Gemeinsamkeit

24. Februar 2020

Das war, so glaube ich, gestern Nachmittag eine sehr ordentliche Veranstaltung der Lingener Zivilgesellschaft. Die Idee von Meike Behm, aufgegriffen von Dr. Heribert Lange und von mir: Lingen: Gegen Hass, gegen Hetze, gegen Rassismus.

Das Ergebnis waren schließlich rund 1000 Menschen auf unserem Marktplatz und wichtige, hörenswert-mahnende Beiträge von Heribert Lange, Petra Tiesmeyer, Marie Beenken, Meike Behm und OB Dieter Krone – umarmt und umrahmt durch die Musik von Zain Landozz, Tobias Bako & Friends (Kai Liedtke, Frank Werge, Raimund Fock-Müter, Felix Hammer, Eike Kumbrink, Matthias Mertens, Theresa Ngyuyen, Martin Vest).

Mir hat die Gemeinsamkeit sehr gefallen, auch wenn ich mir ein wenig mehr junge Teilnehmer*innen gewünscht hätte. Aber im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen haben sichtlich mehr Migranten und Migrantinnen teilgenommen. Das hat mich sehr bestärkt.

Hier die Links (wird noch ergänzt):

Das Programm

Zum Livestream auf Facebook

Bericht der Lingener Tagespost

Begrüßungsrede Dr. Heribert Lange

Grußwort Marie Beenken


Foto: © @UnserLingen via twitter (Danke für die Zustimmung zur Nutzung!)

#wirsindmehr

20. September 2018

Deutlich mehr als 1000 Menschen, die Lingener Tagespost zählte mehr als 1200,  haben gestern Abend an der #wirsindmehr-Kundgebung auf dem Lingener Marktplatz teilgenommen. as waren etwa die Hälfte der Teilnehmer an der #NoPegida-Demonstration Anfang 2015, aber ach viel mehr, als von den Organisatoren erwartet. Lingen konnte so einmal mehr beweisen, dass es eine tolerante, vielfältige Stadt ist. Viele Teilnehmer*innen hatten Kerzen, Lichter und Leuchten mitgebracht; allerdings verzichteten die „Lingen leuchtet“-Organisatoren auf die gesonderte Aufforderung an die Teilnehmer*innen, den Lingener Marktplatz tatsächlich leuchten zu lassen.

 Die beiden Redner des Abends nahmen vor allem die aktuellen Geschehnisse im Osten der Republik in den Blick. OB Dieter Krone kritisierte unter dem Beifall der Demonstranten die Beförderung von BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen, ohne ihn namentlich zu nennen, und verurteilte die „Angriffe auf des friedliche Zusammenleben in Chemnitz und anderen Orten in den neuen Bundesländern“. Dazu „dürfen und wollen wir nicht länger schweigen, sondern gemeinsam unsere Stimme gegen Radikalisierung und Rechtsextremismus jeglicher Art erheben“, so Krone. Man müsse denen entgegentreten, die die erkämpften „Werte der Demokratie mit Füßen treten und untergraben wollten“. Jeder sei gefordert, auch in der Familie und im Bekanntenkreis.

Der katholische Gemeindereferent Dirk Tecklenborg (Laxten) ging auf „Ängste und Sorgen der Menschen“ ein: „Wer durch viel Veränderung in kurzer Zeit und immer schneller werdenden Informationen Sorgen hat, darf sie auch nennen“, erklärte Tecklenborg. Die vielzitierten „besorgten Bürger“ hätten Fragen und auch das Recht, darauf Antworten zu bekommen.

Das empfand ich als Äußerungen, die die Angriffe von Neonazis, Faschisten und Pegida-Anhänger auf Toleranz, Vielfalt und demokratische Werte einerseits und ihre Menschenjagden andererseits nach meinem Eindruck nicht zutreffend in den Blick nahmen und bewerteten, wenngleich Tecklenborg klar stellte: „Wer in sozialen Medien und der realen Welt gegen Demokratie, Toleranz, Mitmenschlichkeit und den Rechtsstaat wettert, der ist kein ‚besorgter Bürger‘, sondern jemand, der auf die sich stellenden Fragen gar keine Antworten haben will.“ Welche „Fragen sich stellen“, blieb dabei allerdings offen. Mir war das Gesagte  jedenfalls mit Blick auf das Verhalten der ostdeutschen Rechten zu relativierend.

Tecklenborg unterstrich schließlich: „Heute wollen wir zeigen, das wir in unserer Stadt offen und tolerant miteinander umgehen wollen.“ Das gelang gestern Abend.

Nach einer Schweigeminute schloss die 30-minütige Kundgebung mit dem gemeinsam gesungenen Song „We are the world“, den Theresa Nguyen (Gitarre) intonierte.Anschließend forderten Antifa-Aktivisten zu einem „Spaziergang durch die Stadt“, wobei unklar wa, welchen Zweck der haben sollte. Ihnen schlossen sich denn auch recht wenige, nach meinem Eindruck zwei, drei Dutzend Teilnehmer*innen der Kundgebung an.