Wahlplakat-Bustings

8. Mai 2019

Am 26. Mai wird das Europäische Parlament gewählt. Der Wahlkampf ist in vollem Gange und die Städte hängen voller Wahlplakate. Wie vor jeder Wahl gehören dabei auch Wahlplakat-Bustings mit dazu (Achtung: illegal). Meist anonym, werden die Botschaften der Parteien modifiziert, Inhalte und Aussagen umgedreht und Plakate gehackt. Oder aber allein durch die Platzierung eines Wahlplakates an einem bestimmten Ort ergibt sich ein völlig neuer Sinn.

Wie bereits zur letzten EU-Wahl sammelt die Internetseite Urbanshit in einer fortlaufenden Sammlung eine Auswahl der kreativsten und besten Wahlplakat-Bustings zur bevorstehenden EU-Wahl. Was ist Urbanshit? „Urbanshit macht auf jeg­liche Formen von spannender, subversiver oder neuer Gestaltung, Aneignung, Aktivismus und Provokation im öffentlichen Raum aufmerksam.“ Viel Spaß beim Blättern…

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Faltbarer Fahrradhelm

23. März 2019

Es soll ihn bald geben: Den faltbaren Fahrradhelm, der aussieht wie ein Cappy. Auf Urbanshit lese ich:

„Ich selber gehöre zu den Fahrradfahrern, die tagtäglich ohne Helm in der Stadt unterwegs sind. Und ja, ich weiß, dass es eigentlich verdammt dumm ist. Aber irgendwie kann ich mich nicht dazu durchringen. Nun hat allerdings ein Designer aus Brooklyn einen Fahrradhelm entwickelt, der nicht nur faltbar und somit easy in Tasche oder Rucksack transportiert werden kann, sondern auch noch aussieht wie ein schlichtes, schwarzes Cappy. Glaubt man den Erfindern, ist das ganze auch noch sicherer als die meisten normale Helme und das bei gerade mal 226 Gramm Gewicht.“

„Finanziert wird die erste größere Produktion aktuell über eine Crowdfunding Kampagne die bereits stolze 1,6 Millionen Dollar eingesammelt hat. Es könnte tatsächlich sein, dass der faltbare Fahrradhelm mein erster Helm wird. Bin grad schwer am überlegen. Update: Ich habe beim Crowdfunding mitgemacht und mir einen Helm bestellt.“

via Urbanshit

Klimakonferenz

11. Dezember 2018

Im Süden von Brasilien wurde eine Skulptur in Form eines Abbildes des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump installiert. Das besondere der Skulptur ist, dass sie im Wasser steht und jeden Tag ein Stück weiter sinkt, so dass das Wasser dem Präsidenten im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Hals steigt.

Die Installation wurde anlässlich der UN-Klimakonferenz, die aktuell in Katowice stattfindet, errichtet, um auf die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen hinzuweisen.

Donald Trump hat ja bekanntlich den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen durchgesetzt. Sollte die USA den vereinbarten Klimaschutzzielen wieder zustimmen, werden die Macher der Installation die Skulptur ins Trockene bringen und die Statue dauerhaft an Land aufstellen.

(via urbanshit)

Empfang

29. Juli 2018

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Staatsminister Georg Eisenreich haben für eine Veranstaltung an der Münchener HFF Hochschule für Fernsehen und Film München vorbeigeschaut, um einen Vortrag zu halten. Anstelle von applaudierenden Studenten wurden die Herren allerdings von nassen Studierenden in Rettungswesten und Wärmedecken empfangen, die regungslos im Foyer des Audimax lagen.

Die Prostierenden waren alles Studenten der HFF München, die sich kurzfristig zusammen gefunden und protestiert haben, um eine Zeichen gegen die Politik und der CSU zu setzen. Der Fotograf Michael Trammer hat den kreativen und friedlichen Protest an der Uni in München mit der Kamera begleitet. Die Bilder die dabei entstanden sind, sagen mehr als tausend Worte beschreiben könnten.

mehr Bilder und ein Video bei urbanshit

böse Bilder

21. Juni 2018

Da gibt es jetzt einen Instagram-Account, der die unschönsten Plätze von Hamburg zeigt. Sonst zeigen die Instagram-Bilder unter den einschlägigen City-Hashtags meist nur die Sonnen- und Vorzeige-Ecken von Städten. Dass das Bild von Städten dadurch ziemlich verzerrt wieder gegeben wird, ist offensichtlich.
Warum also sollte es nicht auch Instagramkanäle und Hashtags geben, die genau das Gegenteil zeigen. Der Hamburger Instagram Account @wehatehh macht genau das und versammelt „Hamburgs unschönste Plätze“ unter einem Hashtag. @wehatehh ist damit also so etwas wie der Defluencer unter dem weichgespülten Stadtmarketing.
Wäre das nicht auch etwas für andere Städte, zum Beispiel Lingen? Es gibt zwar seit acht Jahren den twitter-Account @Lingen_Fehler. Aber dies ist ausbaufähig! Urbanshit, wo ich den Beitrag über Hamburgs „Defluencer“ gefunden habe, meint zwar, dass die gezeigten Bilder aber auch einfach nur normal seien und Hamburg genau so zeigen, wie es auch ist. Manchmal seien gerade die normalen Dinge die schönsten. Nun, ich sehe neben dem Abbild der Realität auch eine andere Folge:

In Zeiten, in denen Public Relations der Verantwortlichen täglich ein verzerrtes Bild der Realität zeichnen, schafft ein derartiger „Account des Normalen“ die Chance, dass sich etwas ändert. Nicht wenige sagen: Nur wenn’s wehtut, wenn es böse Bilder gibt, wird es anders, besser.

Die Cops ham mein Handy

20. Dezember 2017

Vor einiger Zeit ist dem Künstler und Gestalter Lukas Adolphi sein Handy geklaut worden. Einige Monate und etliche Gerichtsverhandlungen später hat er sein Handy von der Polizei wieder bekommen und festgestellt, dass die Diebe es fleißig für ihre private Kommunikation benutzt haben. Die Chats hat er nun als Buch mit dem Titel „Die Cops ham mein Handy“ veröffentlicht. Das Ergebnis ist eine Real-Life-Seifenoper, die nur das echte Leben schreiben kann.

Mir wurde vor Jahren mein Telefon von zwei Typen geklaut. Später wurden sie gefasst. Gerichtsverhandlung. Irgendwann bekomme ich mein Telefon wieder. Als ich es anschalte sehe ich, dass der Langfinger mein Telefon zwei Wochen lang benutzt und hunderte Nachrichten geschickt und empfangen hat. Diese findet ihr nun in Form eines Reklame-Bands.

Die Idee ist so gut, dass Urbanshizt das Buch sofort als independent Kunstbuch des Jahres nominiert hat, in der Hoffnung, dass es da draußen einen passenden Buchpreis gibt und jemand die Nominierung erhört.

Alle Bilder: Lukas Adolphi / Seitenauszüge aus „Die Cops ham mein Handy“

„Die Cops ham mein Handy“ ist als Reklame-Band im Eigenverlag des Künstlers erschienen und kann für 8 Euro (zzgl. Porto) per Email bestellt werden. (Mail an info(at)lukasadolphi.de). Urbahshit, wo ich dieses Posting gefunden habe, berichtet, dass man sich eher beeilen sollte, um noch ein Exemplar abzubekommen.

Wahlplakate

22. September 2017

Der Bundestagswahlkampf ist in vollem Gange und die Städte hängen voller Wahlplakate. In Lingen fehlen zwar inzwischen die der SPD, aber wie vor jeder Wahl gehören auch Wahlplakat-Bustings dazu. Meist anonym, werden die Botschaften der Parteien modifiziert, Inhalte und Aussagen umgedreht und Plakate gehackt. Oder allein durch die Platzierung eines Wahlplakates an einem bestimmten Ort ergibt sich ein völlig neuer Sinn.

Das Hamburger Portal Urbanshit hat in einer fortlaufenden Sammlung eine Auswahl der kreativsten und besten Wahlplakat-Bustings zur bevorstehenden Bundestagswahl gesammelt. Nämlich die hier:

und mehr…

TRACKS

30. August 2017

„Eine unserer absoluten Lieblingssendungen, ja wenn nicht sogar die Lieblingssendung, TRACKS feiert 2017 ihr 20 jähriges Jubiläum. Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten strahlt Arte wöchentlich eine Folge der Sendung für „Musik, Pop- und Gegenkultur“, wie sie ihre Sendung selbst untertiteln, aus. Dabei haben wir in den vielen Jahren, in denen wir TRACKS schon gucken, immer wieder Künstler und Themen gesehen, über die wir selber schon hier auf dem Blog berichtet haben und wir haben viele neue, spannenden Künstler entdeckt.

Anlässlich des Geburtstages strahlt Arte zwischen dem 8. und 23. September drei Jubiläums-Folgen mit einer Länge von jeweils einer Dreiviertelstunde aus. Und zur Feier des Tages kommt hier die allererste Folge TRACKS, die vor 20 Jahren, genau im Januar 1997 auf Arte öffentlich im Fernsehen ausgestrahlt wurde.“ (Quelle: urbanshit)

Walk of Shame

3. Juli 2017

Das Künstlerkollektiv Rocco und seine Brüder hat vor dem Axel Springer Haus in Berlin einen „Walk of Shame“ installiert. Dafür haben sie mehrere schwarze Tafeln auf dem Boden des öffentlichen Platzes platziert, die anhand von Beispielen den reißerischen, rücksichtslosen und persönlichkeitsverletzenden Journalismus des Verlags anprangern.

In einem 4 1/2 Minuten langen Video, das am vergangenen Samstag bei Vimeo veröffentlicht wurde, wird der Hintergrund und die Bedeutung der Intervention „Walk of Shame“ ausführlich erklärt.

(Quelle)

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Ich beobachte Dich schon…

20. Februar 2017

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Eigentlich wollte ich etwas über geplante Kahlschläge in Lingen schreiben (Guckt Euch die alten Bäume am Dortmund-Ems-Kanal noch einmal an, die ©milanpaul so schön abgelichtet hat). Allerdings twitterte mir Marc Riße, ich solle damit vorsichtig sein, weil… Dann erinnerte ich mich, dass das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) mit Beschluss vom 05.05.2014 (Az.: 7 B 27.13) festgestellt hat, dass für Maßnahmen der Gewässerunterhaltung an Bundeswasserstraßen der Bund zuständig ist. Die Pflichten, die mit dem Eigentum an den Gewässern verbunden sind, müssen vom Bund erfüllt werden. In Lingen ist das anders, da bauen wir auf eigene Kosten demnächst einen neuen Bundeswasserstraßen-Deich. Aber weil die Zeit so knapp war. hab ich überlegt, etwas über Berufsqualifikationen für A14-Stellen  zu posten, wo Vitamin B so manche fehlende zweite Prüfung ersetzen kann – in Lingen jedenfalls.

Doch ich bin auch dazu nicht weiter gekommen, weil dieser Sonntag gestern dafür einfach zu kurz war. Schließlich fiel mir dann dieser urbanshit-Beitrag über die Aktionisten von Dies Irae in die Hände. Also gibt es dieses kleine Gelegenheitsposting, das für Montagfrüh reichen muss, finde ich.

„Die Protest-Gruppe Dies Irae hat an einem sehr prominenten und hoch frequentierten Ort in Hamburg ein Werbeplakat gekapert. Für ihre neueste Intervention, die Passanten mit dem Themen der freiwilligen und unfreiwillige Überwachung konfrontiert, haben Dies Irae das Werbeplakat in einem Schaukasten direkt unter einer Überwachungskamera am Hauptbahnhof ausgetauscht.“

In Lingen würden Kameras aber schon helfen, zum Beispiel am Kino am Willy-Brandt-Ring, wo seltsam-beweisfreiee mitternächtliche Überfälle stattfinden und dann als feststehendes Kriminalitätsereignis mittels Pressemitteilung der lokalen Polizei verbreitet werden, deren Keyboards keine ???????? haben.. Honi soit qui mal y pense, oder wie das heißt.

Der verehrten Leserschaft wünsche ich einen schönen Montag!

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