peinlich

12. Februar 2014

RiffgatWindenergie ist  wesentlicher Baustein der Energiewende. Ein wichtiger Teil der Windenergieerzeugung sind die Offshore-Anlagen. Eine davon liegt 15 km vor Borkum und trägt den Namen Riffgat. Schon vor einem halben Jahr August 2013 war er fertig. Das Projekt der Oldenburger EWE sollte 108 Megawatt Strom liefern und über 120.000 Haushalte mit Strom versorgen. Doch die Leitung fehlte, die den Windpark an das bundesweite Stromnetz anschließt. Um den Windpark vor Rost und Korrosion zu bewahren, mussten die Rotoren mit umweltschädlichen Dieselmotoren in Betrieb gehalten werden, die 22.000 Liter Dieselkraftstoff im Monat brauchten.

Der Netzbetreiber Tennet begründete die Verzögerung mit „Munitionsfunden an der Kabeltrasse“. Tennet und der Windparkbauer EWE schieben sich gegenseitig die Verantwortung für die Verzögerung zu. Die Mehrkosten von rund 100 Millionen Euro müssten die Verbraucher tragen, sagte gestern eine Tennet-Pressesprecherin.

Eine Konsequenz der Probleme: Energieversorger EWE plant keine weiteren Offshore-Windparks. Ohne geänderte Rahmenbedingungen sei nicht genug Geld da für derartige Investitionen, sagt Vorstandschef Werner Brinker.

Volker Bajus, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Niedersächsischen Landtag kommentiert: Die Probleme bei Riffgat zeigen, wie wichtig ein gutes Management der Energiewende ist. Hier hat die alte Regierung geschlafen. Eine Bundesnetzgesellschaft könnte als ordnende Hand für eine bessere Koordination von Netz- und Windkraftausbau sorgen. Durch den verzögerten Start hat es eine peinliche Wartezeit gegeben, in der die Windkraftanlagen mit Diesel betrieben werden mussten. Nun können die Anlagen endlich das machen, wofür sie da sind: Ökostrom liefern!“  [mehr…]

 

(Foto Riffgat: PR Riffgat.de)

 

 

Schwarze Zahlen

24. April 2013

Der regionale Versorger EWE AG macht nach zwei verlustreichen Jahren wieder Gewinn. EWE-Vorstandsvorsitzender Werner Brinker, der am Lingener Georgianum sein Abitur gemacht hat, verkündete gestern in Oldenburg das Konzernergebnis: Der Gewinn 2012 lag bei 138,8 Millionen Euro, nach einem Verlust von 281,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 9,5 Prozent auf knapp 8,16 Milliarden Euro. Neben Einsparungen in Höhe von rund 53 Millionen Euro habe der Wegfall von Sondereffekten wegen Wertberichtigungen auf Beteiligungen und Rückzahlungen an Gaskunden wegen unrechtmäßiger Gaspreiserhöhungen zur Rückkehr in die Gewinnzone geführt. Auf sinkende Preise dürfen EWE-Kunden allerdings nicht hoffen.

Wo in der EWE-Bilanz 2011 noch ein Minus von 281,9 Millionen Euro stand, weist die Bilanz für 2012 einen Gewinn von 138,8 Millionen Euro aus. Auch der Umsatz des Energieversorgers stieg um 9,5 Prozent auf knapp 8,16 Milliarden Euro. Grund für die schwarzen Zahlen sind vor allem wegfallende Sondereffekte wie die hohen der vergangenen Jahre. Außerdem zeigt ein Sparprogramm erste Wirkungen.

Wermutstropfen dürfte allerdings die Herabstufung durch die Ratingagentur Moody’s sein. Die Finanzanalysten hatten Ende März die Kreditwürdigkeit der EWE wegen der schwierigen Marktbedingungen im Energiesektor durch die Energiewende herabgestuft.

Bei seinen Investitionen will EWE andere Schwerpunkte setzen und sich bei Windenergieprojekten künftig „stärker auf das Festland konzentrieren“. 2012 flossen noch 25 Prozent der Gesamtinvestitionen des Unternehmens in den Offshore-Windpark Riffgat, der zurzeit mit 30 Anlagen in der Nordsee vor Borkum gebaut wird und bei dem in diesem Herbst der Probebetrieb beginnen soll. Insgesamt werden dort rund 450 Millionen Euro verbaut. Künftig rücken bei EWE, laut Vorstandschef Werner Brinker, „kleinere Windkraftprojekte an Land“ in den Fokus.

EWE

24. Oktober 2011

Es darf gewettet werden, wie lange der Lingener Werner Brinker noch Vorstandsvorsitzender des in Oldenburg beheimmateten Energieversorgers EWE ist. Einen Tag, eine Woche, einen Monat? Ein Jahr wohl kaum. Denn nach den großen, für das Ansehen des Unternehmens schädlichen Diskussionen um ungerechtfertigte Preiserhöhungen -guckst du hier– kommt die Aktiengesellschaft  einfach nicht aus den negativen Schlagzeilen. In Kiel werfen die dortigen Stadtwerke der EWE Kundenfang mit Methoden von Drückerkolonnen vor (mehr…). Das wird der Vorstandsvorsitzende kaum überstehen, auch wenn Arbeitnehmervertreter wie Aufsichtsratsmitglied Aloys Kiepe (ver.di) jüngst in Delmenhorst den EWE Konzern als „gut aufgestellt“ bezeichnen.

EWE  macht rund 7 Milliarden Euro Umsatz und  gehört zu 74 Prozent insgesamt 21 Städten und Landkreisen in Weser-Ems und Nordniedersachsen. Ein besonders einflussreiches Mitglied des 16-köpfigen EWE-Aufsichtsrats ist übrigens der scheidende emsländische Landrat Hermann Bröring (CDU).

Hier ein Screenshot mit  kritischen Berichten, die in den letzten Wochen allein in der tageszeitung (taz) erschienen sind: