Aktion II

28. Juni 2015

Mit einem symbolischen Grab in der Bahn-Unterführung am Theo-Lingen-Platz haben sich jetzt auch in Lingen (Ems) -leider unbekannte- Aktivisten an den Protestaktionen gegen die europäische Flüchtlingspolitik und deren Folgen beteiligt.

Am vergangenen Wochenende hatte es in Berlin den Auftakt der Proteste gegeben. Ein  „Zentrum für politische Schönheit“ hatte vor dem Reichstagsgebäude Gräber ausgehoben, um symbolisch Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu beerdigen.

Jetzt kam es zu Aktionen in Osnabrück und heute auch in Lingen, wo an einem aufgestellten Holzkreuz die Aufschrift FOR THE UNKNOWN REFUGEE auf das Flüchtlingssterben aufmerksam machen.

GrabBahnhof

 

(Foto: WaslosinLingen)

Pausenbild 29

23. August 2012

(Theo-Lingen-Platz in Lingen (Ems),© dendroaspis2008 via flickr)

Säulen

13. Oktober 2010

Über die Gestaltung des Kreisverkehrs Lindenstraße/Kurt-Schumacher-Brücke habe ich hier schon ein paar Mal einige Bemerkungen  geschrieben. Ich halte ihn für reichlich vermurkst. Ein Tiefbauarchitekt, der mal in Kunst machen wollte, aber nicht konnte. Gut gemeint ist immer noch nicht gut gemacht. Vor allem nämlich sind die Wasserröhren nicht gebrauchstauglich.

Denn gleich alle drei Säulen oder Röhren des Kreisverkehrs sind in der vorletzten Nacht einmal mehr  zerstört worden. Das vierte Mal inzwischen. Offenbar geht dies binnen weniger Minuten. Der angerichtete Schaden beträgt inzwischen mehr als 25.000 Euro. Es zahlt der Steuerzahler. Ich halte längst die Zeit für gekommen, um über eine andere, vandalensichere Säulenlösung nachzudenken. Die diskutierte Alternative „Kameraüberwachung“ ist rechtlich zweifelhaft; tatsächlich bringt sie nichts in Zeiten, in denen es tatsächlich zulässig ist, seinen Kopf mittels eines Motorradhelms, einer Skimaske oder eines Schals zu verhüllen. Also: Kein Wasser in die Säulen. Baut sie massiv und beleuchtet sie. Oder fällt jemandem etwas Besseres ein?

Bevor übrigens jetzt wieder ein überkritischer Zeitgenosse über die Bahnunterführung am Theo-Lingen-Platz einen empörten  „Istdochauchsodoof“-Kommentar postet: Nein, die Unterführung ist gut gestaltet. Aber auch sie ist leider wenig gebrauchstauglich und vandalenresistent. Doch bietet es sich hier an, den Dauerbewacher auch für die abend- bzw. nächtliche Betreuung des Mittelbahnsteigs einzusetzen und zur Reinigung von Bahnsteig und Umfeld.  Oder fällt jedenfalls hier jemandem  etwas Besseres ein?

 

(Foto: © dendroaspis2008, cc flickr)

Tiefer legen

7. November 2007

Keine Frage: Die Unterführung zwischen dem Nordende des Lingener Bahnhofs und dem Campus an der Kaiserstraße, scheint gelungen. Zwischen ihr und der engen, nicht ungefährlichen Durchfahrt unter der Ludwig-Erhard-Brücke oder dem Fitness-Programm Fußgänger-Brücke zwischen Schwedenschanze und Kokenmühle liegen städtebaulich und gestalterisch Welten. Und das ist gut so!
Trotzdem hätte ich mir in der publizierten Jubelarie mehr Wahrheit, weniger Klitterung und etwas mehr Augenmaß gewünscht: OB Pott übertreibt natürlich „um ein Vielfaches“ mit dem gestern bei der offiziellen Eröffnung gesprochenen Satz: „Was hier entstanden ist, übersteigt das normale Maß architektonischer Gestaltung um ein Vielfaches“. Zu einer solchen Einschätzung kann wirklich nur gelangen, wer die Entwicklung der Architektur in der Region und -vor allem – darüber hinaus ausblendet.

Auch der, die Lokalgeschichte klitternde Kommentar von LT-Chef Thomas Pertz, überzeugt nicht. Da macht er tatsächlich den seit 2000 amtierenden OB zum Vater der Unterführung, die seit knapp 20 Jahren auf der Tagesordnung stand, und verschweigt wenig elegant, dass Heiner Pott im Wahlkampf 1999/2000 keine Radfahrer- und Fußgängerverbindung forderte sondern einen normalen Straßentunnel, durch den vor allem der Kraftfahrzeugverkehr fließen sollte. Das habe nicht nur ich damals in der Tat belächelt; die Idee ist ja auch schnell in der Mottenkiste verschwunden. Denn: Hätte Pott seinen Autoplan durchgesetzt, wäre keine attraktive Verbindung sondern ein reiner Straßentunnel entstanden. Der Autoplan war ebenso wenig durchdacht wie die Brücke, die Potts Vorgänger Karl-Heinz Vehring aus Kostengründen an dieser Stelle wollte und die mehrheitlich schon im Rat beschlossen war – einschließlich Fahrstuhl für jeweils zwei Räder gleichzeitig.
Ehrlich wäre es auch gewesen, die Fehler in der Bauleitung zu erwähnen, die zu einer Verzögerung der Eröffnung um mehrere Monate geführt haben. Ob es daran lag, dass die Verantwortlichen offenbar lange Zeit tatsächlich nur „Dauergäste“ (O-Ton Pertz) auf der Baustelle waren?
Ob schließlich die Unterführung auch teurer geworden ist als der Kostenvoranschlag von 7 Mio Euro – man darf es vermuten. Zahlen liegen bisher nicht auf dem Tisch. Lieber Thomas Pertz, wie wäre es mit einer Nachfrage?
Freuen wir uns trotzdem über ein gelungenes Projekt am Theo-Lingen-Platz. Legen wir aber die Bewertung etwas tiefer, damit wir nicht an uns selbst besoffen werden, was für tolle Super-Kerle und -Mädels hier agieren…

(Foto: © dendroaspis2008, flickr.com)