Ostermarsch 2017

14. April 2017

„Bis Ostermontag sind deutschlandweit 85 Demonstrationen, Wanderungen, Fahrradtouren, Mahnwachen, Friedensgebete und Friedensfeste im Rahmen der Ostermärsche 2017 geplant. Die Friedensbewegung rechnet mit zehntausenden Teilnehmenden.

Unter dem Thema „Fluchtursache Krieg bekämpfen“ sind vor allem in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Stuttgart Aktionen geplant, teilte das Ostermarschbüro in Frankfurt mit. Aber auch kleine Städte haben zu Veranstaltungen aufgerufen – gegen die Probleme, vor der eigenen Haustür.

So eröffnet das westfälische Gronau das Protestwochenende am Freitag mit einer Auftaktveranstaltung an der Urananreicherungsanlage Gronau. Von dort beliefert der UAA-Betreiber Urenco ein Drittel des Weltmarktes mit angereichertem Uran, „darunter den belgischen AKW-Betreiber Electrabel und die ukrainische Atomindustrie im Kriegsgebiet“, teilt das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen mit. Ein Problem sehe das Bündnis speziell darin, dass zivile und militärische Nutzungen von Uran sich nicht trennen ließen. Deshalb fordert es ein Verbot der Urananreicherung und Zentrifugenfoschung, da sonst kein Atomausstieg gelinge.

Beim Ostermarsch nach…“

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Lingen-Demo

22. Oktober 2016

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Atomkraftwerken jetzt den Saft abdrehen!
Brennstoffversorgung aus Lingen und Gronau stoppen!

Samstag, 29. Oktober – Beginn: 13 Uhr, Bahnhof Lingen 
Abschlusskundgebung vor dem Alten Rathaus

Aufruf

Gemeinsam mit vielen Menschen aus dem Emsland und ganz Niedersachsen, aus NRW und aus anderen Regionen wollen wir am 29. Oktober 2016 für unsere Forderungen auf die Straße gehen:

  • Uranlieferungen aus Lingen und Gronau an marode AKW in Belgien und Frankreich stoppen!
  • Brennelementeherstellung in Lingen und Urananreicherung in Gronau beenden!
  • Das AKW Emsland, Grohnde, Tihange, Doel, Fessenheim, Cattenom und alle anderenAKW abschalten! Sofort!
  • Energiewende jetzt! Sonne und Wind, statt Fracking, Kohle und Atom!

Hier findet sich der vollständige Aufruf zur Demonstration mit der aktuellen Unterstützer/innen-Liste.

Aufruf als pdf zum Download

Webbanner sowie Infos zu Anfahrt und Programm findet Ihr hier oder auf den entsprechenden Unterseiten.

Wir sind bei facebook.

Ostermarsch

17. April 2014

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Im Wortlaut der Aufruf zum Ostermarsch 2014:

„Der Ostermarsch am Karfreitag an der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau findet fast genau 28 Jahre nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl statt und rückt die zivil-militärische Dimension der Urananreicherung in den Fokus. Die UAA Gronau versorgt ohne zeitliche Befristung jedes zehnte AKW weltweit mit angereichertem Uranbrennstoff – Atomausstieg sieht anders aus! Zugleich bietet die Urananreicherung den einfachsten Weg zur Atombombe – wegen dieser Technologie steht der Iran massiv in der Kritik und sie verhalf Pakistan zur Atombombe.

Der Ostermarsch in Gronau ist zugleich der Auftakt des Ostermarsches Rhein-Ruhr.

PlakatEr richtet sich generell gegen jede militärische und zivile Nutzung der Atomtechnik und damit auch gegen den Betrieb der UAA Gronau durch den Urenco-Konzern! Urenco entwickelt in Jülich zusammen mit Areva über die Tochterfirma ETC die Zentrifugentechnik, die in Gronau bei der Urananreicherung zum Einsatz kommt. Auch mit den Zentrifugen in der Gronauer UAA könnte hochangereichertes Uran für Atomwaffen produziert werden. Die Urenco-Anteilseigner (der britische Staat, der niederländische Staat sowie die deutschen Energiekonzerne RWE und E.ON) wollen ihre Urenco-Anteile mit Billigung der Bundesregierung verkaufen. Damit wird nun Atombombentechnologie auf dem Weltmarkt feilgeboten. Wir aber fordern: Kein Verkauf von Atombombentechnologie – stattdessen Gronau und alle Urananreicherungsanlagen weltweit sofort stilllegen!

Siamesische Zwillinge: Gronau & Almelo – Atomwaffen & Atomanlagen

In der Urenco-Anlage in Almelo (NL) entwendete Dr. Khan in den 1970er Jahren Baupläne, verhalf so Pakistan zur Atombombe und verkaufte die Pläne offenbar auch an den Iran und Nordkorea weiter. Zivile und militärische Nutzung der Atomkraft lassen sich nicht trennen – der Urenco-Konzern mit seinen Standorten in Gronau, Almelo, Capenhurst (GB) und New Mexico spielt(e) eine große Rolle bei der Weiterverbreitung von Atomwaffen.

Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass das sogenannte abgereicherte Uran, das auch in Gronau in großen Mengen bei der Urananreicherung anfällt, zu einem späteren Zeitpunkt für die Herstellung von panzerbrechender Uranmunition genutzt wird.

urencoDer Urenco-Konzern ist Nutznießer des  menschen- und umweltfeindlichen Uranabbaus in afrikanischen, kanadischen und australischen Uranminen. Wir fordern einen Stopp des Uranabbaus und aller Urantransporte. Atomenergie funktioniert durch die Missachtung von Menschenrechten, durch massive Umweltschäden und eine Kostenverlagerung auf die Allgemeinheit und zukünftige Generationen.

Krieg beginnt hier – das wird auch im Ems- und Münsterland durch Militäranlagen wie Munitionsdepots (Ochtrup), Bombenabwurfplätze (Nordhorn-Range) und Sanitätsdepots (Gronau) deutlich.

Rüstung und Militär lösen keine Konflikte. Das Überleben der Menschen ist nur durch Abrüstung und Umweltschutz möglich. Dafür demonstrieren wir zu Ostern 2014 – im Gedenken an die Opfer von Tschernobyl, aller anderen Opfer der Atomindustrie und aller Kriegsopfer.

Wir fordern:

  • Vernichtung und “Entsorgung” aller Atomwaffen und Uranmunitions-Bestände!
  • Keine Verkauf des Urenco-Konzerns!
  • Sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlagen in Gronau und weltweit!
  • Verstärkte Förderung gewaltfreier Konfliktlösungsansätze!
  • Sofortige Stilllegung aller Uranminen und Atomanlagen weltweit! Energiewende jetzt!“

[mehr…]

Die Auftaktkundgebung findet um 12.30 Uhr am Haupttor der Urananreicherungsanlage Gronau statt. Der Ostermarsch führt dann um die Anlage herum, an der Marienkapelle (Kaiserstiege / mit Blick auf die neue Zwischenlagerhalle) gibt es gegen 14:15 Uhr die Abschlusskundgebung. Für die An- und Abreise wird zwischen Bahnhof Gronau und UAA ein Shuttle-Service eingerichtet.

ps Bei der tapfer-dundamentalistischen DFG-VK NRW ist der münsterländische Auftakt des Ostermarsches 2014 übrigens nicht angekommen. Guckst Du.

nicht mal

12. Dezember 2013

Sie wollten auch mal in Lingen investieren. Jetzt aber wird der Urananreicherungskonzern Urenco -mit Anlagen in Gronau und Almelo- verkauft und man erfährt: „Die Bundesregierung sieht derzeit keinerlei Anlass für eine weitergehende Beteiligung des Deutschen Bundestages“ in Hinblick auf den Verkauf des Urenco. Nicht einmal eine Information ist geplant.

Hubertus ZdebelDies geht es aus der aktuellen Antwort des Bundeswirtschaftsministers auf Fragen des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (DIE LINKE; Foto lks) hervor. Damit bekräftigt die Bundesregierung ihre Geheimhaltetaktik und steht so im krassen Gegensatz zu den Niederlanden. Dort fand unlängst im Parlament in Den Haag ein öffentlicher Runder Tisch zum Verkauf der Urenco-Anteile statt. In den Niederlanden besteht die berechtigte Angst, dass wie schon in den 1970er-Jahren, erneut Blaupausen für die militärisch äußerst brisanten Urananreicherungs-Zentrifugen entwendet werden könnten.

Hintergrund:
Die pakistanische Atombombe geht auf diese Blaupausen aus der Urananreicherungsanlage Almelo zurück, die nämlich Dr. Abdul Kadir Khan in den 70er Jahren nach Pakistan schmuggelte. Urenco ist u. a. der Betreiber der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau und entwickelt und baut zusammen mit Areva über das Joint-Venture ETC in Jülich und Gronau die militärisch höchst brisanten Gaszentrifugen für die Urananreicherung. Mit dem Urenco-Verkauf würden also vier bestehende Urananreicherungsanlagen (Capenhurst, GB; Gronau, D; Almelo, NL; New Mexico, USA) sowie 50% des ETC-Konzerns veräußert. Der niederländische und der britische Staat halten zwei Drittel der Urenco-Anteile, die deutschen Anteile werden von EON und RWE gehalten. Die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung haben beim Urenco-Verkauf ein Mitsprache- sogar ein Vetorecht.

urencoAuch Kerstin Ciesla, die stellvertretende Landesvorsitzende des BUND NRW, sowie Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen sind heute in Den Haag. „Wir fordern die sofortige Stilllegung der Urenco-Urananreicherungsanlagen und ein Ende der unkontrollierbaren Verkaufspläne – mit Urananreicherung dürfen keine Geschäfte auf Kosten der Sicherheit gemacht werden,“ so Kerstin Ciesla.

„Auch die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung müssen ihre Geheimhaltungspolitik aufgeben und endlich die Öffentlichkeit umfassend informieren, was rund um die militärisch so brisante Urananreicherung geplant ist,“ ergänzte Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Weitere Informationen:

www.sofa-ms.de
www.urantransport.de
www.kein-castor-nach-ahaus.de

www.bund-nrw.de
http://nrw.dfg-vk.de/

www.bbu-online.de
http://laka.org

www.stichtingvedan.nl
www.wise-uranium.org

Westfälische Nachrichten

(Quelle)

Kronprinz

4. Juni 2012

Am Donnerstag kommt der niederländische Kronprinz Willem Alexander (Foto) ins benachbarte Almelo (Obverijssel). Er will eine weitere Halle der dortigen Urananreicherungsanlage einweihen. Niederländische und deutsche Anti-Atomkraft-Initiativen rufen zum Protest gegen den Betrieb und Ausbau der Anlage auf. Sie treffen sich daher am kommenden Donnerstag um 14.30 Uhr am Haupteingang der Anlage (Planthofsweg) und sie fordern Willem Alexander van Oranje Nassau  auf, nicht an der Einwehungsfeier teil zu nehmen.

Die Urananreicherungsanlage in Almelo ist übrigens ein Schwesterbetrieb der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau. Beide Anlagen gehören zum Urenco-Konzern, an dem auch E.ON und RWE maßgeblich beteiligt sind. Nach einer umfangreichen Werksspionage in den 70er Jahren in Almelo basieren übrigens die heutigen Atomprogramme zur Urananreicherung in Pakistan wie im Iran auf der Urenco-Anreicherungstechnik mittels Gaszentrifugen.

Wenn es nach Urenco  geht, sollen bald von Almelo aus rund 50 Atomkraftwerke in aller Welt mit angereichertem Uran versorgt werden. „Um die Gefahren der weltweiten Atomenergienutzung zu reduzieren, müssen Urananreicherngsanlagen wie die in Almelo und Gronau, die den nuklearen Brennstoff für die Atomkraftwerke vorbereiten, sofort stillgelegt werden“, fordert Udo Buchholz (Gronau) vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). Seit Jahren unterstützt der BBU grenzüberschreitend den Widerstand gegen die Urananreicherungsanlage in Almelo; er ruft auch zum Protest am kommenden Donnerstag auf (mehr…) .

Auch im Internet kann gegen die Teilnahme des Kronprinzen an der Anlagen-Einweihung protestiert werden. In einer Petition fordern die Gegner den Kronprinz auf, nicht an der Einweihungsfeier teilzunehmen. Zu finden ist diese Petition, die auch von Deutschen unterschrieben werden kann, hier.

(Foto: Willem Alexander, CC srslyguys (Flickr) )

Nachtrag vom 08.06.:
Es demonstrierten gestern nur drei Dutzend Aktivisten vor der Firma, als Kronprinz Willem Alexander mit einem Hubschrauber über ihre Köpfe hinweg einschwebte; zuvor hatte er in den Haag das erste Erdwärmekraftwerk der Niederlnde eröffnet. Als Finanzvorstand der Urenco arbeitete übrigens bis zu seinem Lawinenunfall Prinz Friso, der Bruder von Willem Alexander. Er liegt seit dem tragischen Unfall in Österreich im Wachkoma, inzwischen  in einer Londoner Spezialklinik. (mehr…)

Makaber: Während Willem Alexander die neue Produktionshalle in Almelo eröffnete, gab es im Schwesterbetrieb, der Urenco-Anlage im westfälischen Gronau Unruhe, ein Schwelbrand sorgte für Aufregung.

Einsteigen

6. Januar 2012

Neues von der Atomwirtschaft in der Region: Die französische Atomkonzern Areva, der in Lingen eine Fabrik für Brennelemente von Kernkraftwerken betreibt und gerade einen milliardenschweren Verlust aufzufangen sucht, will nach Angaben der niederländischen Wirtschaftszeitung Het Financieele Dagblaad von gestern beim internationalen Urananreicherer Urenco einsteigen. Urenco betreibt im westfälischen Gronau die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage und gehört zu einem Drittel RWE und EON. Auch der niederländische und britische Staat halten jeweils ein Drittel an Urenco.

RWE und EON hatten im September 2011 angekündigt, ihre Urenco-Anteile verkaufen zu wollen. Dem niederländischen Zeitungsartikel zufolge haben die beiden Atomkonzerne dafür den Finanzdienstleister Merrill Lynch beauftragt. Laut Het Financieele Dagblaad kämen Länder wie Russland und Brasilien aus vertragsrechtlichen Gründen nicht als Käufer in Frage. Die Zeitung zitiert einen anonymen Insider mit den Worten: „Areva geht es bei Urenco nicht um die Dividende, sondern um die Synergie. Das Haus des Nachbarn ist eine einmalige Kaufgelegenheit.“

Areva entwickelt bereits seit einigen Jahren gemeinsam mit Urenco über das Joint Venture ETC die Zentrifugentechnik zur Urananreicherung. Da auch der britische Staat seine Urenco-Anteile verkaufen möchte, könnte Areva theoretisch die Mehrheit am Urananreicherer erwerben. Mit dem Einstieg würde der französische Staatskonzern international eine dominierende Stellung bei der Urananreicherung einnehmen, weil Urenco bislang der größte Konkurrent ist. Areva kämpft in den letzten Monaten mit konzerninternen Problemen und Überkapazitäten.

Urenco besitzt derzeit nach eigenen Angaben bei der Urananreicherung einen weltweiten Marktanteil von 27 Prozent. Allein die Urananlage in Gronau kann mittlerweile jedes zehnte Atomkraftwerk auf der Welt mit angereichertem Uranbrennstoff zur Brennelementefertigung versorgen.

„Ein Verkauf der Urenco-Anteile von RWE und EON an Areva ist keine Lösung. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima kann nur die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau und der anderen Urenco-Anlagen eine zukunftsweisende Lösung sein. Wir fordern deshalb die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung auf, umgehend die Chance zu nutzen, die sich durch den Ausstieg von RWE und EON für den Atomausstieg in Deutschland ergibt. Das Motto muss lauten: Stilllegen statt verkaufen,“ so Udo Buchholz (Foto lks.) vom Arbeitskreis Umwelt Gronau und Vorstandsmitglied des Bundesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz.

Weitere Informationen der Anlagenkritiker:
www.urankonferenz2012.de
www.urantransport.de
www.sofa-ms.de

 

(Quelle: Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau; Foto (c) GAL Gronau )

Gronau

16. September 2011

2010 konnte der Transport tausender Tonnen Atommüll ais dem Zwischenlager Ahaus in das russische Majak zwar verhindert werden. Aber rund 30.000 Tonnen Uranmüll exportierte der Urenco-Konzern, der im benachbarten Gronau die Urananreicherungsanlage betreibt, seit etwa Mitte der 90er Jahre von Gronau nach Russland. Dort lagert es in verschiedenen Atomzentren auf großen Flächen, ebenso wie in Gronau, in Containern  unter freiem Himmel und gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung. Klar, dass die über den  Atommüll aus Gronau in Deutschland  nicht glücklich sind.

Also lautet die Frage: Was macht Gronauer Uranmüll in Russland? Zu einer Informationsveranstaltung unter diesem Titel laden die Antiatom-Initiativen im westfälischen Gronau ein für Samstagabend (17. September) in das Hotel Bergesbuer in Gronau ein, Ochtruper Str. 161. Beginn ist um 20.00 Uhr. Eintritt -zu diesem Alternativprogramm zum Lingener Altstadtfest- wird nicht erhoben.

Themen der Veranstaltung sind die russischen Atomfabriken  und Atomkraftwerke, die Gefahren der radioaktiven Strahlung und der Verbleib des Gronauer Uranmülls, der  nach Russland exportiert wurde.   Außerdem wird bei der Veranstaltung allgemein über die Gronauer Urananreicherungsanlage, den Widerstand dagegen und über den möglichen Verkauf der RWE- und E.ON-Beteiligung am Betreiberkonzern Urenco informiert. Das Besondere an der Informationsveranstaltung sind die Gstreferenten. Sie reisen eigens aus St. Petersburg und aus Tscheljabinsk an.

Rashid Alimov (31) engagiert sich bei der Gruppe “Öko-Perestroika” und kommt aus St. Petersburg. Er enga giert sich grundsätzlich gegen die Nutzung der Atomenergie und ist ein engagierter Kritiker der inzwischen gestoppten Atommülltrans porte von Gronau nach Russland gewesen. Er war Ostern Kundgebungsredner beim Gronauer Ostermarsch.

Natalya Mironowa (65) aus Tscheljabinsk am Ural ist seit 1989 Vorsitzende der Organisation „Movement for Nuclear Safety“, die sich für einen Ausstieg Russlands und anderer Länder aus der Atomenergie einsetzt. Einer der größten Erfolge dieser Bewegung war die Verhinderung der Anlieferung  von ungarischem Atommüll nach Tscheljabinsk. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist ihr Einsatz für die Opfer der Atomkatastrophen von Tscheljabinsk.

Der Rechtsanwalt Andrey Talevlin (38) stammt ebenfalls aus Tscheljabinsk und hat sich seit Jahren auf Umweltrecht spezialisiert. Als Anwalt vertrat er in zahlreichen Prozessen russische Umweltschützer, die gegen den Import von ausländischem Atommüll kämpften.

Tscheljabinsk ist übrigens 270 km von Nowouralsk entfernt. Auch dort lagert Uranmüll aus Gronau.150 km von Tscheljabinsk entfernt ereignete sich am 29. September 1957 der Nuklearunfall in der kerntechnischen Anlage Majak, bei dem größere Mengen an radioaktivem Material als bei der Havarie des Reaktors von Tschernobyl freigesetzt wurden. Das Geschehen wurde erst 1989 von der damaligen sowjetischen Regierung zugegeben. Ein Teil des Gebietes ist bis heute Sperrzone. Dies unter anderem auch, weil unkontrollierte Abgaben radioaktiven Materials in die Umwelt z. B. dazu geführt haben, dass der Karatschai-See heute rund halb soviel Radioaktivität in sich versammelt, wie bei der Katastrophe von Tschernobyl freigesetzt wurde.

(Quellen: scharflinkswikipedia)