Wieder einmal

1. August 2011

“In einer Gesellschaft, in der Anti-Islamismus und Abgrenzung von anderen wieder hoffähig wird, in der das Bürgertum Herrn Sarrazin applaudiert, da gibt es natürlich auch an den Rändern der Gesellschaft Verrückte, die sich letztlich legitimiert fühlen, härtere Maßnahmen anzuwenden.”

So SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel laut Tagesspiegel am vergangenen Dienstagabend in einem Gespräch mit dpa-Korrespondentin Miriam Bandar am Rande eines Camps von sozialdemokratischen Jugendorganisationen am österreichischen Attersee.

In ihrer Sonntagsausgabe berichtet dieselbe Zeitung nun aber darüber, “wie der SPD-Chef sich selbst ungesagt machen will.”…

Kurzum: Gabriel und seine SPD knicken wieder einmal ein, weil BILD und einige empörte Wähler und Genossen Sarrazin stützen, ja, jeden Angriff auf diesen politischen Heißsporn und Hetzer als persönlichen Angriff werten.

Quelle: Wirtschaft und Gesellschaft via NachDenkSeiten)

Mitten im Leben

9. November 2010

Die Nachbarstadt Rheine verfügt seit einigen Wochen über eine Jüdische Galerie – die erste überhaupt in ganz Westfalen. Man freut sich in Rheine und zieht Galerie-Vergleiche zu Berlin und New York.  Die Jüdische Galerie befindet sich im ersten Stock des Einkaufszentrums „EEC“ am Humboldtplatz
Bei der offiziellen Eröffnung der Galerie hielt die muslimische Bürgerrechtlerin Seyran Ates (Berlin) die Eröffnungsrede. „Es sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich Menschen aller Religionen friedlich begegnen“, sagte und kritisierte vor allem die Worte des Autors Thilo Sarrazin. „Es ist einfach nur beschämend, wenn man von irgendwelchen jüdischen Genen spricht“, sagte Ates. Die Kunst sei eine richtige Antwort auf solche Diskussionen. „Wenn ich mir heute und hier die einzelnen Bilder ansehe, dann nehme ich doch eine große Vielfalt wahr, eine Vielfalt, wie sie auch in unserer Gesellschaft existiert“, sagte Ates. Stets müsse man offen sein für andere, fremde Kulturen. Kunst sei ein wichtiges Mittel dafür, weil sie keine Grenzen kenne und weltoffen sei. „Es gibt wirklich nichts Schlimmeres als nationalistisches Denken“, betonte die Rechtsanwältin.
„Heute wird eine jüdische Galerie im katholischen Rheine mit den Worten einer türkisch-muslimischen Bürgerrechtlerin eröffnet“, sagte Norbert Kahle, Geschäftsführer der Europa-Brücke, einer der Trägerorganisationen und brachte damit Sinn und Zweck der Galerie auf den Punkt. Sie soll den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen fördern – unabhängig von der Herkunft der Künstler und der Kunstliebhaber. Passend dazu die erste Ausstellung: „Mitten im Leben“ –  eine Ausstellung mit  Werken des Berliner Künstlers Michail Schnittmann, der 1989 von Odessa nach Berlin übersiedelte.
Die Jüdische Galerie Westfalen in Rheine wurde nach dem Vorbild der Jüdischen Galerie in Berlin gegründet. Die Gesellschaft „Gemeinsam für Arbeit und Beschäftigung“ (GAB) ist zusammen mit der Europa-Brücke, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und dem Städtepartnerschaftsverein Rheine Mitgründer.  Das Ziel, jüdische Künstler in Rheine und Umgebung bekannt zu machen, war die Motivation für die Neugründung. Die erste Ausstellung in den Räumen der GAB ist allerdings nur eine Übergangslösung, bis feste Räumlichkeiten gefunden sind.
Die Ausstellung der Galerie im Einkaufszentrum am Humboldtplatz ist grundsätzlich freitags von 10.30 Uhr bis 18 Uhr, samstags von 10.30 Uhr bis 14 Uhr und sonntags von 15 Uhr bis 18 Uhr für Besucher geöffnet.
(Bild: Kunstunterricht, © Michail Schnittmann 2009)

Thilo

30. August 2010

„Über Thilo Sarrazins Buch ist alles gesagt, nur noch nicht von allen. Deshalb will ich nicht in die Bewertung seiner Thesen und Texte einsteigen. Nachvollziehbar ist für mich der Hinweis, 30 Prozent seien der wahre Kern des Problems, 40 Prozent Falschinterpretation und Verdrehung der Fakten und Statistiken, und 30 Prozent dumpfe Ressentiments, Verhetzung mit rassistischen Untertönen.

Ein Aspekt…“

weiter aus gegebenem Anlass auf sprengsatz.de, der Seite von Michael Spreng.