Zahnspangen

1. August 2021

Geht’s Euch auch so? In Tokio finden gerade die olympischen Spiele statt, und sie sind nicht nur von der Entfernung her ganz weit weg. Die Euphorie, die mich in früheren Jahren mittrug, empfinde ich bei diesen Corona-Spielen überhaupt nicht.

Der mit dem Grimme-Award ausgezeichnete, weil ausgezeichnete und kritische Sportjournalist Jens Weinreich berichtet in seinem Blog aus der japanischen Hauptstadt und hat darin vor einigen Tagen an die „Olympics“ der letzten Jahrzehnte erinnernt. Da gab es schon einige zahlreiche „Ach-ja“-Momente. Hier sein Beitrag zu Beginn der Olympischen Spiele Tokio 2020-1:

„So, Freunde der Nacht: Es folgt der nächste lange Riemen. Es ist Sonntag, die Corona Games stehen vor der Tür, was gibt es da Schöneres, als eine Lektüre, um anschließend einen der Olympia-Pässe zu buchen?

Heute jammere ich nicht über langsames Internet und den ersten verpassten Corona-Test, sondern bleibe gut gelaunt optimistisch: Ich serviere olympische Geschichte, relativ nah erlebt und erlitten. Viele Themen, die uns bis Mitte August in diesem Theater beschäftigen werden, töne ich an. Über allem stehen die immer wieder jungen Fragen, ein Leitmotiv dieser Webseite:

  • Was darf man glauben?
  • Dürfen wir überhaupt etwas glauben von der Bilderflut, die uns das IOC-Fernsehen serviert?

Es ist vor Olympischen Spielen Tradition, dass ich ein bisschen von jenen Spielen erzähle, die ich vor Ort erlebt habe. Mein Sohn sagt in derlei Momenten gern: „Papa erzählt vom Krieg.“ Doch was wissen Pubertierende schon. Ich habe das vor Peking gemacht, denke ich, vor London und vor Rio de Janeiro – und jetzt wieder. Das mache ich sehr gern. Ich habe mir deshalb aber nicht angeschaut, was ich vor fünf, vor neun und vor dreizehn Jahren dazu geschrieben habe. Mit den Jahren verblasst so manche Erinnerung, anderes erscheint einem plötzlich wichtiger. Gut so.

Man nennt das auch: Leben.

Ich habe mich nicht bei allen Olympischen Spielen nur um das IOC, Doping und wirtschaftliche und sportpolitische Hintergründe gekümmert. Lange Zeit habe ich bei Sommerspielen sehr umfangreich über Sport berichtet, mit all seinen Auswüchsen: Ich habe meistens durchweg die olympischen Kernsportarten betreut, jene beiden Sportarten, die schon 1896 im Programm standen und bis heute die meisten Olympia-Entscheidungen aufweisen: Schwimmen und Leichtathletik. Immer in dieser Reihenfolge: Eine Woche Schwimmen, dann überschneidet es sich ein paar Tage, dann Leichtathletik bis zur Schlussfeier.

Es war, trotz allem, ziemlich großartig, selbst wenn sich der eine oder die andere vielleicht an Rio de Janeiro erinnern, als ich den Weltrekord von Wayde van Niekerk über die Stadionrunde erlebte und sofort das MacBook zuklappte und das Weite suchte. Dazu gleich mehr. Ich glaube, damals hatte ich versprochen, nicht wieder in einem olympisches Leichtathletikstadion zu sitzen. In Tokio gehe ich dennoch wieder. Warum? Das will ich erklären. …Und schon beginnt die olympische Weltreise:

Barcelona 1992
Es war einigermaßen fantastisch. (Das Drumherum, nicht das Dopen.) Halbwegs gelungene olympische Stadtplanung. Die nächtlichen Wasserspiele am Font Màgica de Montjuïc, unterhalb des Palau Nacional – die Musik. Geschlafen wurde fast gar nicht. Freddie und Montserrat, natürlich. Genau das hier

Habe den Weltrekord von Kevin Young über 400 Meter Hürden gesehen und komischer Weise schon damals nicht daran geglaubt, auch weil er nur in Maßen außer Puste war. Ich meine, Wachstumshormon war damals der heiße Scheiß, oder kam das erst ein bisschen später?

Young war einer dieser Wunderläufer…

(weiter bei Jens Weinreichs „Sport & Politics“es lohnt!!)

 

Pyeongchang

9. Februar 2018

Heute beginnen offiziell die Olympischen Winterspiele 2018 in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang. Nach den Sommerspielen 1988 in Seoul sind es die zweiten Olympischen Spiele in Südkorea. Zugleich finden damit nach den Winterspielen 1972 in Sapporo und 1998 in Nagano (beide in Japan) zum dritten Mal Olympische Winterspiele in Ostasien statt. Wirklich faszinierend finde ich das internationale Sportfest in diesen Zeiten von Kommerz und Doping schon lange nicht mehr. Mich berührt eher, dass zum ersten Mal seit 30 Jahren die zerstrittenen Süd- und Nordkorea zusammen und unter vereinter Flagge antreten.

Unter all den vielen, unkritischen Sportjournalisten, die aus und über Pyeongchang berichten, gibt es eine Ausnahme, auf die ich die werte Leserschaft sehr gern hinweise: Jens Weinreich. Sein Blog erhielt schon 2009 den Grimme Online Award und den Journalistenpreis Goldener Prometheus. Weinreich beschäftigt sich insbesondere mit politisch relevanten Bezügen des Sports und plant die Herausgabe von Sport & Politics, ein Magazin, das in zwei Wochen erstmals erscheinen soll.

Seit geraumer Zeit richtet Weinreich den Fokus auf die Themen Doping und Korruption und befasst sich mit den sportpolitischen Vorgängen im nationalen wie im Internationalen Olympischen Komitew (IOC), das ihm schon vorgestern mit dem Entzug der Presseakkreditierung in Pyeongchang drohte. Er bietet ein kritisches Olympiablog an. Dieses Blog soll eine Anlaufstation für sportpolitisch Interessierte werden, ihnen Angebote machen und zur Diskussion anregen. Aus seinem aktuellen Olympia-Blog empfiehlt er:

Der Mann ist freiberuflich tätig und sucht Abonnenten. Er schreibt:

„Buchen Sie meine komplette Olympia-Berichterstattung hier im Blog sowie die erste Ausgabe des Hintergrundmagazins Sport & Politics [inks das geplante Cover]. Das sollte spannend werden, wie 2008 in Peking, 2010 in Vancouver, 2012 in London, 2016 in Rio de Janeiro oder 2014 rund um die Sotschi-Spiele, die bis heute nachklingen.

  • Berichterstattung aus Südkorea bis zum 26. Februar 2018 soweit möglich 24/7.
  • Das Magazin erscheint am 28. Februar zunächst als E-Paper (pdf-Format), eine Woche später geht die gedruckte Ausgabe zu.“

Besteller fördern damit vielfach ausgezeichneten unabhängigen Recherchejournalismus, Kooperationen mit zahlreichen Journalisten im In- und Ausland, und machen sich selbst eine Freude, wenn dieses Blog und das dazugehörige Monatsmagazin Sport & Politics als Anlaufstellen für hintergründige und manchmal auch exklusive Berichterstattung wachsen und gedeihen.

Der Weinreich’sche Pyeongchang-Olympiapass plus Erstausgabe Sport & Politics kostet 29 Euro. Mehr

 

(Quellen: J.Weinreich; wikipedia)