Tokyo

24. August 2018

Schon im Jahr 2013 hat man in Tokyo aus der bis dahin oberirdischen Shibuya Station eine U-Bahnstation gemacht. Soweit so gut, aber: der letztendlich Umbau wurde in nur einer Nacht mit 1200 Mitarbeitern gewuppt, was ich mehr als nur beeindruckend finde.

Ich meine, zum Beispiel in unserem Lingen musste ein einziger Abwasserkanal an der Kreuzung Weide-/Wilhelm-/Meppener-Straße saniert werden. Ein Kontrollschacht in der dortigen Abwasserdruckrohrleitung wurde ersetzt diesen durch einen Neuen.

Das dauerte nicht vier Stunden sondern knapp vier Wochen, weil wie üblich nur ein paar Stunden am Tag gebaut wurde. Nicht auszudenken, wenn man es so geplant hätte wie die Japaner. Statt dessen wurde bei uns, als diese Baustelle (fast) beendet war, nur 50m weiter die nächste Kanal-Baustelle…

Aber, so haben mich die lokalen Abwasserfachleute informiert, das war VÖLLIG UNMÖGLICH… selbst die Ampelschaltungen blieben so wie vor der Sperrung. Kurz gefragt: Nennt man das dann eigentlich nachhaltig?

Oder sollte man doch mit Planung und Manpower verhindern können, dass tagtäglich Hunderte von Verkehrsteilnehmern stundenlang im Stau stehen und die RTW-Zufahrt zum Krankenhaus häufig blockiert war…

ps damit wir uns richtig verstehen: Es müssen nicht gleich 1200 Arbeiter auf der Baustelle in Lingen tätig sein. Aber 18 Stunden am Tag und vielleicht ein paar Tiefbauer mehr, das könnte den Stress deutlich minimieren. Geht nicht? Nun, dann hab ich noch ein Tiefbau-Video, das ich für Wilfried Roggendorf vor längerer Zeit schon mal gepostet habe. Guckt mal:

Japanspende

15. März 2011

Bundespräsident Christian Wulff hat bei einem Besuch in der japanischen Botschaft in Berlin  die Deutschen zu Spenden für die Katastrophenopfer in Japan aufgerufen. Spenden seien die wirksamste Hilfe für Sofortmaßnahmen und Wiederaufbau, sagte er. Er selbst werde spenden.

Auch die Stadt Lingen (Ems) ruft ihre Bürgerinnen und Bürger ab Mittwoch zu Spenden auf und will für jeden gespendeten Euro einen aus dem Stadtsäckel drauflegen. Die Aktion geht auf eine Initiative der CDU-Ratsmitglieder zurück, die dafür schnell die FDP gewinnen konnten. SPD und Bündnis’90/Die Grünen sind dabei. Klar: Spenden für die gebeutelten Menschen in den zerstörten Regionen können beim Wiederaufbau wichtige Unterstützung leisten. Aber zu wenig Geld ist in Japan, dem drittgrößten Industriestaat der Erde, nicht das Problem. Ein Beispiel: Der Nikkei-Wertpapierindex der Börse von Tokio hat als Folge der Atomkatastrophe von Fukushima dramatisch an Wert verloren. Daraufhin hat die japanische Notenbank sofort rund 130 Milliarden Euro in die Märkte gepumpt. Das Rückkaufprogramm für Wertpapiere hat sie auf insgesamt 350 Milliarden Euro ausgeweitet.

Trotzdem spenden? Ich bin mir nicht sicher. Heute erhielt ich dazu diese E-Mail:

„Ja, geht’s denn noch???
Nicht, dass ich etwas gegen Spenden bei Naturkatastrophen oder ähnlichem hätte. Bei Japan reden wir aber von der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt und der Energieversorger „Tepco“ ist meines Wissens die Nummer 4 in der Welt! Wo blieb denn beispielsweise der Aufruf der CDU beim Erdbeben in Haiti? Da hätte es wirklich Hilfe bedurft, weil der Staat selbst nicht dazu in der Lage war.

Spöttisch würde ich jetzt sagen, es handelt sich um „geplante Hilfsaktionen“ unter Atomkraftstandorten. Wenn es darum geht, sollte aber die RWE etwas in den Topf einzahlen.

Das ist doch völlig ohne Überlegung. Die wirklich Bedürftigen dieser Welt müssen sich da doch veräppelt vorkommen….“

Also meine Frage:
Ist der aktuelle Lingener Spendenaufruf mehr als ein bloßer Ausdruck von Hilflosigkeit? Was machen Sie?

Tokio

15. März 2011

 

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