Bielawa (Polen)

24. Juli 2017

In dieser Woche fährt der Rat unserer Stadt Lingen (Ems) in die polnische Partnerstadt Bielawa. Es wird noch darüber zu sprechen und zu schreiben sein, warum die amtierende polnische Regierung gerade die Gewaltenteilung untergräbt, und dass diese Politik ein Anschlag auf die Europäischen Prinzipien, also völlig inakzeptabel ist. Daher muss ihr klug, nachhaltig und entschlossen Widerstand entgegengesetzt werden, um unsere Europäischen Ideale zu verteidigen. Auch durch die Ratsmitglieder, die nach Polen fahren.

Fiesta Mayor

7. Juni 2016

Filmabend Team75
Fiesta Mayor – Salt 2015
Lingen (Ems) – Centralkino
Do 9. Juni – 20 Uhr

Eintritt frei
84px-Escut_de_Salt.svgSeit 1998 pflegt Lingen eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Salt in Katalonien, Spanien. Im Juli 2015 veranstaltete die DHG (Deutsch-Hispanische Gesellschaft, Lingen) eine Bürgerreise nach Salt. Anlass war die Fiesta Mayor. – Auch Kivelinge der Sektion „Schreckensteiner“ waren nach Salt gefahren.
Ein solches Fest findet jährlich in vielen Orten Kataloniens statt und zwar am Tag des Pfarrpatrons. In Salt ist das „Sant Cugat“. Es veranstalten mehrere Vereine des Ortes einen spektakulären Umzug durch die Stadt.- Es sind dies die Gegantes, Riesenfiguren, begleitet von den Cabezudos, den Schwellköpfen, und den Correfocs, den Feuerteufeln; diese speien Feuer und schießen Feuerwerkskörper ab. Sie werden von einer Gruppe von Trommlern begleitet, die mit viel Temperament tanzend und springend durch die Straßen ziehen. Eine weitere Gruppe sind die Castellers, sie bauen Menschentürme mit bis zu 8 „Stockwerken“.- Auch aus den Nachbargemeinden werden die entsprechenden Vereine eingeladen.
Die Feuerteufel traten übrigens feuerspeiend am Freitag den 6. Mai vor dem Theater und am Samstag, dem 7. Mai auf dem Marktplatz vor der Laserschau anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr in Lingen auf. Ihre Feuerwerkskörper durften sie übrigens im Flugzeug nicht mitnehmen…
Die Ereignisse bei der Fiesta Mayor in Salt im vergangenen Juli 2015 wurden von Mitgliedern des Team75, den Lingener Filmamateuren, aufgezeichnet. Hier ein Video der „Konkurrenz“ TVSalt.

Beziehungen

12. Mai 2013

archangelsk„Emden, Ostfriesland, und Archangelsk, Nordwestrussland – diese beiden Städte verbindet seit 24 Jahren eine Partnerschaft. Sie schicken Studenten hin und her, sprechen über Abfallentsorgung und seit das Emder Clowntheater 1991 das erste Mal nach Archangelsk fuhr, pflegen die beiden Städte auch den kulturellen Austausch. Nur eine Sache entdeckten die Lokalpolitiker in Emden erst jetzt: die homophobe Gesetzgebung von Archangelsk.

IloveEmdenVor zwei Jahren war die Stadt eine der ersten, die in Russland öffentliche Aktionen verbot, „die auf Propaganda der Homosexualität unter Minderjährigen“ abzielen. Symbole wie Regenbogenfahnen, Versammlungen von Homosexuellen und Aufklärungskampagnen von Schwulen und Lesben stehen hier schon lange unter Strafe…..“

[weiter bei der taz]

Peter Beresford

7. Mai 2011

Traurige Nachrichten aus Burton-upon-Trent, das jetzt Teil von East Staffordshire ist. Am Mittwoch (4. Mai)  ist dort Peter Beresford im Alter von 66 Jahren im Kreise seiner Familie  gestorben. Er litt an Knochenmark-Krebs. Der führende Politiker der lokalen Labourparty  prägte Jahrzehnte nicht nur das Gesicht seiner Stadt; Beresford war aus Lingener Sicht einer der Väter der Städtepartnerschaft zwischen der mittelenglischen Kommune und Lingen(Ems).

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an die Zeit vor 20 Jahren. Als damals  Intoleranz und Fremdenhass in Lingen wie in ganz Deutschland zunahmen, als Brandsätze auf Häuser mit Menschen geworfen wurden -auch in Lingen- griff der Lingener Stadtrat auf Initiative der SPD  die Entwicklung auf und lud die Repräsentanten der Partnerstädte in England und Polen zu einer Sondersitzung ein. In dieser Ratssitzung Anfang 1993 sprach auch Peter Beresford, der Bürgermeister von East Staffordshire. Hier seine damalige Rede (in deutscher Übersetzung):

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich gratuliere Ihnen zu dieser Sonderratssitzung, in der sie darüber debattieren, was wir alle als einen wachsenden Trend in Europa und auch im Vereinigten Königreich erkennen, nämlich extremistisch-nationalistische Denkweisen. Um es deutlich zu sagen: Die Bürger von East Staffordshire glauben nicht, dass die große Mehrheit der Europäer, seien es Deutsche, Franzosen oder Briten, diesen extremistischen Ansichten  zustimmen; das tut nur eine lautstarke, aktive Minderheit.

Wir aus East Staffordshire unterstützen Sie in Ihrem Einsatz  für Frieden, Toleranz und eine Demokratie , die in der Lage ist, sich gegen diese Entwicklungen zu wehren.

Ihr Land war uns immer ein Vorbild hinsichtlich der Integration ausländischer Menschen unterschiedlichster Herkunft, die alle innerhalb Ihrer Grenzen leben. Wir verstehen auch voll und ganz den Druck für  gesetzliche Veränderungen, unter dem die Mitglieder Ihres Parlamentes stehen.

Ihnen muss ich sicherlich nicht erläutern, wie sehr die jetzige Regierung des Vereinigten
Königreichs die Kommunalpolitiker in starkem Maße unter Spardruck setzt. Von meinen Kollegen und mir  wird erwartet, die Kosten in bestimmten Bereichen zu reduzieren, unter anderem auch den Aufwand für die Kontakte  mit Ihnen und anderen Städten in Europa und der Dritten Welt. Meine Kollegen und ich haben aber diesem Druck widerstanden, weil wir davon überzeugt sind, daß nur diese freundschaftlichen Beziehungen zueinander die internationalen Hemmnisse für Frieden und Verständigung abbauen können.

Der berühmte englische Poet und Schriftsteller John Donne sagte vor 400 Jahren:

„No Man is an Island, entire of itself; every man is a piece of the continent, a part of the main; […]
Kein Mensch ist eine Insel, in sich selbst vollständig; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinentes, ein Teil des  Ganzen; […] 

Heute müssen wir dies so interpretieren, daß wir alle Brüder und Schwestern sind, was immer wir für eine Hautfarbe haben, was immer unsere Nationalität ist und was immer unser religiöser Glaube ist.

Ich darf Ihnen herzlich zu dieser Sondersitzung des Rates gratulieren.  East Staffordshire wird  Ihren Einsatz um die Fortsetzung unserer Freundschaft mit ganzer Kraft  unterstützen.“

Mehr über die Reaktionen auf den Tod des engländischen Kommunalpolitikers finden Sie hier in einem (englischsprachigen) Artikel der Burton Mail.