S21

11. Oktober 2010

Schon wieder sind die Emsländer für überraschende Erkenntnisse gut. Im EL-Kurier-„Voting der Woche“ sind  (gegenwärtig) drei Viertel von ihnen Anhänger des Bahnprojekts Stuttgart21. Schon unlängst, bei der Abstimmung über das geplante Atommülllager Gorleben sah es ähnlich aus. Da will ich gern helfen, eine kleine Bildungslücke zu schließen.

„Stuttgart 21 ist mehr als ein Bahnhof. Die baden-württembergische CDU und sogar Bundeskanzlerin Merkel haben bereits ihr Schicksal an das umstrittene Infrastrukturprojekt gekoppelt. Ob dies eine weise Entscheidung war, darf bezweifelt werden, da nahezu alle Sachargumente gegen den unterirdischen Bahnhofsneubau sprechen….“

weiter auf der Seite von Jens Berger:  SPIEGELFECHTER.de

Athen

26. April 2010

Verstanden? Gewusst? Während Frau Merkel selbst in der Beurteilung treuer Anhänger Schaden nimmt („‚Eiserne Kanzlerin’…schmilzt wie Butter unter der griechischen Sonne„) und BILD blökt wie ein Mutterschaf im Sturm, erfahre ich über die griechischen Momenten deutscher Politik dies:

„Mit 100 Euro soll jeder Deutsche indirekt zur Rettung Griechenlands beitragen. Stolze 8,4 Milliarden Euro soll die staatliche KfW zum 45 Milliarden Euro schweren Rettungspaket von EU und IWF beisteuern – im Falle eines Erfolges wäre dies eine gute Anlage, denn Berlin lässt sich seine Hilfsbereitschaft natürlich bezahlen. Die KfW finanziert ihren Teil zum Rettungspaket zinsgünstig über die EZB, nimmt von den Griechen allerdings einen Sollzins, der sich aus dem Interbankensatz (Euribor-Swapsatz) plus 0,5% Gebühren, plus einem Aufschlag von 4% bei Laufzeiten von über drei Jahren zusammensetzt. Griechenland müsste somit rund 6% Zinsen für die Hilfsbereitschaft der Deutschen bezahlen – Uneigennützigkeit sieht anders aus.

Den Griechen nutzt dieser Akt der Nachbarschaftshilfe allerdings nur wenig, da sie dank des Rettungspakets lediglich rund zwei Prozentpunkte bei der Refinanzierung ihrer Altschulden sparen, die sie ohnehin aufnehmen müssten. Profiteure des Rettungspakets sind vielmehr die Gläubiger der Hellenen, darunter deutsche Banken, bei denen Griechenland mit 32 Milliarden Euro in der Kreide steht. Klar, dass vor diesem Hintergrund Umschuldungen oder gar ein Staatsbankrott keine Option für deutsche Politiker darstellen“

(Gefunden bei spiegelfechter)

BOB

10. Dezember 2009

Was sind die BOBs? BOB steht für “Best of the Blogs” und ist ein internationaler Medienpreis, der seit 2004 jährlich von der Deutschen Welle vergeben wird. Die BOBs sind der größte Online-Award weltweit und gelten als “Blog-Oscar”. Bei den BOBs werden internationale Blogs sowohl in den elf Wettbewerbssprachen, als auch in fünf Sonderkategorien ausgezeichnet. Die Wettbewerbssprachen sind Arabisch, Bengali, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Indonesisch, Farsi, Französisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch… (weiter im Blog des SPIEGELfechter)

Nein, ich möchte nicht vorgeschlagen werden. Aber ich empfehle einen Klick auf die BOB- Internetseite, ermöglicht sie doch einen wirklich abendfüllend-spannenden Einblick in die deutsche Bundesliga-Bloggerszene.

RK (Bezirksklasse)

Attacke

26. November 2009

Einer der Vorläufer der Neuen Osnabrücker Zeitung („NOZ“) war das ehemalige Osnabrücker CDU-Lizenzblatt „Neues Tageblatt“ bzw. später die „Neue Tagespost“ .  Es soll Leute geben, die  der Meinung sind, dass die NOZ mit all ihren Unterausgaben bis heute diesen genetischen Webfehler hat: ein parteipolitisches CDU-Blatt zu sein. Solchen Leuten fühle ich mich durchaus verbunden. Deshalb bin ich nicht unsensibel, wenn es um parteipolitische Angriffe auf die Medienfreiheit geht, allemal die öffentlich-rechtliche.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) reitet gerade eine solche Attacke auf die Meinungsfreiheit und die Staatsfreiheit der öffentlich-rechtlichen Medien. Er will verhindern, dass der Vertrag des parteifernen Chefredakteurs Nikolaus Brender für fünf Jahre verlängert wird. Das aber will Markus Schächter, erfolgreicher  Intendant des ZDF, der am Montag in New York mit dem Ehren-Emmy für sein «herausragendes Management» eine bemerkenswerte Auszeichnung in Empfang nehmen durfte.

Morgen am Freitag  tagt ab 14.00 Uhr im ZDF-Hauptstadtbüro „Unter den Linden“ der 14-köpfige Verwaltungsrat des Senders und wird darüber entscheiden, wer sich durchsetzt. Neben dem Vorsitzenden Kurt Beck und seinem Stellvertreter Roland Koch agieren in dem Gremium noch weitere Spitzenpolitiker. Als Vertreter der Länder sitzen Peter Müller, Matthias Platzeck und Edmund Stoiber, und als Vertreter des Bundes Bernd Neumann (Staatsminister für Kultur und Medien) im Verwaltungsrat. Acht weitere Vertreter sollten eigentlich aus gesellschaftlichen Organisationen kommen – sechs dieser Vertreter stehen allerdings als altgediente Parteisoldaten im Dunstkreis der beiden Volksparteien. So kommt es, dass der “Freundeskreis” der Union gleich neun der vierzehn Mitglieder stellt und somit über eine entscheidende Mehrheit verfügt, um die Personalentscheidung des ZDF-Intendanten Schächter zu torpedieren oder passieren zu lassen, wie der SPIEGELFECHTER schreibt.

Die deutschen Mediengurus attackieren jetzt Koch. Aber der wird am Ende wohl die Vertragsverlängerung verhindern und mit diesem Sieg gleichwohl der Verlierer, Chefredaktuer Brender ohne neuen Vertrag der Gewinner  sein.
Klicken Sie mal in die gut recherchierte Kolumne des SPIEGELFECHTERs und lesen Sie die Hintergründe. Es lohnt.

(Foto: © M. Hauck, pixelio.de)

Konvertiten

30. August 2009

spon_001Der SPIEGELFECHTER, einer der angesagten Blogs in Deutschland, kommentiert die Entwicklung des deutschen Nachrichtenmagazins hin zu beeindruckender konservativer Beliebigkeit so:

„Wenn man den Niedergang des SPIEGELs an Personen festmachen will, so fallen immer wieder die Namen Claus Christian Malzahn, Henryk M. Broder, Gabor Steingart und Reinhard Mohr. Die Genannten haben vieles gemeinsam – sie waren früher einmal überzeugte Linke. Im Laufe der Zeit wurden sie jedoch zu Konvertiten, und nicht nur Innenminister Schäuble weiß, dass Konvertiten sich sehr häufig durch einen überbordenden Fanatismus auszeichnen. Die vier apokalyptischen Reiter des SPIEGELS gerieren sich heute als schärfste Kritiker der 68er-Bewegung, sozialdemokratischer Politik und allem, was auch nur ansatzweise im Ruf steht, irgendwie „links“ zu sein. Auch wenn sie die publizistische Speerspitze neokonservativer und neoliberaler Politik im deutschen Blätterwald sind, so haftet ihnen auch das Stigma des Versagens an…“

Irgendwann vor ein paar Jahren, hab ich das Magazin abbestellt und mich für DIE ZEIT entschieden. Was sonst noch zu den vier SPIEGEL-Machern pointiert gesagt werden muss, lesen Sie hier. Applaus, Jens Berger!