Kleinkariert

10. Februar 2013

Ein kleiner Nachtrag zum Thema LWT, dem running gag unserer städtischen Verwaltung, der es wieder einmal zu Foto und Kommentar in unsere Lingener Tagespost geschafft hat:

Sie wissen spätestens seit diesem Bericht: Das LWT-Büro im Rathaus („Tourist-Information“) soll in diesem Frühjahr renoviert werden. Ohne die erforderliche Ausschreibung kostet das mal eben 25.000 Euro. Ich lese:

„Erster Stadtrat Ralf Büring warnte … davor, die dringend notwendige Maßnahme weiter zu verschieben. Das sah Godula Süßmann von der Liberalen Fraktion genauso. „Unsere Stadt ist flott und modern, und das soll sie auch zeigen.“ Jetzt wirke die Einrichtung wie „hinterdörflerisch hoch zehn“. Oberbürgermeister Dieter Krone bezeichnete das Verkehrsbüro als „Entrée der Stadt“, das entsprechend ausgestattet sein müsse.“

Jede/r weiß, so ticken Verwaltungen: Lange nichts machen, denn dann ist es immer von Jetzt auf Gleich „dringend notwendig wegen  starker Abnutzung und [natürlich immer!] mangelnder Funktionalität“….usw. usf.

Doch muss diese LWT-Ausgabe sein, wie zu lesen ist? Nun bevor man beispielsweise eine (teure) Kirschholz-Theke wegwirft,  durch wallartige modisch Bankschalterlein ersetzt und vor der Kinderwagentür eine Säule platziert [Wirklich durchdacht: Im Zuge des demografischen Wandels müssen Kinderwagen auch nicht mehr….. 😉 ], kann man es doch erst mal mit ENTRÜMPELN versuchen: Raus mit den ganzen Prospektständern, dem Behördenmüll und vertrockneten Verwaltungspflanzen (Foto unten). Die großformatigen Fotos aller Mitarbeiter ABHÄNGEN [wir sind doch nicht Nordkorea und erfreuen uns an den Porträts der geliebten Leitung!].

Für’s Entrümpeln und Abhängen stell ich mich gern zur Verfügung, samt Container von Deppe; die BürgerNahen sind auch dabei. So könnte der LWT die 25.000 Euro sparen und an die Stadt zurückzahlen – als erste Rate für die Hunderttausende Euro, die er im vergangenen Jahr als Finanzspritze bekommen hat. Was ist daran eigentlich kleinkariert?

LWT

ps Fünfzehn Quadratmeter Teppichboden um das einzige, pressewirksam fotografierte Loch auszubessern, darf man gern verlegen…

 

(Foto: Tourist-Information im Rathaus Lingen: © Lingener Tagespost, Thomas Pertz. Ich sage danke für die Erlaubnis, die Aufnahme hier wiederzugeben)

Geschlossen

31. März 2010

Man merkt es eigentlich immer, wenn eine Sache zu routiniert betrieben wird. Gerade lese ich:

Stadtverwaltung am Karsamstag geschlossen.
Lingen. Das Bürgerbüro und die Tourist-Information im Rathaus der Stadt sowie die Stadt- und Hochschulbibliothek haben wegen des Osterfestes am Karsamstag, 3. April, geschlossen.

Da stehen also die Bürger aber auch alle Besucher unserer kleinen Stadt vor verschlossenen Türen. Die Gäste können womöglich „Infotower“-Schaufenster herumdrücken, der inhaltlich sehr bescheiden informiert. Einen Hotspot-Internetzugang finden sie nicht. Getwittert wird auch nicht.  Die drei Fahrradboxen hinter dem Rathaus sind so versteckt, dass man sie nicht einmal erahnt, also auch nicht nutzt. Die 1995 (!) beschlossene Fahrradstation mit Luft für Reifen und mit der Möglichkeit, kleinere Reparaturen selbst vorzunehmen, ist immer noch nicht realisiert.

Mit anderen Worten: Touristen, Gäste und Besucher behandelt man im und am Rathaus nicht sonderlich gut.  Sie sollten doch eigentlich die touristische Information offen vorfinden, wenn sie hier z.B. mit dem Rad unterwegs sind. Aber Karsamstag beispielsweise, wenn Ostergäste mit und ohne Untersatz in der Stadt sind, ist geschlossen.  Auch sonst ist es an Wochenenden nicht besser. Im Winterhalbjahr ist an Freitagen schon um 12.30 Uhr (ab April wenigstens erst um 16 Uhr) geschlossen, Samstags um 13.00, Sonntags immer. Das sind Öffnungszeiten, die an den Bedürfnissen der Bediensteten aber nicht an denen der Gäste und Besucher Lingens ausgerichtet sind.

Die Tourist Information braucht andere Öffnungszeiten, wenn Touristen kommen und damit sie dort die Angebote der Stadt überhaupt erfahren können. Dabei kann der neu gegründete LWT auch personelle Hilfestellung leisten, dessen Rolle im Gestrüpp der örtlichen Strukturen mir bislang nicht klar ist.