Duitsland

11. April 2014

euregioDie Zeiten sind einstweilen vorbei, wo man als Deutscher ins Nachbarland fuhr, um dort zu arbeiten oder jedenfalls voll zu tanken. Heute geht es andersrum. Rüber nach Duitsland – bei den Jobs wie beim Sprit.

„Niederländische Tankstellenbetreiber in der Grenzregion mussten im März erneut starke Umsatzeinbußen hinnehmen. Es ist bereits der dritte Monat in Folge, in dem die betroffenen Unternehmen mit sinkenden Verkaufszahlen konfrontiert werden. Seitdem in den Niederlanden zum 1. Januar 2014 die Steuererhöhung für Kraftstoffe in Kraft getreten ist, tanken immer mehr PKW- und LKW-Fahrer lieber im benachbarten Deutschland oder Belgien (NiederlandeNet berichtete).

Dieser Umsatzrückgang sei eine direkte Folge der Steuererhöhungen auf Kraftstoffe, wie die Branchenorganisationen BOVAG und NOVE unter Verweis auf eine am heutigen Dienstag veröffentlichte Untersuchung feststellten. Die darin enthaltenen Zahlen beruhen auf Befragungen von 501 Tankstellen im ganzen Land, von denen 71 maximal fünf Kilometer von der deutschen bzw. belgischen Grenze entfernt liegen. Laut dieser Studie tanken offensichtlich immer mehr Privatpersonen im Ausland. Aber auch internationale Transportunternehmen steuern niederländische Tankstellen immer seltener an – das gelte zum Teil sogar für unternehmenseigene Tankstellen auf Firmengeländen. Durch den Rückgang beim Absatz von Kraftstoffen werde auch der übrige Umsatz der Tankstellen-Shops in Mitleidenschaft gezogen.

Die niederländischen Tankstellen entlang der deutschen und belgischen Grenze haben im vergangenen Monat rund 35 Prozent weniger Diesel und fast 22 Prozent weniger LPGverkauft als im März 2013. Bei anderen Kraftstoffen sank der Absatz um 20 Prozent. Dieser empfindliche Einbruch in der Grenzregion wirkt sich auch landesweit negativ auf: hier sank der Verkauf um von Diesel um 13 Prozent, LPG um 18 Prozent und Benzin um 7,8 Prozent.“

Apropos vorbei. Lingen gehörte mal zur Euregio, dem ältesten binationalen Verband in der EU. Eigentlich ist es längst an der Zeit, wieder einzutreten. [In Niedersachsen umfasst das EUREGIO-Gebiet den Landkreis Grafschaft Bentheim, die Stadt Osnabrück, den Landkreis Osnabrück und die Gemeinden Emsbüren, Salzbergen und Spelle (Landkreis Emsland). In Nordrhein-Westfalen gehören die Stadt Münster und alle Kreise des Münsterlandes (Kreis Borken, Kreis Coesfeld, Kreis Steinfurt, Kreis Warendorf) zur EUREGIO.

In den Niederlanden ist die Regio Achterhoek (Provinz Gelderland) sowie die Regio Twente, die Gemeinden Hardenberg und Ommen (Provinz Overijssel) und die Gemeinde Coevorden (Provinz Drenthe) Teil des EUREGIO-Gebiets.

Die EUREGIO-Mitglieder
Die EUREGIO zählt 129 Mitgliedskommunen – 104 auf deutscher und 25 auf niederländischer Seite. Ein Teil der Städte und Gemeinden ist indirekt über ihren jeweiligen (Land)kreis an die EUREGIO angeschlossen. Alle Mitglieder sind in der EUREGIO-Mitgliederversammlung vertreten, die einmal pro Jahr zusammen kommt.]

(Quellen: NiederlandeNet und DRadioKultur)

 

momentan

12. März 2014

tankstellegronauGewusst? „Niederländische Tankstellenpächter im Grenzgebiet zu Deutschland und Belgien haben es zurzeit nicht leicht. Durch die teils extremen Preisunterschiede bei Diesel- und Flüssiggastreibstoffen betanken immer mehr niederländische Verkehrsteilnehmer ihre PKW und LKW im benachbarten Ausland. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum brach [auf der niederländischen Seite der Grenze] der Umsatz an Diesel im Februar um 39 Prozent, der von Flüssiggas um 42 Prozent und der von Benzin um 18 Prozent ein.

Wie auch in der Vergangenheit bei alkoholischen Getränken und Tabak (NiederlandeNet berichtete) liegt der Grund für die großen Preisdifferenzen in der Erhöhung der Verbrauchssteuersätze in den Niederlanden. Diese werden in den Niederlanden jeweils zum Anfang eines Jahres automatisch an die Inflation angepasst. Ab dem 1. Januar 2014 musste man hinter der Grenze so für Benzin 1,5 Cent, für Diesel fünf Cent und für Flüssiggas rund neun Cent pro Liter mehr bezahlen. Nach der Erhöhung von Anfang 2013 sowie der Anhebung des allgemeinen Mehrwertsteuersatzes auf 21 Prozent im Oktober 2012 (NiederlandeNet berichtete) bedeutete dies im Vergleich zur Situation auf der deutschen Seite der Grenze eine immer größere Disparität. An deutschen Tankstellen können niederländische Auto- und Frachtwagenfahrer momentan etwa 15 bis 18 Cent pro Liter Superbenzin günstiger tanken.

Ein Vergleich der Benzin- und Dieselpreise im Jahresdurchschnitt in Deutschland und den Niederlanden zeigt, dass die momentane Situation nicht neu ist. 1999 gestalteten sich die Preisunterschiede aus niederländischer Sicht sogar noch etwas schlechter als aktuell. Damals mussten… [weiter bei NiederlandeNet]

{Foto: Tankstelle in Gronau in diesen Tagen; Quelle: /cc-by-sa)