Abtauchen zum Aufräumen

3. September 2018

Das Projekt „Abtauchen zum Aufräumen“ kommt nach Geeste. Das Naturschutzvorhaben des NABU und der niedersächsischen Sporttaucher widmet sich der Müll-Situation in Niedersachsens Binnengewässern und will dort unter dem Motto „Abtauchen zum Aufräumen“ klare Verhältnisse schaffen. In dem zunächst bis Februar kommenden Jahres laufenden Projekt werden Aktive aus NABU-Gruppen und des Tauchsport-Landesverbandes gemeinsam „abtauchen um aufzuräumen“. Eine längere Zusammenarbeit zwischen den Naturschützern des NABU und den Sporttauchern ist das Ziel und soll die Gewässer in Niedersachsen zukünftig müllfrei halten.

Nun geht es auch am Speicherbecken Geeste los: Er soll am nächsten Samstag, 08.09.2018, gereinigt werden. Die Aktion wird von Tauchern des ortsansässigen Tauchclub Hydra Lingen e. V. durchgeführt. Als Mitglied des Tauchsport Landesverband Niedersachsen und  des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) blickt der Tauchclub bereits auf eine 47-jährige Geschichte zurück und widmet sich ganz der Ausübung und Förderung des Sporttauchens und engagiert sich: Bereits im vergangenen Jahr führte der Tauchclub erstmals eine eigene Seesäuberungsaktion am Speicherbecken Geeste durch. Treffpunkt für die Aktion am kommenden Samstag ist um 13 Uhr das Vereinsheim des Tauchclubs Hydra.

„Die Verschmutzung der Meere ist in den Medien ein vielbeachtetes Thema. Weniger bekannt, gleichwohl ähnlich drängend, ist die Situation in den heimischen Seen. Oftmals sind es Sporttaucher, die bei der Ausübung ihres Natursportes unter Wasser Flaschen, Kanister, Gartenstühle und andere Gegenstände aus der Oberwelt finden. Ehrenamtlich Aktive aus NABU-Gruppen kennen dieses Problem ebenfalls in den von ihnen betreuten Gebieten. Diese Synergien lassen sich in diesem Projekt nutzen. Und dies soll hier bei uns konkrete Umsetzung finden!“, freut sich Bernward Rusche (NABU Lingen) und ruft zugleich auf: „Wer mitmachen möchte, am Ufer aus den Müll sortieren und in Container und Säcke füllen zu helfen, ist höchst willkommen!“ Bernward Rusche hofft, dass in Geeste viele helfende Hände sein werden. Arbeitskleidung und –Handschuhe sollten mitgebracht werden. Ab 14.00 Uhr werden die Taucher beginnen, den Müll aus dem Speicherbecken zu sammeln.

Müll auf wie unterhalb der Wasseroberfläche und auf dem Grund von Gewässern stellt eine große Gefahr für alle Lebewesen dar. Der Müll beeinträchtigt aquatische Ökosysteme und verrottet oft erst nach Jahren, Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten, wobei auch dieser Verrottungsprozess zumeist mit großen Umweltbelastungen verbunden ist.

80 Prozent der Mülleinträge in den Weltmeeren erfolgen, global betrachtet, durch Zuflüsse von Land. Die restlichen 20 Prozent erfolgen direkt auf dem Meer – durch die Schifffahrt, die Fischerei, insbesondere durch verloren gegangene Ausrüstung sowie durch die Offshore-Industrie.

(Quelle: PM NABU, Foto: Speicherbecken Geeste © milanpaul via flickr)

Aufwand

2. Februar 2015

Dass Lkw-Fahrer, deren Route durch Deutschland fährt, künftig für ihre Arbeit in Deutschland ebenfalls den Mindestlohn erhalten, halte ich für nachvollziehbar. Aber ob dazu alles an Aufwand berechtigt ist, was die Bürokraten ersonnen haben? Da habe ich meine Zweifel. Hier ein Blick nach Westen via Niederlande.Net:

Der Mindestlohn ist da. Seit dem 1. Januar 2015 müssen deutsche Arbeitgeber belegen, dass sie ihre Mitarbeiter mit mindestens 8,50 Euro pro Arbeitsstunde bezahlen. Dies gilt auch für auch für internationale Unternehmen, die in Deutschland tätig sind. Besonders die Logistikbranche ist betroffen. Neben der für viele ausländische Unternehmen bestehenden finanziellen Herausforderung, birgt das neue Gesetz auch eine Reihe von bürokratischen Hürden. Auch niederländische Unternehmen beklagen sich nun über die Änderungen im deutschen Arbeitsrecht.

Wer in Deutschland arbeitet, verdient seit dem 1. Januar mindestens 8,50 Euro. Dies gilt zum Beispiel auch für ausländische Fernfahrer, die ihr Fahrtziel in Deutschland haben, oder die Autobahn lediglich zur Durchfahrt nutzen. Für den Zeitraum in dem sich die Arbeitskraft in der Bundesrepublik befindet, fällt sie unter das Mindestlohngesetz. Für viele internationale Logistikunternehmen bringt die Einführung des Mindestlohns in Deutschland eine enorme finanzielle Belastung mit sich. Besonders Zulieferer aus Osteuropa sind davon betroffen. Wie ein Sprecher der tschechischen Logistikverbände gegenüber NOS erklärte, verdiente ein tschechischer Fernfahrer bisher im Durchschnitt zwischen zwei und vier Euro pro Stunde. Führt seine Route zukünftig über Deutschland, so kann er für die hier gefahrenen Kilometer eine Bezahlung in der Höhe des deutschen Mindestlohns verlangen.

Für viele Unternehmen jenseits der deutschen Grenzen sind es jedoch nicht nur die finanziellen Einbußen, die Anlass zur Sorge liefern. Der bürokratische Aufwand rund um das neue Gesetz ist enorm. Die Arbeitsverträge und Lohnabsprachen der internationalen Konzerne müssen seit 2015 auch auf Deutsch mitgeführt werden, damit bei regelmäßigen Kontrollen ersichtlich ist, dass der Mindestlohn eingehalten wird. Handelsdokumente müssen gegebenenfalls übersetzt werden.

Quelle: Timon91/cc-by-ncDer bürokratische Mehraufwand stößt vielen niederländischen Logistikbetrieben sauer auf. Der Sprecher der Unternehmervereinigung EVO, Peter Ruyter, befürchtet, dass auch andere europäische Nachbarstaaten in Zukunft ähnliche Gesetze auf den Weg bringen, und sich dadurch die Belastung weiter erhöhen könnte. Der Gedanke an Strafen in Höhe von bis zu 30.000 Euro bei Missachtung des Gesetzes und an die sich ankündigenden europaweiten Verzögerungen in der Handelsbranche, veranlasste die EVO nun einen Antrag bei der europäischen Kommission zu stellen um überprüfen zu lassen, ob die Folgen der deutschen Gesetzgebung mit den Regeln des freien Binnenmarktes in Europa zu vereinbaren sind. Auch die niederländische Logistikvereinigung TLN fühlt sich mit unnötigem Mehraufwand belastet. Da sie ihre Fernfahrer grundsätzlich mit einem weitaus höheren Stundenlohn als den verlangten 8,50 Euro vergütet, erscheint der zusätzliche Aufwand doppelt überflüssig. Auch TLN hat sich bereits an die EU-Kommission gewandt und um alsbaldige Aufklärung gebeten.

Die Bundesregierung hat unterdessen vorsorglich rund 2.000 neue Arbeitsplätze geschaffen um die regelmäßigen Kontrollen auf den deutschen Handelswegen durchführen zu können. [Quelle: Niederlande.net].

(Foto: Autobahn Quelle: Timon91/cc-by-nc)