BorWin2

5. Februar 2015

Neues von der Energiewende:

„Mit einer mehrjährigen Verspätung konnte am vergangenen Montag die Anbindung des Windparks „BorWin2“ vor der Nordseeinsel Borkum an das Stromnetz abgeschlossen werden. Der staatliche niederländische Netzbetreiber TenneT, der seit 2010 einen großen Teil des deutschen Höchstspannungsnetz betreibt, konnte in dieser Woche vermelden, dass die 200 Kilometer lange Gleichstromanbindung für den 45 Kilometer vor Borkum errichteten Offshore-Windpark des Betreibers Trianel fertig gestellt wurde.

„TenneT realisiert damit einen Meilenstein im Hinblick auf die Offshore-Ausbauziele der Bundesregierung, denn mit BorWin2 sind nunmehr bereits vier Anbindungen mit einer Gesamtkapazität von rund 1.400 Megawatt fertiggestellt“, teilte der Stromnetzbetreiber Ende Januar stolz mit. Tatsächlich sind aber noch nicht alle 40 Anlagen des Windparks an das Seekabel angeschlossen – dies soll in den kommenden Wochen bis Anfang Mai nach und nach erfolgen. Erst dann soll der Windpark in der Lage sein, die volle Gesamtleistung von 200 Megawatt Leistung zu produzieren und so rund 200.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Mit der Fertigstellung des Netzanschlusses können mehr als 30 Stadtwerke und Regionalversorger aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz aufatmen. Sie betreiben gemeinsam die im Frühsommer 2014 fertiggestellten Anlagen des ersten „rein kommunalen Offshore-Windparks in Europa“ und warteten seitdem auf die Inbetriebnahme von Seekabeln und Konverterstationen der Firma TenneT. Dementsprechend erbost äußerte sich Ende 2014 auch ein Mitglied des Betreiberkonsortiums, Bochums Stadtwerke-Chef Bernd Wilmert gegenüber der WAZ: „TenneT schafft es einfach nicht, die Netzanbindung zustande zu bringen. Das Geld bekommen wir derzeit über die Offshore-Haftungsumlage, also indirekt von den deutschen Stromkunden. Das ist eine unbefriedigende Situation.“

Auch die Zeitung Energie & Management stellte TenneT Anfang dieser Woche kein gutes Zeugnis aus: „Borkum West ist für TenneT wirklich kein Ruhmesblatt. Seit vergangenem Frühjahr sind alle 40 Propeller vom Hersteller Areva Wind errichtet, was fehlt, ist der seeseitige Netzanschluss.“ Sollten im Mai wie geplant alle 40 Turbinen verkabelt sein, hat sich die ursprüngliche Inbetriebnahme des Offshore-Parks um gut drei Jahre verzögert. TenneThatte den Anschlusstermin zwischenzeitlich zehnmal verschoben und musste bislang eine Haftungsumlage in Höhe von 220 Millionen Euro an den Betreiber des Windparks bezahlen, berichtet die WAZ.

Es ist nicht das erste Mal, dass TenneT mit seinem Stromnetz in der Kritik steht. Auch bei den Offshore-Projekten „Bard Offshore 1“ und „Riffgat“ hatte TenneT große Probleme mit dem Anschluss der Windanlagen an das Netz. Dabei fehlte dem niederländischen Staatsunternehmen zum Teil Geld für die Verwirklichung der Projekte. Hinzu kamen aber auch immer wieder Lieferprobleme, die die Projekte und damit auch die Realisierung der deutschen Energiewende beeinträchtigten und verzögerten. Die niederländische und die deutsche Seite hatten sich dabei immer wieder gegenseitig den Schwarzen Peter zugeschoben (NiederlandeNet berichtete).

[Quelle NiederlandeNet]

Hier das TenneT-Werbevideo.

Ausgeschaltet

6. Januar 2011

Die WAZ veröffentlicht einen Hintergrundbericht über die weihnachtlichen  Dioxin-Zustände in unserer schwarz-gelben Landesregierung in Hannover. Ein beeindruckender Blick hinter die Kulissen überforderter Minister und Ministerien. Lesen Sie selbst:

„Kein Anschluss in Hannover: Im Dioxin-Skandal hat Nordrhein-Westfalen eine Woche lang vergeblich versucht, wichtige Informationen aus Niedersachsen zu erhalten.

Es war der Tag vor Silvester, als am Vormittag bei David McAllister das Mobiltelefon klingelte. Eigentlich hatte er Urlaub und wollte beim NDR seine erste Neujahrsansprache als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen aufnehmen. Doch bevor die Aufzeichnung beginnen konnte, musste sich McAllister in der Maske des TV-Studios plötzlich mit Dioxin in Futtermitteln und Eiern befassen, was er, wie er offen einräumt, bis dahin nicht getan hatte. Dioxin war zum ausklingenden Jahr kein Thema – jedenfalls nicht in Niedersachsen.

Andernorts schon. Am anderen Ende der Verbindung war die Staatskanzlei, die wiederum ein Gespräch aus Düsseldorf zu vermitteln versuchte. Dort wartete ein ungeduldiger Johannes Remmel auf ein Gespräch mit einem Zuständigen aus Niedersachsen. Der Grüne ist Verbraucherschutzminister in Nordrhein-Westfalen (NRW) und war wohl einigermaßen verzweifelt. Offensichtlich hatten Landwirte in NRW und andernorts verseuchtes Futtermittel aus Niedersachsen erhalten, das war seit dem 23. Dezember auf beiden Seiten der Landesgrenze bekannt. Remmel hatte schon im Agrarministerium in Hannover angerufen, aber dort niemanden erreicht, der zuständig gewesen wäre. Auch Umweltminister Hans-Heinrich Sander, der seit dem Rücktritt von Astrid Grotelüschen kommissarisch die Geschäfte des Landwirtschaftsressorts führt, war nicht zu greifen. Er hatte zwischen den Jahren offenbar öfter sein Handy ausgeschaltet. Also versuchte es Remmel schließlich an oberster Stelle, in der Staatskanzlei.

Plötzlich gab es Bewegung….

Lesen Sie hier weiter bei der WAZ.

[Quelle: WAZ Karl Doeleke]