Fünf Angeklagte, 172 Prozesstage, hunderte Zeugen: Das zweite Jahr des NSU-Prozesses ist vorüber. Das SZ-Magazin hat die Verhandlung vom ersten Tag an verfolgt und – wie im letzten Jahr – täglich mitgeschrieben. Das daraus entstandene Protokoll erschien am 2. Januar 2015 im SZ-Magazin – und es wurde in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk, der UFA Fiction und der Filmakademie Baden Württemberg verfilmt.

Im zweiten Jahr des Prozesses gegen den National-sozialistischen Untergrund (NSU) ging es vor allem um die Anfänge und die Unterstützer der rechten Terrorgruppe. Das Oberlandesgericht München versuchte auch, die Rolle des Verfassungsschutzes und seiner V-Leute bei der Entstehung und den Morden des NSU zu klären. Wie schon im ersten Jahr dokumentiert das SZ-Magazin die Verhandlung mit Originaltönen, die gekürzt, aber sonst unverändert wiedergegeben werden.

LINKS:
Die Protokolle des zweiten Jahres, ab 1. Januar 2015 hier:
http://www.sz.de/nsu-protokolle
http://www.br.de/nsu-protokolle

Das SZ-Magazin mit den NSU-Protokollen 2014 als digitales Heft ab 1. Januar 2015 (17 Uhr) hier:
http://www.sz.de/magazin/1-2015

Das SZ-Magazin mit den NSU-Protokollen 2013 zum Nachbestellen:
http://www.sz.de/magazin/1-2014
Das Prozess-Protokoll 2013 als Film:
http://www.sz.de/1.1850364

Sprecher: Judith Zykan, Franziska Benz, Johannes May, Thomas Zerck
Zeichnungen: George Butler
Regie: Soleen Yusef
Ton: Tobias Scherer
Kamera: Stephan Burchardt, Yunus Roy Imer
Schnitt: Thorsten Wiemer
Animation: Antonio Afonso
Postproduktion Koordinatorin: Stefanie Fiebig
Postproduktion: D-Facto Motion
Sounddesign: Paul Wilke
Colour Grading: Daniel Kraus
Redaktion (SZ-Magazin): Annette Ramelsberger, Tanjev Schultz, Rainer Stadler, Wolfgang Luef (digital)
Redaktion (BR): Wolfgang Vichtl
Produktion: Axel Möbius
Produzent: Nico Hofmann
Producer: Marc Lepetit

cool!

12. September 2013

Nein, nicht deshalb, obwohl ich es total cool finde, das aktuelle „Süddeutsche Zeitung Magazin„-Cover mit Steinbrücks Stinkefinger. Und mutig – 9 Tage vor der Bundestagswahl. Muttis Freunde werden ausrasten; denn sie wollen uns ihren Finger am 22. September oder direkt danach zeigen. Aber ich habe mich entschieden und werde Steinbrück wählen. Meine Zweitstimme bekommt die SPD, obwohl im wahl-o-mat die Übereinstimmung mit Piraten und anderen deutlich größer war. Aber die Piraten kommen nicht in den Bundestags und müssen sich (mindestens) bis zur Europawahl gedulden. Entscheidend war für mich die bessere Sachkenntnis, die präzisere Argumentation des SPD-Mannes. Und seine wirklich gute Finanzpolitik in der großen Koalition (2005-2009); ohne diese Steinbrück-Politik wären wir ungebremst in die globale Wirtschaftskrise gerauscht.

Wahlkampf/ Süddeutsche Zeitung Magazin Cover/ Steinbrück

Die Süddeutsche weiß zum Foto dies:

„Das kam so: Steinbrück stand für ein „Sagen Sie jetzt nichts“-Interview vor der Kamera, also für ein Interview ohne Worte….Bei einer Frage reagierte [Steinbrück] für den Geschmack seines Sprechers Rolf Kleine, ehemals Journalist bei der Bild, „etwas zu spontan“. Die Frage lautete: „Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi – um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?“ Daraufhin folgte der Stinkefinger.

Der Frust ist verständlich, einerseits. Der Ruf des Problemkandidaten verfolgt Steinbrück, seit die SPD ihn im Herbst 2012 überstürzt als Merkel-Herausforderer ausgerufen hat. Andererseits dürfte ein Stinkefinger-Foto, wenige Tage vor der Wahl, auch nicht gerade dazu beitragen, dass dieser Ruf verschwindet.

Sein Sprecher habe es noch verhindern wollen, schreiben die Kollegen vom SZ-Magazin, aber Steinbrück habe es freigegeben mit den Worten: „Nein, das ist okay so.““

Meine Stimme hat er.