Eigentlich hatte ich mich über die Neuigkeit gefreut. Doch diese  Freude ist jetzt nicht mehr so heftig, wo die Einzelheiten bekannt sind.
Also ganz von vorn: Es soll den ICE ins Emsland verschlagen. Erste Gerüchte gab es schon vor sechs Wochen, und Ende Mai war die neue Zugstrecke kurzfristig auf der Internetseite der Deutschen Bahn zu sehen, dann aber wieder gelöscht.

Letzte Woche wurde das Vorhaben zur veröffentlichten Gewissheit: Deutsche Bahn richtet eine ICE-Linie  München-Norddeich und zurück ein, konnte man erfahren. Das Wichtige dabei: Ohne Umsteigen und mit Lingen als Haltepunkt wie die anderen ICE Metropolen in Deutschland: Offenburg in Baden oder Montabaur und Limburg im Westerwald.

Inzwischen sind Details bekannt und die zeigen, dass es für unsere Stadt wirklich nur eine kleine Verbesserung ist.

Der ICE 1680 soll nämlich den Münchener Hauptbahnhof um 8:14 Uhr verlassen und in Norddeich Mole um 17:02 eintreffen. Auf dieser Hinfahrt hält er sibn Stunden später gegen 15.13 Uhr in Lingen(Ems), doch der für uns (nicht nur) touristisch wichtige Zug ICE 1681 von Norddeich Mole (ab 10:53 Uhr) nach München (an 20:03 Uhr) hält eben nicht in Lingen (Ems). Wollen also Reisende aus Lingen (Ems) das „touristische Angebot“ Richtung Bayern oder -vielleicht genauso interessant- Kassel, Fulda und Hessen nutzen, müssen sie also doch erst bis Rheine und dort um- und einsteigen. Da empfiehlt sich dann jedenfalls für das Ziel Bayern der IC bis Düsseldorf und die Weiterfahrt mit den ICE nach München.

Gefahren wird nur an 10 Wochenenden im Sommer 2020, nämlich vom 3. Juli bis 19. September; denn wegen Bauarbeiten gibt es das ICE-Angebot weder am letzten Augustwochenende 28.08. – 30.08. noch am ersten Septemberwochenende 04.09. bis 07.09.. Es kann „voraussichtlich“ (Bahnsprecherin) erst ab dem 14. Juni über „Bahn.de“ gebucht werden. Zurzeit ist das Angebot auf bahn.de nicht zu sehen.

Da die Bahn kein Personal und keine Hublifte in Lingen (Ems) vorhält, gilt das ICE-Angebot, wie alle anderen Fernverkehrsangebote ab/bis Lingen (Ems), nicht für Menschen, die auf Mobilitätshilfe angewiesen sind, also etwa Menschen mit Gehhilfen, Rollis, Blinde. Das ist weiterhin peinlich und skandalös für unsere Stadt !

Der Tourismus-Sommer-ICE wird im Emsland auf einer Bahnstrecke bummeln, die nicht ICE-tauglich ist und zwischen Meppen und Papenburg wegen der schmalen Brücke über den Küstenkanal auch nur ein Gleis hat. Sich für den Ausbau dieser Engstelle enzusetzen, ist längst überfällig, lieber Landkreis Emsland, damit es für den ganzen Zugverkehr auf der Emslandstrecke eine dauerhafte Verbesserung gibt.

Den gleichwohl positiven Teil des Fazits zog jemand in einem Kommentar auf der NDR.de-Seite: „Wir reden hier wohl von einer einmaligen Bahn-Aktion in Corona-Zeiten, um Deutschlandurlaub mit der Bahn attraktiver zu machen. Vor diesem Hintergrund macht die Idee Sinn. Denn sowohl Ostfriesland und die Inseln als klassische Urlaubsregion als auch das touristisch aufstrebende Emsland heißen Urlauber herzlich willkommen!“

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostfriesland-Papenburg will sich daher zu recht dafür einsetzen, dass die neue ICE-Verbindung „auch in den nächsten Jahren aufrechterhalten“ wird.

 

 

Großefehn

29. Juli 2018

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeichnet heute Großefehn als Energie-Kommune des Monats aus. Mit Sand unter den Füßen und Wind in den Haaren begeistert die ostfriesische Gemeinde jedes Jahr bis zu 180.000 Übernachtungsgäste. Großefehn liegt in einer einzigartigen Kulturlandschaft und ist geprägt von historischen Windmühlen sowie seinen Windenergieanlagen. „Großefehn zeigt eindrucksvoll, dass Tourismus und eine moderne Nutzung der Windenergie vereinbar sind“, betont Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Schon 1999 wurde in der niedersächsischen 14.000-Einwohnergemeinde der erste Windpark gebaut und seitdem stetig erweitert. 2014 wurde ein zweiter Windpark eröffnet, derzeit werden in Repowering-Projekten alte gegen neue Anlagen ausgetauscht. Bürgerbeteiligung wird großgeschrieben. „Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen. Sie dürfen nicht erst aus der Zeitung erfahren, was sich vor ihrer Haustür abspielt, sondern müssen direkt in die lokale Energiewende eingebunden werden“, betont Olaf Meinen, Bürgermeister von Großefehn.

Ob Informationsveranstaltung, Musikfestival im Windpark oder finanzielle Beteiligung an den Anlagen. Großefehn macht die erneuerbaren Energien für die Anwohnerinnen und Anwohner erlebbar. Finanzielle Bürgerbeteiligung gibt es in zahlreichen Varianten: Bürgerinnen und Bürger legen Windenergiesparbriefe mit Festverzinsung an. Außerdem sind insgesamt neun Bürgerwindgesellschaften mit über 430 Gesellschaftern an den Windparks finanziell beteiligt. Auch die Gemeinde ist an den Windparks beteiligt – um Einnahmen zu generieren und das Klima zu schützen.

In der ostfriesischen Gemeinde zeigt sich, dass der Ausbau der Windenergie und Tourismus kein Widerspruch ist. „Es hat hier nie Konflikte gegeben – ganz im Gegenteil: Gäste fahren mit dem Rad durch die Windparks und schauen sich die Anlagen einmal von nahem an“, so Bürgermeister Olaf Meinen. Die clevere Nutzung des Windes ist und bleibt Teil des Landschaftsbildes in Großefehn.

Ein ausführliches Portrait der Gemeinde Großefehn ist nachzulesen auf Kommunal Erneuerbar.

[Man muss die sogenannte Verspargelung der Landschaft um Großefehn nicht schön finden um den besonderen Unterschied zu unserer Stadt im Emsland zu erkennen: In unserem Lingen (Ems) gibt es nur wenige Windparks, mehr verhindert der Landkreis Emsland, der aber nie etwas gegen traditionellen, CO2-lastige Kraftwerke und das AKW Emsland. Insbesondere die radioaktiven Abfälle müssen noch Hunderttausende Jahre sicher verwahrt werden – ei ganz besonderer Beitrag zur Nachhaltigkeit…]

(Foto: „Windparks im Sonnenaufgang“ (Quelle: Hans Freese, Gemeinde Großefehn; Quelle PM von AEE).

erwartet

19. Januar 2015

Bei einer im Dezember vergangenen Jahres durchgeführten Online-Umfrage unter 777 im Grenzgebiet zu Deutschland lebenden Niederländerinnen und Niederländern äußerte sich die Mehrheit der Befragten höchst kritisch gegenüber den Mautplänen der Bunderegierung. Eine Mehrheit von 75 Prozent lehnt die geplante Vignette kategorisch ab und viele geben an, zukünftig nicht mehr so oft wie bislang nach Deutschland fahren zu wollen. Die befragten Personen aus den Niederlanden kommen aktuell vor allem für Lebensmitteleinkäufe (88%), Tagesausflüge (49%), Urlaube (39%) und zum Shopping (34%) nach Deutschland.

„Die Deutschen machen ihren eigenen Tourismus kaputt“ so eine der Meinungsäußerungen, die die Hamburger Außenwirtschaftsstudentin Anna Maria Erchinger zu hören bekam, als sie im Auftrag der Ems Dollard Region Personen in den niederländischen Provinzen Groningen, Drenthe und Friesland befragte. Andere Stimmen sprachen von „Diskriminierung“. Sie lehnten die von der Bundesregierung geplante Maut nicht primär wegen der Kosten, sondern vor allem deshalb ab, weil sie als „Ausländer-Maut“ angedacht ist und so nach der Einschätzung vieler nicht mit der Idee eines vereinten Europas und dem gemeinsamen Binnenmarkt zu vereinbaren ist.

Glaubt man den Ergebnissen der Erhebung, dann hätte die Einführung der Maut eine deutliche Auswirkung auf das Besucherverhalten von Niederländerinnen und Niederländern in Deutschland. Denn während derzeit rund 35 Prozent der Befragten angab, wöchentlich über die Grenze zu fahren, um einzukaufen oder einen Ausflug zu machen, würden künftig nicht einmal mehr acht Prozent einmal pro Woche nach Deutschland fahren. 46 Prozent der Befragten gaben an, dass sie künftig nur noch ab und zu nach Deutschland reisen werden. 37 Prozent notierten, dass sie gar nicht mehr die Grenze überqueren wollen, wenn es eine Pkw-Maut in Deutschland gibt. Lediglich acht Prozent der Befragten wollen auch weiterhin wöchentlich ins Nachbarland reisen, sechs Prozent einmal im Monat.

Wie oft fahren Sie über die Grenze?

umfrage_maut

 

Quelle: Ems Dollard Region

Seit Ankündigung der deutschen Mautpläne regt sich Protest im In- und Ausland (NiederlandeNet berichtete). Vor allem in den Grenzregionen sind viele Einnahmen auf den kleinen Grenzverkehr zurückzuführen. Eine Maut hätte vor allem hier große Auswirkungen, sind sich die Experten einig (NiederlandeNet berichtete). In Münster beispielsweise können rund 18 Prozent des Tourismusumsatzes auf Niederländer zurückgeführt werden. Im Einzelhandel in Nordhorn machen niederländische Kunden einen Anteil von bis zu 40 Prozent aus. Nun hat die Ems Dollart Region erstmals untersuchen lassen, wie die Auswirkungen der Maut auf den Grenzverkehr tatsächlich sind. Mit erschreckenden Ergebnissen.

[gefunden auf NiederlandeNet]

Lingen präsentiert sich auf der Wikipediaseite mit peinlichem Provinztourismus in schlechtestem Verwaltungsdeutsch. Guckst Du, liest Du!

„Tourismus [Bearbeiten]

Im Jahr 2010 wurden in Lingen (Ems) 225.299 Übernachtungen registriert. Das touristische Haupteinzugsgebiet ergibt sich aus einem Umkreis von 200 Kilometern. Seit der Fertigstellung der Emslandautobahn A 31 besuchen verstärkt Gäste aus dem Ruhrgebiet die Region.

Die Lingener Touristinformation verzeichnete 2010 etwa 20.000 Kundenkontakte. Sie hat sich als Anlaufpunkt in touristischen Belangen, aber auch als Vorverkaufsstelle für Veranstaltungen bei Gästen und Einheimischen etabliert.

Der Radtourismus ist einer der stärksten Touristenmagnete. In den letzten Jahren wurde das Radwege-System stetig erweitert. Mittlerweile umfasst es über 220 Kilometer auf regionalen und überregionalen Routen. Stark nachgefragt sind Routen entlang der naturbelassenen Ems.

Naturbelassene Teile der Ems bei Lingen werden häufig von Kanuten für Ausflüge auf dem Wasser genutzt.

Auf der Kreuzung der Wasserstraßen Ems – Dortmund-Ems-Kanal – Ems-Vechte-Kanal liegt das Naherholungsgebiet Hanekenfähr. Hier sind u. a. fünfzehn Gastliegeplätze für Motorboote vorhanden. Ausflugsboote und Linienschiffe stehen für Touren auf dem Wasser zur Verfügung.

Die Stadt Lingen (Ems) bietet über den Verein Lingen Wirtschaft + Tourismus e. V. (LWT) Rundgänge durch die Stadt an, u. a. mit „Bürgerin Brigitte“, den Kivelingen oder eine Führung auf Plattdeutsch. 2010 wurden ca. 250 Stadt- bzw. Kivelingsführungen in Lingen durchgeführt.

Zu den regelmäßig stattfindenden verkaufsoffenen Sonntagen besuchen Gäste aus der näheren Umgebung, meist aus einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometer, die Stadt. Das Einkaufszentrum Lookentor und die Altstadt mit ihren kleineren Geschäften sind dabei stark frequentiert. Die Besucher stammen überwiegend aus dem Landkreis Emsland, der Grafschaft Bentheim und den benachbarten Niederlanden.“

Kurz gefragt: Wer schreibt so und solche Inhalte?