Keeper

2. August 2013

20130801-135446.jpgEr kommt aus Schepsdorf und spielte im Hampden Park in Glasgow Champions League, die er mit dem FC Bayern München gewann. Profifußballer Stefan Wessels ist inzwischen in die Region zurückgekehrt und sprach jetzt über Karriere, Krisen und Kahn mit dem Fußballmagazin 11Freunde – bekanntlich der Gegenentwurf zum DFB-zentrierten Kicker. Dabei äußert er Verständnis für den „Ich-bin-jetzt-mal-weg“-Reaktionsfrust von Berufskollegen Michael Rensing und erlöst mit seinem letzten Satz alle Lingener Lokalpatrioten von ihren schlimmsten Befürchtungen. Das Interview führte Tobias Ahrens (11Freunde).

„Mit 20 Jahren war Stefan Wessels der jüngste deutsche Keeper, der bis dato in der Champions League debütierte. Mittlerweile trainiert er die Torhüter des SV Meppen. Wir sprachen mit ihm über Trainingseinheiten mit Oliver Kahn, den TuS Lingen und David Moyes.

Stefan Wessels, nach Stationen beim FC Bayern, 1. FC Köln und FC Everton sind Sie mittlerweile beim SV Meppen gelandet. Zum Karriereende verkommen Sie also nun zum Torfkicker?
Nein, verkommen werden…..“
[weiter auf der Seite von 11Freunde]

(Foto: (c) Stefan Wessels)

Michi

1. September 2012

Wenn in den 90er Jahren mein Nachwuchs beim TuS Lingen kickte, konnte man sicher sein, dass es bestens lief, wenn Michael „Michi“ Rensing (Foto © torwart.de) hinten im Tor stand. Von Anfang an war Rensing ein Fußballverrückter, schlief in Bayern-München-Bettwäsche und war schon als 10-, 12-Jähriger täglich im Emslandstadion und trainierte.

Klar, dass jeder Lingener Fußballfreund Michis Entwicklung intensiv verfolgt und ihm die Daumen drückt. Der junge Mann ging als B-Jugendlicher zu seinem Traumverein Bayern München, setzte sich durch, machte Karriere, wurde dann aber von Trainer Klinsmann auf schäbige Weise direkt vor einem Championsleague-Spiel in Barcelona auf die Ersatzbank gesetzt und war schließlich Mitte 2010 ohne Verein. Ende desselben Jahres holte dann der 1. FC Köln den damals vereinslosen Profitorwart und schloss mit ihm -nach glanzvollen Leistungen, u.a. im März 2011 beim späteren Meister Dortmund- einen Vertrag bis zum Sommer 2013. Rensing brachte seine Leistung, viele seiner Mitspieler nicht. Deshalb stieg am Ende der letzen Saison 2011/12 der FC Köln in die 2. Liga ab, und plötzlich war Michi Rensing dem Verein zu teuer.

Die Kölner Führungsetage wollte ihn los werden, trotz des Vertrages bis 2013, trotz bester Leistungen und trotz großer Identifikation mit dem FC: „Ich hätte für den FC mein letztes Hemd gegeben. Ich liebe diesen Verein und diese Fans“, sagte Rensing dem Kölner Stadtanzeiger. „Mit dem Abstieg ist alles gestorben. Alles was wir aufgebaut haben und alles was wir aufbauen wollten.“ Die Kölner Tageszeitung weiter:

„Als er seine Zuneigung zum Klub mit der öffentlichen Ankündigung untermauerte, in der 2. Liga beimbeim Wiederaufbau zu helfen, stand er bereits auf der Abschussliste. (Manager) Claus Horstmann stauchte den 28-Jährigen zusammen. Der Plan, die Schuld für Rensings Abschied auf den Torhüter zu schieben, war gescheitert. „Er machte mir Vorwürfe. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Da wusste ich, dass sie nicht mehr mit mir planen“, sagt Rensing.“

„Wie alles geendet hat, fand ich extrem hart und traurig. Das war schon krass“, sagt Rensing. Mit (Ex-Trainer) Frank Schaefer führte er noch zwei „gute Gespräche“, der neue Trainer Holger Stanislawski hat nie mit ihm geredet. Der hochverschuldete Klub setzt auf (den 19-jährigen) Timo Horn, Rensing gehört plötzlich zum Kreis der Unerwünschten. „Dass nicht nur die Spieler abserviert wurden, die für Unruhe gesorgt haben, sondern auch die, die immer ihr Bestes gegeben haben, ist seltsam.“

Seit einigen Tagen ist Rensing kein Kölner mehr, und steht bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag. Der Kontrakt mit dem FC ist aufgehoben, wohl gegen Abfindung von 200.000 €; in anderen Quellen heißt es 300.000,- €. Die Kölner zahlen die Abfindung, weil Michi in Leverkusen deutlich weniger verdient.

Also könnte man das Kapitel zuklappen. Aber insgesamt bleibt mehr als ein schaler Nachgeschmack Ungewöhnlich deutlich hat jedenfalls Rensing-Kollege Stefan Wessels auf seiner Facebookseite Stellung bezogen. Der aus Schepsdorf stammende Profitorhüter, einst auch in den Diensten des TuS Lingen, von Bayern München und des 1. FC Köln (welche Auflistung, liebe TuS’ler!), schrieb gestern auf seiner Facebookseite:

Ein Beispiel, wie unmenschlich mit Spielern umgegangen werden kann. Michael Rensing. Umso mehr freue ich mich, dass er auf der anderen Rheinseite mit „meiner“ Nummer einen tollen Verein gefunden hat. Das hat er mehr als verdient.

Und legte nach, als einzelne Kommentare entschuldigend auf die Finanzsituation des 1. FC Köln hinwiesen:

Die Schulden sind … schon länger da und für das Wirtschaften des Vereins kann kein Spieler etwas. Zudem war Michael der konstanteste Spieler mit absoluter Identifikation…“

Und stellte, als sich Angriffe gegen ihn richteten, klar:

„Ich liebe Köln und den FC, aber diese Aktion im Sommer fand ich nicht in Ordnung!“

Recht hat er, der Mann! Rensing kam zur Winterpause 2010/11 zum 1. FC Köln und hatte großen Anteil am Klassenerhalt. In der vergangenen Saison konnte er den Abstieg trotz eigener guter Leistungen nicht verhindern. Dann wurde ausgerechnet er harsch kalt gestellt und musste sch mit einem privaten Torwarttrainer fit halten.

Und wozu? Der FC steht nach vier Zweitligaspielen mit nur einem einzigen Punkt auf einem Abstiegsplatz der 2. Bundesliga. Der neue Kölner Trainer Holger Stanislawski (Lieblingsfloskel: „Die Jungs“)wird sich selbst schnell einen neuen Verein suchen dürfen, wenn sich das nicht ändert. Dann wird niemand mehr mit ihm reden, der mit Michi Rensing nicht einmal sprach, vielleicht nicht einmal sprechen durfte.

Das alles achselzuckend nur als „typisch Profigeschäft“ zu bezeichnen, reicht mir nicht.

(Foto: Michael Rensing © torwart.de )

Stefan Wessels

18. August 2011

Das wird spannend. Vor allem wird es in einer Woche nicht leicht für den spanischen Fußballclub FC Villareal . Der Club verlor das Hinspiel  in der Champions-League-Qualifikation  bei Odense BK 0:1 (0:0). Für den dänischen Vize-Meister erzielte Hans Henrik Andreasen in der 84. Minute den entscheidenden Treffer. Eine starke Leistung für die Dänen bot der aus Schepsdorf stammende, frühere Bundesliga-Torwart Stefan Wessels, der gegen die zeitweise drückend überlegenen Spanier mehrere Male sehr gut hielt.

Übrigens schrieb jetzt die FAZ einen Bericht über den sympathischen Lingener Fußballer, der  bei Odense BK wieder eine Perspektive gefunden hat – eine deutlich gelassenere als in der Bundesliga. Dabei könnte Odense, die dänische Nummer zwei, gegen Villareal sogar die Gruppenphase der Champions League erreichen.

„17. August 2011
An solchen Tagen kann sich Stefan Wessels gar keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen. Das Training ist beendet, der Sommer schaut für ein paar Stunden in Odense vorbei, und in der nachmittäglichen Dänischstunde sind er und seine Frau Ivka wieder ein Stück weiter in diese merkwürdig weiche Sprache eingetaucht. Alles drehte sich im Unterricht ums Thema Einkaufen. Wie man im Café bestellt, weiß Wessels…“
weiter auf der Seite der FAZ

Hoch

3. August 2011

Da darf Lingens Fussballtorwart Stefan Wessels heute morgen das tun, was hierzulande die emsländische Politprominenz am Liebsten tut: Sich ordentlich selbst auf die Schultern klopfen. Er hat es (im Gegensatz zu den Genannten aber) verdient. Der heute für den dänischen Vizemeister Odense BK spielende, einstige Torwart von Eintracht Schepsdorf und TuS Lingen  kommentierte tief in der Nacht bei facebook das gestrige Ergebnis seines Vereins gegen den großen Panathinaikos Athen in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions-League  so:

„Was für ein Spiel! Es ging auf und ab in Athen. Wir haben früh geführt, dann kurz nach der Halbzeit lagen wir 1:2 hinten und am Ende haben wir einen fantastischen 4:3-Sieg feiern dürfen. Das sind die Highlights im Fußballerleben: Das griechische Olympiastadion mit einer aufgeheizten Atmosphäre, und wir gewinnen dort als Außenseiter. Gigantisch! Jetzt warten wahrscheinlich ganz große Mannschaften auf uns…“

Tatsächlich war es ein großartiges Fußballspiel, das die Dänen nach dem mageren 1:1-Unentschieden im Hinspiel zuhause am Dienstagabend in der griechischen Hauptstadt ablieferten. In der turbulenten Schlussphase  stand es 2:2 – nach Treffern von Jean-Alain Boumsong (35. Minute) und Toché (50.) für Panathinaikos sowie Andreas Johansson (12.) und dem schon (wegen der doppelt zählenden Auswärtstore)  fast erlösenden Ausgleich durch Espen Ruud (58.). Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff erhöhte Bashkim Kadrii für Odense auf 3:2 und Hans Hendrik Andreasen (88.) erzielte dann sogar das 4:2 für die Gäste. Doch dann sah Odense-Verteidiger Bernard Mendy gelb-rot (93.) und Antonis Petropoulos schoss für die Athener in der fünften Minute der Nachspielzeit noch ein Tor. Das allerdings war nurmehr Makulatur, hätten die Griechen doch noch zwei weitere Tore schießen müssen…

Jetzt sind die Dänen mit  Stefan Wessels in der nächsten Runde ein möglicher Gegner des FC Bayern München – also des Vereins, bei dem Stefan Wessels im Tor stand und mit dem er vor zehn Jahren Jahren die Champions League gewann. Die Auslosung für diese,  am 16./17. bzw. 23/34. August stattfindende, letzten Qualifikationsrunde („Play-Offs“) ist am Freitag in Genf  Nyon (Schweiz).

Die Lingener Fußballfans schicken Dir, Stefan, herzliche Glückwünsche nach „Danmark“ und wünschen Deinem Verein ein attraktives Los und dann bitte keine drei Buden in den beiden anstehenden Spielen, damit Odense BK mit Dir  anschließend in einer CL-Gruppe antreten kann.

[http://www.youtube.com/watch?v=14w1FooszKg]

Arbeitsnachweis

29. Mai 2011

Wo wir heute schon beim Fußball waren, hier ein kleiner Arbeitsnachweis des Schepsdorfers Stefan Wessels, der seit März dieses Jahres im dänischen Odense seinem Beruf als Profifußballer nachgeht:

Nach der fußballerischen Grundausbildung bei Eintracht Schepsdorf und TuS Lingen stand Stefan Wessels bekanntlich in Diensten des FC Bayern München, der in der Champions League spielte; am 21.09.1999 lief Wessels als jüngster deutscher Champions-League-Torwart bei dem Spiel seines FC Bayern in Glasgow auf.  Vater Josef Wessels war eigens nach Schottland geflogen, um den Junior im legendären Ibrox Park  spielen zu sehen (Ergebnis 1:1).  2001 gewann Stefan Wessels  mit dem FC Bayern sogar die Champions-League (Foto unten), verließ 2003 aber München, weil er nicht dauerhaft Nummer 2 hinter Oliver Kahn sein wollte. Anschließend spielte er beim 1. FC Köln und ab 2007 dem Everton FC in England, dann eine Saison im Osnabrücker VfL-Fahrstuhl  und in der Saison 2009/10 beim FC Basel in der Schweiz. Jetzt hat der 32-jährige in Diensten des dänischen Odense BK sehr gute Aussichten, erneut in der europäischen Königsklasse aufzulaufen.

Sein Verein Odense BK hat sich nämlich in dieser Woche mit einem Sieg gegen den alten und neuen dänischen Meister FC Kopenhagen Platz zwei in der Meisterschaft und somit die Teilnahme an den Champions-League-Qualifiaktionsspielen im August gesichert. Auf seiner Facebook-Seite schreibt Stefan Wessels hoch erfreut:

 „Es ist geschafft: Nach einem tollen Spiel und einem verdienten 3:0 gegen FC Kopenhagen sind wir jetzt definitiv Zweiter und spielen die Champions-League-Qualifikation nächste Saison. Da durften wir mal ein bisschen feiern…“

Mit dem Heimsieg nahmen die Männer von der Insel Fünen erfolgreich Revanche gegen die 0:5 Schlappe im Saisonhinspiel gegen den alten und neuen dänischen Meister aus Kopenhagen und bestätigte die gute Leistung beim Pokalsieg gegen denselben Rivalen vor einigen Wochen.  Bisher hat „OB“ noch nicht in der Champions-League gespielt., aber mehrfach in der Europa-League. In der Saison 2010/11 wurde die Mannschaft dort  -ohne Stefan Wessels-  in der Gruppe H mit nur einem Sieg und einem Unentschieden Letzter in der Gruppe H. Das darf also besser werden…

 Stefan Wessels  ist in Odense, wie man so sagt, angekommen. Er spielte dort eine gute Rückrunde. „Es läuft sportlich sehr gut, und wir fühlen uns hier wohl“, sagte er jüngst dem Kölner Express. Wessels‘  Familie hat jüngst ein Haus in Odense bezogen. Sein Vertrag dort läuft noch ein Jahr, aber er will wohl länger bleiben und lernt gerade dänisch…

(Foto: (C) Stefan Wessels)

Stefan Wessels

30. Januar 2011

Nach Michael Rensing ist auch der zweite Lingener Fußballprofi jetzt wieder „unter der (Vereins)Haube“: Stefan Wessels, Ex-TuS-Lingen-Spieler  aus Schepsdorf (Foto re), hat einen neuen Verein. Odense BK. Das freut mich. Lesen Sie mehr:

OB har i dag forstærket truppen med den rutinerede tyske målmand Stefan Wessels frem til 30. juni 2012, der har en fortid i Bayern München og FC Köln.

31-årige Stefan Wessels har en fortid i Bayern München og 1. FC Köln, og han har desuden repræsenteret Tyskland på en række ungdomslandshold. Senest har han været på kontrakt i FC Basel 1893.

– Det er utrolig positivt, at vi har indgået en aftale med Stefan Wessels. Han er først og fremmest en dygtig målmand, og han har desuden været meget interesseret i at blive en del af OB samt klubbens udvikling og ambitioner, siger direktør Thomas Christensen.

– Roy Carroll har som bekendt udtrykt et ønske om at vende hjem til England. Den situation er endnu uafklaret, men vi har ikke ønsket at have usikkerhed på målmandsposten. Derfor har vi garderet os med endnu en dygtig målmand.

Det kommende halvandet år er Stefan Wessels således at finde i Ådalen, og cheftræner Henrik Clausen ser frem til at få den erfarne tyske målmand med i truppen.

– Stefan Wessels er en rolig og reaktionsstærk målmand, der kommunikerer godt med sit forsvar. Med adskillige kampe i Bundesligaen samt erfaring fra Champions League og Premier League er det en spiller, der har masser af rutine at byde på, siger Henrik Clausen.

Selv ser Stefan Wessels frem til at bevise sine kvaliteter overfor OB’s mange tilhængere. Målmanden har store ambitioner for sin kommende tid i Odense.

– OB er en klub, der spiller med i toppen af dansk fodbold, og som deltager i europæiske turneringer hvert år. I øjeblikket er vi placeret på andenpladsen, og jeg vil gøre mit for, at vi kan holde den position. Nu glæder jeg mig til at lære mine nye holdkammerater og byen bedre at kende. Jeg har allerede fået et særdeles godt indtryk af både truppen og Odense, siger Stefan Wessels.

I sin hidtidige karriere har Stefan Wessels spillet 60 kampe i Bundesligaen, 10 i Champions League samt opgør i Premier League, FA Cup og Europa League for klubber som Bayern München, 1. FC Köln, Everton FC, VfL Osnabrück og FC Basel 1893.

So weit, so gut. Stefan Wessels selbst kommentiert den Wechsel optimistisch. Er hat übrigens einen Vertrag bis Sommer 2012.

Stefan, Dein ehemaliges F-Jugendtalent Lukas und ich wünschen Dir viel Erfolg i Danmark.

(Foto: © OB, Stefan Wessels)

Michi II

22. Dezember 2010

Michael Rensing, der aus Lingen (Ems) stammende frühere Torwart von Rekordmeister Bayern München hat beim 1. FC Köln einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011 mit Option auf Verlängerung erhalten. Die Verpflichtung hatte sich bereits vor einigen Wochen abgezeichnet. Zuletzt sollen neben Köln auch Hertha BSC Berlin und der britische Premier League Club Aston Villa FC großes Interesse an dem 26 Jahre alten Profi  gezeigt haben. Jetzt unterschrieb Rensing, der bis zur B-Jugend beim lokalen TuS Lingen gespielt hatte. Jetzt unterschrieb Rensing aber , so wie hier schon vor zehn Tagen erwartet, einen Vertrag in der Domstadt. Der zuletzt arbeitslose Fußballer ersetzt den in die USA wechselnden Kolumbianer Faryd Mondragon. Er wird in Köln die Nummer  „Eins“ sein und tragen. „Dafür haben wir ihn geholt“, sagte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann am Dienstag gegenüber der Presse.

„Das ist eine absolute Herausforderung, weil man Spiele gewinnen muss. Die Sache hier in Köln ist für mich so was von reizvoll. Der Verein muss in der ersten Liga bleiben. Nur darum geht es“, meinte Michael Rensing nach dem Vertragsschluss.

„Michael Rensing verfügt über Bundesliga-Erfahrung und hat sich bereits in der Champions League bewiesen“, beurteilte Kölns Präsident Wolfgang Overath über den Keeper, der zwischen 2003 und 2010 in der Liga 53 Mal im Bayern-Torstand. „Er hat die Qualität, die wir beim 1. FC Köln benötigen, bereits unter Beweis gestellt.“  Der im Abstiegskampf der Bundesliga steckende 1. FC Köln hatte am vergangenen Wochenende den langjährigen Trainer des FC Freiburg Volker Finke als neuen Sportdirektor verpflichtet.

Mit seinem Vertrag in Köln folgt Michael Rensing einmal mehr seinem TuS-Vorgänger Stefan Wessels, der ebenfalls bei Bayern München seine Profi-Karriere begann. Auch der Schepsdorfer Stefan Wessels war anschließend mehrere Jahre in Köln unter Vertrag, bevor er wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Kölner Trainer Christoph Daum notgedrungen den 1. FC Köln verließ.

(Foto: Michael Rensing © Bernd Schrade CC)

Potenzial

15. September 2010

Michael Rensing (Foto mit Fan) sollte beim FC Bayern München Nachfolger von Oliver Kahn werden und wollte eine Ära prägen. Mittlerweile ist der 26-Jährige allerdings arbeitslos. Die Geschichte eines Absturzes.

Der Unterschied ist gewaltig. Die einen spielen in der Bezirksliga Weser/Ems, die anderen in Bundesliga und Champions League. Und dennoch hat der TuS Lingen ein ganz besonderes Verhältnis zum großen FC Bayern. Innerhalb von zwei Jahren schafften zwei Torhüter der Niedersachsen den Sprung nach München zum deutschen Rekordmeister.

Ähnlich Außergewöhnliches hat wohl kein anderer Amateurklub vorzuweisen. Noch extraordinärer wird die Geschichte allerdings, wenn man sieht, was aus den Keepern nach ihrem Wechsel zum FC Bayern wurde.

Beiden wurde großes Potenzial bescheinigt. Beide schafften den Sprung in die erste Mannschaft der Münchner. Für beide war dort aber kein Vorbeikommen an Stammkeeper Oliver Kahn. Während einer von beiden sein Glück schließlich bei einem anderen Klub versuchte, wartete der andere auf seine Chance als Nummer eins – der einzige Unterschied zwischen beiden. Heute sind Stefan Wessels und Michael Rensing arbeitslos. Beide….

weiter auf der Webseite von spox.com

Nachtrag vom 28.09.2010

(Foto: gap089, creative commons)

Basel

23. Oktober 2009

Eintracht_Schepsdorf_2Toptorwart Stefan Wessels, TuS Lingener von Eintracht Schepsdorf, Münchener, Kölner, Engländer und in Osnabrück reichlich schäbig Behandelter, spielt künftig im Tor des FC Basel 1893. Der Vertrag von Wessels endet am 30. Juni 2010 und ist zustande gekommen, weil sich der etatmäßige Stammtorwart der Basler nach einer Patellasehnenverletzung einer Operation unterziehen musste und längerfristig ausfällt. Die entstandene Lücke soll Stefan Wessels schließen, wobei klar ist, dass der FCB zunächst erst einmal weiterhin seiner „Nummer Zwei“, Massimo Colombo, das Vertrauen ausspricht.

Heute morgen hatte Stefan Wessels nach der obligatorischen sportärztlichen Untersuchung einen Vertrag beim schweizerischen Erstligisten  unterschrieben. Der FC Basel belegt zur Zeit den dritten Platz in der Axpo Super League und nimmt an der UEFA Europe League teil. Nach drei Spieltagen in der Europe League und einem 0:2-Sieg in Sofia führt der FC Basel die Tabelle in der Gruppe E, in der neben dem FCB und Sofia auch AS Rom sowie der FC Fulham spielen, an. Trainer der Basler Mannschaft ist Thorsten Fink.

„Der FCB ist ein Traditionsverein und eine Topadresse in der Schweiz. Als die Verantwortlichen des FCB mit uns Kontakt aufgenommen haben und ich ein sehr gutes Gespräch mit Thorsten Fink geführt habe, den ich ja noch aus gemeinsamen Zeiten bei Bayern München kenne, war ich überzeugt, dass ich zum FCB passe und der Verein zu mir. In Basel finde ich absolut professionelle Strukturen vor und tolle Fans“, erklärte Stefan Wessels auf seiner Internetseite seine Entscheidung und ergänzte zur Torwartsituation bei seinem neuen Verein: „Ich komme nach Basel, um meine Erfahrung einzubringen und da zu sein, wenn ich gebraucht werde. Im Training werde ich mich einbringen und selbstverständlich alles geben, um zu spielen – diesen Ehrgeiz hat jeder Spieler.“

Seinem ersten Arbeitstag am Montag wird schon Mittwoch das erste Spiel folgen. Der FC Basel muss beim FC Zürich antreten. Das erste internationale Spiel steht am 5. November im Joggeli – so der „Spitzname“ des Basler St. Jakob Parks – gegen CSKA Sofia an. Durch die Verletzung von Constanzo und eine entsprechende Ausnahmeregelung für Torhüter in den UEFA-Statuten kann der FC Basel Stefan Wessels auch für die Europe League nachmelden. Beim FC Basel erhält er die Rückennummer 18 und nimmt damit Abschied von der „33“, die er  bisher traditionell trug.

„Ich bin glücklich, nach der Zeit meiner Vertragslosigkeit nun einen passenden Verein gefunden zu haben. Bis zur heutigen Unterschrift musste ich einen langen Atem beweisen – der europäische Transfermarkt war für Torhüter in diesem Sommer quasi nicht existent. Auch wenn die letzten Wochen für mich nicht die einfachsten in meiner Karriere gewesen sind, zeigt mir die aktuelle Entwicklung, dass es richtig war, auf das richtige Angebot zu warten und nicht in Panik zu verfallen und das erstbeste anzunehmen“, resümiert Stefan Wessels, der sich in den letzten Monaten im Trainings-Camp der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) fit gehalten hatte.

Wessels soll schon am kommenden Mittwoch in der Super League gegen den FC Zürich zum Einsatz kommen. „Ich bin froh und fühle mich sehr geehrt. Der FC Basel ist ein Top-Verein mit vielen Erfolgen und einer langen Tradition. Ich werde mich sofort voll und ganz auf meine neue Aufgabe konzentrieren und freue mich, wieder täglich im regulären Mannschaftstraining zu sein“, sagte der Schepsdorfer.

1992 wechselte Stefan Wessels von Eintracht Schepsdorf zum TuS Lingen,  von dort 1998/99  zum FC Bayern München, wo er in fünf Jahren allerdings nur selten an Stammtorhüter Oliver Kahn vorbeikam und es auf lediglich sechs Bundesligaspiele brachte. Immerhin zehn Mal durfte er in der UEFA Champions League ran, wo er durchgehend starke Leistungen zeigte. Bis heute ist Wessels der jüngste deutsche Keeper, der je in der Champions League zum Einsatz kam (1999). Nach seinem Abschied von den Bayern im Jahr 2003 wechselte er zum 1. FC Köln, wo er sich auf Anhieb einen Stammplatz erkämpfte. Nach einem kurzen Intermezzo bei Everton FC in der englischen Premier League nahm er womöglich übereilt ein Angebot von Zweitligist VfL Osnabrück an, wo man ihn nicht so doll behandelte. Sein Kontrakt galt jedoch nicht für die dritte Liga. Also musste der Verein ihm nach dem Abstieg nicht mal kündigen. Bundesweit bekannt wurde er auch als Bergwanderer in einem Werbefilm der US-Bekleidungsmarke „Jack Wolfskin“:

Nachtrag: Viel Erfolg dem erfolgreichen Trainer der F-Jugend 1995 des TuS Lingen in Basel!

(Quelle: www.stefan-wessels.de)