Tag der Architektur

26. Juni 2016

TdA2016

Heute ist Tag der Architektur. Fast bundesweit. Die Veranstaltung bietet ein breites Spektrum architektonischer Leistungen: Privathäuser, neue Miet- und Eigentumswohnungen, Bauwerke für Büro und Verwaltung, für Schule und Bildung, für Senioren und Kinder, für Handwerk und Gewerbe bis hin zu Gärten und Parks.

Für die Besucher ergibt sich der besondere Reiz dieses Tages daraus, dass die meisten Objekte üblicherweise nicht für Interessierte offen stehen. Außerdem können sie neben vielfältigen Anregungen für eigene Planungs- und Baumaßnahmen auch im direkten Gespräch mit den Fachleuten vor Ort Positionen diskutieren, Probleme lösen und Fragen erörtern.

Das Besuchsprogramm kann per App geplant werden, die auf der TdA-Webseite heruntergeladen werden kann.  In unserer Region gibt es folgende neue Architektur zu entdecken:

Heede, Verwaltung mit Restaurant und Café (Kanneloni)

Lingen (Ems), Bürogebäude am Fiskediek in Laxten

Nordhorn, Erweiterung Evangelisches Gymnasium

Nordhorn, MoveInn, Hostel der Lebenshilfe

Nordhorn, Neue Hauptstelle der Grafschafter Volksbank

Nordhorn, Wohn- und Geschäftshaus auf dem ehem. RAWE-Gelände

Rheine, Modernes Penthouse am Markt (Sanierung nach Brandschaden)

Spelle, Technologiezentrum Fa Bernard Krone

 

Kummt kieken

10. Januar 2015

Vor 13 Jahren habe ich im Kulturausschuss meiner Stadt vergeblich dafür gestritten, den Sommer über auf unserem fröhlichen Marktplatz ein Festival des plattdeutschen Theaters zu veranstalten, nachdem ich zuvor mit meinem Vorschlag meine damaligen Fraktionskollegen überzeugt hatte. Doch gleich erhoben sich in den Ratsgremien vorzugsweise christdemokratische Bedenkenträger, grummelten Einwände und die Idee verschwand in den Tiefen des Archivs städtischer Protokolle. Wo kämen wir denn auch hin, würde die Mehrheit Vorschläge der Minderheit aufgreifen und umsetzen…

Daran jedenfalls musste ich denken, als mir vor einigen Tagen eine kleine Broschüre in die Hände fiel, die von der Emsländischen Landschaft vertrieben wird: Plattdütsch Theater – Speeltied Januar 2015 – April 2015. Vorgestellt werden darin 29 Produktionen plattdeutscher Amateurtheater im Emsland und der Grafschaft Bentheim; die 30. ist in Heede; sie hat man vergessen -wie ich lese- „durch ein Versehen“. „Ruutgeeven ist düsse Speelplan van de AG Plattdeutsche Theater eV in Lingen. De Arbeitsgemeinskup Plattdütsket Theater eV is äin Tousammenschluss än de plattdütsken Theaterspeeler on use Gegend.“

Die Arbeitsgemeinschaft hat sich zusammen geschlossen, um das Plattdeutsche und das „Theater vom Dorf“ bekannt zu machen, wie es traditionell in den Wintermonaten gespielt wurde und wird. Man findet auf der neu gestalteten „Websiete“ den Hinweis, dass das Niederdeutsche Theater seinen Platz im bundesdeutschen UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes gefunden hat. Man liest dort wie in der erwähnten Broschüre Informationen zu den einzelnen Theatergruppen und ihren Aufführungen. Man erfährt die Ansprechpartner für die Theaterarbeit vor Ort und wo genau gespielt wird.

Heute am Samstag, 10. Januar starten die ersten Aufführungen des Jahres 2015 in Bokeloh („Mien Fro, mien Hobby un ik„) und Salzbergen („Mien Söten, de Lampe hangt schääf!„; Video). Morgen am Sonntag folgen Spelle („Spökelkraam in´t Raathuus„) und vor allem Nordhorn mit der ersten von 13 (!) Aufführungen von  „De Wanne is vull„. In Lingen hält in diesem Jahr Clusorth-Bramhar als einziger Ortsteil das plattdeutsche Laientheater in Ehren. Dort aber ist im Haus der Vereine erst am Sonntag, 15. März Premiere.

Was lese ich auf der „Websiete“? „Kummt kieken – wi hebbt echte Talente!“ Na dann Toitoitoi!

Gewusst?
Das Niederdeutsche Theater ist im vergangenen Dezember in das bundesdeutsche UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden –  als ein „Beispiel lebendiger Weitergabe von Tradition mit lokalerregionaler Verankerung und Identitätsstiftung. Das ‚Niederdeutsche Theater“‘ festigt den Status der Lebendigkeit des Niederdeutschen als Regionalsprache und stärkt somit gleichzeitig das Gemeinwesen.“ Hervorgehoben wurde, dass die kulturelle Ausdrucksform hauptsächlich ehrenamtlich praktiziert wird. Das Niederdeutsche Theater habe vor allem im ländlichen norddeutschen Raum sozialintegrative Funktion und trage zur generationenübergreifenden Erhaltungs- und Weiterentwicklung des lokalen Sozialgefüges bei.
(Auszug aus „De Theater-Zedel“, Ausgabe Januar 2015)
Das bundesweite Verzeichnis wird im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes in Deutschland erstellt. Ihre kulturelle Ausdrucksform trägt damit auch nicht den Titel „Weltkulturerbe“. 

Konsequenzen

8. September 2013

Bildschirmfoto 2013-09-08 um 09.01.45Schon früher habe ich über den „Tag des offenen Denkmals“ geschrieben und was es dazu aus unserer Region Berichtenswertes gibt. Die Ausgabe 2013 des Tages findet an diesem Sonntag statt.  Bundesweit sind rund 7.500 historische Gebäude, archäologische Stätten, Gärten und Parks  geöffnet. Das komplette Programm findet man unter www.tag-des-offenen-denkmals.de, wo man sich alle teilnehmenden Denkmale unserer Region anzeigen lassen, nach Denkmalkategorien suchen und über einen Merkzettel persönliche Denkmaltouren zusammenstellen kann.

Erinnerung ist nicht immer schön, titelt die Saarbrücker Zeitung über das kulturelle Ereignis und bringt es auf den Punkt: „Es ist ein Jammer, wie stark persönliche Vorlieben und Geschmacksfragen die Denkmal-Bewertung der Bürger bestimmen. Nirgendwo sonst prallen Bürger-Bauchgefühl und Experten-Argumentation so hart aufeinander. Was den Bürgern „hässlich“ erscheint oder ihnen keinen Kitzel vermittelt, wird aussortiert.“ 

In diesem Jahr steht der „Tag des offenen Denkmals“ folgerichtig unter dem Motto „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ . Es werden die die zentralen Fragen der Denkmalpflege in den Mittelpunkt gestellt: Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem, wann und für wen?

Dabei sind Denkmale, die an Krieg und Unrecht erinnern, ebenso im Fokus wie Denkmale der Nachkriegsmoderne oder nicht mehr genutzte Industriebauten und historische Gebäude in strukturschwachen Gegenden. Alle diese Objekte können für jeden sichtbar machen, vor welche Herausforderungen die Anforderungen des Denkmalschutzes Besitzer, Planer, Handwerker und Denkmalpfleger stellen können – und wie sie gemeinsam bewältigt werden. Der Tag ist zugleich eine Leistungsschau, bei der gezeigt wird, wie sehr es sich lohnt, sich für alle historischen Bauwerke einzusetzen.

Am 9. April habe ich im Verwaltungsausschuss gefragt, welchen Beitrag die Stadt in diesem Jahr leistet. Es gab keine Antwort. Der Grund: Noch-Stadtbaurat L. (Oldenburg) hat an Denkmalschutz kaum Interesse. Er weiß nicht, was Denkmalschutz ist, was die Baukultur für das Bild einer Stadt, was bestimmte Orte für die Lokalgeschichte bedeuten.  Deshalb glänzt heute unsere „große selbständige Stadt Lingen (Ems)“ mit ihrem Oldenburger durch Abwesenheit am „Tag des offenen Denkmals 2013“: Kein Denkmal gibt es in Lingen zu sehen, wie die Grafik zeigt. Lingener müssen ins Umland, nach Emsbüren, Lengerich, Spelle und Freren beispielsweise (und treffen dort zumeist auch nur auf bequemes, schönes).

„Dass in Lingen der „Tag des offenen Denkmals“ nicht stattfindet , ist peinlich und kulturlos, Herr Stadtbaurat Lisiecki. Da hilft es nicht, wenn in Ihrem Dezernat neben jeder Bürotür des Bauamtes das Schild „Fachdienst Bauordnung und Denkmalpflege“ klebt. Das ist doch bloß hoch gestapelt.“

DSC03755Noch-Stadtbaurat L. ist an Denkmalschutz nicht interessiert. Das wird  auch sonst immer wieder deutlich.  Zum Beispiel beim bevorstehenden Abriss des Arbeiterhauses Kaiserstraße 23, (Foto unten; © milanpaul) beim BvL-Spitzbunker, dem lokalgeschichtlich wichtigen Hotel Nave (zzt. Parkhotel) am Bahnhof. Genauso desinteressiert agieren einzelne Sachbearbeiter im Lingener Bauordnungsamt. Auch sie können dem Denkmalschutz  nichts abgewinnen und betrachten ihn als eher störend: Wer nicht einmal den Denkmalcharakter des Hausensembles des großen Lingener Architekten Hans Lühn an der Schützenstraße erkennt und an deren Zerstörung (s. Foto lks) untätig mitwirkt, zeigt, dass er nichts vom Thema verstanden hat.  Dabei sind unsere Bau- und Bodendenkmale doch ein Schatz, der für uns und unsere Nachfahren zu bewahren ist. Was also tun?

Es müssen organisatorische Konsequenzen her. Mit Lingens neuem Stadtbaurat Lothar Schreinemacher, der dem Oldenburger in 54 Tagen am 1. November folgt, sollte OB Dieter Krone darüber sprechen, wohin die Kulturaufgabe Denkmalschutz gehört. Meine These: Denkmalschutz muss in das Kulturdezernat, mit einem eigenen und vor allem unabhängigen Fachmann, für den im  Bauamt eine Stelle zu streichen ist. [Der Mann darf natürlich auch gern eine Frau sein.]

ArbeiterhausIIUnsere Stadt braucht außerdem  den ehrenamtlichen Denkmalschutzbeauftragten, den das reichlich zahnlose, weil schwarz-gelbe Denkmalschutzgesetz ermöglicht; nicht einmal den gibt es bekanntlich in Lingen, wohl weil die CDU gehörigen Respekt vor unabhängigem Sachverstand und/oder niemanden mit schwarzem Parteibuch dafür hat. Die SPD hat zwar noch vor einigen Monaten Gespräche mit einem guten Mann geführt, traut sich aber  nicht, den eigenen Personalvorschlag zu präsentieren. Mein Tipp, liebe Sozis: Sagt es einfach dem Oberbürgermeister. Der macht das für Euch.

Und, liebe Lingener Lehrerinnen und Lehrer, bringt Euern Schülern doch mal nahe, was Baukultur, was Denkmalschutz, was Lokalgeschichte ist. Zeigt ihnen unsere Schätze, macht mit ihnen Stadtspaziergänge der anderen Art und nicht nur solche, bei denen nicht nur stets dieselben Fragen auf Zetteln zu beantworten sind. Und liebe Kivelinge, das wäre auch etwas für Euch. Trommelt doch mal für die Stadtgeschichte.

Ich würde mich freuen, wenn für den Denkmalschutz mehr Ideen hinzu kämen und nicht nur – wie regelmäßig in diesen lokalen Facebook-Gruppem- das hohe Lied des Eigentums geflötet wird. Denn Eigentum verpflichtet auch und sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Aber das ist ein neues Thema…

ps „Erfunden“ wurde alles übrigens als „Journée portes ouvertes dans les monuments historiques“ 1984 in Frankreich durch den damaligen französischen Kulturminister Jack Lang. 1991 griff der Europarat die Idee auf. Heute beteiligen sich alle 50 Länder der Europäischen Kulturkonvention im September und Oktober an den European Heritage Days.  Der heutige Tag des offenen Denkmals ist Deutschlands Beitrag zu diesem, unter der Schirmherrschaft des Europarats stehenden Ereignis. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert seit 20 Jahren den Tag des offenen Denkmals bundesweit bietet seither jeweils am zweiten Septembersonntag „Geschichte zum Anfassen“.  [mehr…]

Tag der Architektur

22. Juni 2013

Bildschirmfoto 2013-06-16 um 23.01.06Am letzten Junitag, Sonntag 30. Juni., findet bundesweit der Tag der Architektur statt. Geboten wird ein breites Spektrum an Bautypologien: Privathäuser, neue Miet- und Eigentumswohnungen, Bauwerke für Büro und Verwaltung, für Schule und Bildung, für Senioren und Kinder, für Handwerk und Gewerbe bis hin zu Gärten und Parks.

Für die Besucher ergibt sich der besondere Reiz am Tag der Architektur daraus, dass die meisten Objekte üblicherweise nicht für Interessierte offen stehen. Außerdem können sie neben vielfältigen Anregungen für eigene Planungs- und Baumaßnahmen auch im direkten Gespräch mit den Fachleuten vor Ort Positionen diskutieren, Probleme lösen und Fragen erörtern.

In Niedersachsen werden 120 Projekte gezeigt, und auch in der Region an Ems und Vechte sind in diesem Jahr mehr Projekte zu sehen als im Vorjahr, allen voran der Umbau der Hallen I/II des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks Lingen zum Campus Lingen der Hochschule Osnabrück. Daneben gibt es neue Architektur in Nordhorn, Bad Bentheim, Emsbüren, Spelle, Wietmarschen, Meppen, Sögel und Esterwegen. Mehr findet sich auf der Internetseite der Bundesarchitektenkammer für Niedersachsen. (Direkt jenseits der Landesgrenze zur NRW gibt es u.a. Projekte in Hörstel und Rheine).

Alle Objekte können besichtigt werden [mehr…]. Die Architekten sind vor Ort, um  Fragen zu beantworten und  zu Führungen einzuladen.

Mehr…

Bern(h)ard

26. Oktober 2012

Regelmässig im Oktober präsentiert das Manager Magazin die Liste der 500 reichsten Deutschen, so auch vergangene Woche im aktuellen Manager Magazin Spezial.

Für den Fan der emsländischen Regionalliga-Fan eine Gelegenheit nachzuschauen, wo denn Emsländer in der Liste auftauchen und ob Emsländer an Reichtum gewonnen oder verloren haben.

Beginnt man ganz weit oben, also hinter den beiden Albrecht-Familien (Aldi Süd und Nord), die mit einem Vermögen von 17,2 bzw. 16 Milliarden die Liste anführen, taucht als erster “regional hero” die Puddingdynastie der promovierten Oetkers auf Platz 9 auf, die im ostwestfälischen Bielefeld auf ein Vermögen von gut 6,9 Milliarden Euro taxiert werden

Reichster Niedersachse ist auf Platz 38 auch in 2012 der im Emsland geborene Auricher Windernergieanlagenbauer Aloys Wobben (Enercon), der jedoch einen Vermögensverlust von 350 Millionen Euro auf jetzt “nur noch” 2,6 Milliarden hinnehmen musste.

Reichster Immer-schon-da-Emsländer ist Bernard Meyer aus Papenburg. Auf Platz 157 von 500 wird der Werftchef mit einem Vermögen von 700 Mio Euro gelistet; vor zwei Jahren waren es noch 200 Mio Euro weniger und 77 Platze weiter hinten. 1795 hatten Meyers Vorfahren die Werft gegründet, die heute mit luxuriösen Kreuzfahrtschiffen und vielen Leiharbeitern ihre Geschäfte macht

Rang 269 und damit 120 Plätze weiter vorn als 2010 nimmt ein weiterer Emsländer ein: die Speller Unternehmerfamilie Bernhard Krone (400 Mio). Weitere Emsis tauchen nicht auf, wenn ich nichts übersehen habe. Weitaus mehr Reiche leben im benachbarten Osnabrücker Land und -vor allem- im angrenzenden Westfalen.

Und nun ergeht Euch, werte Leser, bitte in klassenkämpferischer Attitüde. (Quelle)

Urwahl

9. Oktober 2012

Morgen bestimmt die regionale CDU in einer Urwahl, wer die Nachfolge des langjährigen Bundestagsabgeordneten Dr. Hermann Kues (Lingen, Foto re) im Wahlkreis 32 (Mittelems) antreten wird. Immer seit  Gründung der Bundesrepublik hat der CDU-Kandidat in unserer Region den Wahlkreis gewonnen. Wer sich also morgen CDU-intern durchsetzt, darf in Berlin schon einmal auf Wohnungssuche gehen.

Im Vorfeld hatten sich die Bewerber Franz-Josef Evers (45, Salzbergen), Georg Hennekes (56, Meppen), Martin Rekers (42, Spelle) und Albert Stegemann (36, Ringe) in drei Veranstaltungen in Meppen, Lingen und am vergangenen Donnerstag in Nordhorn vorgestellt. 160 CDU-Mitglieder lauschten dort den Beiträgen. Der zuvor in Meppen (50 Teilnehmer) nicht einmal anwesende fünfte Bewerber ist der 67jährige Johann H. Grotehölmann (Uelsen) und  soll der Vollständigkeit halber erwähnt werden; er hat aber keine Chancen.

Nach der Lingener Veranstaltung vor immerhin 170 Besucherinnen und Besuchern hatte ein irritierter Carsten von Bevern in der Lokalpresse die Auftritte der Kandidaten kommentiert, ob nicht etwas mehr „Kante zeigen“ angesagt sei. Von Bevern war lange Jahre selbst aktiv in CDU und JU und wenn ein solcher Mann schon „fehlenden Mut“ bei den eigenen Leuten beklagt…

Rund 4300 CDU-Mitglieder aus der Region können also am Mittwochabend in den eigens dafür gebuchten Lingener Emslandhallen ihren Mann für Berlin wählen. Dieses demokratische Verfahren empfinde ich schon als beeindruckend, allemal im Vergleich mit dem, was sonst so bei Kandidatenaufstellungen geschieht  Das Ergebnis der Kür kann niemand vorher sagen.  Mir fällt nur auf: Die Lingener CDU ist weiterhin so schwach, dass  sie keinen Kandidaten und keine Kandidatin für diese wichtige Aufgabe in ihren Reihen findet. Und das CDU-Personal ist weiterhin reine Männersache. Frauen kandidieren nicht bei der CDU-Urwahl an Ems und Vechte.

Ich nehme an, dass Tobias Dankert (@tobilingen) aus den Emslandhallen twittern wird. Auf diesem Weg erfährt, wer will, Verlauf und Ergebnis am schnellsten.

Laufen

1. September 2012

Hier gönn ich Ihnen einen (Mittelschichts-)Hinweis für die (niedersächsischen Schul-)Herbstferien und an Menschenkinder, die wissen, wie man lang und ausdauernd läuft; also nichts für Anfänger.

Vom 20. – 27. Oktober findet das nächste Laufseminar von Thomas Altehülsing (Spelle, Foto re.)  statt. Der Physiotherapeut und Lauftrainer kündigt die Veranstaltung auf Mallorca so an:

„In einer Woche tankst du Sonne, Motivation und Laufkilometer zur Steigerung deiner läuferischen Fitness.

In den sieben Tagen in Can Picafort bieten wir immer drei Trainingsgruppen in unterschiedlichen Leistungsstärken an. Neben langen Dauerläufen, Laufstilvideoaufnahmen, Techniktraining, Intervalltraining bieten wir auch wieder Athletiktraining und individuelle Trainingsberatung.

Auch deine Freizeit und die Begleitung kommen nicht zu kurz. Bei den abendlichen Vorträgen sind auch Mitreisende herzlich willkommen. Außerdem bieten wir eine Fahrt nach Palma de Mallorca mit Besuch in einer der besten Tapas-Bars der Stadt an. Das ****- Hotel Granvista & Spa hat eine große Poollandschaft und Spa-Bereich der genutzt werden kann.

Mehr Informationen finden sich unter http://www.erlebe-sport.de/mallorca

Mein Knie samt Rücken werden übrigens wohl kaum teilnehmen. Wenn Sie mich also nicht sehen wollen, ist das die Gelegenheit.

Warnstreik

5. Mai 2012

Mit Warnstreiks und Kundgebungen haben die Mitglieder der IG Metall gestern bundesweit ihren Arbeitskampf in der Metall- und Elektroindustrie fortgesetzt. In den aktuellen Tarifverhandlungen fordert die IG Metall in allen Tarifbezirken 6,5 Prozent mehr Lohn. Daneben will sie bundesweit die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden und mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern erreichen. Alle beteiligten Arbeitgeberverbände der Metallindustrie haben bisher drei Prozent mehr Lohn angeboten und lehnen die beiden anderen Punkte ab.

Nach dem Auslaufen der Tarifverträge und dem Ende der Friedenspflicht greift die IG Metall deshalb jetzt zum erprobten Mittel des Warnstreiks. Gestern erreichte der Arbeitskampf das Emsland. An den meist ein- bis zweistündigen Arbeitsniederlegungen beteiligten sich gestern allein im Landkreis rund 4000 Metaller. So waren auf der Meyer-Werft in Papenburg 2500 Beschäftigte dem Aufruf der Gewerkschaft gefolgt.  Nebenan legten 300 Arbeitnehmer bei KS Gleitlager die Arbeit nieder. 700 Mitarbeiter streikten beim Fahrzeugwerk Krone in Werlte. Nach einem Bericht der Papenburger Ems-Zeitung sagte dort Betriebsratsvorsitzender Ulrich Forsting, der auch Mitglied der IG Metall-Tarifkommission ist: „Die Kollegen wollen und brauchen eine deutliche Lohnerhöhung.“ Zudem müssten auf dem Feld der Leiharbeit dringend Verbesserungen greifen. Diese müssten flächendeckend und einheitlich geregelt werden.

500 Beschäftigte der Firmen Krone Fahrzeugbau und  August Storm in Spelle hatten schon morgens um 9.15 Uhr die Arbeit nieder gelegtund zogen dann in einem für das konservative Dorf beeindruckenden Demonstrationszug  (Foto re.) vom Werksgelände der Firma Krone zum Neubau der Firma Storm.  Bei den Tarifverhandlungen komme „nur mit Druck was Gescheites heraus“, sagte der IG Metall-Bevollmächtigte Heinz Pfeffer (Rheine; Foto lks).

In Weser-Ems gab es neben Arbeitsniederlegungen im Ammerländer Raum und an der Unterweser Warnstreiks auch bei Leoni in Friesoythe, Lumberg Connect (Cloppenburg) und Waskönig & Walter (Saterland). In Leer streikten 100 Arbeitnehmer des Leda-Werks, und in Emden versammelten sich 450 Beschäftigte von Siag, Blohm & Voss Naval und der Emder Werft- und Dockbetriebe zu einer Kundgebung vor dem Betriebsratsbüro. Auch in Lotte bei Osnabrück gab es einen Warnstreik

Bereits am Donnerstag hatten mehr als 1000 Arbeitnehmer bei KME  und Elster in Osnabrück die Arbeit niedergelegt. Ebenfalls vorgestern waren 150 Mitarbeiter der Firma Stemmann Technik im Industriegebiet zu einer Kundgebung vor das Werkstor gezogen. Stemmann-Geschäftsführer Michael Grunwald ist Mitglied in der Tarifkommission der Arbeitgeber und stand deshalb im Fokus der Gewerkschafter. „Es wird keinen weiteren Warnstreik geben, aber wenn im Mai kein vernünftiger Vorschlag kommt, werden wir vor dem Tor der Firma Stemmann ein Ur-Abstimmungsbüro für den Streik einrichten“, kündigte Gewerkschaftssekretär Gerd Will (Foto lks) den Stemmann-Mitarbeitern an. (Video)

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hat inzwischen die Gewerkschaft aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das war aber wohl schon vorher vereinbart. Verhandelt wird im Bezirk Küste nämlich wieder am 9. Mai in Bremen. Am selben Tag kommen auch im Tarifbezirk Niedersachsen in Hannover die Verbände zu Verhandlungen zusammen;  in der Metall- und Elektroindustrie Osnabrück-Emsland treffen sich die Tarifvertragsparteien dann einen Tag später.

Es ist übrigens sehr aufwändig, sich einen Überblick über die Arbeitskampfaktionen im Emsland, der Grafschaft Bentheim und der Region zu verschaffen. Dazu sind die -über Jahrzehnte entstandenen- Tarifbezirke zu unterschiedlich. Beteiligt sind jedenfalls die IG-Metall Bezirke Niedersachsen, Küste und NRW und dann finde ich bei meiner Suche noch örtliche IG-Metall Verwaltungsstellen mit veralteten, lieblosen Internetseiten. So zeigt etwa die Webseite der IGM-Verwaltungsstelle Leer-Papenburg als Aufmacher Infos über den IG-Metall Jugendtag im vergangenen Oktober und einen Besuch der IGM-Senioren im VW Werk Emden…

(Fotos: © IG Metall Rheine)

Region

4. Oktober 2011

Zum zehnten Mal wirbt der „Tag der Regionen“  für Produkte und Angebote der  Handwerker und Landwirte vor Ort – in Niedersachsen mit immerhin mehr als 280 Veranstaltungen.  Gut 1000 Veranstaltungen in ganz Deutschland zeigen in diesem Jahr vom 23. September bis 9. Oktober das Engagement für die Regionen.

Das 2001 gegründete, bundesweite „Aktionsbündnis Tag der Regionen“ ist bunt und vielfältig. Einen Überblick über alle Partner finden Sie unter Aktionsbündnis. 2002 entstand der Untertitel „…wurzeln in einer globalisierten Welt“ für den Aktionstag, der inzwischen in sechs Bundesländern stattfindet. Er zeigt, dass Marktkonzentrationen, Fusionen sowie die Aufgabe des Schutzes heimischer Wirtschaftsbereiche nicht zum Wohlstand für alle führen, sondern wenige Gewinner und viele Verlierer schaffen. Dieser globalisierten Welt setzen die Akteure des Tag der Regionen die Wurzeln vor Ort entgegen, sie nennen Alternativen zur Globalisierung, indem sie den Blick für regionale Kreisläufe schärfen. Motto aller  Bemühungen um Nachhaltigkeit ist der Satz „Global denken, lokal handeln“.

Leider wieder nicht dabei ist das Lingener Land. Im benachbarten Münsterland bieten hingegen immerhin 21 Gastronomiebetriebe unter dem Motto „So schmeckt das  Münsterland“  kreative, aus Produkten der Region (hier zum Rezeptbuch zum Nachkochen) zubereitete Gerichte. Auch im mittleren (mehr…) und nördlichen Emsland finden sich mehrere Veranstaltungen (auch solche, die nicht dahin gehören) und in der Grafschaft Bentheim findet am kommenden Sonntag der 1. Vechtehoftag und Bauernmarkt am Nordhorner Tierpark statt.In Lingen, Lengerich, Freren, Spelle, Salzbergen und Emsbüren hingegen nichts. Das ist schade und kein Ausdruck von Nachhaltigkeit. Dynamik, die die Verantwortlichen statt dessen feiern, ist eben nichts, wenn man nicht weiß, in welche Richtung sie führt…

Einen Überblick über alle Veranstaltungen des „Tag der Regionen“ gibt die Website www.tag-der-regionen.de.

Sex-Sender

30. September 2011

Gerade auf der Internetseite des NDR. Die Überschrift des Beitrags lautet  „Sex-Priester kommt erneut davon“. Ich frage mich angesichts der reißerischen Schlagzeile, ob sich der verantwortliche Redakteur (m/w) des öffentlich-rechtlichen Senders gerade bei der BILD oder einer anderen Boulevardpostille bewirbt und einen Eignungsnachweis braucht.  Sachlich und informativ, folglich richtig ist anders, lieber Sex-Sender.

Was ist im Übrigen passiert? Eine Frau hat den ehemals in Spelle tätigen Pfarrer eines gewaltsamen sexuellen Übergriffs beschuldigt. Das hatte schon eine andere getan und deren Beschuldigung war unglaubhaft, wie eine ausführliche Beweiserhebung ergab.  Jetzt sagt die zweite Frau, sie habe „eingesehen, dass mit ihren Angaben eine Verurteilung nicht zu erreichen sei und deshalb ihre Anzeige zurückgezogen“. Der NDR zitiert mit diesen Worten den Pressesprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Osnabrück, Dr. Alexander Retemeyer.

Für mich stellt sich angesichts dessen die Frage, ob mit der Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den Pfarrer der Mantel staatsanwaltlicher Vergebung über die  Anzeigeerstatterin und ihre „zurückgezogenen“ Behauptungen gelegt wird. Eigentlich ist nämlich der Anfangsverdacht einer falschen Verdächtigung gegeben und deshalb muss gegen die Anzeigeerstatterin ermittelt werden. Falsche Vorwürfe in Sexualstrafsachen sind nämlich stets ein Schlag in das Gesicht jedes Opfers einer Sexualstraftat.