Im ersten Weltkrieg

16. Dezember 2018

Lingen im Ersten Weltkrieg
Herbstvortrag des Stadtarchivs,
Lingen (Ems), Professorenhaus, Universitätsplatz
Donnerstag, 20. Dezember – 19 Uhr
Eintritt: kostenlos

Den Abschluss der diesjährigen Herbstvorträge des Lingener Stadtarchivs bildet am 20. Dezember (Donnerstag) ein Vortrag von Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus zum Thema „Lingen im Ersten Weltkrieg“. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr im Professorenhaus.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges änderte sich auch in Lingen das Alltagsleben schlagartig. Mitten in der anstehenden Ernte wurden die Männer als Soldaten an die Front gerufen. Alle rechneten mit einem schnellen Sieg. Doch er kam nicht. Dafür füllten sich die Lingener Lazarette mit Verwundeten (Foto). Bald mangelte es an allem. Mit einem enormen Verwaltungsaufwand wurde die Versorgung unter öffentliche Kontrolle gestellt. Brotkarten wurden herausgegeben, schließlich auch Notgeld gedruckt. Der Krieg endete mit der Novemberrevolution, und auch in Lingen bildete sich ein Arbeiter- und Soldatenrat. Die Versorgungsnotlage aber hielt an, und der Wirbelsturm, der 1927 über die Stadt hinwegfegte, stellte die Stadt vor neue Herausforderungen. Und doch gelang es nur ein Jahr später, das 600-Jährige Bestehen der Stadt zu feiern.

Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Geschichte auf der Spur: In der Region laden das Landesarchiv und das NUSO-Archiv  in Osnabrück sowie das Stadtarchiv Lingen zum Besuch ein: am Samstag, 3. März 2018 ist von 10 bis 16 Uhr der Tag der Archive!

In Lingen verwandelt sich der Flur des Stadtarchives in die Lingener Burgstraße. Auf Fotos und Tafeln beleuchtet das Stadtarchiv gemeinsam mit dem Heimatverein Lingen (Ems) den alten Zustand der Häuser zwischen Markt und Promenade. Es werden historische Bewohner vorgestellt und die Baugeschichte wird verfolgt. Jeweils um 10.00, 12.00 und 14.00 Uhr führt Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus durch Ausstellung und Magazine. Auch der Arbeitskreis Lingener Familienforscher steht mit Rat und Tat bereit und beantwortet Fragen zu Lingener Verwandtschaftsverhältnissen und zur Herkunft von Familiennamen. Zudem können Besucher in Geburtsregistern (1874-1905). Heiratsregistern (1874-1935) und Sterberegistern (1874-1985) Namen recherchieren.
Der Tag der Archive beginnt um 10 Uhr in der Baccumer Straße 22 (Gebäude der Stadtbibliothek). Der Eintritt ist frei und es ist keine Anmeldung erforderlich.

Eigentlich aber lautet das diesjährige Motto des bundesweiten Tags der Archive „Bürgerrechte und Demokratie“. Das scheint mir in Lingen nicht im Vordergrund zu stehen. Anders ist dies in Osnabrück.

Wie es zu den heute scheinbar selbstverständlichen Rechten für Männer und Frauen und zur Entwicklung einer demokratischen Gesellschaftsform gekommen ist, kann man dort aus den historischen Quellen erfahren, die das Niedersächsische Landesarchiv am Standort Osnabrück aufbewahrt.

Das Archiv in der Schloßstr. 29 ist ein offen und freundlich gestaltetes Haus. Hier befinden sich Unterlagen aus den staatlichen Institutionen in der Stadt Osnabrück und den Landkreisen Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim, aber auch Archivgut kommunaler Herkunft wie etwa der Stadt und des Landkreises Osnabrück sowie die Archive der Universität und der Hochschule Osnabrück. Guts-, Adels- und Wirtschaftsarchive sind ebenfalls wichtige Bestände.

„Demokratie und Bürgerrechte sind keine Selbstverständlichkeit. In unserer Gesellschaft müssen sie stets neu diskutiert, ausgehandelt und verteidigt werden. Die Archive sind dabei ein Fels in der Brandung. Sie bewahren das Geschehene für nachfolgende Generationen, sind eine verlässliche Informationsquelle und schützen somit aktiv unsere Demokratie“, so der VdA- Vorsitzende Ralf Jacob. „Am TAG DER ARCHIVE wollen wir das den Bürgerinnen und Bürgern in ganz Deutschland zeigen.“

Der Tag der Archive findet in zweijährigem Turnus bundesweit an einem Wochenende Anfang März statt. Das Landesarchiv in Osnabrück öffnet am 3. März, um zwischen 10.00 und 16.00 Uhr einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und über seine Aufgaben zu informieren.

Neben den allgemeinen Magazinführungen gibt es auch spezielle Angebote: Unter dem Titel „Verbrecher, Mitläufer, stille Helden“ werden in zwei thematischen Führungen Fallbeispiele zur Entnazifizierung in Osnabrück und im Emsland demonstriert. Was Überlieferungsbildung für Bürgerinnen und Bürger bedeuten kann, soll der Versuch „Quellen von gestern, von heute, für morgen.  Eine Zeitkapsel für Osnabrück gestalten!“ zeigen. Daneben gibt es Einführungen in den Umgang mit dem archivischen Recherchesystem Arcinsys und kleine Ausstellungen mit Informationen über die Archivgeschichte und besondere Archivalien. Kinder können sich an das Gießen von Siegeln wagen oder Wappenmalerei ausprobieren.

Das Osnabrücker Programm:

  • Quellen von gestern, von heute, für morgen: Eine Zeitkapsel für Osnabrück gestalten
  • Verbrecher, Mitläufer, stille Helden. Fallbeispiele zur Entnazifizierung in Osnabrück und im Emsland um 12:00 und 14:00 Uhr
  • Magazinführungen stündlich zwischen 10:30 und 14:30 Uhr
  • Systematisch Forschen: Eine Einführung in die Recherche mit Arcinsys um 11:00 und 13:00 Uhr
  • Büchertisch und Blog des Historischen Vereins
  • Für unsere kleinen Besucher ist auch was dabei: Siegelgiessen und Wappenmalen

In Osnabrück steht Besuchern auch das NUSO-Archiv Kolpingstr. 7, Raum 01/201 offen. Das NUSO-Archiv (Nachhaltigkeit und Umweltbildung für die Stadt Osnabrück) präsentiert die Ausstellung „Hase – Fluß durch die Zeit“, was auch dem Motto „Bürgerrechte und Demokratie“  nicht gerecht wird. Mehr…

Auch der Landkreis Emsland unterhält ein Kreisarchiv, das sich aber -soweit ich sehe- nicht am Tag der Archive teilnimmt. Ob dies daran liegt, dass „Bürgerrechte und Demokratie“ nicht den Nerv der Institution treffen, erscheint mir gut möglich aber nicht sicher. Eher denkbar dürfte sein, dass an diesem 3. März in Meppen anderes ansteht: Der lokale SV Meppen tritt in der heimischen Arena gegen den FC Carl Zeiss Jena  an…

Mit dem Veranstaltungstermin des Tag der Archive  Anfang März möchte übrigens der Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare auch an den Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 erinnern, dessen Verarbeitung noch längst nicht abgeschlossen ist. Darüber hinaus soll der Öffentlichkeit die Vielfalt des Archivwesens verdeutlicht werden: Große Staatsarchive beteiligen sich ebenso wie die örtlichen Kommunalarchive, Kirchenarchive finden sich im Veranstaltungskalender neben Universitäts-, Parlaments- und Wirtschaftsarchiven. Dazu kommen Adels-, Medien- und Parteiarchive sowie Archive von Verbänden, Stiftungen und wissenschaftlicher Institutionen. In einigen Orten kooperieren auch verschiedene Einrichtungen und bieten gemeinsame Veranstaltungen zu einem bestimmten Schwerpunkt an.

(Quellen: PM)

Lingen im 19. Jhdt.

16. Dezember 2017

Lingen im 19. Jahrhundert
Herbstvortrag des Stadtarchivs von Dr. Mirko Crabus
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5/6
Di 19.12. – 19 Uhr

Eintritt frei

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung Lingens zwischen 1815 und 1904.

1815 wird Lingen Teil des Königreichs Hannover. Doch ein wirtschaftlicher Aufschwung bleibt zunächst aus. Lingen habe, so ein Zeitgenosse, eine Kaserne ohne Soldaten und einen Hafen ohne Schiffe. Dann aber erhält Lingen 1856 den Anschluss an die Hannoversche Westbahn (Bahnhof Lingen – Farbstiftzeichnung von Friedrich Gottlieb Müller um 1860 © Stadtarchiv Lingen), das Eisenbahnausbesserungswerk entwickelt sich bald zum größten Arbeitgeber der Stadt und die Bevölkerungszahlen steigen deutlich. Der Ems-Vechte-Kanal wird eröffnet, dann der Dortmund-Ems-Kanal. 1904 schließlich bricht die Kleinbahn Lingen-Berge-Quakenbrück zu ihrer ersten Fahrt auf.

All das hat auch Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben. Das gerade gegründete Bonifatius-Hospital muss schon bald erweitert werden, und der Lingener Viehmarkt erlangt überregionale Bedeutung. Durch die Industrialisierung entsteht aber auch eine neue Form von Armut. Arbeiterinnen und Arbeiter leiden oftmals unter niedrigen Löhnen und widrigen Arbeitsbedingungen. Dennoch findet die Sozialdemokratie in Lingen nur wenige Fürsprecher. Vielmehr sind es die katholischen Zentrumsanhänger und die protestantischen Nationalliberalen, die sich in Lingen während des Kulturkampfes erbitterte Auseinandersetzungen

Die Prozesse des Abraham Abraham
Einblicke in das 18. Jahrhunderts
Herbstvortrag des Stadtarchivs von Madeleine Gänge
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5/6
Heute, 24. Okt. – 19 Uhr

Eintritt frei

Zum Auftakt der Herbstvorträge des Lingener Stadtarchivs spricht die angehende Kulturwissenschaftlerin Madeleine Gänge über jüdisches Leben im 18. Jahrhundert. Ihr Thema sind „Die Prozesse des Abraham Abraham“

1763 kam Abraham Abraham – ein sog. „Schutzjude“ – nach Lingen (Ems) und starb hier 1807 in hohem Alter. Abraham, der im Hause Burgstraße 14 wohnte (auf dem Foto das rechte Gebäude), war ein Bürger, der besonders häufig verklagt wurde und noch häufiger eigene Klagen einreichte. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass zahlreiche Akten der in Lingen geführten Zivilprozesse noch heute erhalten sind. Diese Akten erzählen von den konkreten Lebensumständen der Kläger und der Beklagten“, berichtet Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus. „Seine Akten vermitteln ein sehr lebendiges Bild vom Alltag eines Lingener Juden im 18. Jahrhundert“, erläutert Madeleine Gänge, die Abrahams Akten im Lingener Stadtarchiv eingehend ausgewertet hat. In seinen Gerichtsverfahren sei es um unbezahlte Rechnungen, aber beispielsweise auch um Beleidigungen gegangen. „In all den Berichten werden auch die schwierigen Rahmenbedingungen sichtbar, mit denen ein Jude im Preußen des ausgehenden 18. Jahrhunderts zu kämpfen hatte“, verrät Madeleine Gänge.


Die Vortragsreihe wird am Dienstag, 28.11. 2017 im Professorenhaus mit einem Reisevortrag von Ulli Brinker über „Namibia“ fortgesetzt.

(Foto: Stadtarchiv Lingen)

freie

27. November 2015

Schöne Aktion, die ich mir von anderen Städten auch wünsche. Gerade von meiner hier in Lingen (Ems): „Das Kie­ler Stadt­ar­chiv hat eine neue Online-Fotodatenbank gestar­tet, in der 15000 gemein­freie oder frei lizen­zierte his­to­ri­sche Fotoaufnahmen von Kiel zu fin­den sind.“

Ein Fall für den kommunalen Kulturausschuss, finde ich. Wenn er denn mal tagt.

posthalterei-abb-2

Lingen (Ems), Alte Posthalterei, Foto des Stadtarchivs – leider nicht öffentlich zugänglich

(Die Idee gefunden via @das_kfmw)

erinnern

10. Februar 2015

Bildschirmfoto 2015-02-08 um 15.07.10

Kulturnacht

18. Juni 2013

Bildschirmfoto 2013-06-17 um 23.19.23Zum zweiten Mal findet am kommenden Samstag in der Innenstadt Lingens eine Kulturnacht statt. Gemeinsam öffnen die führenden Lingener Kultureinrichtungen an diesem Abend ihre Pforten und laden zu kulturellen Kostproben ein.

Auf der Marktplatzbühne werden von 19.15 Uhr bis 20.00 Uhr die Tanzgruppen von „De Dreihdanzers ut Lingen e.V.“ und die Folkloregruppe Rossinka auftreten. Ab 20.15 Uhr sind die Musiker von Pignose & the Bluesmobile auf der Bühne zu sehen und hören.

Weitere Aktionen, Führungen, musikalische Beiträge, Kurzfilme, Mitmachaktionen finden in der Stadtbibliothek, im Stadtarchiv, in der Kunstschule, im TPZ und im Burgtheater, im Emslandmuseum, im Centralkino und in der Kunsthalle statt.
Bluesmusik von Piano Pete und Marlene Budden ist von 19.00 – 21.00 Uhr im Kulturforum St. Michael zu hören. In diesem Zeitraum wird auch ein Busshuttle von dort zum Neuen Rathaus und zurück eingesetzt.
Zusätzlich präsentiert der Kunstverein Lingen -in der 22. Auflage- im Stadtzentrum die Lingener Kunstwege.  Bis zum Sonntag, 7. Juli, stellen heimische Künstler dabei ihre Arbeiten in den Schaufenstern vieler Geschäfte der Innenstadt aus und präsentieren ihr Schaffen den Lingenern und ihren Gästen.
Das gesamte Programm der 2. Lingener Kulturnacht findet sich hier.