Suchspiel

1. Juli 2012

Eigentlich

möchte ich nachher ins Moormuseum nach Groß Hesepe, wo eine herrliche Emslandbilder-Ausstellung eröffnet wird. Aber ich brüte nächtens gerade, fürchte ich, eine fette Sommergrippe aus. Also bedauert mich bitte oder drückt mir die Daumen, dass es nichts wird mit Fieber & Co.

Jedenfalls kann ich heute nur ein kleines Suchspiel präsentieren. Allgemein ist bekannt, dass ich die Stadtgestaltungsversuche unseres oft ratlosen Bauamtes für wenig gelungen halte. Zuletzt die Sanierung eines Denkmals am Markt, das jetzt nur noch  alt aussieht aber nicht mehr alt ist, doch  dafür an die Toskana erinnernde Klinkerschornsteine hat (und nebenbei nicht, wie versprochen, im Februar fertig war oder, wie später versprochen, Mitte Mai, aber dafür 50% teurer geworden ist -„wegen Denkmalschutz“ sind es jetzt 210.000 Euro, statt wie geplant 140.000 Euro).

Hier aber nun die neueste gestalterische Zumutung und zwar für die Leser dieses kleinen Blogs zum Mitsuchen:

Vor dem Bahnhof entstehen nach jahrelanger Untätigkeit nun doch Kurzparkplätze an der Bernd-Rosemeyer-Straße und eine Auffahrt für Radfahrer, die aus der Marienstraße kommend gegenüber auf den Radweg Richtung Unterführung gelangen wollen. Das Projekt ist bekanntlich reichlich verkorkst, wird aber nun realisiert.

Heute nun lade ich meine Leser ein, an Ort und Stelle nachzusehen, was dort entsteht. Für das Suchspiel stellen Sie sich bitte am Ende des Fußgängerüberwegs vor dem Ristorante da Sandro auf den Bahnhofsvorplatz. Dann  zählen sie bitte die Zahl der unterschiedlichen Pflastersteine durch, die dort eingebaut sind. Begrenzen wir die Zählung auf einen Umkreis von ca. 20m. Ein Tipp: Es sind mehr als 6. Dem, der als erster die richtige Zahl dieser steinigen Musterkollektion von Steinresten des lokalen städtischen  Bauhofs hier oder per PM meldet, gebe ich eine da-Sandro-Pizza aus.

Die Kantsteine werden mitgezählt, die hartgummiartig-weißen Gliederungsstreifen am Busbahnhof  nicht mitgerechnet; verhunzen geht auch ohne diese sinnfrei wirkenden weißen Striche.

Stadtbild I

3. Mai 2011

Werberummel ohne Ende. Lingen(Ems) im 21. Jahrhundert.

Fällt Ihnen auch auf, mit welch atemberaubenden Geschwindigkeit die Lingener Innenstadt und auch sonst viele Lingener Straßen mit zusätzlicher (und völlig überflüssiger) Werbung zugemüllt und zugestellt werden? An den Ausfallstraßen werden immer noch Großwerbeanlagen platziert.  Nahezu jeder Laden hat inzwischen diese völlig überflüssigen, quer zur Fassade angebrachten Transparente, immer mehr stellen „Stopper“ auf Fußweg und Straße, präsentieren  Stoff- und Papierwerbung vor der Tür  und jetzt werden auch die Schaufenster zugeklebt.

Rechts das neueste Beispiel:  Elisabethstraße 9.  Direkt gegenüber ist der Haupteingang des Rathaus. So heimelig zugeklebt präsentiert sich Lingen im Zentrum.

Vor einer Woche in der Nachbarstadt Nordhorn habe ich wieder einmal  festgestellt, wie wohltuend die dortige zurückhaltende Werbung wirkt. Jedem Lingener  empfehle ich , sich die Nordhorner Straßen anzusehen. Man erkennt, es geht auch anders, als sich dem dynamischen Lassemamachen zu unterwerfen.  Hier, in unserem „Städtchen“ (Süddeutsche Zeitung) ist das anders – unter der Verantwortung des Oldenburger Stadtbaurats und seines völligen Desinteresses an städtischer Gestaltung.

Ja, werter Herr L., Sie schaffen es mit ihrer schnoddrigen Gleichgültigkeit wirklich, das Lingener Stadtbild und damit die Stadtgestaltung als unsere erlebbare Umgebung bis auf weiteres zu ruinieren, in nur acht Jahren Amtszeit – gut zwei Jahre davon kommen leider noch.

(Foto: (C) Lingen_Fehler via twitter.com)