Tammo Jansen – Negative Dialektik 
Philosophie in der Kunsthalle
Lingen (Ems)  – Kunsthalle, Kaiserstr. 10a
Di 31. Mai 16  –  19.30
Karten: 8 Euro, Mitglieder 6 Euro

Tammo_Jansen„Anknüpfend an den letztjährigen Vortrag  über Kant und Hegel, soll dieses Mal in der Reihe Philosophie in der Kunsthalle die Idee von der Dialektik in den Mittelpunkt gerückt werden.
Meint Dialektik noch bei Kant die Selbstwidersprüche der menschlichen Vernunft, geht ihr Begriff bei Hegel über die Sache, ins Integral der Totalität selber.
Vor der Geschichte blamierte sich solcherlei Philosophie. Sie blamierte sich genau in dem Maße wie sie die einzige Grundlage ihrer Erklärung und zugleich Rettung bleibt.
Dialektik – die Darstellung des antithetisch Entfalteten – als philosophische Methode ist nur mehr möglich als negative, als kritische Darstellung der antagonistischen Gesellschaft, somit als kategorisches Existentialurteil.
Der Vortrag wird einen Überblick zur Dialektik bieten und den Versuch unternehmen, den auf Theodor W. Adorno zurückgehenden Terminus einer negativen Dialektik zu explizieren.“

Tammo Jansen ist Philosoph. Er lebt und arbeitet in Osnabrück.

Niveau

26. Juni 2011

Christine hat am Mittwoch angerufen und einfach gefragt, ob wir vielleicht die beiden Karten für das Adoro-Konzert nach Sögel haben und mitfahren wollten. Annette sagte sofort Ja – also waren wir am Samstagabend in Sögel. Beim Adoro-Konzert. Adorno kannte ich (hat meines Wissens nie auf einer Bühne gesungen). Aber ich bekenne: Die Sangeskünstler von Adoro, zwei Tenöre und drei Bariton-Sänger, kannte ich bis dahin nicht. Inzwischen habe ich nachgelesen, dass die fünf klassisch ausgebildeten Sänger  Elemente der Oper mit deutschsprachigen Popsongs verbinden.

Um es mal so zu sagen: Ist nicht meine Musik, aber manchmal darf man auch ein süßen Likör  trinken. Die 100 Minuten Adoro-Konzert vor dem Sögeler Ludmillenhof waren wie Tee mit drei Stück Zucker und sie waren nass. Denn es regnete viel und wir mussten uns richtig fest in Plastik verpacken.  Die kulinarische Meile war -sagen wir- stark ausbaufähig, die wenigen Toiletten für die Frauen eine Tortur. Aber eigentlich war es trotz allem ein schöner Freiluft-Abend, der mit (nur) einer Adoro-Zugabe (von zwei Liedern) zu Ende ging; das von stundenlangem Regen nassgepladderte, in 3200 Plastikponchos (Danke an den Veranstalter!) verpackte Publikum konnte nicht mehr länger klatschen. Aber es war einer dieser typischen Emsland-Sommerabende, von dem wir noch Jahre erzählen werden.

Gleichzeitig ging vor der Meyer-Werft in Papenburg das zweite emsländische  Regen-Spektakel an diesem kalten Juniabend über die Open-Air- Bühne. Mit Ich + Ich , Juli,  den Scorpions und  ein paar anderen Showgrößen. O-Zitat aus dem so genannten Liveticker: „Es regnet und regnet und regnet..“ Ist ja egal, das Wetter, denn: „Papenburg , you kick ass.“ Hier die in der Ems-Zeitung verweigerte Übersetzungshilfe. Auch Papenburg bekam also 2011 sein Stückchen sommerliche Popkultur. 25.000 freuten sich.

Und bei uns in Lingen? Ja, Freunde, bei uns is nix mit einem Marktplatzkonzert 2011. Wir haben Weinlaube. Schon im zweiten Jahr gibt es keine Freiluft-Veranstaltung vor dem historischen Rathaus. Zugetragen wurde mir allerdings, man habe ernsthaft (!) bei Elton John nachgefragt. Dessen Management habe für seinen Auftritt 500.000 Euro verlangt, wobei mir nicht ganz klar ist, ob nur für sich (was ich annehme) oder für ein Konzert mit Band & Drumherum. 500.000 Euro „lassen sich nicht darstellen“, habe es dann begriffsmodisch geheißen. Früher sagte man etwas schlichter „zu teuer“. Anschließend gab es unverhofft (und dank Beziehungen)  ein Doppelpack-Schnäppchenangebot mit Atze Schröder am ersten und Xavier Naidoo am Abend danach. Das sei aber  (tatsächlich !)  „unter unserem Niveau“ gewesen; so soll es wirklich im Kreis der Verantwortlichen um die hauptamtliche LWT-Spitze gesagt worden sein. Der Lingener LWT organisiert solch eine Open-Air-Veranstaltung oder (wie letztes und dieses Jahr) eben nicht. Nun denn! Beim dem uns so lieb und teuer gewordenen LWT stellt sich die Niveaufrage bekanntlich längst ganz anders, und ich freue mich, dass „die Politik“ in Lingen jetzt mit einem Beirat versucht, dieses kommunale Langweilerprojekt (mit angeschlossenem Bermudadreieck, wo bekanntlich manches verschwindet) ein bisschen in den Griff zu bekommen.

Hier als sonntägliche Entschädigung der abgelehnte Xavier Naidoo. (Atze ist übrigens am 9.7. in Cloppenburg unterwegs).