Documenta-Diskussion

6. August 2022

DOCUMENTA FIFTEEN. PODIUMSGESPRÄCH
Lingen (Ems), Kunsthalle, Kaiserstraße 10a
Dienstag, 9. August 2022, 19.30 Uhr
Karten 6 Euro,
ermäßigt 4 Euro

Die documenta fifteen, kuratiert vom indonesischen Kollektiv Ruangrupa, folgt einem Konzept, bei dem die Form der Organisation eng mit der künstlerischen Ästhetik und den Inhalten verbunden ist. So ist eine außerordentlich vielfältige und herausfordernde Ausstellung entstanden, die an insgesamt 32 Orten in Kassel zu sehen ist, und die sich in ihrem Verlauf weiter verändern wird.

Ruangrupa zeigt vor allem Kollektive aus Asien, Afrika, Süd- und Zentralamerika, die dringende Themen unserer Zeit wie Bildung, Nachhaltigkeit, Diversität und globale Krisen behandeln. Die documenta fifteen rückt so weder Anklagen, abgeschlossene Abhandlungen noch rein museale Präsentationen in den Fokus, sondern präsentiert Prozesse, Partizipationen und Dialoge.

Bereits im Vorfeld wurden Vorwürfe gegen die Beteiligung von Künstler*innen erhoben, die im Verdacht des Antisemitismus standen. Seitdem die documenta (nach der Preview) das Banner „Peoples Justice“ (2002) des indonesischen Künstler*innenkollektivs Taring Padii mit antisemitischem Bildvokabular präsentierte, ist eine Debatte um die Deutungshoheit der europäischen Geschichte gegenüber den Sichtweisen des globalen Südens und die Interpretation von Antisemitismus entbrannt.

In dem Podiumsgespräch sprechen Muriel Meyer, Künstlerische Leiterin des Kunstvereins Grafschaft Bentheim, Thomas Niemeyer, Direktor der Städtischen Galerie Nordhorn und Meike Behm, Direktorin der Kunsthalle Lingen über die documenta fifteen und ihre eigene Sicht auf die Ausstellung und auf die öffentliche Debatte.

 

D15/2

21. Juni 2022

Das Künstlerkollektiv Taring Padi stellt auf der documenta15 einen antisemitischen Beitrag aus. Kulturstaatsministerin Claudia Roth fordert Konsequenzen. Schon vor dem Start der Kasseler Kunstausstellung sah sich das Kuratorenkollektiv Ruangrupa mit Antisemitismusvorwürfen konfrontiert. Konkrete Kritik richtet sich nun aber gegen einen Beitrag des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi: Auf dem großflächigen Banner am Friedrichsplatz ist unter anderem ein Soldat mit Schweinsgesicht zu sehen. Er trägt ein Halstuch mit einem Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift „Mossad“, der Bezeichnung des israelischen Auslandsgeheimdienstes.

Die Kulturstaatsministerin Claudia Roth fordert über den Twitter-Account des BKM Kultur & Medien die documenta auf, Konsequenzen zu ziehen. „Das ist aus meiner Sicht antisemitische Bildsprache.“

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