachendorf zu erreichen, aber ohne jeden Erfolg. Jetzt würde sich auf dem Wege der Kompensation für den Windpark die Möglichkeit eröffnen, dieses Ziel doch noch zu erreichen.

Welchen Preis würde man dafür zahlen? Den Bau von Windrädern in einer trostlosen Ackerlandschaft, die sich vom Autobahnzubringer kilometerweit nach Norden erstreckt, bei einer Breite von 400 bis 900 Metern. In dieser Ackerlandschaft befindet sich kein schutzwürdiger Quadratmeter. Die Bezeichnung „Landschaftsschutzgebiet Emstal“ trifft nicht den Charakter dieses Raumes.

In meinem kurzen Statement während der SPD-Begehung habe ich mehrfach betont, dass ich die Position „Landschaftsschutzgebiete dürfen nicht angetastet werden“ für ehrenwert halte.

An diesem Standort gibt es aber nichts zu schützen, stattdessen soll dort alternative Energie erzeugt werden, und auch dafür setze ich mich ein.

Selbstverständlich bin ich gerne bereit, die Angelegenheit vor Ort mit Dir zu erörtern.

Noch etwas Anderes: Die Entwicklung des BUND Emsland (völliges Abtauchen seit Jahren) enttäuscht mich sehr und stimmt mich traurig.

Alles Gute!

Claus

Von: Robert Koop
Gesendet: Dienstag, 16. August 2011 22:33
An: Claus Alfes
Betreff: Landschaftsschutzgebiet

Lieber Claus,

danke für Deine prompte Antwort. Die Antwort auf das Problem kann aber doch nicht sein, das Landschaftsschutzgebiet nun völlig kaputt gehen zu lassen, nachdem die Herren Landwirte die exzessive Vermaisung favorisiert haben. Das LSG muss zurück entwickelt, es muss verbessert werden. Zum Beispiel, indem die öffentliche Hand Grunderwerb tätigt und andere Nutzungen ermöglicht. Durch eine Energieerzeugungsanlagenplatzierung geht das aber nicht.  Wobei ich Dir auch widerspreche, dass in dieser Ackerlandschaft kein schutzwürdiger quadratmeter ist. Es gibt immerhin Ackerrandstreifen und Wallhecken.

Du musst wissen. Es  ist ein knallhartes Geschäft: Unten hektarweise Mais und oben Windkraft. Weißt Du, wieviel ein Grundeigentümer ohne jede Leistung an dieser Winkraft verdient? Wat meinste?

Und das Landschaftsbild gibt es auch noch. Die LSG-Satzung schützt auch dies.

Abendliche Grüße

Robert

ps Hast Du übrigens gesehen, wie weit es gekommen ist? Die FDP Lingen wirbt jetzt damit, sie sei sozial. Das Nächste wird sein, dass die Erde doch eine Scheibe ist…

Von: Claus Alfes
Gesendet: Donnerstag, 18. August 2011 15:41
An: Robert Koop
Betreff: Landschaftsschutzgebiet

Lieber Robert,

natürlich kann es nicht darum gehen, „das Landschaftsschutzgebiet nun völlig kaputt gehen zu lassen“.

Das wäre beim Bau des Windparks in Wachendorf auch nicht der Fall. Im Umfeld der Windräder betrifft der Eingriff eine reine Agrarsteppe, nichts Anderes.

Der als Kompensation für den Bau der Anlage vorgesehene Vernetzungsstreifen zwischen den Heidedünen der „Kamelrennbahn“ und dem Naturschutzgebiet „Moorschlatts und Heiden in Wachendorf“ liegt einige hundert Meter weiter südlich innerhalb des Landschaftsschutzgebietes und würde den gesamten Wachendorfer Raum enorm aufwerten.

Wirtschaftliche Überlegungen sind aus meiner Sicht nicht Gegenstand dieser Diskussion. Dass ich politisch links stehe, weißt Du.

Gegen eine Veröffentlichung unserer insgesamt vier E-Mails habe ich keinerlei Bedenken. Es ist schon komisch: Irgendwie haben wir beide Recht.

Alles Gute!

Claus

 

(Foto: Agrarsteppe Maisacker, © DUH)

Grafschaft

24. Februar 2011

Alle Tipps und Informationen zu einem schönen (kurzen) Radurlaub im westlich benachbarten Landkreis finden sich jetzt in einer neuen Broschüre „Radwandern in der Grafschaft Bentheim“. So führt die Grafschafter Fietsentour auf der 220 Kilometer langen Hauptroute einmal durch den Nachbarkreis. Dazu kommen 25 Tagestouren. Zwischen Emsland, Westfalen und den Niederlanden gelegen  ist natürlich grenzüberschreitend Rad fahren für die Routenplaner selbstverständlich. Eingebunden sind folglich auch das südliche und mittlere Emsland. Der nicht nur im Notfall hilfreiche Fietsenbus 165 fährt von April bis Oktober an allen Wochenenden  von Lingen (Ems) im 2-h-Rhythmus über Lohne, Wietmarschen und Klausheide nach Nordhorn.

Natürlich, weiß die neue Broschüre, sind alle Radrouten in der Grafschaft Bentheim einheitlich und übersichtlich beschildert. Hier finden Sie die neue Publikation als pdf-Dokument. Den besten Streckenüberblick verschafft man sich mit der Radwanderkarte zur Grafschaft Bentheim. Sie gibt es im Lingener Buchhandel (auch online) aber auch  z.B. im Online-Shop der Grafschaft-Bentheim-Touristik, wo man sich auch GPS-Tracks zu den Routen herunterladen und dann ganz bequem dem eigenen „Navigationsgerät“ vertrauen kann.

(Quelle)