Darkhammer

22. Juli 2011

War wohl nur ein westfälisches Hämmerchen. Der  Hacker mit dem Pseudonym „Darkhammer“ ist nach nur wenigen Tagen am vergangenen Montag im benachbarten Rheine verhaftet worden. Von einem Spezialeinsatzkommando der nordrhein-westfälischen Polizei. Er soll zur Hackergruppe NN-Crew gehören, die online in zahlreiche Server der Bundespolizei eingedrungen und anschließend diverse Daten veröffentlicht hatte, darunter GPS Daten der Fahrzeuge von Verdächtigen, Bewegungsprofile der PKWs der Behörde und manches mehr.

Die Hackergruppe hatte sich dazu online in einen schlecht gesicherten Server bei der Bundespolizei-Kaserne in Swisttal-Heimerzheim (NRW) „eingehackt“ und dann mindestens 42 Trojaner auf Behördenrechnern platzieren können. Anschließend veröffentlicht die Gruppe geheime Informationen über das GPS-Fahndungssystem „Patras“ des Zolls, das daraufhin sicherheitshalber vorübergehend aus dem Verkehr gezogen wurde.

Der Rheiner Arbeitslose wurde Montag gegen 21 Uhr in seiner Wohnung festgenommen, berichtete ZDNet. Er soll bereits wegen räuberischer Erpressung vorbestraft sein und sich auf Bewährung in Freiheit befinden. Auch wegen Computerkriminalität soll der 23-Jährige schon aufgefallen sein. Die Spezialeinsatzkräfte waren aber wohl doch nicht so speziell. Laut Spiegel-Online konnten sie den Mann bei der Polizeiaktion nämlich nicht daran hindern, dass er seinen Laptop zuklappte. Die Laptop-Daten sind daher verschlüsselt. Vielleicht hätte man einfach die Zeugen Jehovas, einen Versicherungsvertreter oder einen Briefträger vorbei schicken und klingeln lassen sollen. Dann wäre „Darkhammer“ ja zur Tür gekommen und man hätte ihn bitten können, mitzukommen, um verschiedene dinge zu regeln. SEK- und MEK-Experten tun so etwas aber nicht, sondern treten meist mit so hoher Wucht alle Haus- und Zimmertüren kaputt, dass regelmäßig schon aus Schrecken der Laptopdeckel nach unten knallt.

Der junge Mann zeigte sich aber laut Medienberichten gegenüber der Polizei gleichwohl „kooperativ“, also rede- und geständnisfreudig, weshalb der Haftrichter des zuständigen Amtsgerichts in Köln inzwischen den Vollzug des Haftbefehls aussetzte.

In der Folge hat es bereits eine weitere Festnahme eines mutmaßlichen Mitglieds der Hackergruppe NN-Crew gegeben, der aus der Nähe von Würzburg stammt, evtl. bei Kaiserlautern wohnt; die Medien artikulieren sich da wenig klar. Aber auch er sei geständig, meldet Spiegel-online. Dieser zweite Festgenommene wird verdächtigt, Zugangsdaten auf einem Server des Bundespolizei ausgespäht und damit anschließend auf einen Server des Zollkriminalamts nahe Köln zugegriffen zu haben. Zudem soll er die Zugangsdaten weiteren Personen zugänglich gemacht haben.