9-Euro-Ticket

19. Mai 2022

Für 9 Euro fährt man einen Monat lang im Juni, Juli oder August im Nahverkehr durch ganz Deutschland. Der Verkauf bei der Deutschen Bahn und DB Regio Bus startet am 23. Mai 2022.

Die lokalen Anbieter in Lingen hingegen schweigen bislang zum großartigen 9-Euro-Ticket. Wie nicht anders zu erwarten, hüllt sich insbesondere die Verkehrsgemeinschaft Emsland Süd („VGE“) in Schweigen. Auf ihrer Website finden sich keine Informationen über das Tarifmodell.

Auch die Idee unserer BürgerNahen Wählergemeinschaft, beispielsweise den wirtschaftlich schlecht dastehenden LingenPass-Besitzer die Karte kostenlos zu geben -vor allem den Kindern in den betreffenden Familien würde das im Sommer sehr gut tun!- hat sich bislang nicht durchgesetzt. Dabei sind die Kosten bei etwa 1000 LingenPass-Besitzern ausgesprochen überschaubar. Der kommunale Anteil an dem Bauzaun rund um die Sparkassenbaustelle am Lingener Markt war jedenfalls mit 30.000,- Euro ein Stück weit teurer.

Klar ist: Die Deutsche Bahn wird das Ticket ab dem kommenden Montag, 23. Mai verkaufen. Ich ahne, dass dann zunächst die Systeme überlastet sind und alles erst in Wochen funktionieren wird. Also was kommt mit dem 9-Euro-Ticket?

Fest steht:

Flatrate:
Beliebig viele Fahrten in dem ausgewählten Monat im Nahverkehr

Deutschlandweit:
In allen Verkehrsmitteln des ÖPNV (wie RB, RE, U-Bahn, S-Bahn, Bus, Tram)

Spontan und mobil:
Online und über die DB-Apps buchbar
Längste Fahrstrecken
Die längste Strecke ohne umzusteigen geht bis Münster oder Norddeich Mole. Nach Bremen, Hannover oder Köln kommt man in etwa 3-4 Stunden.  Mit drei Umstiegen geht es von Lingen in 7:45 h bis nach Berlin. Selbst München ist für 9 Euro erreichbar. Dafür braucht man 12:20 .

sondern rechts

23. November 2016

vge

Die Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE) will „ab sofort bei hohem Verkehrsaufkommen“ Haltestellen auf dem Lingener Konrad-Adenauer-Ring nicht mehr anfahren. Die Stadt(verwaltung) Lingen sei, weiß die Lokalpresse, „mit Details der Umsetzung des Vorhabens nicht glücklich“ (lol!) und will noch einmal mit der VGE sprechen. Eine peinliche Lokalposse und schlicht Ausdruck fehlender Kompetenz der zuständigen Herren Krone und Altmeppen. Offenkundig ist, dass ohne jelgichen Busverkehr kein einziges der öffentlichen Nahverkehrmittel überhaupt jemals im Stau steht – #grmmmpff.

Die Lokalzeitung erkennt wie stets genau und blitzartig den Schuldigen:

„Offen bleibt sowohl in der Pressemitteilung als auch auf Info-Zetteln an den betroffenen Haltestellen allerdings eine Antwort auf die Frage, wie die stehengelassenen Kunden zum Beispiel von der Haltestelle „Krankenhaus“ zum Bahnhof kommen sollen. Wenn es nach der VGE geht, zu Fuß. Das jedenfalls schlägt die VGE-Geschäftsstellenleiterin Ursula Wehrs auf Nachfrage unserer Redaktion vor. Nach eigenen Worten wohl wissend, dass das für diejenigen, die beispielsweise auf einen Rollator angewiesen sind, nicht leicht sei.“

Eigentlich interessiert mich, wann die Verkehrsgemeinschaft Emsland Süd („VGE“) sich wann und bei wem über den alltäglichen Verkehrsstau auf dem Lingener Konrad-Adenauer-Ring beschwert hat. Beschwerden sind in den städtischen Gremien nämlich nicht angekommen und entsprechend ist nirgendwo die angekündigte Arbeitsverweigerung beraten worden. Na gut, ich kann nicht ausschließen, dass bei den allfreitäglichen Audienzen unser aller OB doch unser aller CDU-Frakjtionschef Uwe Hilling informiert hat. Doch in den kommunalen Gremien gab es nie eine Diskussion.

Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass diese neue Art der Arbeitsverweigerung seitens der VGE ohne jede Information des Lingener Rathauses erfolgt ist und die Stadt weiterhin deutlich mehr als 600.000 Euro pro Jahr an die VGE zahlt. Die Kommune ist nämlich über ihre Stadtverkehr Lingen GmbH Teil eben dieser VGE. Eigene Busse betreibt die Stadtverkehr Lingen GmbH nämlich nicht; dies übernimmt vielmehr die 1993 gegründete Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE) mit verschiedenen Busunternehmen „als Partner“, wie man hier lesen kann. Eine schöne Partnerschaft…

  • Nachtrag eins:
    Was noch einmal gesagt werden muss: Die Fahrplanseite der VGE im Internet ist weiterhin und unangefochten die schlechteste im ganzen Norden. Ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland.
  • Nachtrag zwo:
    Im Gegensatz zur Schlagzeile in der Lokalpresse lassen die Lili-Busse und ihre VGE-Kollegen die Haltestellen in Lingen keinewegs links liegen sondern rechts.
  • Nachtrag drei:
    LT-Mann Pertz sieht in seinem Kommentar lapidar die Schuld bei der trantütigen VGE. Das fehlende Konzept, öffentlichen Busverkehr auch fließen zu lassen, ist ein Versäumnis der Rathausspitze und von niemand anderem. Die jetzige „Unglücklich-gelaufen-Reaktio“ bestätigt dies.

(Foto: VGE-Aushang; CC BY 2.0 DE Robertsblog)