11 freie

26. November 2021

Update:

Der Lingener Stadtrat hat es gestern mit 26 zu 11 zu 1 Stimmen abgelehnt, den Lingener Weihnachtsmarkt abzusagen, die Absage mit den Nachbarstädten zu koordinieren und den betroffenen Marktbeschickern eine Entschädigung zu zahlen. Sicher, die Absage wäre spät gekommen, weil CDU und SPD vor 10 Tagen nicht wollten, aber sie wäre allemal früh genug gewesen, um weitere Corona-Opfer in unserer Stadt Lingen (Ems) zu verhindern. Das Nein gegen die Absage ist also eine ausgesprochen schlechte Entscheidung.

Dazu drei persönliche Anmerkungen:

  1. Als  in der gestrigen Ratssitzung über die Absage des Weihnachtsmarktes in Lingen debattiert  wurde, kam die dümmste Aussage gegen den Absage-Antrag von OB Krone: Würde man den Lingener Weihnachtsmarkt absagen, sagte er, würde die Infektionsgefahr deshalb größer, weil Lingener dann auf die Weihnachtsmärkte nach Nordhorn und Meppen führen. Das macht das Niveau der gestrigen Hintertür-Debatte deutlich. Hintertür-Debatte deshalb, weil alle Debattenredner sagten, wenn es schlimmer werde, müsse und werde man reagieren. Leute, es kann nicht schlimmer werden. Es kann und wird bis dahin nur mehr Opfer geben.
  2. Persönlich bin besonders enttäuscht über das Verhalten der SPD-Stadtratsmitglieder. Deren Vorsitzender Andreas Kröger und (!) seine Stellvertreterin Sandra Primke hatten Dienstagabend vorbehaltlos (!) zugestimmt, den Antrag einzubringen, den Weihnachtsmarkt abzusagen. Die an dem interfraktionellen Treffen der Minderheitsfraktionen teilnehmenden Grünen sagten, sie wollten in der Fraktionssitzung am selben Abend noch einmal darüber sprechen. Die Führung der SPD hatte keinen derartigen Vorbehalt und Grüne wie SPD beauftragten mich, den Dringlichkeitsantrag im Rahmen aller drei Minderheitsfraktionen zu formulieren und zu stellen. Diesen Auftrag habe ich dann am späten Dienstagabend erfüllt, nachdem ich vom Vorsitzenden der Grünen, Heiner Rehnen,-wie sagt man – „grünes Licht“ dafür bekommen hatte: „Wir tragen das mit, wir wollen das auch.“ SPD-Kröger teilte mir erst anderntags am Mittag mit, er müsse das alles noch mit seiner Fraktion besprechen. Er könne die Zusage nicht aufrecht erhalten. Offenbar kann er für seine Fraktion nicht verbindlich sprechen. Das ist bedauerlich…
  3. Diejenigen, die den Weihnachtsmarkt durchführen wollen und dafür gestimmt haben -die Öffnung wird sicher nur wenige Tage gut gehen- haben schwere Verantwortung auf sich geladen. Es wird durch den Weihnachtsmarkt neue CoVid-Infektionen geben, Long-CoVid und auch Tote – was mich besonders belastet.
    Im ganzen Emsland mit seinen 330.000 Einwohnern gab es gestern übrigens nur 11 (in Worten: elf) freie Intensivbetten in den Krankenhäusern. Insgesamt sind es 66 Intensivbetten und damit rund 30 weniger als vor einem Jahr. Die Intensivbetten werden nicht nur für Corona-Patienten gebraucht sondern für alle mit lebensbedrogenden Krankheiten und nach OPs aller Art. Jetzt aber werden sie mit Coronapatienten belegt und für andere werden Sie nicht mehr zur Verfügung stehen – weil wir Glühwein trinken und Bratwurst essen wollen.Das ist populistisch, aber nicht verantwortlich.

Meine Bitte: Passt auf euch auf und trinkt den Glühwein zuhause.

 

“Es ist ein Mädchen!”

9. Dezember 2015

Eine „Wir-freuen-uns“-Presseerklärung der BürgerNahen (BN) aus der und für die Lingener Kommunalpolitik:

margittahueskenBN: “Es ist ein Mädchen!”
Zuwachs bei der Fraktion der BürgerNahen im Rat der Stadt Lingen (Ems)

Margitta Hüsken (Foto lks), bislang fraktionslose Ratsfrau im Stadtrat Lingen, ist am Montag der Fraktion der BürgerNahen beigetreten. So wächst die Anzahl der BN Ratsmitglieder auf fünf. Die BürgerNahen können damit ihre Position als drittstärkte Gruppe im Rat ausbauen.
Mit “Hurra, es ist ein Mädchen,” kommentierte Tanja Christiansen aus der BN die Entscheidung Margitta Hüskens. Der stellvertretende Frakionsvorsitzende Marc Riße bezeichnet den Beitritt “als ein schönes Nikolausgeschenk für uns!” Atze Storm überreichte der 50jährigen einen großen Blumenstrauß und stellte ihr seinen Sitz im Planungs- und Bauausschuss zur Verfügung.
Außerdem übernimmt Hüsken den Sitz von Volker Becker im Schulausschuss. In beiden Ausschüssen war die Ratsdame schon eher tätig und verfügt über viel Sachkenntnnis.
In wie weit die gewachsene Zahl der BürgerNahen im Rat auch Einfluss auf andere Ausschussbesetzungen hat, müsse nun die Verwaltung klären, sagte Fraktionschef Robert Koop. “Wir jedenfalls freuen uns alle sehr, weil wir mit Margitta eine analytisch starke Kommunalpolitikerin gewonnen haben, die aktuelle Themen mit viel Sorgfalt und Erfahrung angeht.”
Damit hatte sich die Baccumerin viel Zeit gelassen: Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass sie der SPD-Fraktion den Rücken gekehrt hatte. In dieser Zeit habe sie regelmäßig an den BN Sitzungen teilgenommen. Hüsken: “Mir gefiel die Arbeit der BürgerNahen auf Anhieb, trotzdem wollte ich sicher gehen, dass ich dauerhaft in die Fraktion passe.”
Darüber waren sich alle Teilnehmer der Sitzung am vergangenen Montag einig und wünschen ihrem neuen Mitglied viel Erfolg bei bürgernaher Stadtpolitik, erklärt die Wählergemeinschaft.

Facebook II

16. Februar 2012

Was passiert, wenn man im Rathaus zu wenig miteinander aber ganz viel übereinander redet, kann man bei diesen Einträgen im stadtinternen Intranet („LintraNET“) ahnen. Und um die Dinge beim Namen zu nennen: Nein, der Personalratsvorsitzende, der am Montagabend die aufmerksame SPD-Stadtratsfraktion besuchte, hat mich nicht gebrieft oder gespickt. Doch natürlich habe ich -wie immer- schuld, dass ich mir Infos und Screenshots besorgt habe, um meine geneigten Blogleser über sinnfreierweise geheim gehaltene Interna in Kenntnis zu setzen.

Die Reaktion darauf befremdet: Da fragt doch unser OB in seinem Intranetbeitrag, woher „der Fraktionsvorsitzende der BürgerNahen diese Information bezogen hat“. Das bin ja ich, der „Fraktionsvorsitzende der BürgerNahen“, stelle ich fest; ich lese die OB-Frage und frage ihn, mich und andere: „Hat Dieter Krone nicht eine neue Offenheit im Rathaus versprochen?“ Was wir da aber im Moment an vorgeblicher Offenheit erleben, erscheint mir durchaus sehr ausbaufähig. Denn in den städtischen Gremien ist über die facebook-Diskussion mit dem städtischen Personalrat noch nicht berichtet worden. Merke: Facebook- und Twitter-Tralala ist noch keine Offenheit.

Gefällt mir nicht.

Rücktritt

31. Mai 2011


Klicken Sie hier, oder auf das Bild für den ganzen Artikel auf der Seite der NOZ.

Und hier geht es zum zweiten LT-Bericht. Mehr braucht man zurzeit dazu nicht zu sagen.

Hajo

19. September 2010

Heute morgen fand im Ratssitzungssaal eine kleine Feierstunde statt, zu der die Sozialdemokraten eingeladen hatten. Es galt, einen besonderen Mann und sein besonderes Jubiläum zu feiern. Hans-Joachim Wiedorn, der Chef der Sozialdemokraten im Stadtrat, war am 19. September 1985 zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Lingener Rat gewählt worden. Damals habe ich einige zaudernde und zögernde Mitglieder der 13-köpfigen SPD-Fraktion mit dem Satz gewonnen, es sei „ja nur für nicht einmal zwei Jahre“. 25 Jahre liegt das nun zurück. Seither ist Hajo Wiedorn 10 mal wiedergewählt worden. Meist einstimmig.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Gerd Will (Nordhorn) hielt die Laudatio und es folgte eine große Zahl von, bisweilen launigen Grußworten. Dann antwortete „Hajo“ Wiedorn in der ihm eigenen Art in der Feierstunde aus Anlass „25 Jahre Fraktionsvorsitz“. Gegenwärtig denkt der Mann aus dem Ortsteil Biene, der schon als kleiner Junge auf dem Schoß von Reichstagspräsident Paul Löbe saß, mit  dem seine Eltern gut bekannt waren, ob und wie es nach der Kommunalwahl am 11. September 2011 für ihn weitergehen wird. Da ist er sich noch nicht ganz sicher.

Ich habe heute morgen auf einen Wortbeitrag verzichtet, um nicht Gefahr zu laufen, meine Entscheidungen in diesem Sommer in den Mittelpunkt zu rücken, mit der Lingener SPD abzuschließen. Denn Hajo Wiedorn ist kluger politischer Kopf . Mit ihm habe ich immer bestens zusammengearbeitet. Das war blindes Vertrauen und einfach nur gut.

Heute ging es um ihn und seine große Leistung, die er für unsere Stadt erbracht hat. Natürlich auch dank seiner Ehefrau Inge, die ihn dabei unterstützte und das Engagement mittrug. Zwar plapperte auch heute wieder jemand, die Stadt sei so, wie sie ist, das Ergebnis der politischen Konstellation – und meinte damit die CDU. Aber ohne Hajo Wiedorn wäre sie eben deutlich anders, weil -nicht nur wegen der von ihm flankierten Gründung des Lingener Standorts der Fachhochschule- diese Stadt einfach weniger menschlich wäre. Es war Hajo Wiedorn, der hartnäckig und konsequent immer das Gemeinwesen in den Mittelpunkt rückte, wenn andere allzu oft nur schnellen persönlichen Gewinn ziehen wollten. Wie unterstrich einer der Gratulanten:

„Hajo, Du hast Dich um diese Stadt verdient gemacht!“