1977 wird verkündet, dass in Gorleben ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll entstehen soll – es beginnen jahrzehntelange Anti-Atom-Proteste. Haben Sie Erinnerungsstücke, die damit verbunden sind? fragt aktuell der Norddeutsche Rundfunk (NDR) seine TV-Seher und Radio-Hörer auf diese Weise:

„Sein roter Trecker erinnert Landwirt Horst Wiese an viele Demonstrationen. Mit ihm fuhr er 1979 mit rund 350 anderen Traktoren vom Wendland nach Hannover, um gegen Atomenergie und ein Endlager in Gorleben zu protestieren. Am Ende versammelten sich rund 100.000 Atom-Gegner – die bis dahin größte Anti-Atom-Demonstration der Bundesrepublik.

Haben Sie Zuhause auch noch etwas, das für Sie mit dem Anti-Atom-Protest in Niedersachsen verbunden ist? Es muss auch nicht so groß wie ein Trecker sein. Denn solche Dinge suchen wir, so der NDR, bei unserer Aktion „75 Jahre Niedersachsen – Kleine Dinge, große Geschichte. Weil Niedersachsen 75 Jahre alt wird, möchten wir Ihre „Schätze“, die mit der Geschichte des Landes verbunden sind, sammeln.“

„Wir möchten so viele Erinnerungsstücke wie möglich online zugänglich machen, in Fernsehen und Hörfunk und in einer Ausstellung präsentieren. Einige Beispiele für solche „Schätze“ zeigt das NDR Fernsehen bei Hallo Niedersachsen und blickt mit Ihnen dabei auf das damit verbundene Ereignis zurück. Ihr persönliches Erinnerungsstück kann aber auch mit einem ganz anderen Teil der Geschichte des Landes Niedersachsen verbunden sein.“ Der NDR: “ Machen Sie ein Foto davon und teilen Sie mit uns Ihre Erlebnisse – vielen Dank!“

In Lingen gab es mehrere denkwürdige Manifestationen: Anfang der 1980er Jahre fanden zwei Anti-AKW-Demonstrationen statt, wobei die zweite, deutlich größere die Anti-AKW-Bewegung und die Friedensbewegung gemeinsam durchführten -erstmals in der Bundesrepublik. Sie endete mit dem polizeilichen Abriss eines hohen, von de Demonstranten aufgerichteten Mahnkreuzes auf dem AKW-Gelände an der Niederdarmer Straße. Später folgte dann die Ausgrenzung niederländischer Einwender gegen die Genehmigung des damals beantragten Kernkraftwerk Emsland im Erörterungstermin auf der Lingener Wilhelmshöhe, die zwar nach viel Protest teilnehmen durften, aber ein Redeverbot erhielten  und sich die Münder zuklebten. Das Redeverbot war rechtswidrig, wie Jahre später das Bundesverwaltungsgericht urteilte, natürlich ohne irgendeine Auswirkung auf die längst erteilte Genehmigung.

Wer hat noch Devotionalien dieser beiden Veranstaltungen oder vielleicht auch einen Eimer Tschernobyl-Molke, die 1990 ihren Weg ins Emsland fand und Lingen einen satten, korrumpierenden  Bundeszuschuss bescherte, mit dem der Bau der Emslandhallen bezahlt wurden?

Oder hat jemand aus Wippingen im nördlichen Emsland noch einen Trecker, mit dem Mitte der 1970er Jahre kurzerhand ein Graben ausgehoben wurde, um die Bohrungen und Erkundung eines ersonnenen Salzstocks für ein Atommüll-Endlager zu verhindern. Das nämlicjh, lieber NDR, wäre absolut aktuell.

Und, liebe Redakteure:
Bei uns an Ems und Vechte gab es seit den 1970er Jahren vor allem den heftigen Einsatz  gegen den Bombenabwurfplatz Nordhorn-Range. Den Kampf für den Stopp dieses, die AnwohnerInnen mit unsäglichem, fast täglichem Lärm terrorisierenden, nie genehmigten militärischen Versuchsfelds, verloren die betroffenen Kommunen. Die höher bezahlte richterliche Einsicht beerdigte ihre Klage Ende des letzten Jahrzehnts mit einem zweifelhafte „Ist-verjährt“-Ausspruch auf ziemlich arrogante Weise.

Der vielfältige Kampf der betroffenen BürgerInnen aus Klausheide und Umland und die anderen Punkte sind es wahrlich wert, über sie in 75 Jahre Niedersachsen zu berichten. Und da ist der Transrapid-Irrtum noch nicht einmal erwähnt…

TransRAPID

11. Januar 2012

„Nach fast 28 Jahren ist nun endgültig Schluss. Das Aus der Transrapid-Versuchsanlage im Emsland wurde bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Die rund 32 Kilometer lange Teststrecke soll noch in diesem Frühjahr abgerissen werden. Das einstige Vorzeigeprojekt deutscher Ingenieurkunst wird somit bald der Zerstörung preisgegeben.

Wann genau die Abrissarbeiten beginnen sollen, steht noch nicht fest. Vorher müsse noch geklärt werden, ob für den Rückbau ein eigenes Planfeststellungsverfahren notwendig ist, so Matthias Schmoll, Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Ein solches Verfahren würde den Abrisstermin weiter nach hinten verschieben. Der Abbau sei dann von der Betreibergesellschaft eigenverantwortlich umzusetzen. Die Kosten dafür – voraussichtlich rund 40 Millionen Euro – übernimmt der Bund. Ende des vergangenen Jahres war die Betriebsgenehmigung der Transrapid-Testanlage ausgelaufen, seitdem…“

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Entlassung

22. September 2011

Manchmal bleibt mir immer noch die Spucke weg. Da werden in Lathen 60 Mitarbeiter der Transrapid-Teststrecke entlassen und das wird Ihnen auf eine unglaublich verkommene Weise mitgeteilt:

„Einst war sie ein Vorzeigeprojekt für Niedersachsen: die Magnetschwebebahn. 1985 wurde die Teststrecke für den Transrapid im emsländischen Lathen eröffnet. Doch dann fanden dort vor fünf Jahren 23 Menschen den Tod, elf Menschen wurden schwer verletzt. Ein Transrapid war auf der Teststrecke mit mehr als 170 Stundenkilometern in einen Wartungswagen gerast. Am Donnerstag haben Politiker und die Eltern des eines Opfers zum Gedenken an die Toten einen Kranz am Gedenkstein an der Unglücksstelle niedergelegt. Während der Kranzniederlegung verkündete die Betreibergesellschaft die Entlassung von 60 Mitarbeitern.

Bislang hatte sich die Betreibergesellschaft der Transrapidanlage, die Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft (Iabg), nicht zu den Diskussionen über das mögliche Ende geäußert. Während des Gedenkens an die 23 Toten und die elf Verletzten des Unglücks teilte der Chef der Betreibergesellschaft Rudolf Schwarz gegenüber dem NDR das endgültige Aus für die Transrapid-Teststrecke mit. Als Grund …“

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Transrapido

28. August 2011

Nach dem SPIEGEL meldet jetzt auch die Wirtschaftswoche, dass die Transrapidstrecke bei Lathen vor dem Aus steht. Er galt -so DER SPIEGEL-  „als Inbegriff deutscher Ingenieurskunst, als Symbol für die Zukunftsfähigkeit des Landes – doch in Deutschland scheiterten alle geplanten Bauprojekte an den hohen Kosten. Die bislang einzige kommerzielle Transrapid-Strecke ist seit 2003 in Shanghai in Betrieb.“

Aber trotz Milliardenförderung aus dem Staatstopf ist es der Industrie nicht gelungen, den Transrapid zu vermarkten. Jetzt gibt es keinen Glauben mehr an diese Technologie in Deutschland und Europa. Auch China und viele andere Länder setzen lieber auf herkömmliche Bachntechnik und bauen Hochgeschwindigkeitstrassen für herkömmliche Züge. Nach außen tut CSU-Verkehrsminister Ramsauer noch, als sei er für den erhalt. Aber im Entwurf für den Bundeshaushalt 2012 sind 9 Mio Euro für den Abbau der Betonstelzen nahe Lathen und Dörpen ausgewiesen, außerdem Verpflichtungsermächtigungen über weitere jeweils 25 Mio. Euro für die beiden Folgejahre.  Die Wirtschaftswoche fasst zusammen.

„Nachdem die Industrie schon den Glauben in die Vermarktung verloren hat, steht nun die Versuchsanlage im Emsland (TVE) kurz vor der Abwicklung. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wollte die Teststrecke nicht schließen. Doch es bleibt ihm vermutlich keine Wahl. Mehr als neun Millionen Euro sind auf Drängen der Bundestags-Haushälter erstmals für den „Rückbau der TVE“ im Haushaltentwurf der Bundesregierung für 2012 vorgesehen, dazu Verpflichtungsermächtigungen über weitere 25 Millionen für 2013 und für 2014. Sollte der Betrieb der Anlage Ende des Jahres auslaufen, wäre der Bund vertraglich verpflichtet, den Abbruch zu bezahlen.

„Das sind die Bestattungskosten für eine längst tote Dinosauriertechnologie“, kritisiert der Verkehrsexperte der Grünen, Stephan Kühn. „Industriepolitisch hat Deutschland zu lange auf das falsche Pferd gesetzt“, fügt er hinzu.

Zukunft hätte die Teststrecke nur, wenn die Betreibergesellschaft IABG bis Ende 2011 ein schlüssiges neues Nutzungskonzept vorlegt. Geplant war bisher, auf dem Gelände Forschung für Elektroauto-Batterien zu starten. Doch die Zeit wird knapp: Noch liegt dem Bundesverkehrsministerium nach eigener Aussage kein Antrag auf Projektförderung vor. Die IABG selbst will sich zu ihrer Anlage und möglichen Konzepten nicht äußern.

Die Betreibergesellschaft müsse „jetzt dringend ihr Interesse an der Anlage klären“, heißt es aus Kreisen des Ministeriums, „der Ball liegt bei der Industrie“.

Auch aus dem Landkreis Emsland, in dem die Anlage liegt, ist zu hören, man sei nicht am Zug. Der Kreis hatte Anfang des Jahres darüber nachgedacht, die Anlage zu übernehmen.“

Schon damals sehr teuer und wenig genutzt. Transrapid.

Natürlich ist die Teststrecke ein Fass ohne Boden und wäre eine völlig unsinnige Investition, die deshalb nicht kommen darf. CDU-Landratskandidat Reinhard Winter, dessen rückständiges Wahlprogramm nicht einmal die Hürde des politisch Unverbindlichen nimmt, schweigt vor der in zwei Wochen stattfindenden Kommunalwahl und drückt sich so um eine klare Aussage.  Die hatte vollmundig der Noch-Amtsinhaber Hermann Bröring (CDU) aber im vergangenen November abgegeben. „Der Abbau der Anlage wäre volkswirtschaftlicher Schwachsinn“. Landkreis Emsland und der Bund hatten denn auch in den letzten Jahren Millionen an Steuergeldern in die Strecke gesteckt – bejubelt von der Leeraner Abgeordneten Gitta Connemann (CDU) und dem Aschendorfer FDP-Abgeordneten Hans-Michael Goldmann. Zuletzt warenDurchhalteparolen von den unkritischen Lokalblättern aus dem NOZ-Verlag publiziert worden mit angeblich ernsthaften Interessenten aus Brasilien und Teneriffa. Dabei war nicht einmal dem legendären Eddi Stoiber  eine wirklich überzeugende Darstellung des Verkehrssystems gelungen, das von vornherein konzeptionell daran krankte, nur Personen aber keine Güter zu transportieren. Also zur Erinnerung hier noch einmal eine der wenigen Sternstunden des Transrapid:

Pingel-Anton

24. April 2011

Nix mehr mit Pingel-Anton auf dem Hümmling! Der Zugverkehr auf der 25-km-Strecke zwischen Lathen und Werlte  wird nach Ostern komplett eingestellt, nachdem jahrzehntelang der  Landkreis Emsland, die betroffenen Gemeinden und die kreiseigene Emsländische Eisenbahn („Mit unserem jungen Team stehen wir Ihnen täglich von 7.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr abends zur Verfügung.“) notwendige Investitionen in die Schienenstrecke unterlassen haben.

Der Niedergang der Hümmlinger Strecke Strecke lässt sich bei wikipedia  nachlesen: Wurden um die 1960er Jahre noch 100.000 t Güter befördert, davon 40.000 t Öl aus dem Vorkommen bei Ostenwalde (Streckenfoto unten) , so sank die Leistung danach rapide. 1970 waren es nur noch etwas 50.000 t. Im Personenverkehr wurden jährlich ca. 70.000 Personen befördert, er verkehrten täglich fünf Zugpaare. Am 30. Mai 1970 wurde der Personenverkehr auf der Schiene eingestellt.

Jetzt  sind nach 54 Jahren Nutzung die  Schienen so abgenutzt und sanierungsbedürftig, dass -so der Landkreis- keine Sicherheit mehr gegeben sei. Also kommt das Aus auch für den Pingel-Anton, nachdem schon im Herbst letzten Jahres der Güterverkehr auf der Bahnstrecke aus demselben Grunde eingestellt worden war. Laut Landkreis kostet eine  Sanierung im ersten Schritt 1,2 Mio Euro, um die gröbsten Schäden zu beseitigen und dann weitere 3,3 Mio Euro für die restliche Komplett-Instandsetzung. Das ist ihm zu viel.

Die Konsequenz: Mit der Schließung geht dem Hümmling nach 103 Jahren Betrieb dauerhaft ein Stück Verkehrsinfrastruktur verloren und der Tourismus in dem Bereich verliert ein wichtiges Angebot: die Fahrten im „Pingel – Anton“ waren eine Attraktion. Die Holzwirtschaft, die seit den 1990er Jahren zu einem kleinen Aufschwung des Güterverkehrs  geführt hatte, hat sich längst Verladestellen außerhalb des Landkreises als Ersatz gesucht und Dünger für die Landwirtschaft kommt jetzt mit dem LKW.

Zwar will man -so die offiziellen Worten- „die Strecke jetzt noch nicht komplett abschreiben, sondern sich die Möglichkeit offenhalten, bei neuen (Finanzierungs-)Wegen die Strecke wieder zu aktivieren. Wer’s glaubt, wird seelig. Es wird einer dieser Gras bewachsenen Schienenstränge werden, an die bald niemand mehr denken wird. Wie auch an diese traditionsreiche Einrichtung.

Da passt es doch irrsinnig gut, dass gerade der Bund noch einmal 2,5 Mio € Steuergelder in das längst gescheiterte, benachbarte Transrapidprojekt fließen lässt.  Die Millionen sind Gitta Connemann (CDU-MdB) zufolge „nur die erste Tranche“.  Derzeit erarbeite die Transrapid-Gesellschaft IABG ein Konzept für den Rückbau der Anlage. Sobald dieses vorliege, werde über die Freigabe weiterer Mittel für die zweite Jahreshälfte entschieden.  Connemann erzählt den Steuerzahlern treuherzig und tapfer das Märchen,  „auch die Vermarktungsoffensive“ des Ministeriums zeige „Wirkung“. Schon kurzfristig könne der Transrapid „auf Teneriffa“ fahren. „Noch nie“ sei die Chance einer Realisierung so groß gewesen wie dort. Für eine Strecke bei  „Sao Paulo in Brasilien“ sei „die systemoffene Ausschreibung“ um rund drei Monate bis Ende Juni verlängert worden. Die Wirtschaft hält dies alles für Unfug und ist längst aus dem Projekt ausgestiegen.

Die Konsequenz derartiger Connemannscher Unfähigkeit, Nein zu sagen: Für das bestehende deutsche  Schienennetz ist kein Geld da (guckst Du auch hier). An diesem Wochenende veranstaltet daher in Sögel der  Verein Museumseisenbahn Hümmlinger Kreisbahn mit seinem erst vor zwei Jahren in Betrieb genommenen Uerdinger Schienenbus (Foto oben) ab und  von Sögel noch einmal etliche Abschiedsfahrten. Danach ist auf  dem Hümmling Schluss mit Pingel-Anton im Besonderen und Zügen im Allgemeinen …

(Fotos: Reisetagebuch Emsland)

Beinbruch

15. November 2010

Während der Landkreis Emsland für die nicht marktfähige Transrapid-Technologie Hunderttausende an Subventionen in den Sand gesetzt hat und das Projekt jetzt -wie zu erwarten und hier angekündigt- trotz Brasilien und sonstwo und kräftigen lokalen Worten wohl alsbald beendet wird, fehlt Geld für den Ausbau der Bahnstrecke Leer-Oldenburg. Diese Bahnstrecke gehört nämlich zu den 9 jetzt im aktualisierten Bedarfsplan für Straße und Schiene durch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gestrichenen Bahnprojekten bundesweit -gleich zwei davon in Niedersachsen-, die vorerst nicht umgesetzt werden. Der zweispurige Ausbau „bringt derzeit keinen ausreichenden wirtschaftlichen Nutzen und soll deshalb vorerst nicht umgesetzt“ werden. So steht es im Bedarfsplan für Straße und Schiene bis zum Jahr 2025, den Bundesverkehrsminister Ramsauer  dem Verkehrsausschuss des Bundestags vorgestellt hat. Der Bund stellt also zunächst keine Mittel für Leer-Oldenburg zur Verfügung. Der Streckenausbau sei nicht wirtschaftlich, heißt es zur Begründung.  Als wirtschaftlich wird eine Strecke angesehen, wenn sie für jeden investierten Euro auch einen Euro Nutzen bringt oder in Stuttgart liegt… 😉

Zur Streichung des Ausbaus der Strecke Oldenburg-Leer kommentierte der niedersächsische Wirtschaftsminister Bode, dies sei „kein Beinbruch“. Der vorgesehene zweigleisige Ausbau sei kein Projekt des „vordringlichen Bedarfs“, deshalb gebe es kein Eile. Südemsländer erreichen Oldenburg und die Hansestädte Bremen und Hamburg also in zumutbarer zeit weiterhin nur über die Südroute Rheine-Osnabrück.

Übrigens hat Michael Ziesak, Bundesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD) Recht mit dieser Aussage:

“Der von Minister Ramsauer vorgelegte Bericht hat mit der Realität nicht viel zu tun. Zum einen werden Straßenbauprojekte grundsätzlich besser beurteilt als Schienenprojekte. In den Prognosen wird dabei mit einem Ölpreis für 2025 gerechnet, der fast ein Drittel unter dem heutigen Niveau liegt, obwohl selbst konservative Schätzungen von einem Preis von mehr als 100 Dollar pro Barrel für 2025 ausgehen.“

Die Verkehrsprognose 2025, die der Überprüfung zu Grunde liegt, geht von einem Rohölpreis von 60 Dollar pro Barrel im Jahr 2030 aus, obwohl er schon heute bei 85 Dollar liegt. Selbst die Internationale Energieagentur geht mittlerweile von einem Ölpreis von rund 120 Dollar (in Preisen von 2010) aus, andere Gutachten von 200 Dollar und mehr. Es ist einfach nur peinlich und soll die Menschen wohl verdummen, wenn CSU-Mann Ramsauer eine Planung präsentiert, der einen derartigen Berechnungshumbug enthält.

Was übrigens der Bedarfsplan für Straße und Schiene zu dem vom Landkreis Emsland forcierten, autobahnähnlichen Straßenausbau der B 402 und B 213 aussagt, habe ich bislang nicht herausfinden können. Angesichts der dramatischen Unterfinanzierung des ganzen Planes, wahrscheinlich nicht viel.

 

Nachtrag:
Grundsätzliches zur Verkehrspolitik a la CDUCSUFDP  formuliert der Kölner Stadtanzeiger hier

(Foto: Lingener Bahnhofsgleise; © dendroaspis2008)

Transrapid

25. Juni 2009

Transrapid_014Meldung von heute: Die Transrapid-Teststrecke im Emsland hat eine „weitere Gnadenfrist“ von zehn Monaten erhalten.  Dazu stecken die CDU-Mannen um Landrat Bröring 575.000 Euro emsländische Steuergelder  in das gescheiterte Transrapid-Projekt, damit es denn „weltweit vermarktet“ werde. Und das Land Niedersachsen gibt denselben Betrag dazu. Und der Bund noch mal 2,1 Mio Euro extra.   Die restlichen 2,25 Millionen Euro wollen die beteiligten Unternehmen tragen. Niedersachsens Wirtschaftsminister Rösler (FDP)  bezeichnete den Weiterbetrieb blumig als positives Signal für den Technologiestandort Deutschland.  Der FDP-Politiker betonte zugleich, dass es sich bei der zugesagten Summe um einen einmaligen Landeszuschuss handele.

Merke: Was 30 Jahre nicht geklappt hat, klappt bestimmt jetzt! Weil Hermann kommt! Allerdings muss er sich beeilen. Wenn sich bis Ende April 2010 kein Interessent für den Transrapid finde, werde die Strecke endgültig stillgelegt, heißt es. Aber Brasilien will ja eine Billigversion und dann noch die Strecke von Amsterdam nach Hamburg über Las Vegas und München und wo überall sollte schon ein Transrapid… wie war das noch, wie war das noch?

Foto: wotan47, pixelio