Welt

5. Oktober 2013

Muenster_AmtsgerichtPassend zum dienstäglichen 3:0 des BVB Dortmund gegen Olympic Marseille die Meldung aus der Mittwoch-Ausgabe der “Westfälischen Nachrichten“ über Streit zwischen BVB-Fans um eine BVB-Dauerkarte. Deren Zwist findet nicht im Stadion oder auf der Straße, sondern (demnächst) vor dem Amtsgericht in Münster statt, das in einer kultigen, in Münster spielenden TV-Serie auch schon mal als Rathaus umetikettiert wird. In dem Zivilprozess geht es um eine zerbrochene Fußballfreundschaft und die Frage, wer denn nun Inhaber einer vierten Saisonkarte ist.

Advokat Detlef Burhoff, ehedem Richter am Oberlandesgericht Hamm und fleißiger Blogger aus Westfalen, fasst die prozessentscheidenden Fragen zusammen: War oder ist die “Karte abgetreten” oder nicht? Wer darf ins Stadion? Kann “Opa” die Karte für den Enkel horten? „Fragen, die die Welt und demnächst das AG MS bewegen.“

Mehr darüber in der Ausgabe der “Westfälischen Nachrichten vom 02. Oktober 2013.

ps Heute um 15.30 Uhr bestreitet der BVB übrigens sein siebtes Spiel innerhalb von 22 Tagen, wenn der deutsche Vizemeister beim VfL Borussia Mönchengladbach antritt und als Tabellenführer der Fußball-Bundesliga in die Länderspielpause gehen will. Da wird die Saisonkarte nicht gebraucht.

(Quelle; Foto: Amtsgericht Münster CC Rüdiger Wölk, Münster)

Interesse

22. Juli 2011

„Riesiges Interesse in der Bürgerschaft am Projekt „Ems-Galerie“ in Rheine:  Mehr als 200 Besucher kamen am Montag Abend  zur Bürgerversammlung in die Stadthalle, um aus erster Hand die Pläne kennenzulernen und mit (dem Lingener) Investor Hermann Klaas und den Gutachtern zu diskutieren. In einer offenen Diskussionsrunde unter Leitung des Baudezernenten Jan Kuhlmann hakten viele Bürger zwar beharrlich nach – unterm Strich war aber eine durchaus positive Grundstimmung für das 70-Millionen-Projekt zu erkennen.

Nachdem Eike Otto vom Düsseldorfer Architekturbüro Rhode, Kellermann, Wawrowski Details der Architektur vorgestellt hatte, nahm die so genannte „Städtebauliche und raumordnerische Wirkungsanalyse“ des Dortmunder Büros Junker und Kruse einen breiteren Raum ein. Planer Stephan Kruse erläuterte …“

weiter auf der Seite der Westfälische Nachrichten

Und die Borkener Zeitung berichtet:

„So schnell wird das 70-Millionen-Euro-Projekt nicht realisiert, sagte der Investor aus Lingen in einer CDU-Versammlung im ehemaligen Jugendzentrum. Aber das er inzwischen ein bedeutsames Stück des Weges zurückgelegt hat und zuversichtlich ist, das Projekt realisieren zu können, schob der beharrliche Niedersachse gleich hinterher: „Mit Hartnäckigkeit kommt man doch voran…“

weiter auf der Seite der Borkener Nachrichten

 

Schönes Lünne

6. Januar 2011

Auch in Lünne haben sich Kritiker der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren“ organisiert. Ein identisches Schild steht seit Neustem gut sichtbar auf einem Feld postiert auch im Scheddebrock. Foto: Sie erinnern sich an diesen Beitrag in meinem kleinen Blog? Was im westfälischen  Nordwalde bislang nur geplant ist, nimmt Exxon Mobil jetzt nur ein paar Kilometer südlich von Lingen in Angriff.  Längst  hat  der Konzern dort, im Speller Ortsteil Lünne eine so genannte Erkundungsbohrung vorbereitet. Das Bohrgelände war asphaltiert, als vorgestern der erste Lkw anfuhr. Exxon will in Lünne erkunden, ob sich eine Erdgasförderung wirtschaftlich lohnt. Dies bestätigte die Samtgemeinde Spelle jetzt den Westfälischen Nachrichten . Eine ganze Reihe Lünner Einwohner sind beunruhigt und haben sich in der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren – Schönes Lünne“ organisiert. Über die berichtet die Lokalpresse nicht. Sie veröffentlicht lediglich die Verlautbarungen der offiziellen Stellen. Eine daraufhin verfasste Leserzuschrift wurde gekürzt. Hier können Sie sie im Wortlaut lesen.
Die BI sagt:
Wir betrachten unsere Natur und Umwelt als hohes Gut und wichtiges Stück Lebensqualität. Als Lebens- und Freizeitraum benötigen wir sie zum Überleben. Als landwirtschaftliche Fläche nutzen wir sie als Lebensgrundlage.
Deshalb fordert die BI „Gegen gasbohren – Schönes Lünne“:
  • Unser Ziel ist es, eine umweltverträgliche Förderung von Gas in Lünne zu unterstützen, gleichzeitig Schäden an Bevölkerung, Gebäuden und Umwelt im Zusammenhang mit dem Kernbohrprojekt Lünne 1 zu verhindern.
  • Darüber hinaus fordern wir eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung, sollte es zu einer Förderung von unkonventionellem Gas in Lünne kommen.
  • Die Überwachung von Emissionen muss durch unabhängige Institute gewährleistet sein.
  • Zur Klärung von Schadensfällen muss eine unabhängige Schiedsstelle eingerichtet werden.
Die jetzt begonnenen Erkundungsbohrung soll rund einen Monat dauern. Sie ist nach Bergrecht genehmigt worden – das -„Glückauf!“ eher dem 19. Jahrhundert verhaftet ist als moderner Bürgerbeteiligung oder gar Ökologie.  Mit der Bohrung will Exxon unter anderem Daten aus dem Untergrund und über Gesteinsformationen sammeln. Für den Bohrplatz wird eine Fläche von zirka 2300 Qua­dratmetern benötigt. Der Bohrturm hat eine Höhe von 31 Metern. Gebohrt wird  1500 m tief. Exxon verspricht, nach Abschluss der Arbeiten den Platz wieder zurückzubauen. Wie in Nordwalde hatte Exxon das Projekt im Vorfeld öffentlich vorgestellt.

Das Fracturing-Verfahren wird dabei in Lünne nicht angewandt werden. “Hydraulic Fracturing” ist das umstrittenste Verfahren zur Förderung von unkonventionellem Erdgas. Während Flözgas oder Grubengas durch konventionelle Bohrungen gefördert werden kann, muss Gas, welches in Schiefer- oder Sandsteinschichten gebunden ist, umständlich befreit werden.  Dazu werden, ausgehend von horizontalen Bohrungen, Millionen Liter Wasser, Sand und Chemikalien in den Untergrund gepumpt, bis dieser, begleitet von Erdbeben der Stufe 1-2 aufbricht. Das Wasser-Sand-Chemie Gemisch dringt in die Risse ein und lässt das Gas entweichen. (mehr…)

Um aktuelle Bedenken der Bürger zu zerstreuen, bietet Exxon Führungen über das Bohrgelände an. Des Weiteren ist nach Bekanntgabe der Ergebnisse eine öffentliche Bürgerversammlung in Lünne „für Mitte dieses Jahres“ geplant. Dann -kurz vor der Kommunalwahl- wird Bürgermeister Bernhard Hummeldorf ( Samtgemeinde Spelle) erklären, ob er sich tatsächlich bereits insgeheim auf 18 Bohrtürme freut, die ihm die Firma Exxon versprochen hat, wenn es zu einer Förderung kommen sollte – so Christina und Markus Rolink in ihrem Leserbrief. „Also doch keine Testbohrung?“

Die Nordwalder Interessengemeinschaft „Gegen Gasbohren“ (IGGG) befürchtet bereits, dass sich die Bohrungen in Lünne wegen der räumlichen Nähe bis weit in den Kreis Steinfurt auswirken. Unter anderem könnte die Trinkwasserversorgung betroffen sein. „Hier kann man wieder sehen, dass es als Nächstes jeden treffen kann“, sagt Markus Knäpper von der Nordwalder IGGG.

 

(Foto: Gegen Gasbohren – Schönes Lünne)