von der CDU getragen

22. September 2019

Apropos F4F. Einen großen Anteil an der Klimakrise hat die Massentierhaltung. „Massentierhaltung wird in Niedersachsen vor allem von der CDU getragen, deren Vertreter auch in den Bauernverbänden sitzen. Niedersachsen ist das Land der Massentierhaltung und Deutschlands größter Fleischproduzent: Jedes dritte Schwein aus Deutschland wird hier gemästet. Damit das so bleibt, setzen sich Agrarfunktionär/innen für die Interessen der Big-Player ein, also der wenigen Großkonzerne wie zum Beispiel die Geflügelriesen Wiesenhof und Rothkötter. Dabei werden sie vom Deutschen Bauernverband (DBV) und der CDU massiv unterstützt. Kleine Höfe gehen hingegen leer aus, was nicht nur Landwirt*innen, sondern auch Umweltschützer*innen Sorge bereitet.

Eine im April veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Uni Bremen legt offen, dass wenige Funktionär*innen an Schlüsselpositionen in Politik und Wirtschaft sitzen und dort Verordnungen gegen wissenschaftliche Empfehlungen treffen. Ein Beispiel sind die lange lasch gehaltenen Düngeregeln, die zur Nitratverseuchung des Grundwassers führen. Ein anderes staatliche Subventionen für Agrariesen, wie den größten Schlachthof Europas in Wietze bei Celle, der mit 6,5 Millionen Euro EU-Geldern gefördert wurde.

Ein bekanntes Gesicht der Agrarlobby in Niedersachsen ist Franz-Joseph Holzenkamp, der nicht nur bis 2017 CDU-Bundestagsabgeordneter war, sondern auch wichtige Gremienposten in der Agrarindustrie bekleidet. Während der Debatte zur Gülleverordnung setzte er sich vehement gegen eine von Wissenschaftler/innen geforderte Verschärfung der Grenzwerte ein.

Kein Zufall, dass…

 

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Peta vers. Rothkötter

8. Oktober 2014

People for the Ethical Treatment of Animals, abgekürzt PETA (dt. „Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren“), ist mit nach eigenen Angaben mehr als drei Millionen Unterstützern weltweit die größte Tierrechtsorganisation.
„Seit vielen Jahren nimmt PETA Deutschland e.V. in umfangreichen Undercover-Recherchen die agrarindustrielle Tierproduktion unter die Lupe. Die Ermittler besuchten unter anderem Betriebe der größten deutschen Geflügelwirtschafts-Konzerne.
Nach Wiesenhof, Heidemark und Grotelüschen überprüfte das Team nun auch Mastanlagen, die zum Zeitpunkt der Recherche zur Rothkötter-Unternehmensgruppe gehörten.

Rothkötter ist mit einem geschätzten Jahresumsatz von über 800 Millionen Euro einer der umsatzstärksten Geflügelproduzenten Deutschlands. Die Aufnahmen der Tierrechtler dokumentieren überwiegend die letzte Hälfte der Mastperiode: Sie zeigen neben toten, teilweise schon verwesten Hühnern, kranke und schwerverletzte Tiere. Einige der geschwächten Vögel werden von ihren Artgenossen angepickt.

Die Hühner…“
[weiter bei PETA]

Sklaven

29. August 2013

„Lohnsklaven in Deutschland – Miese Jobs für billiges Fleisch“

Die ARD hat den Dokumentarfilm bereits am 24.6. ausgestrahlt. Ich habe ihn erst gestern Abend gesehen, als  er auf Phoenix TV wiederholt wurde. Sie sollten ihn ansehen.

„Der Drang osteuropäischer Arbeiter nach Deutschland ist ungebrochen. Auf den ersten drei Plätzen der Zuzüge in 2012 stehen Polen, Rumänen und Bulgaren; oftmals verzweifelte Menschen, die zu harter Arbeit bereit sind.Dies nutzen deutsche Fleischbetriebe und dubiose Vermittlungsfirmen gnadenlos aus, wie die beiden NDR-Autoren Marius Meyer und Michael Nieberg in ihrer 45-minütigen Reportage belegen.

Stundenlöhne von fünf Euro brutto, ungeregelte Einsatzzeiten und Arbeit ohne Krankenversicherung sind keine Seltenheit im hart umkämpften Fleischmarkt.
Das NDR-Team hat sich vor allem im Landkreis Vechta bei Bremen umgesehen und stieß auf dramatische Schicksale. Menschen, die mit den immer gleichen Versprechungen nach Deutschland gelockt wurden: hoher Lohn, Sozialversicherung, eine gute Unterkunft. Die Realität sieht aber oft anders aus.“ (Quelle)

Wie heißt es in dem Film außerdem? „Jedes Loch scheint in dieser Region vermietbar.“ Die Region ist das Oldenburger Münsterland. Schlachthöfe gibt es auch nebenan bei uns – im Emsland in Sögel und Lingen. Daran musste ich bei einer bestimmten Passage (20:20 min) denken, weil mir dies einfiel.

ps Ach, was ich noch vergaß: Wiesenhof ist aktueller Trikotsponsor des Bundesligisten Werder Bremen. Dafür ist Geld da.

päppeln

19. Oktober 2012

Sie wissen ja, dass Werder Bremen den Sponsor Wiesenhof hat und Wiesenhof, weiß ich seit eben, hat auch einen Sponsor: Sie! Denn auch Wiesenhof hat Millionensubventionen aus der von schwarz-gelb verwalteten niedersächsischen Landeskasse bekommen.

Dies hat Bündnis’90/Die Grünen heute scharf kritisiert. Es ist auch kaum zu glauben, dass die PHW-Unternehmensgruppe, zu der der Geflügelkonzern Wiesenhof gehört, seit 2007 mit mehr als 4,2 Millionen Euro aus dem niedersächsischen Landeshaushalt gefördert wird. Das jedenfalls geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage Landtagsabgeordneten Christian Meyer, Agrarpolitiker der Grünen, hervor. „Zusammen mit dem Schlachthof in Wietze sind damit über 10 Millionen Euro Landesmittel in den Ausbau der Massentierhaltung im Bereich Geflügel geflossen. Die Landesregierung päppelt die Agrarindustrie und zehntausende bäuerliche Familienbetriebe gucken in die Röhre“, kommentierte Meyer diese Fakten.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) hat die „Lohmann Animal Health GmbH“ im Jahr 2007 rund eine Million Forschungsfördermittel für die Entwicklung funktioneller Futtermittel und einer neuen Impfstofftechnologie erhalten. „Was da genau gefördert wurde, verschweigt die Landesregierung mit der Begründung des Schutzes von Betriebsgeheimnissen. Möglicherweise ging es um die Verabreichung von Medikamenten, die Agrarminister Lindemann jetzt angeblich vermeiden will“, kritisiert Meyer. Mit weiteren rund 3 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsfördertopf wurde 2009 und 2010 die Erweiterung eines Geflügelschlachtbetriebs in Lohne (Oldenburg) subventioniert.

Freunde, das sind Eure Steuergelder.

Brisant ist nach Ansicht des Grünen-Abgeordneten Meyer, dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg weiterhin ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der PHW-Gruppe wegen möglicherweise illegal erhaltener Exportsubventionen durchführt. „Das billige Hühnerfleisch aus Niedersachsen mit dem auf Steuerzahlerkosten die Weltmärkte überschwemmt werden sollen, hat fatale Folgen für die Menschen in den Entwicklungsländern. Das FDP-geführte Wirtschaftsministerium gibt der Argarindustrie den entscheidenden Schub“.

Die kleine Anfrage der Grünen mitsamt Antwort der CDU/FDP-Landesregierung finden Sie hier.

Emsland

17. Januar 2012

Seit 1993 wird alljährlich „Der kritische Agrarbericht“  vom AgrarBündnis e.V. herausgegeben, einem Zusammenschluss von derzeit 24 Verbänden der bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft, des Umwelt- und Naturschutzes, des Tierschutzes, der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Kirchen. „Der kritische Agrarbericht“ dokumentiert die ganze thematische Breite der agrapolitischen Debatte eines Jahres vor dem Hintergrund der europäischen und weltweiten Entwicklung.

Die deutschen Bauern sind nach dem Bericht auf dem Weg zu einer gewaltigen Überproduktion von Geflügelfleisch. Bundesweit seien Ställe für bis zu 36 Millionen Hähnchen geplant, schätzt der Kritische Agrarbericht 2012. Allein im Landkreis Emsland lägen Anträge für 11 Millionen Mastplätze vor. Um die bundesweite Nachfrage zu stillen, seien jedoch 3,2 Millionen neue Plätze ausreichend.
Der Bericht warnt vor einem ruinösen Preiskampf der Mäster. Bauern, Umwelt- und Tierschützer sowie Politiker kritisieren darin zudem, dass in den Großställen Antibiotika in großem Stil zum Einsatz kämen. Die Autoren fordern höhere Tierschutzstandards. Der Sammelband kritisiert auch die anhaltende Spekulation mit Agrarrohstoffen. Experten warnen darin außerdem vor einem Raubbau an den Wäldern, um im Zuge der Energiewende wieder mehr Holz als Brennstoff zu gewinnen.
Der aktuelle  „Kritische Agrarbericht“ 2012 wird übermorgen, am Vorabend der Grünen Woche in Berlin vorgestellt. Im Buchhandel erhältlich ist er ab der kommenden Wochen. Die Agrarmesse beginnt an diesem Freitag.  Schon am Wochenanfang war dies im Leitartikel der Frankfurter Rundschau zu lesen:
Kein emsländischer Geflügelbaron wird sich davon überzeugen lassen, seinen Betrieb auf die Aufzucht von Bresse-Hühnern umzustellen. Und kein durchschnittlicher deutscher Verbraucher käme je auf die Idee, für ein solches Huhn 26 Euro zu bezahlen. Das ist der Preis, den man für ein glückliches Luxushuhn entrichten muss. Doch das Emsland ist nicht die Bresse. Hier prägen Hühnerfabrikanten wie der Wiesenhof-Patriarch Paul-Heinz Wesjohann die Landwirtschaft. Sie machten das Luxusprodukt Fleisch zum Discounter-Artikel, erschwinglich für die breite Masse. In Deutschland, brüstete sich Wesjohann unlängst, kostet ein Hähnchen heute noch genauso viel wie vor 50 Jahren.
Dieses emsländische Modell der Nahrungsmittelerzeugung ist Teil der wertfrei bejubelten Dynamik der Region und macht zunehmend Probleme – nicht nur antibiotische. Jede/r von uns in der Region wird über kurz oder lang einen Preis dafür zahlen. Denn
Studien aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen belegen den massenhaften, auch missbräuchlichen Einsatz von Antibiotika in der Hühner-, Schweine- und Kälberzucht. Aus der Tierhaltung werden Antibiotika und resistente Infektionserreger auch direkt in die Umwelt eingetragen, über Abluftanlagen etwa oder ins Abwasser. Sie verstärken die zunehmende Resistenzentwicklung. …

Wiesenhof

8. April 2011

„Die romantische Vorstellung vom bäuerlichen Leben, die zum Beispiel der größte Hühnerfleischproduzent Wiesenhof mit einer ländlichen Idylle auf seinen Verpackungen suggeriert, gibt es nirgendwo mehr“, sagtFriedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis’90 – Die Grünen, und bezeichnet „diese Art der Verbrauchertäuschung als Betrug“ Seine Forderung: eine bessere Kennzeichnungspflicht für alle Lebensmittel. Ganz bewusst werde der Kunde nicht aufgeklärt. „Als die Eier aus Käfighaltung mit der Ziffer 3 als solche gekennzeichnet wurden, ging die Nachfrage in den Keller“, verweist der Politiker auf das Kaufverhalten der Bevölkerung. „Der Verbraucher ist nicht so dumm, wie oft behauptet wird“, so der grüne Bundestagsabgeornete vor einigen Tagen in Westfalen.

Inzwischen hat der so kritisierte Produzent Wiesenhof ein weiteres Problem. Die Unterbringung seiner Arbeiter der Wiesenhof- Großschlachterei in Lohne (Kreis Vechta) gerät in die öffentliche Wahrnehmung. Der Eindruck: Die meist aus Osteuropa stammenden Männer werden genauso zusammengefercht wie das Geflügel in den Massentierställen. Da sind es 22 Hühner auf den Quadratmeter, acht Hühner-Generationen im Jahr, ganze acht Cent Gewinn pro Tier. Es rechnet sich, weiß Ostendorff.

Das Neue: Bei den Arbeitern der Geflügelindustrie ist es inzwischen ähnlich: Zwölf Männer in einem Wohnhaus, das eigentlich nur für den Platzbedarf einer Kleinfamilie gedacht war. Das ist kein Einzelfall. 19 solcher überbelegten Häuser gibt es allein in Lohne (Landkreis Vechta). Die so untergebrachten Arbeiter aus Osteuropa arbeiten für die Großschlachterei von Wiesenhof, Deutschlands größtem Markengeflügel-Produzent. Der NDR berichtet: „Für viele Lohner und ihre Stadt-Spitze sind diese Arbeiterquartiere eine Zumutung. Sie wollen dem ein Ende setzen.

Der Unmut in der Nachbarschaft der Häuser ist groß: „Die Parkplatzsituation ist katastrophal“, stöhnen die Anlieger. „Die Häuser leiden. Samt Kanalisation sind sie einfach nicht auf so viele Menschen ausgelegt“, sagen die Menschen auf der Straße.
Auch Lohnes… “

Lesen Sie weiter auf der Seite des NDR, wie der Landkreis Vechta auf die Missstände reagiert und weshalb sich sonst noch manche Lohner ihre Gedanken machen.