Japan

1. November 2009

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Links sieht man den ganz normalen aktuellen Wahnsinn auf dem Lingener Bahnhof  am vergangenen Freitag nachmittag. Mich erinnert das mehr an eine U-Bahn in Japan.

Natürlich trifft auch die Bauleute in der Stadtverwaltung Mitverantwortung für den völlig missglückten „Mittelbahnsteig“ und die dramatische Situation im Lingener Bahnhof. Sie haben es nämlich versäumt, sofort Alarm zu schlagen, als sie die lebensgefährliche „Breite“ der technischen Meisterleistung deutscher Bahningenieure erkannten. Sie wussten auch, dass die Bauarbeiten nicht fertiggestellt waren, als der „Hausbahnsteig“ vor dem Bahnhofsgebäude weggerissen wurde und seither Gehbehinderte den Bahnhof Lingen nicht mehr benutzen können.
Wegen der unhaltbaren Zustände und der arroganten und ignoranten Reaktion der Bahntechnokraten habe ich vor ein paar Wochen an die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung geschrieben. Offensichtlich prüft sie meine Eingabe sehr genau; denn bisher habe ich nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. Allerdings wäre es sicherlich einfacher, wenn sich auch andere massiv beschwerten, zum Beispiel der mitgliederstarke SoVD, der VCD oder der Fahrgastverband proBahn. Sie schweigen bisher aus Gründen, die ich nicht kenne.
Nachdem am Samstag in der LT berichtete wurde, die Bahntechnokraten wollten nichts ändern, habe ich das Eisenbahnbundesamt angeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in großer Sorge wende ich mich an Sie. Im Bahnhof von Lingen(Ems) ist in den letzten Monaten ein „Mittelbahnsteig“ errichtet worden. Dieser ist allerdings so schmal, dass seine Benutzung lebensgefährlich ist. Der jetzige „Mittelbahnsteig“ ist nicht nur kundenfreundlich; er ist nicht betriebssicher. Offenbar gilt der Mittelbahnsteig eisenbahntechnisch als Außenbahnsteig. Er hat lediglich eine Breite von 2,50m. Jährlich nutzen mehr als 1  Mio Fahrgäste den Lingener Bahnhof. Einzelheiten des Problems werden hier und hier und hier geschildert.

Ich bitte Sie sehr dringend, sich umgehend des Problems anzunehmen. Die verantwortlichen Mitarbeiter der DB lehnen eine Planänderung ab. Damit nehmen sie Gefahren für Leib und Leben in Kauf. Dem sollten Sie sofort  Einhalt gebieten.

Mit freundlichen Grüßen

Robert KoopIMAG0010

Übrigens soll es ja einen Bereitschaftsdienst für Gehbehinderte am Bahnhof geben. Diese müssen dazu ein Mobiltelefon haben und bei der Bahn in Osnabrück anrufen. Von dort wird dann der Bereitschaftsdienst alarmiert, der sich im Bahnhofsbereich aufhalten soll. Der kommt dann angeblich.
Schlecht ist es allerdings, wenn Sie im Rollstuhl sitzen. Der beige-gelbe Zettel mit dem Hinweis und der Osnabrücker Rufnummer ist nämlich in etwa 1,60m Höhe angebracht (Foto re.). Um ihn zu lesen, müssten Sie  mal eben aufstehen…

Meine Meinung zu den Verantwortlichen bei Bahn und Stadtverwaltung habe ich schon in diesem Beitrag formuliert. Ich will sie nicht wiederholen. Aber eines weiß ich sicher: Wenn hier an diesem Mittelbahnsteig ein Mensch zu schaden kommt, ist dies auf die Ignoranz der Bahntechnokraten zurückzuführen und dafür werden Sie zur Rechenschaft gezogen werden. Jeder einzelne ganz persönlich.