bisher nicht erkennbar

24. August 2016

Bildschirmfoto 2016-08-23 um 23.09.54Sie lebt, agiert und handelt, weil man sie nach ihrem Eindruck gerade veräppelt: die Bürgerinitiative pro Altenlingener Forst. Ihre Webseite ist inzwischen zu wordpress.com umgezogen und die LingenerInnen können dort Erstaunliches lesen, nachdem doch verkündet worden war, dass jetzt alles Friede, Freude, Eierkuchen sei:

„Nachdem alle Gespräche und Bemühungen zur nachhaltigen Sicherung des Restwaldes zwischen Waldstraße, Hohenpfortenweg, Bahn und Straße Im Brooke“ – wie im vorherigen Blogbeitrag dargelegt -fruchtlos verlaufen sind,  hat die BI Pro Altenlingener Forst e.V. der Stadt Lingen durch ihren Fachanwalt eine offizielle Rüge übermittelt.

[im Wortlaut…

Sinn dieser Rüge ist es, die Ernsthaftigkeit der BI zu unterstreichen, im Zweifelsfalle erneut den Weg einer Normenkontrollklage zu beschreiten, da eine nachhaltige Sicherung des Waldes gemäß Protokoll des Treffens zwischen Vertretern der Stadt Lingen, BP Raffinerie und der BI  am 21.Dez. 2015 bisher nicht erkennbar ist.

Die Aussagen der CDU hierzu entsprechen nicht der juristischen Realität.

[Zitat aus diesem Blogbeitrag: „Im Kommunalwahlkampf rühmt sich die CDU (LT 18.Aug. 2016): „Wir haben unser Wort gehalten, als wir 2011 gesagt haben, dass mehr Wald nicht wegkommt, …..“.

Warum dann nicht diese Flächen in den relevanten Planungen als „Wald“ festlegen??Vertrauen ist eine Sache, Planungssicherheit erreicht man aber nur durch planerische Festlegungen. So ist das…“]

Vor einer eventuellen Klage soll so der Stadt Lingen und den maßgeblichen politischen Akteuren noch einmal die Gelegenheit gegeben werden, die in Frage stehenden Gebiete endgültig planerisch als Wald festzulegen und die Streichung des Güterverkehrszentrum (GVZ) aus allen relevanten Planungen zeitnah in die Wege zu leiten.“

Gestern gab es ein Pressegespräch, in dem Vertreter der Bürgerinitiative ihre Kritik noch einmal unterstrichen haben. Ich bin gespannt, was darüber zu lesen sein wird.

Nur dass Sie wissen, warum an der Lingener Waldstraße ein Firmenschild ausgetauscht wird, das am Gebäude des erfolgreichsten Lingener Unternehmens hängt: GDF Suez devient engie.

Fahrrad-Demo

27. August 2011

Windkraft

18. August 2011

Die Lingener Wählervereinigung „Die Bürgernahen (BN)“ hat vorgeschlagen, an den Rändern der abgeholzten Fläche östlich der Waldstraße in Altenlingen neue Windkraftanlagen zu errichten. Unterhalb der Rotoren könne unterpflanzt und rundherum aufgeforstet werden, heißt es in einer Mitteilung der BN, an der ich mitgestrickt habe. 

„Wir sind die einzige politische Kraft, die weiterhin uneingeschränkt für die Wiederaufforstung des gerodeten Altenlingener Forstes eintritt.“ Das unterstrich am Mittwochabend der zweite Vorsitzende der Bürgernahen, Marc Riße, bei der Mitgliederversammlung der Lingener Wählergemeinschaft.

Riße: „Unsere Idee: Die Betreiber der Windenergieanlagen zahlen jährlich hohe, deutlich fünfstellige Pachten an den jeweiligen Grundstückseigentümer. Das ist in diesem Fall die Stadt Lingen. Auf diese Weise könnten die für die Flächen aufgewendeten ca. 350000 Euro in wenigen Jahren zurückgezahlt werden. Unser Modell praktiziert ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit.“

Skeptisch steht die Wählervereinigung den von einzelnen Grundeigentümern forcierten Plänen gegenüber, in Wachendorf nördlich des Autobahnzubringers (Kreisstraße 321) zahlreiche Windkraftanlagen aufzustellen. „Die dafür vorgesehenen Flächen liegen mitten im Landschaftsschutzgebiet Emstal, dessen Ziele ganz andere sind, als dort Energieerzeugung zu betreiben.“ Es treffe zwar zu, dass trotz Wallhecken und Ackerstreifen der ökologische Wert der vor allem zum Maisanbau genutzten Flächen geringer sei als früher. Aber dies dürfe nicht dazu führen, dort jetzt durch Energieanlagen noch weniger für die Umwelt zu tun, sagte Riße.

Vielmehr müssten die sichtbaren Defizite beseitigt werden, sagte der BN-Politiker, der sich zugleich enttäuscht zeigte, dass der in diesem Bereich vor 30 Jahren eingerichtete Modellflugplatz zum Jahresende wegen der Windenergie-Pläne aufgegeben werden müsse. „Der Modellflugverein steht vor dem Dilemma, sich im Wettbewerb gegen verpachtete Maisanbauflächen ein neues Gelände suchen zu müssen. Das wird nicht einfach werden.“

(Windpark Ochsenbruch – © Ralf2103 via flickr)

BN

12. Februar 2011

Presseerklärung der Wählervereinigung „Die BürgerNahen“ zum Altenlingener Forst

»Unbefriedigend sind die aktuellen Erklärungen der Lingener CDU zum Altenlingener Forst. Der Vorsitzende der Wählervereinigung „Die BürgerNahen“, Dr. Reinhard Rauscher, bezeichnete die CDU-Forderung nach einem „Schutzwald“ als vordergründig. Rauscher: „Wir BürgerNahen fragen, welche Flächen  als Schutzwald genutzt werden sollen. Wie groß und wo sind diese Flächen? Wem gehören sie? Wie teuer ist die Aufforstung? Auf keine dieser Fragen gibt es bisher eine Antwort.“

„Wir finden es bedenklich, wenn die CDU die Abholzung weiterer 24 Hektar hochwertigen Mischwaldes will und sogar Verträge über alle 33 Hektar des Bebaungsplans Nr. 20 zulässt. Immer noch will die CDU alle Flächen nördlich der Verbindung von Waldstraße und Umgehungsstraße vermarkten und weitere Abholzungen möglicherweise nur zeitlich aufschieben. Ferner könnte man ohne umgehende Beantwortung obiger Fragen vermuten, dass der angekündigte Kompromiss sich als reines Lippenbekenntnis ohne konkrete Folgen herausstellt, was dann nach dem 11. September einfach in Vergessenheit geraten könnte ?

Reinhard Rauscher: „Die BürgerNahen treten ohne Wenn und Aber  für die Wiederaufforstung des gerodeten  Teiles des Altenlingener Forstes ein. Die Menschen in Heukampstannen und Altenlingen wissen, dass der Altenlingener Forst seit Jahrzehnten  ihr Schutzwald  ist. Sie sagen: Wir brauchen keinen anderen; denn unser Wald schützt unsere Luft und unser Klima. Wir müssen ihn vor unbedachter und möglicherweise unnötiger Vernichtung schützen.“«
 

Kopenhagen

24. Januar 2010

Stadtrat Büring hat per Interview bekannt gegeben, dass die Stadt weitere 8 Hektar Wald an der Raffineriestraße abholzen will. Ein Minus an Wald, das zum mit dem vorsätzlichen Waldflächen-Minus  aus dem letzten Februar (Foto lks) zu addieren multiplizieren ist, ohne dass dies „ein Plus“ ergäbe, und für das es keinen einzigen Grund gibt. Wiederholung: Keinen einzigen Grund. Die Sozis im Stadtrat schreiben dazu aktuell auf ihrer Internetseite:

Als unsinnig bezeichnet der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Hajo Wiedorn die jetzt von der Stadt Lingen (Ems) durch den 1. Stadtrat Dr. Ralf Büring angekündigte Rodung der Flächen an der Raffineriestraße. Dafür gibt es nach Ansicht des Sozialdemokraten keinen aktuellen Anlass.

„Wir haben im letzten Jahr viele, auch umstrittene Absichten von OB Pott und seinem Gefolge mitgetragen.“ erklärte Wiedorn gegenüber der Presse. „Für diesen Unsinn haben wir aber keinerlei Verständnis!“
In mehreren Anfragen nach konkreten Ansiedlungsabsichten hatte die Verwaltung, an erster Stelle Baudezernent Lisiecki, immer nur ausweichende oder eher verschleiernde Antworten parat. Und die jüngsten Aussagen von Dr. Büring gegenüber der Presse sagen auch nur, dass Gespräche geführt werden.

Offensichtlich sollen mit der geplanten Rodung Fakten geschaffen werden die nicht oder nur schwer rückgängig gemacht werden können, so wie es schon im letzten Jahr bei der übereilten Baumfällaktion an der Waldstraße praktiziert wurde. „Nach Kenntnis der SPD gibt es keine verbindlichen Ansiedlungsabsichten von Unternehmen an dieser Stelle“ so Wiedorn weiter „oder die Verwaltung hat uns nicht die Wahrheit gesagt. Und an die Verlegung der Raffineriestraße glauben wir nach den Aussagen der BP in den nächsten 5 Jahren auch nicht mehr.“

Sprachlich ausbaufähig aber inhaltlich eindeutig, was Hajo Wiedorn sagt. Ich schließe mich dem Inhalt an.

Geschätzte Leserschaft, hier erleben Sie erneut noch einmal den besonderen eigenen Beitrag der Stadt Lingen (Ems) zum Weltklima (Sie wissen, das Problem aus Kopenhagen mit K, was uns in Lingen mit L ja nicht betrifft, weil hier die CDU die Mehrheit hat) lässt mich die – ich räume ein –  unsachliche Frage aufwerfen, ob die Herrschaften im Rathaus vielleicht besoffen sind, solche Entscheidungen zu treffen und auch noch zu realisieren. Zweite Frage: Warum  eigentlich verkündet der  OB nicht diese umweltfeindliche Entscheidung?

Ps Aktualisiert am heutigen Abend (s. Kommentar von R. Rauscher und mehr und meine Kommentar-Antwort)

Nachbarn

7. Februar 2009

 

Nicht blöd

Nicht blöd

In einem Gemeinwesen, in dem mit großem Aufwand („Master-Plan„) für Industriebetriebe Flächen ausgewiesen werden, um sie dann –entgegen der eigenen Werbung– doch entflochten an ganz anderer Stelle unterzubringen, weil’s gerade irgendwie, wenn auch nicht sonderlich gut passt, – in diesem Gemeinwesen gibt es bisweilen doch noch Last-minute-Protest. Andernorts  ist das deutlich konsequenter, und deshalb lohnt ein Blick zum Nachbarn im Norden, über dessen langen Atem ich diese Pressemitteilung  vom Bündnis Klima-Allianz gefunden habe:

 

Gerechte Schelte für Kohlekraftwerksplanung

Das Energieunternehmen Berner Kraftwerke (BKW) hält verbohrt an einem klimaschädlichen Kohlekraftwerksprojekt im Emsland fest – und schadet damit zunehmend dem eigenen Image.

Die Schweizer Organisationen Erklärung von Bern und Greenpeace haben heute in Davos auf einer Anti-Gala zum Weltwirtschaftsforum den Negativpreis „Public Eye Swiss Award“ an die Berner Kraftwerke (BKW) vergeben – wegen der Planung eines Kohlekraftwerks im deutschen Emsland. Denn der von dem Schweizer Unternehmen geplante Klimakiller würde jährlich mehr CO2 emittieren, als 10% der gesamten Schweizer Bevölkerung im selben Zeitraum. Die Klima-Allianz und die Bürgerinitiative Saubere Energie Dörpen, die sich gegen das Kohlekraftwerksprojekt zur Wehr setzt, begrüßen die Verleihung des Schmähpreises.

Daniela Setton, Kohleexpertin bei der Klima-Allianz: „Wer Klimaschutz hinten anstellt, wird von der Öffentlichkeit immer stärker abgestraft – nicht nur in Deutschland“. Dieser Preis komme zudem am Eröffnungstag des diesjährigen Krisen-Weltwirtschaftsforums zur richtigen Zeit. „Der Neubau von Kohlekraftwerken hilft weder bei der Bewältigung der Konjunkturkrise noch bei der Sicherstellung einer zukunftsorientierten Energieversorgung.“

Für Inge Stemmer, Sprecherin der Bürgerinitiative Saubere Energie Dörpen, haben die Berner Kraftwerke (BKW) mit diesem Schweizer Schmähpreis die gerechte Quittung für ihr rücksichtsloses Verhalten bekommen. „Das Schweizer Stromunternehmen setzt seine klimaschädlichen Kohlekraftwerksplanungen im Emsland fort ohne Rücksicht auf den breiten und nachhaltigen Protest der Menschen. Unsere Forderungen nach Investitionen in eine zukunftsweisende Energieversorgung werden einfach abgetan. Wir fordern unsere Politiker auf nun die Zusammenarbeit mit dieser Firma einzustellen.“ Inge Stemmer hielt heute auf der Davoser Gegen-Gala zum Weltwirtschaftsforum die Laudatio zur Preisvergabe an die BKW.

Zeitgleich zur Verleihung des Schmähpreises an die BKW protestieren Mitglieder der Bürgerinitiative Saubere Energie Dörpen auch in Berlin. Dort eröffnet das Oldenburger Energieunternehmen EWE heute sein neues Hauptstadtbüro. Das Unternehmen wurde jüngst als möglicher Partner der Berner Kraftwerke (BKW) für das geplante Steinkohlekraftwerk in Dörpen benannt. „Wir fordern die EWE auf, verantwortlich zu handeln und der Kohlekraftwerksplanung eine klare Absage zu erteilen.“ sagt Jan Deters-Meissner, Sprecher der Bürgerinitiative Saubere Energie Dörpen. Sollte die EWE bei dem Kohlekraftwerksprojekt einsteigen, so kündigt die Bürgerinitiative an, drohe ihr ein ähnlicher Imageschaden wie der BKW.

Hab ich’s überlesen, oder hat die lokale Lingener Presse tatsächlich weder über Davos noch über Berlin berichtet? 

Egal. Wer sehen will, was Techno- und Bürokraten in unserem Vorgarten anrichten wollen, für den noch dieser Tipp: Am Samstag, dem 14. Februar 2009 findet ein von den Waldrettern aus dem Stadtteil Heukamps-Tannen  organisierter „Waldspaziergang“ durch den Altenlingener Forst statt. Treffpunkt: 13.30 Uhr, Waldstraße in Höhe ehemals Hohenpfortenweg.

Wo ich dies schreibe, fällt mir auf: Waldstraße passt demnächst nicht mehr, weil ja kein Wald mehr da ist. Und jetzt sinniere ich darüber, wie die Straße künftig heißen soll. Vorschläge?