Fragen

19. November 2011

Die FAZ schildert heute Details über den Tod der beiden Zwickauer Neonazis vor einer Woche in Eisenach. Beide hatten zuvor dort eine Bank überfallen und waren dann tot in einem Wohnmobil aufgefunden worden.  Die Bundesanwaltschaft schließe „eine Einwirkung Dritter beim Tod der beiden Zwickauer Neonazis aus“, lese ich. Aber die Zeitung ist skeptisch und formuliert ein halbes Dutzend Fragen und FAZ-Leser „Alfred Benz“ ergänzt prompt:

War das Wohnmobil von der Polizei umstellt oder näherte sich lediglich eine Streife dem Fahrzeug?

Wenn beide tot waren, woher weiß die Polizei dann, dass sie den Polizeifunk abgehört haben?

Warum legt man ein Feuer im Innern des Wohnmobils, wenn man sich sowieso töten will? Das ergibt keinen Sinn. Ein Feuer ist aber dann sinnvoll, wenn sich eine dritte Person im Wohnmobil befand. Auf diese Weise werden nämlich die Spuren dieser Person beseitigt.

Warum nimmt man zu einem Banküberfall, die Handschellen einer getöteten Polizistin mit? Warum lässt man die nicht in der Wohnung in Zwickau?

Wenn man ein skrupelloser Verbrecher ist, der bereits eine Polizistin getötet hat, warum stirbt man dann nicht in einem Schusswechsel mit der Polizei? Warum tötet man sich dann selbst, noch bevor die Polizei überhaupt höflich an die Tür des Wohnmobils klopft?

Warum begeht man sämtliche Banküberfälle in der ostdeutschen Heimat und fährt [fast immer] zum Morden in den Westen? Warum nicht mal umgekehrt

Und FAZ-Leser „Volker Krück“ fragt:

Warum sollten sich die beiden Männer selbst getötet haben? Weil die Polizei in der Nähe war? So eine Begegnung gab es doch schon einmal: Eine tote Polizistin und ein schwer verletzter Polizist waren das Ergebnis. Ein „ehrenhaftes letztes Gefecht“ wäre doch für rechtsradikale Serienmörder die angemessenere Variante gewesen.

Klar ist, dass wir in unserem Land seit Anfang der 90er Jahren einen militanten Rechts-terrorismus haben, dem viele Menschen zum Opfer gefallen sind und der parteiübergreifend lange verniedlicht wurde. Es erstaunt, dass die beiden Toten nun für alle Straftaten verantwortlich sein sollen. Insbesondere weil sich die rechtsradikale Szene der Taten in ihren Liedern schon seit Jahren rühmt und nun amtlich ist, dass die Ermittlungsbehörden jahrelang vorbei gehört haben.
Es bedarf eines unabhängigen Untersuchungsverfahren. Die Aufklärung kann nicht bei jenen liegen, die über so lange Zeit versagt haben. Auch um etwaige Verbindungen zwischen Exekutive und Szene aufzudecken

Die Recherchen der bundesdeutschen Medien müssen also weiter gehen. Ihnen ist im Zweifel mehr zu trauen als denjenigen der Behörden, deren -im besten Fall- Unfähigkeit so viele Menschen zum Opfer gefallen sind.

 

Nchtrag:

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