Springer-Medien

20. Juni 2021

Georg Thiel weigert sich hartnäckig, seinen Rundfunkbeitrag zu bezahlen. Damit ist er zwar nicht allein; immer wieder wollen oder können Menschen den Beitrag nicht leisten, der seit 2013 für alle Bürger:innen verpflichtend ist. Georg Thiel aber ist es gelungen, dass jetzt bundesweit über ihn berichtet wird

An der Gartenstraße in Münster (Westfalen) sitzt der Mann nämlich seit dem 25. Februar im Gefängnis, weil er gerne bekannt werden möchte. Das hat auch schon ganz gut funktioniert. Die Bild am Sonntag hat über ihn berichtet. Das wird hier nicht verlinkt. In der letzten Woche hat auch die Welt ein Interview mit ihm veröffentlicht. Da mache ich mal eine Ausnahme. Doch natürlich wird auch hier dazu beigetragen, dass Georg Thiel noch bekannter wird, wenn über ihn geschrieben wird.

Aber, informiert RUMS, die Online-Nachrichtenseite aus Münster (abonnieren!),  „wir tun ihm nicht den Gefallen, die Geschichte nur so zu erzählen, wie er es gern hätte. Er möchte gern als Rebell gesehen werden, der vom Staat ins Gefängnis gesteckt wurde, weil er sich nicht zwingen lassen will, den Rundfunkbeitrag zu zahlen. Und diese Variante gefällt den Springer-Medien, denn sie machen immer gern mit, wenn’s darum geht, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eins auszuwischen.

Thiel hätte seine Inhaftierung selbst verhindern können. Er hätte dafür nicht einmal die Beiträge plus Bußgelder begleichen, sondern bloß seine Vermögensverhältnisse offenlegen müssen. Dann hätte ein Gericht entscheiden können, was zum Ausgleich der geschuldeten Beiträge pfändbar wäre – und ob es überhaupt Vermögen gibt.

Aber das wollte Thiel nicht, und er will es auch weiterhin nicht. Würde er aber sein Vermögen offenlegen, könnte er seine Zelle sofort wieder verlassen, wie das Medien-Magazin Übermedien hier erklärt. Dann würde aber natürlich niemand mehr berichten…

Nachtrag: Bevor hier wieder über die GEZ geschwafelt wird. Die GEZ gibt es seit 2013 nicht mehr.

(Quellen: RUMS/Uebermedien/Welt)

Stefan „Niggi“ Niggemeier ist aktuell wohl der bekannteste Medienjournalist im Land. Zusammen mit Boris Rosenkranz -früher taz und NDR- präsentiert er das Medienblog „UEBERMEDIEN“. Geboren im Harderberg nahe Osnabrück sammelte er nach dem Abitur bis 1993 erste berufliche Erfahrungen  als „fester freier Mitarbeiter“ bei der Neuen Osnabrücker Zeitung in seiner Heimat. Oder um seine „Offenlegung, natürlich“ zu zitieren:

„Ich habe vor rund 30 Jahren für die „Neue Osnabrücker Zeitung“ über Kaninchenzüchter, Karneval und Kommunalpolitik berichtet.“

Weihnachten war er zuhause im Osnabrücker Land, und jetzt bekannte er darüber bei UEBERMEDIEN dies:

„Ich hatte ja keine Ahnung! Ich war nur über Weihnachten für ein paar Tage in die alte Heimat gefahren und wusste nichts von dem Aufruhr, der die Region erfasst hat, seit RTL Mitte November bekannt gegeben hatte, dass der nächste Mann, dem in der Show „Der Bachelor“ knapp zwei Dutzend paarungswillige Kandidatinnen zugeführt werden, aus Osnabrück kommt.

Aus Osnabrück!

Und es kommt noch besser: Der Mann ist nicht irgendein Osnabrücker, nein: Es ist der Sohn des Oberbürgermeisters!

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) beschloss dann offenkundig, aus dieser Nachrichtenlage, die ihr beschert wurde, das Beste Meiste zu machen. Doch trotz ihres heftigen Buhlens um Aufmerksamkeit sieht es bislang nicht nach einer Liebesgeschichte zwischen dem Lokalblatt und dem Lokalbatsch aus.

Es beginnt alles ganz konventionell: Am Tag, als RTL die Personalie verkündete, klöppelte die NOZ aus dem PR-Material des Senders einen nachrichtlichen Artikel zusammen. Sie notiert, dass Niko Griesert 1,91 Meter groß und sportlich sei und „einfach immer gerne neue Sachen dazu“ lerne. Seine Wunsch-Partnerin solle „das Herz am rechten Fleck haben“ und „sich selbst nicht ganz so ernst nehmen“, das tue er nämlich auch nicht. Griesert sei Vater einer neunjährigen Tochter, die mit ihrer Mutter in den USA lebe und ihm alles bedeute.

Die Eskalation beginnt am nächsten Tag. „Fünf Dinge, auf die wir uns freuen“, formuliert Daniel Benedict. Benedict ist Online-Redakteur der Zeitung, aber ausweislich seines Autorenprofils auch „Zeitungspate des Bereichs Dschungelcamp“, was einerseits rätselhaft klingt, andererseits womöglich einiges erklärt.

Sein Text ist ein Ritt auf der Rasierklinge; eine gewagte Mischung aus Lokalstolz und Lokalverachtung, aus gut gelaunter Ironie und übertriebenem Wichtignehmen. Er fragt:

Hat Niko das Zeug zum OSfluencer? Hält die Stadt des Westfälischen Friedens den Zickenkriegen der Kuppel-Show stand? Und wird die Nation jetzt endlich begreifen, dass Osnabrück weder Oldenburg ist noch Saarbrücken?

Benedict weiß, dass RTL „traditionell“ schon in der ersten Folge an Orte führe, „die den Titelhelden prägten“:

Vor einem Millionenpublikum kann eine Stadt hier ihre schönsten Seiten zeigen. Sebastian beispielsweise, der Vorjahres-Bachelor, posierte im Münchner Wohnghetto seiner Kindheit, er zeigte die U-Bahn-Station, für die ihm wegen Jugendgewalt ein Platzverweis erteilt wurde, und die JVA, in der ihn seine Mutter besuchte.

Auch Osnabrück habe schöne Ecken:

gesellschaftliche Hotspots wie die Halle Gartlage mit ihren Zuchtviehauktionen. Naherholungsgebiete wie den Piesberg, jenen malerischen Steinbruch, in dem die Ladung von 500.000 Müllautos vergraben ist.

Bis an die Zähne bewaffnet mit einer beindruckenden, beunruhigenden Menge an Detailwissen über vergangene „Bachelor“-Staffeln malt sich der Berichterstatter aus, wie der gegen Ende der Show anstehende Besuch im Elternhaus der Auserwählten verlaufen…“

…das Osnabrücker Drama lest bitte weiter bei UEBERMEDIEN
Es lohnt, wie fast immer bei @niggi.

 

unzuverlässige Quelle

30. Juni 2019

Die Medienwebseite „ÜberMedien“ setzt sich mit dr Berichterstattung über soziale Konflikte wie am vergangenen Wochenende die „Ende Gelände“-Demonstrationen im rheinischen Braunkohletagebau auseinander. Sie sollten sich einige Minuten Zeit für die Analyse nehmen.
Die Berichterstattung über den Protest hat wieder gezeigt, wie heikel es ist, in solchen Fällen unkritisch die Zahlen und Darstellungen der Polizei zu übernehmen. Die Polizei ist eine unzuverlässige Quelle. Das Resümee:

„Es gehört zu journalistischen Standards, Polizeimeldungen als „privilegierte Quellen“ zu nutzen, und daran ist bei der überwiegenden Mehrheit von Meldungen auch nichts auszusetzen. Über einen Einbruch oder einen Autounfall gibt es nur in den seltensten Fällen mehr zu sagen, als die Presseabteilungen der Behörden schreiben. Bei anderen Ereignissen ist das allerdings nicht der Fall. Proteste wie das Aktionswochenende im Rheinischen Revier zeigen, dass die Polizei ein Interesse daran hat, ihr Narrativ darzustellen. Das ist aus Sicht der Behörde gut und richtig, allerdings sollten Medien nicht als Verteiler der Polizeidarstellung fungieren.

Nicht nur bei „Ende Gelände“, sondern auch bei anderen politischen Protesten oder im Rahmen von Fußballspielen mussten Einschätzungen der Polizei im Nachgang häufig revidiert werden. Eine Aufgabe, die oft nur von einzelnen Journalisten übernommen wurde, die selbst vor Ort waren und Situationen beobachtet hatten. Das ist für Medienhäuser teuer, im Zweifel aufwändig und oft nicht so spektakulär wie die Übernahme einseitiger Schlagzeilen durch dünn besetzte Wochenenddienste, die am Redaktionsschreibtisch kaum Zeit für eigene Recherche haben. Allerdings kommt es der Aufgabe unabhängiger Berichterstattung näher.“


„Übermedien berichtet, Überraschung: über Medien. Seit Anfang 2016 setzen wir uns hier kontinuierlich mit der Arbeit von Journalistinnen und Journalisten auseinander.

Übermedien ist kritisch, unterhaltend, unabhängig; hinter uns steht kein Sender, kein Verlag, keine Partei. Wir sind auch kein Blog oder Branchendienst, sondern ein Magazin, das sich an alle richtet, die Medien nutzen – also: an alle.“

Eine lehrreiche Zusammenstellung von ÜberMedien, der medienkritischen Seite von Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz. Wir sehen das Lehrbeispiel einer „Chronik der Empörung“.

Wie wird aus einer Idee, einer Bemerkung in einer Regionalzeitung ein landesweiter Aufreger?

Der Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek (Grüne) gibt seiner Heimatzeitung, dem „Merkur“, ein Interview. Thema: Fliegen – und wie Flugverkehr reduziert werden kann. Bald danach gehen Politiker und Journalisten in die Luft: erst Christian Lindner, dann „Bild“, dann viele andere auch.

7.3.2019

Der Münchner „Merkur“ meldet um 18.45 Uhr online vorab:

„Grüne fordern: Vielflieger sollen deutlich mehr zahlen“

8.3.2019

Der Münchner „Merkur“ titelt als Aufmacher auf Seite 1: „Vielflieger sollen mehr zahlen“. Im Text heißt es, „die Grünen“ wollten „den Flugverkehr reduzieren und dafür Vielflieger deutlich stärker zur Kasse bitten“. Im Interview auf Seite 3 der Zeitung sagt Janecek, er glaube nicht, „dass wir das Klima retten, indem wir individuelles Verhalten geißeln“.

Er hat Vorschläge: „Zunächst einmal müssen wir die Mehrwertsteuer für die Bahn senken“, sagt er, und dass die Grünen die „Vergünstigungen für den Flugverkehr streichen“ wollen. „Aber wir müssen weitergehen.“

Er finde den „Vorschlag“ eines Mobilitätsforschers „sehr interessant“. Die Idee: Jede Person habe ein festes Budget an Flügen, und wer mehr fliegen wolle, müsse anderen Menschen, die nicht so viel fliegen, Kontingente abkaufen. Der Forscher schlage drei Hin- und Rückflüge vor, also sechs Flüge im Jahr.

Janecek sagt dem „Merkur“: „Das mag erst mal utopisch klingen“, aber: „Es wäre eine Möglichkeit“. Am Ende warnt der „Merkur“ schon mal: „Ihnen ist klar, dass man mit solchen Vorschlägen nicht nur Begeisterung erntet, oder?“

Janecek:

„Politik ist nicht dazu da, es immer nur allen recht zu machen. Wir brauchen Antworten darauf, wie wir die Klimabelastung durchs Fliegen bei einer steigenden Weltbevölkerung senken können.“

9.3.2019

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hält den Vorschlag für „Verbot und Belehrung“. Um 20.23 Uhr twittert er unter Bezug auf den „Merkur“-Artikel:

10.3.2019

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Relotius-Impuls

2. Januar 2019

Wir müssen auch hier in diesem kleinen Blog über Relotius reden. ÜeberMedien, von Niggi & Co, schreibt:

„Als der „Spiegel“ vor dreieinhalb Jahren eine Werbekampagne mit dem neuen Claim „Keine Angst vor der Wahrheit“ startete, gehörte zu den Motiven auch eines, das den Chef der Dokumentare zeigte. „Wir glauben erst mal gar nichts“, stand als großes Zitat über seinem Foto. Und darunter:

Dr. Hauke Janssen, Leiter der SPIEGEL-Dokumentation, prüft mit seinem Team von 70 Leuten jedes Wort jedes Artikels.

Ich habe das damals geglaubt, und ich habe das auch bis vor wenigen Tagen für wahr gehalten, weil ich es selbst beim „Spiegel“ so erlebt habe. In langen, oft anstrengenden Telefonaten haben nette, fachkundige, furchtbar penible Dokumentare jede Aussage in meinen Artikeln hinterfragt.
Dass Claas Relotius es schaffte, so viele falsche und sogar frei erfundene Tatsachen in den „Spiegel“ zu bringen, wirft die Frage auf, wie diese Kontrolle so versagen konnte. Aber ich habe den Verdacht, dass es noch schlimmer ist: Dass es diese Kontrolle teilweise gar nicht gab.

Die „Spiegel“-Dokumentation prüft anscheinend nicht jedes Wort jedes Artikels. Manche Dinge glaubt sie einfach.

Nur so lässt sich erklären, dass… “          [weiter bei UeberMedien]

Wie Sie auch habe ich mich gefragt, ob Märchenerzählen nur im fernen Hamburg und im Spiegel stattfindet  (Jede/r kann binnen Sekunden die Frage beantworten) und was das alles  für uns bedeutet im emsländischen Lingen(Ems), also der stets bemühten deutschen Provinz.

An Märchenerzählen habe ich dann sofort gedacht, als vor ein paar Tagen Thomas Pertz, der Chef unserer Lokalzeitung „Lingener Tagespost“ (LT), darüber berichtete, dass „am Tag vor Heiligabend“ gleich drei Frauen aus Lingen mit ihren Kindern um Aufnahme in das kleine Frauenhaus baten, jeweils als Notfall. Sie hätten „Zuflucht“ gesucht. Zuflucht stieß mir sofort auf; das empfand ich als deutlich zu weihnachtlich, zu bemüht auf den jahreszeitlichen Bethlehem-Punkt mit viel zu viel „Compassion„, also Mitgefühl. Denn in meinem Beruf als Anwalt habe ich gelernt, das größte Zweifel dann am Wahrheitsgehalt von Aussagen angebracht sind, wenn alles 105-%ig zu passen scheint, eben alles auf den Punkt gebracht und zu bemüht, zu dick aufgetragen ist. So empfand ich den Artikel, wonach nur das Frauenhau habe helfen können.

Folglich habe ich die Aussage in dem LT-Artikel auf twitter bezweifelt; längst nämlich sind die staatlichen Eingriffsmöglichkeiten so, dass die Polizei bei Fällen häuslicher Gewalt sofort handeln und den Gewalttäter aus Haus und Wohnung der von ihm tyrannisierten Frau mit und ohne Kinder weisen kann. Das ist schnell, effektiv und „gilt sofort“. Die eingesetzten Polizeikräfte  praktizieren diese Maßnahme in der Regel -so meine Erfahrung- auch ausgesprochen verantwortungsbewusst und rechtlich wie tatsächlich auf grundsätzlich sicherer Grundlage, kurzum: gut.

Die Drei-Mal-Zuflucht-Meldung hatte daher für mich sofort ein Geschmäckle, wie die Schwaben sagen, und zwar auch deshalb, weil sie eben gleich doppelt eingebettet war: Einmal in die gefühlvolle Weihnachtscompassion-Zeit und zweitens in eine aktuelle Kampagne des Sozialverbandes SkF

Doch mein Relotius-Impuls war natürlich trotzdem falsch, weil der Unterschied klar ist: Zunächst ist Thomas Pertz ein Journalist alter Schule und kein Märchenerzähler wie der Ex-Mann des Spiegel. Pertz hat also wahrheitsgemäß über das berichtet, was die Leiterin des Frauenhauses Monika Olthaus-Göbel ihm gesagt hatte: Drei mal klingelte am Tag vor Heiligabend das Telefon. und es hätten Frauen mit Kindern als Notfall aufgenommen werden müssen. Die Frage ist also, ob das wirklich stimmt oder ob ich mich in meiner Annahme richtig liege bzw. irre, hier sei übertrieben und falsch mitgeteilt worden.

Das interessierte mich und ich habe Zeitungsmann Pertz gefragt, ob er bei der Polizei nachgefragt habe, ob die Behauptung stimmt. In der Pressestelle der Polizeiinspektion sitzt doch inzwischen die ehemalige Lingener Radiojournalistin Inga Graber. Sie würde Thomas Pertz eine Nachfrage wohl wahrheitsgemäß beantwortet haben. Thomas Pertz hat mir ebenso schnell wie für mich unbefriedigend geantwortet, weshalb er die Aussage nicht recherchiert hat.

Manche Dinge glaubt eben nicht nur die Spiegel-Dokumentation einfach.

Epilog 1:
Klar muss sein:  Niemand tut der Sache einen Gefallen, Geschichten aufzubauschen, die nicht aufgebauscht gehören. Selbst eine einzige in das Frauenhaus aufgenommene „Restfamilie“ ist nämlich eine zu viel. Wann auch immer sie aufgenommen wird.

Epilog 2 bei dieser Gelegenheit:
Kein Redakteur tut der Debatte um eine geplante lokale Gedenkstätte für einen Autorennfahrer in Diensten von Audi und  SS einen Gefallen, wenn er sich versteckt, hinter dem Rücken der Leserschaft mit den Befürwortern und mit diesem Vorhaben gemein macht.

(Bild: SCREENSHOT: SPIEGEL.DE aus: UeberMedien)

Hitzacker

26. Mai 2018

Kritisch greift die Onlineseite ÜBERMEDIEN die Berichterstattung in Deutschland zum „Grundstückssturm“ von Hitzacker auf, die seit einer Woche hierzulande diskutiert wird. Keine Frage, dass die Aktion politisch dumm und geradezu kindlich naiv war. Die öffentliche Berichterstattung und die Reaktion in der Politik sind es nicht minder. Lesen Sie selbst über die Neue Qualität der Faktenverdrehung:

„Seit gut einer Woche wird nun darüber diskutiert, was denn wirklich geschehen ist in Hitzacker, diesem kleinen Ort nahe Lüneburg, in dem sich vorigen Freitag linke Aktivisten vor dem Wohnhaus eines Polizisten versammelten, um gegen ihn zu demonstrieren. Wie sich alles abspielte, die Demo, die Festnahme danach, dazu gibt es zwei Versionen – und viele Falschmeldungen.

Die erste Version stammt von der Polizei in Lüneburg. Die hatte, noch in der Nacht auf Samstag, eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie gleich eine Bewertung des Vorfalls lieferte: Es sei „eine neue Qualität der Gewalt“ gegenüber der Polizei, klagte sie. „Rund 60 teils vermummte Personen“ hätten das Wohnhaus des Kollegen „heimgesucht“, von „lautstarker Stimmungsmache“ war die Rede und dass die Gruppe versucht habe, die Familie im Haus „einzuschüchtern“. Der Polizist selbst war nicht daheim, aber Frau und Kinder.

Am Ende der Pressemitteilung heißt es:

„Die Polizei…

[weiter hier]

(Ausriss: ÜBERMEDIEN)

„In-Image Ad“

29. März 2018

„Das Amtsgericht Meißen hat einen Mann wegen Volksverhetzung, Bedrohung und Beleidigung verurteilt. Er hatte auf seiner Facebook-Seite unter anderem ein Foto des Konzentrationslagers Auschwitz gepostet, mit dem Schriftzug „Asylantenheim“ über dem Eingang und dem Kommentar: „Kommt ihr Pack, es ist wieder offen.“

Andererseits ist am kommenden Wochenende Ostern, und bei Penny kostet das Zanderfilet nur 4,99 Euro.

Die „Sächsische Zeitung“ hat es Denstag geschafft, beide Ereignisse zu verbinden, sogar mit einer schwungvollen Animation, und fröhlich flatternden Schmetterlingen:


Das Foto zeigt den Schriftzug „Arbeit macht frei“ über dem Eingang des Konzentrationslagers Auschwitz. Bei der „Sächsischen Zeitung“ ist darüber das Logo der Penny-Marke „Best Moments“ eingeblendet: „Jeder Moment ein Genuss“.

„In-Image Ad“ heißt diese Werbeform, bei der automatisch eine halbtransparente Anzeige über ein redaktionelles Foto gelegt wird. Die Münchner Firma Recognified, die sie anbietet, verspricht „vielfältige und innovative Produkte, für ein Maximum an Ausmerksamkeit. Ein garantiert sichtbarer Mehrwert!“

Das „In-Image Ad“…“

gefunden und weiter bei Uebermedien…

wie

26. Februar 2018

via @uebermedien

Angst

22. September 2017

ZDF-Moderator Peter Hahne beschwört die große Angst – und erledigt damit das Geschäft der AfD. Unter freundlicher Mithilfe des Journalisten Ulrich Reitz und des Psychiaters Christian Dogs.

Quelle und mehr:
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Immer wieder tauchen bei Foto-Shootings der Sendung „Germanys Next Topmodel“ Paparazzi auf. Die Fotos, die sie von den meist nackten oder halbnackten Teilnehmerinnen schießen, verkaufen sie an Zeitschriften und Online-Portale. Heidi Klum und ProSieben tun danach gerne so, als fänden sie das ganz schlimm – aber ist das so? Wieso schlachten sie die Paparazzi-Fotos dann in der Sendung aus?
Über Leider, leider bei GNTM von uebermedien