Remondis-Nichtskönner

10. Januar 2019

Remondis hat die Entsorgung der Gelben Säcke im ganzen Landkreis emsland, u.a. vom solide und fehlerfrei arbeitenden Meppener Entsorger Augustin übernommen, in Werlte gleich die ganze Fa Klumpe. Die Remondis-Entsorgung sollte am 2. Januar starte,  ist aber völlig gescheitert. Nicht abgeholte gelbe Säcke fliegen seit Tagen sturmwindgetrieben durch die Lingener Stadtstraßen. Das eigene krachende Scheitern hindert die Remondis-Nichtskönner nicht daran, täglich und gegenüber jedermann anzukündigen und zu versprechen, dass es nun heute besser und der Rückstand erledigt werde. Zuletzt traf gestern um 8:46 Uhr im Lingener Rathaus die Nachricht ein, bis zum Ablauf des (gestrigen) Tages werde Remondis die gelben Säcke vollständig…blablabla. Ich stelle fest: Alles gelogen, alles falsch. Eine große PR-Klappe und nichts dahinter!

Über die 8:46-Uhr-Aussage berichtete Stadtbaurat Lothar Schreinemacher gestern im Verwqaltungsausschus, nach dem Stadtrat das höchste Beschlussgremium in unserer Stadt. Der Bramscher Ortsbürgermeister Martin Koopmann entgegnete sofort, das könne nicht sein. In ganz Bramsche hätten  „um 15.30 Uhr noch alle Säcke an den Straßen gelegen“. Ich habe daraufhin auf dem  Twitter-Account unserer unabhängigen Stadtratsfraktion Die BürgerNahen gefragt, wo sonst noch. Hier der Thread:

Die Antworten kamen prompt und belegen, die Remondis-Aussagen sind unwahr. Ortsbürgermeister Koopmann wusste in der Debatte übrigens, dass Remondis auf seiner Internetseite 773 Mitarbeiter suche, und OB Krone stellte die berechtigte Frage, weshalb denn die Kartellbehörden nichts unternehmen, wenn das  Unternehmen im September 2018  die Gruppe Duales System Deutschland übernommen habe, aber jetzt auch noch die Abholung der gelben Säcke in einer Hand konzentriere.

Den Anwohnern zu raten, „ihre“ gelben Säcke nach Tagen im frischen wind wieder ins Haus zu holen, klappt höchstens in Einfamilienhaussiedlungen. Wer sonst will bei Dutzenden durchsuppten und gerissenen Säcken die Grüne-Punkte-Verpackungen seiner Nachbarn hereinholen oder gar seine eigenen aus aus einem großen gelben Haufen heraussuchen. Krone kündigte an, so viele gelbe Säcke wie möglich durch den Sädt. Bauhof einsammeln zu lassen, und die Kosten dafür Remondis in Rechnung zu stellen. Gut so!


Nachtrag:
Jetzt kündigt Remondis-Sprecherin Anna Ephan an: „Bis Samstag!“ Mit dem einschränkenden Zusatz „sollte“ und der Entschuldigung schon mal vorab: „Dass vereinzelt Säcke liegen bleiben, können wir auf Grund der derzeitigen Situation nicht verhindern, es sollte bis Samstag allerdings alles nachgefahren sein.“ So ist es eben, wenn man fehlenden Einsatz und fehlende Vertragstreue durch flotte Sprüche ersetzt.

Nachtrag 2:
Inzwischen hat das Unternehen Remondis eine ganz andere, überraschende Lösung entwickelt. Es gibt keine gelben Säcke mehr…

 

 

 

 

 

 

 

Mit Ankündigung

1. November 2017

Apropos Stadtmarketing: Lange Jahre hat’s gedauert, bis in Lingen der Städtische Bauhof sonn- und feiertags diejenigen Hinterlassenschaften wegräumte, die in der Lingener Kneipenszene von den Feiernden zurückgeblieben waren. Seit einigen Jahren geht es so, dass die Kehrmaschine morgens etwa ab halb Sieben durch’s Zentrum heult und die Mülleimer werden geleert. Damit auch alles, was sie verbergen, auf dem kommunalen Pritschenwagen landet, wird dabei jeder metallene Müllbehälter zunächst klötternd ausgekippt und dann zwei Mal mit lautem „Klong-Klong“ auf den Pritschenboden geschlagen. So soll der letzte Rest aus dem Behältnis auf die Ladefläche fliegen. Ich verrate Ihnen, das ist ein ausgesprochen dynamisches Morgengeräusch, das die persönlich-individuelle Teilhabe an diesem Entleerungsvorgang sichert. Außerdem fragt man sich im Halbschlaf, wo eigentlich tagsüber die ganzen Mülleimer sind, die auf diese lärmspezifisch-rücksichtslose Art und Weise am frühen Sonntagmorgen klong-klong geleert werden. In der Schlachterstraße jedenfalls nicht, dort sind die meisten klammheimlich abgebaut.

Gestern ab 6.40 Uhr war dies einmal mehr genauso und das erfreute mein Gehör wie mein Herz eher nicht; denn das Wesentliche ließ der Bauhof bratzig liegen: Der Papiermüll, den die Meppener Firma Augustin nicht abfuhr, weil 500-Jahre-Reformation-Feiertag war. Später bekamen wir Besuch und Fotos, die die behördliche Bratzigkeit eindrücklich bestätigen. Dabei erfolgte diese Untätigkeit in der Stadt mit Ansage. Lingener Twitternutzer erinnern sich an die vorgestrige Ankündigung bei Twitter. Die Wette der aufmüpfigen Twitter-Chronisten „Lingen_Fehler“  lautete:

Was soll ich sagen: @Lingen_Fehler hat die Wette gewonnen! Obwohl ich und andere über den Missstand nach dem 3. Oktober getwittert haben, als der Papierdreck (Foto oben) auch eine Woche später -Augustin sei Dank – noch in Lingens Zentrum herumflog und obwohl
ich das vergangene          Woche im Verwaltungsausschuss unserer Stadt angesprochen und kritisiert hatte und OB Krone daraufhin gutherzig erklärte, das werde sich nicht wiederholen, sah es am gestrigen Reformationstag rund ums Rathaus ganztags so aus, wie es auf den Fotos links zu sehen ist. Sozusagen: Papierdreck mit Ankündigung.

Wir erkennen, dass manche in ihrer Ignoranz den Schuss nicht gehört haben und die meisten nicht nachdenken.

Trotz Feiertag abgestellt werden die Papierberge nämlich von Betriebsinhabern, die als Zugewanderte mit bundesdeutschen Feiertagen nicht viel anfangen können, weil es ihnen niemand sagt. Vorsätzlich liegen gelassen werden die Papierberge vom Städt. Bauhof, der sich mit frühmorgendlichem Klong-Klong-Mülleimerleeren an Feiertagen begnügt und sich im wahrsten Sinne einen Dreck um die neapolitanischen Papierberge kümmert.

Auf den Arm genommen fühle ich mich, weil ich mich auf die Aussage des OB verlassen habe. Das alles interessiert offenbar nicht, obwohl es Stadtmarketing der dumm-negativen Art ist.

ps
Wenn die SPD ihr Bundestags-Wahlplakat für Frau de Ridder (Foto oben) nicht endlich abnimmt, mach ich das und klebe es eigenhändig an das SPD-Büro in der Castellstraße.