Landgericht

5. November 2012

Teldafax

6. Mai 2011

Stromanbieter Teldafax ist offenbar in einer erheblichen Schieflage. Darüber berichtet SPIEGEL-TV in einem Beitrag. 40 regionale Netzbetreiber haben nach dem Bericht allein in den letzten Wochen die Teldafaxverträge gekündigt. Auch die Stadtwerke Lingen. Teldafaxkunden versuchen jetzt, ihr (an Teldafax vorausgezahltes) Geld zurückzubekommen. Guckst Du hier (SWL ab 6:15 min)

Stromhandel

18. Januar 2011

Kein Lingener Haushalt muss befürchten, demnächst ohne Strom dazu stehen. Aber die gut 1000 Kunden des Billiganbieters Teldafax könnten Problem bekommen. Denn seit geraumer Zeit zahlt das Stromhandelsunternehmen die Rechnungen der Stadtwerke Lingen (SWL) nicht pünktlich.

Nicht nur die SWL auch andere Netzbetreiber haben deshalb bereits damit gedroht, Teldafax den Zugang zu ihren Netzen zu kappen oder Vorkasse zu verlangen; das wusste schon vor einer Woche das Handelsblatt. Als Gründe hierfür werden  neben der schlechten Zahlungsmoral des Billigstromanbieters auch die negativen Presseberichte der letzten Wochen genannt.

Teldafax erzeugt selbst keinen Strom, sondern betätigt sich als reiner Händler. Das Unternehmen kauft im Großhandel Strom ein und gibt diesen an seine Kunden weiter. Für den Transport muss es den Netzbetreibern – den Eigentümern der großen Übertragungsnetze und Hunderten regionalen Versorgern – Gebühren bezahlen.

Obwohl das Unternehmen in den letzten Jahren 500.000 Kunden für sich gewinnen konnte, konnten bisher keine Gewinne erwirtschaftet werden. Das Geschäftsmodell, Bestandskunden auf hochpreisige Tarife umzustellen, funktioniert nicht. Teldafax verkaufte vorher den Strom zum Teil unter dem Selbstkostenpreis. Viele Kunden -auch aus Lingen- haben auch an Teldafax erhebliche Vorkassezahlungen und Kautionen geleistet. Bei einer Insolvenz dürften diese Gelder futsch sein.

Die Staatsanwaltschaft in Bonn ermittelt wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung, da das Unternehmen bereits seit 2008 keinen Jahresabschlussbericht vorweisen kann. Die Wirtschaftsprüfer von BDO verweigern bisher das Testat für die Abschlüsse 2008 und 2009.

Wohl auch wegen der angespannten Finanzen verlangte Teldafax jüngst von seinen Kunden, von der Lastschrift auf die Bezahlung per Überweisung umzustellen. Die Verbraucherzentralen raten hiervon ab. Die Umstellung von Lastschrift auf Überweisung sei eine Schlechterstellung, kritisiert der Verband. „Bei der Umstellung der Zahlweise auf Vorauskasse haben die Kunden nun nicht mehr die Möglichkeit, einmal abgebuchtes Geld bis zu sechs Wochen nach Wertstellung von der Bank unbürokratisch zurückbuchen zu lassen, sollte es Unstimmigkeiten mit Telafax geben“, so die Verbraucherzentrale Baden-Würtemberg. Sie rät dementsprechend davon ab, die Strom- oder Gasrechnung per Überweisung zu begleichen, sondern schlägt vor, die Möglichkeit der Lastschriftzahlung wahrzunehmen und die in ihren Augen unnötige Umstellung zu ignorieren.

Wird der Vertrag zwischen SWL und Teldafax wegen Rückständen des Handelsunternehmens gekündigt, kann Teldafax seine 1200 Lingener Kunden nicht mehr versorgen. Die erhalten dann automatisch ihren Strom aus der  Hand der Stadtwerke – nicht so billig wie bei Teldafax aber deutlich zuverlässiger.