Sonne

28. Juni 2020

Im Juni 2020 beobachtet das Solar Dynamics Observatory (SDO) der National Aeronautics and Space Administration (NASA) die Sonne seit über einem Jahrzehnt ohne Unterbrechung. SDO hat aus seiner Umlaufbahn im Weltraum um die Erde 425 Millionen hochauflösende Bilder der Sonne gesammelt.

SDO macht alle 0,75 Sekunden ein Bild der Sonne. Sein AIA-Instrument (Atmospheric Imaging Assembly) nimmt alle 12 Sekunden Bilder bei 10 verschiedenen Lichtwellenlängen auf. Dieser, jetzt von der NASA veröffentlichte 10-jährige Zeitraffer zeigt Aufnahmen der Sonne, die mit einer Wellenlänge von 17,1 Nanometern aufgenommen wurden. Dies ist eine extreme ultraviolette Wellenlänge, die die äußerste atmosphärische Schicht der Sonne – die Korona – zeigt. Der Zeitrafferfilm setzt sich aus stündlichen Fotos zusammen und verdichtet so ein Jahrzehnt der Sonne auf ganze 61 Minuten.

Er zeigt dabei Anstieg und Abfall der Aktivität, der im Rahmen des 11-jährigen Sonnenzyklus der Sonne auftritt, sowie bemerkenswerte Ereignisse wie den Durchgang von Planeten und Eruptionen. Die benutzerdefinierte Musik mit dem Titel „Solar Observer“ wurde vom Musiker Lars Leonhard komponiert, der seit sieben Jahren wissenschaftliche Videos mit seinen Kompositionen unterlegt.

Schönen Sonntag!
(mehr zum Sonnen-Zeitraffer hier in engl. Sprache)

Wintersonnenwende

22. Dezember 2019

Heute war bzw. ist um 5.19 Uhr in Lingen die Wintersonnenwende. Dann hat unsere  Sonne ihren südlichsten Punkt auf dem südlichen Wendekreis erreicht. Auf der Nordhalbkugel ist sie folglich heute am kürzesten zu sehen: Die Sonne geht heute um 8.40 Uhr auf und um 16.18 Uhr unter. An keinem Tag des Jahres steht sie zur Mittagszeit niedriger am Horizont.  Ab morgen werden die Tage dann langsam wieder länger.

Die Wintersonnenwende fällt in Deutschland stets auf den 21. oder 22. Dezember. Die Sonne steht dann so flach über dem Horizont wie sonst nie im Jahr.  Weil unser Planet aber nicht auf einer runden Kreisbahn um die Sonne rast sondern auf einer elliptischen Umlaufbahn, merken wir zuerst an den Nachmittagen, dass die Tage länger werden. Am 8. Januar beispielsweise geht die Sonne immer noch erst um 8.39 Uhr auf, doch im Gegensatz zu heute geht sie bereits etwa eine Viertelstunde später unter. 

Auch die astronomische Himmelsscheibe von Nebra (Foto) wird mit der Wintersonnenwende in Verbindung gebracht. Seit germanischen Zeiten ranen sich um die Sonnenwende rzahlreiche Mythen, zum Beispiel in Stonehenge in Südengland, wo die längste Nacht des Jahres wie schon seit Jahrtausenden mit einem großen Event gefeiert wird. Tausende Menschen, die sich teilweise als Barde oder Druide verkleidet hatten, führten in der vergangenen Nacht rund um den Steinkreis spezielle Zeremonien durch – warum auch immer; als Glücksbringer trugen sie dabei frisch abgeschnittene Mistelzweige mit sich.

Einen sehr profanen, aber großen Vorteil hat die lange, heutige Nacht allemal – auch ohne Druiden: Wir alle können länger im Bett bleiben. Denn es bleibt fast 17 Stunden dunkel. Genießt den Tag, den christlichen 4. Adventssonntag.

Foto: Himmelsscheibe von Nebra, via wikipedia, Dbachmann via GNU Free Documentation License.