tagesaktuell ändern

18. April 2021

Auch der Landkreis Emsland hat sich dem Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie angeschlossen, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für den heutigen Tag angestoßen hat.

Bemerkenswert für die Oberflächlichkeit der emsländischen kreisverwaltung ist eine  Pressemitteilung des Landkreises dazu, deren ersten Absatz ich hier im Original wiedergebe; der rote Text ist Bestandteil dieses Originals:

„Mit einer zentralen Gedenkfeier am Sonntag, 18. April, möchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der an Corona verstorbenen Personen gedenken. Auch im Landkreis Emsland haben derzeit 160 Menschen (tagesaktuell ändern) ihr Leben durch die Infektion verloren. „Es waren Menschen, die als Großeltern, Familienväter und -mütter, aber auch als Schwestern oder Brüder von ihren Angehörigen schmerzlich vermisst werden. Den Angehörigen drücke ich mein tief empfundenes Mitgefühl aus“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf. …

Wer ist für diesen Text, das „tagesaktuell ändern“ und dafür verantwortlich, einen so gedanken- und gefühllosen Behörden-Text auf der Website des Landkreises zu veröffentlichen? Meine Meinung dazu ist klar: Die Person sollte ihren Dienst aufgeben. Sofort. Punkt.

Nachtrag:
Am heutigen sonntäglichen Gedenktag waren bis 9 Uhr in der Früh insgesamt 161 EmsländerInnen an dem Corona-Virus verstorben.

Eure Aufgabe

10. April 2020

Karfreitag 2020. In diesem Jahr reden wir nicht aufgeregt über ein Tanzverbot. Dieser so ruhige Feiertag erscheint uns noch stiller, und wir fragen: Das alte deutsche Wort „Kar“ in Karfreitag heißt „kümmern“, „Kummer haben“ oder „sich kümmern um“. Wer ist derjenige, der bekümmert ist, und wer kümmert sich in  dieser Welt – um die die Trauernden zum Beispiel und ihre Erinnerungen an die, die gehen mussten? Das bewegt mich an diesem stillen und aktuell so traurigen Tag.

Heute früh veröffentlichte unser Landkreis Emsland die neuen Corona-Zahlen. Im Emsland sind es inzwischen 10 Corona-Infizierte, die gestorben sind. 10 Menschen, die nicht mehr leben. Es werden noch viele dazu kommen, fürchte ich und frage: Was wissen wir von diesen Menschen? Wie und für wen haben sie gelebt? Was haben sie gelebt? Wie trauern wir um die Verstorbenen?

Abgebrochene Leben, Verzweiflung, bleibender Schmerz. In Corona-Zeiten ist so vieles  anders. Gestern ist der Großvater von Lukas gestorben. Ich weiß, weshalb. Aber ich weiß kaum etwas davon, welcher Mensch er war. Nicht einmal die Trostreden helfen, wie wir sie früher hörten. Weil sie kaum jemand hören darf. Selbst Beerdigungen finden in diesen Zeiten der Corona-Krise nur im engsten Familienkreis, ohne kirchliche Messe und ohne Trauerfeier statt.

Längst ist es an der Zeit, dass wir gemeinsam derer gedenken, die diesem tödlichen Coronar-Virus nichts entgegensetzen konnten? Warum werden sie nicht genannt, warum wird über sie geschwiegen? Liebe Neue Osnabrücker Zeitung mit  Euren Emslandzeitungen: Bitte zeichnet das Leben dieser Verstorbenen bach. Bitte schreibt über die, die wegen COVID-19 nicht mehr leben und deren Tod vor nur sechs Wochen noch undenkbar war. Denn das gemeinsame Gedenken an die Corona-Opfer und die Erinnerung sind (auch) Eure Aufgabe.


Foto: Jüdischer Friedhof in Lingen © Forum Juden Christen

Windstille

26. September 2019

Der Lingener Hospiz e.V. bietet Sterbenden, deren Familienangehörigen, Freunden und Verwandten Begleitung und Hilfe in der letzten Lebensphase sowie in der Zeit der Trauer an.

In seinem neue Projekt „Windstille“ möchte der Lingener Verein („Im Sterben nicht allein, in der Trauer gehalten“) Trauernden einen geschützten Raum für eine geschlossene Trauergruppe anbieten. Hier können Trauernde in der Gemeinschaft mit anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, Unterstützung und Annahme in achtsamer Atmosphäre erleben.

So kann jeder Teilnehmer auf seine individuelle Weise die eigene Trauer in einen aktiven, heilenden und lebensfördernden Prozess verwandeln lernen. Das einfühlsame Gespräch miteinander, unterstützt von Meditationen und kreativen Ausdrucksmöglichkeiten wie z. B. durch Rituale, verhelfen uns die Trauer in ihrer ganzen Tiefe anzunehmen.

Um an dieser geschlossenen Trauergruppe teilnehmen zu können, bitten wir um ein Erstgespräch.  Denn die Erfahrung lehrt uns, dass die Teilnahme erst tragbar ist, wenn der Verlust ein halbes Jahr zurück liegt. Außerdem kann bei besonderen Fällen, wenn Seelsorge nicht ausreicht, ein psychologisches und therapeutisches Angebot vermittelt werden.

Die Trauergruppe „Windstille“ wird sich ab November alle zwei Wochen dienstags für zwei Stunden von 17 bis 19 Uhr in den Räumlichkeiten des Lingener Hospiz e.V., Universitätsplatz 1 in Lingen treffen.

Teilnehmerzahl: max. 8
Das Angebot ist kostenfrei!

Trauerbegleiter: Michael Arndt

Das 1. Treffen findet am Dienstag, den 05.11.2019 statt. Geplant sind 11 Treffen, wobei das 1. dem gegenseitigen Kennenlernen dient. Erst ab dem 2. Treffen wird eine verbindliche Teilnahme gewünscht.

Anmeldung für das Erstgespräch ab 01.10.2019 unter Tel.: 0591 831647 oder per E-Mail unter mail(at)lingener-hospiz.de  oder nutzen Sie dieses Kontaktformular.

triste fado

26. November 2017

triste fado
Monolog über den Verlust eines lieben Menschen
Benefiz-Veranstaltung zugunsten des Lingener Hospiz Verein
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5

Do 30.11.2017 – 20 Uhr

Der Lingener Hospiz Verein lädt zur Benefiz-Veranstaltung ein. Michael Arndt, der auch Trauerbegleiter im Lingener Hospiz e. V. ist, spricht einen Trauer-Monolog, der ursprünglich nicht zur Veröffentlichung gedacht war. In Anlehnung an den traditionellen, portugiesischen Gesang, den Fado, hat der Künstler nach dem Tod eines nahen Angehörigen den Text als seine Art der persönlichen Trauerarbeit verfasst.

Auf Zuspruch eines Freundes bringt er nun das zweite Mal diesen intimen Text auf die Bühne. Nach einführenden Worten der Vorsitzenden des Lingener Hospiz Vereins, Dr. Birgit Stoßberg, und dem Vortragenden, Michael Arndt, beginnt der etwa  einstündiger Monolog.

„Wo nur der Himmel Schatten spendet,
dort, jenseits des Tejos, jenseits der Nacht,
dort kennt man keine Wolken, keine Reise -,
nur Verbleiben und Warten,
Bleiben und Warten, Bleiben und Warten und Stille,
eingegraben zwischen den Zikaden-Gesängen.“

Um eine Spende für den Lingener Hospiz e. V. wird gebeten.
Weitere Informationen unter www.lingener-hospiz.de + www.nichtsein-sein.de

Trauer

11. Dezember 2014

Mir ist nicht nach bloggen zumute. Also eine Wochenpause.

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[© milanpaul via flickr]

Trauer

23. Juli 2011