Empfang

29. Juli 2018

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Staatsminister Georg Eisenreich haben für eine Veranstaltung an der Münchener HFF Hochschule für Fernsehen und Film München vorbeigeschaut, um einen Vortrag zu halten. Anstelle von applaudierenden Studenten wurden die Herren allerdings von nassen Studierenden in Rettungswesten und Wärmedecken empfangen, die regungslos im Foyer des Audimax lagen.

Die Prostierenden waren alles Studenten der HFF München, die sich kurzfristig zusammen gefunden und protestiert haben, um eine Zeichen gegen die Politik und der CSU zu setzen. Der Fotograf Michael Trammer hat den kreativen und friedlichen Protest an der Uni in München mit der Kamera begleitet. Die Bilder die dabei entstanden sind, sagen mehr als tausend Worte beschreiben könnten.

mehr Bilder und ein Video bei urbanshit

böse Bilder

21. Juni 2018

Da gibt es jetzt einen Instagram-Account, der die unschönsten Plätze von Hamburg zeigt. Sonst zeigen die Instagram-Bilder unter den einschlägigen City-Hashtags meist nur die Sonnen- und Vorzeige-Ecken von Städten. Dass das Bild von Städten dadurch ziemlich verzerrt wieder gegeben wird, ist offensichtlich.
Warum also sollte es nicht auch Instagramkanäle und Hashtags geben, die genau das Gegenteil zeigen. Der Hamburger Instagram Account @wehatehh macht genau das und versammelt „Hamburgs unschönste Plätze“ unter einem Hashtag. @wehatehh ist damit also so etwas wie der Defluencer unter dem weichgespülten Stadtmarketing.
Wäre das nicht auch etwas für andere Städte, zum Beispiel Lingen? Es gibt zwar seit acht Jahren den twitter-Account @Lingen_Fehler. Aber dies ist ausbaufähig! Urbanshit, wo ich den Beitrag über Hamburgs „Defluencer“ gefunden habe, meint zwar, dass die gezeigten Bilder aber auch einfach nur normal seien und Hamburg genau so zeigen, wie es auch ist. Manchmal seien gerade die normalen Dinge die schönsten. Nun, ich sehe neben dem Abbild der Realität auch eine andere Folge:

In Zeiten, in denen Public Relations der Verantwortlichen täglich ein verzerrtes Bild der Realität zeichnen, schafft ein derartiger „Account des Normalen“ die Chance, dass sich etwas ändert. Nicht wenige sagen: Nur wenn’s wehtut, wenn es böse Bilder gibt, wird es anders, besser.

Die Cops ham mein Handy

20. Dezember 2017

Vor einiger Zeit ist dem Künstler und Gestalter Lukas Adolphi sein Handy geklaut worden. Einige Monate und etliche Gerichtsverhandlungen später hat er sein Handy von der Polizei wieder bekommen und festgestellt, dass die Diebe es fleißig für ihre private Kommunikation benutzt haben. Die Chats hat er nun als Buch mit dem Titel „Die Cops ham mein Handy“ veröffentlicht. Das Ergebnis ist eine Real-Life-Seifenoper, die nur das echte Leben schreiben kann.

Mir wurde vor Jahren mein Telefon von zwei Typen geklaut. Später wurden sie gefasst. Gerichtsverhandlung. Irgendwann bekomme ich mein Telefon wieder. Als ich es anschalte sehe ich, dass der Langfinger mein Telefon zwei Wochen lang benutzt und hunderte Nachrichten geschickt und empfangen hat. Diese findet ihr nun in Form eines Reklame-Bands.

Die Idee ist so gut, dass Urbanshizt das Buch sofort als independent Kunstbuch des Jahres nominiert hat, in der Hoffnung, dass es da draußen einen passenden Buchpreis gibt und jemand die Nominierung erhört.

Alle Bilder: Lukas Adolphi / Seitenauszüge aus „Die Cops ham mein Handy“

„Die Cops ham mein Handy“ ist als Reklame-Band im Eigenverlag des Künstlers erschienen und kann für 8 Euro (zzgl. Porto) per Email bestellt werden. (Mail an info(at)lukasadolphi.de). Urbahshit, wo ich dieses Posting gefunden habe, berichtet, dass man sich eher beeilen sollte, um noch ein Exemplar abzubekommen.

Wahlplakate

22. September 2017

Der Bundestagswahlkampf ist in vollem Gange und die Städte hängen voller Wahlplakate. In Lingen fehlen zwar inzwischen die der SPD, aber wie vor jeder Wahl gehören auch Wahlplakat-Bustings dazu. Meist anonym, werden die Botschaften der Parteien modifiziert, Inhalte und Aussagen umgedreht und Plakate gehackt. Oder allein durch die Platzierung eines Wahlplakates an einem bestimmten Ort ergibt sich ein völlig neuer Sinn.

Das Hamburger Portal Urbanshit hat in einer fortlaufenden Sammlung eine Auswahl der kreativsten und besten Wahlplakat-Bustings zur bevorstehenden Bundestagswahl gesammelt. Nämlich die hier:

und mehr…

TRACKS

30. August 2017

„Eine unserer absoluten Lieblingssendungen, ja wenn nicht sogar die Lieblingssendung, TRACKS feiert 2017 ihr 20 jähriges Jubiläum. Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten strahlt Arte wöchentlich eine Folge der Sendung für „Musik, Pop- und Gegenkultur“, wie sie ihre Sendung selbst untertiteln, aus. Dabei haben wir in den vielen Jahren, in denen wir TRACKS schon gucken, immer wieder Künstler und Themen gesehen, über die wir selber schon hier auf dem Blog berichtet haben und wir haben viele neue, spannenden Künstler entdeckt.

Anlässlich des Geburtstages strahlt Arte zwischen dem 8. und 23. September drei Jubiläums-Folgen mit einer Länge von jeweils einer Dreiviertelstunde aus. Und zur Feier des Tages kommt hier die allererste Folge TRACKS, die vor 20 Jahren, genau im Januar 1997 auf Arte öffentlich im Fernsehen ausgestrahlt wurde.“ (Quelle: urbanshit)

Walk of Shame

3. Juli 2017

Das Künstlerkollektiv Rocco und seine Brüder hat vor dem Axel Springer Haus in Berlin einen „Walk of Shame“ installiert. Dafür haben sie mehrere schwarze Tafeln auf dem Boden des öffentlichen Platzes platziert, die anhand von Beispielen den reißerischen, rücksichtslosen und persönlichkeitsverletzenden Journalismus des Verlags anprangern.

In einem 4 1/2 Minuten langen Video, das am vergangenen Samstag bei Vimeo veröffentlicht wurde, wird der Hintergrund und die Bedeutung der Intervention „Walk of Shame“ ausführlich erklärt.

(Quelle)

Mehr…

Ich beobachte Dich schon…

20. Februar 2017

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Eigentlich wollte ich etwas über geplante Kahlschläge in Lingen schreiben (Guckt Euch die alten Bäume am Dortmund-Ems-Kanal noch einmal an, die ©milanpaul so schön abgelichtet hat). Allerdings twitterte mir Marc Riße, ich solle damit vorsichtig sein, weil… Dann erinnerte ich mich, dass das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) mit Beschluss vom 05.05.2014 (Az.: 7 B 27.13) festgestellt hat, dass für Maßnahmen der Gewässerunterhaltung an Bundeswasserstraßen der Bund zuständig ist. Die Pflichten, die mit dem Eigentum an den Gewässern verbunden sind, müssen vom Bund erfüllt werden. In Lingen ist das anders, da bauen wir auf eigene Kosten demnächst einen neuen Bundeswasserstraßen-Deich. Aber weil die Zeit so knapp war. hab ich überlegt, etwas über Berufsqualifikationen für A14-Stellen  zu posten, wo Vitamin B so manche fehlende zweite Prüfung ersetzen kann – in Lingen jedenfalls.

Doch ich bin auch dazu nicht weiter gekommen, weil dieser Sonntag gestern dafür einfach zu kurz war. Schließlich fiel mir dann dieser urbanshit-Beitrag über die Aktionisten von Dies Irae in die Hände. Also gibt es dieses kleine Gelegenheitsposting, das für Montagfrüh reichen muss, finde ich.

„Die Protest-Gruppe Dies Irae hat an einem sehr prominenten und hoch frequentierten Ort in Hamburg ein Werbeplakat gekapert. Für ihre neueste Intervention, die Passanten mit dem Themen der freiwilligen und unfreiwillige Überwachung konfrontiert, haben Dies Irae das Werbeplakat in einem Schaukasten direkt unter einer Überwachungskamera am Hauptbahnhof ausgetauscht.“

In Lingen würden Kameras aber schon helfen, zum Beispiel am Kino am Willy-Brandt-Ring, wo seltsam-beweisfreiee mitternächtliche Überfälle stattfinden und dann als feststehendes Kriminalitätsereignis mittels Pressemitteilung der lokalen Polizei verbreitet werden, deren Keyboards keine ???????? haben.. Honi soit qui mal y pense, oder wie das heißt.

Der verehrten Leserschaft wünsche ich einen schönen Montag!

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des Monats

18. September 2016

fckafdIch fürchte, dass heute bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin die Rückwärts-Rallye AFD weitergeht. Da hilft dann dies:

„So viel Witz und Statement gegen Hetze, Rassismus und Dummheit in gerade einmal drei Wörtern. Wir küren Liberté Égalité Fckafdé zum Sticker des Monats.

Die Idee des Stickers stammt aus Köln. Hier könnt ihr den Machern als Support und Zeichen der Anerkennung für die Arbeit gegen Hetze und Rassismus einen Like auf Facebook schenken. Die erste Auflage der Aufkleber ist bereits so gut wie vergriffen. Eine Neuauflage der Sticker ist aber bereits in Planung. Wir halten euch auf dem Laufenden und sagen Bescheid, so bald es neue Sticker gibt.

Mittlerweile haben mehrere Leute den Sticker nachgebaut. Ein druckfähiges PDF gibt es hier zum Download (vielen Dank an Uwe für die Datei). Ein weiteres gibt es hier (vielen Dank an Alter, Naive für Deutschland?).“

(via URBANSHIT)

ARTvergnuegen

31. Oktober 2015

Das Feld von Onlineportalen, die sich auf den Verkauf von zeitgenössischer Kunst spezialisiert haben, ist in Deutschland auch nach Jahren immer noch recht überschaubar. Kunst wird nach wie vor vorwiegend vor Ort in der Galerie, auf Kunstmessen oder direkt beim Künstler gekauft.

Langsam verändert sich aber auch hierzulande der Kunstmarkt. Die meisten Galerien betreiben mittlerweile neben ihren lokalen Showrooms auch einen Onlineshop, in dem die Werke der vertretenen Künstler zu kaufen sind und immer mehr reine Online-Galerien werden gegründet.

Eine der interessantesten neuen Projekte ist das das Online-Kunstportal ARTvergnuegen. Letztes Jahr ins Leben gerufen, vertritt das junge Internetportal mittlerweile bereits knapp 30 Künstler. Wöchentlich kommen neue hinzu. Unter den gelisteten Künstlern sind spannende internationale Positionen, meist junger Künstler, verschiedenerer Kunstrichtungen. Neben vorwiegend Malerei vertritt ARTvergnuegen Künstler aus dem Bereich Illustration, Fotografie und Bildhauerei.

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Jeder Künstler wird durch ein aufwendiges Portrait vorgestellt. Neben einem ausführlichen Interview mit dem Künstler, besuchen die Macher der Onlinegalerie jeden Künstler persönlich im Atelier und geben mit Fotos und einem Film Einblick in seine Arbeit.

Die künstlerische Leitung hinter der Internetplattform macht Steve McGuire. Steve ist selber Künstler und übernimmt die Kuration der Platform und Auswahl der vertretenen Künstler. In den letzen Monaten sind gleich mehrere Künstler mit Wurzeln im Graffiti hinzugekommen.

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Als besonderes Feature können alle angebotenen Werke mit einer speziellen App virtuell in den eigenen vier Wänden Probe gehängt werden. Um die richtige Größenverhältnisse des Bildes an der Wand zu errechnen, muss man sich nur eine Passmarke herunterladen, ausdrucken und an die Wand pinnen. Via Augmented Reality wird das Kunstwerk dann in der eigenen Umgebung auf dem Smartphone angezeigt.

(gefunden bei: RBNSHT)

TRAVIC

10. Juni 2015

„Wann kommt der Bus oder die Bahn? Eine Frage, die man sich durchaus öfters fragt als regelmäßiger Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Während es bei Taxis mittlerweile ganz normal ist, die Anfahrt mit der App live zu verfolgen oder bei Car- und Bike-Sharing-Angeboten den Standort zu ermitteln, gab es diese Möglichkeit für Busse und Bahnen nicht.

Das hat sich Dank eines Projektes der Uni Freiburg und geOps geändert. Auf der Website von TRAVIC können die genauen Standorte von Busse und Bahnen in vielen Städten in Echtzeit eingesehen werden. Auf den ersten Blick scheint der Service in Hamburg zB ganz gut zu funktionieren. Da nicht alle Verkehrsunternehmen ihre Daten veröffentlichen, können leider nicht in alle Städten immer alle Verkehrsmittel getrackt werden.

Live Tracking Hamburg

Live Tracking Berlin

Bildschirmfoto 2015-06-09 um 21.02.44Neben dem genauen Standort der jeweiligen Bahn oder des Busses, wird mit einem Klick auf die Karte auch die Streckenführung des jeweiligen Verkehrsmittels angezeigt.“ [Quelleurbanshit.de]

Das Live-Tracking-Programm wäre doch auch was für unser Städtchen einschließlich der Region drum herum – oder? Bei der Bahn funktioniert es bereits0 (Screenshot lks) und für LiLi wie all die anderen Busse wär’s nicht schlecht. Jedenfalls kostet es nicht „1 Million Euro mehr“ wie die öPNV-Betreiber damals laut und ungeprüft behaupteten, als ich ein entsprechendes Systm für die Stadtbusse gefordert habe und der neue doppeldeckerhohe Bunsbahnhof in der Bernd-Rosemeyer-Straße mit heutigem Geld jedoch im 70er-Jahre-Stil gebaut wurde.