Unverzüglich

22. November 2017

Eingestürzte Turnhalle: Zweifel an offizieller Ursache

So titelte gestern der NDR seinen Beitrag über die vor 10 Monaten eingestürzte Turnhalle der Lingener Johannesschule. Zwei Dinge sind mir wichtig: Stadtbaurat Lothar Schreinemacher macht keine bella Figura und wird auch genatzt: Wenn er im Interview sagt: „Ich war nicht da“, dann suggeriert Panorama, dass Schreinemacher nicht in der Halle war, als 2010 Pfützen in der Turnhalle standen. Richtig wäre der Hinweis gewesen, dass Lothar Schreinemacher 2010, also beim Umbau der Halle noch gar kein Stadtbaurat in unserer Stadt war, sondern in Nordhorn arbeitete. Trotzdem werde ich ihm empfehlen, einen Kursus zu belegen, wie man sich vorteilhafter im TV darstellt. Unverzüglich.

Allerdings hat Lothar Schreinemacher den Ratsgremien tatsächlich berichtet, das vond er Stadt zur Einsturzursache eingeholte Gutachten weise als Ursache den Materialfehler aus. Dass es auch andere Ursachen nennt, ist den Gremien nicht bekannt gegeben worden. Das Gutachten ist den Ratsausschüssen nicht vorgelegt worden; dies ist nachzuholen. Unverzüglich.

Die Gremien kannten auch nicht die Angaben des ehemaligen Sportlehrers Hans-Georg Cappellmann, der in Panorama 3 sagte, es hätten nicht selten morgens Pfützen in der Halle gestanden. Sein erster Blick habe immer den Fußboden gegolten, „gleich wenn man [morgens] reinkam“. Warum diese Erkenntnisse nicht in die Ratsausschüsse gelangt sind, weiß ich nicht. Auch das wird zu klären sein. Unverzüglich.

gut verzichten

16. Oktober 2015

1. Es gibt vereinzelt Protest, dass bis zu 300 Flüchtlinge in der Sporthalle des Gymnasium Georgianum untergebracht sind. Die Schülervertretung des Gymnasium Georgianum Lingen bezieht so Stellung:

„Unsere Turnhalle wird Flüchtlingsunterkunft

Nach einer ca. 500 Nachrichten whatsapp Unterhaltung in der Schülervertretung ist klar: Wir haben 1000 Fragen und Gedanken, Ideen und Vermutungen.
Wer kommt da morgen? Wie sollen wir sie begrüßen? Sollen wir das überhaupt? Können wir schon etwas mitbringen oder ist das Aktionismus? Wie lange bleibt die Situation so?

Wir wollen auf jeden Fall helfen und zeigen, dass wir auf die schönen Toiletten in der Mensa, die wir heute morgen auf dem SV Tag noch so wichtig fanden, und auf den Fitnessraum, den wir so gerne mehr nutzen würden, unter diesen Umständen gut verzichten können.

Wir wollen Courage zeigen und offen sein. Wir wollen die Flüchtlinge am Georgianum willkommen heißen und dann weiter überlegen, wie wir helfen können und was gebraucht wird.“

Chapeau! sage ich.

2. Nichtsdestotrotz: Flüchtlinge gehören nicht in Turnhallen, weder in diese noch in andere. Auch deshalb muss die Turnhalle des Georgianum schnellstens, also mit dem Ende der Ferien wieder frei sein. Die eingetroffenen Flüchtlinge müssen daher unverzüglich durch die Verwaltung registriert und untersucht werden, dass sie gesund sind. Dann sollten sie sofort auf die Gemeinden der Region verteilt werden.

Hier die aktuellen Fakten:
Es sind heute 215 Flüchtlingen mit dem Zug in Lingen angekommen; überwiegend stammen sie aus dem Mittleren Osten, d.h. aus Syrien und dem Irak, darunter zahlreiche Familien mit Kindern. Rund 90 Flüchtlinge sind noch vor der Registrierung weiter gereist, offenbar zu Familienangehörigen.  Von Skandinavien ist die Rede. Die Einrichtung selbst ist gut vorbereitet.  Vor allem: Die eingesetzten Lingener Betreuungskräfte machen  nach allem, was ich höre, ihren Job großartig. Eine lautes Dankeschön dafür!