Jahresausklang im Emslandmuseum
Bebilderter Vortrag „Zwischen Burgtor und Pferdemarkt“

Lingen (Ems)  –  Burgstraße 30a
So 31.12.17 – von 13.30 bis 17.00 Uhr
Eintritt frei

Auch 2017 laden das Emslandmuseum und der Heimatverein Lingen (Ems) Silvester zu ihrer gemeinsamen Jahresausklang-Veranstaltung ins Emslandmuseum und ins benachbarte Sylvester-Dankelmann-Kutscherhaus ein. In der gemütlichen Atmosphäre des alten Kutscherhauses bewirtet der Heimatverein  die Gäste mit Kaffee und Glühwein, Kuchen und frisch gebackenen Neujahrshörnchen. Die Veranstaltung beginnt mit einem musikalischen Auftakt um 13.30 Uhr. Jeweils um 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr hält Dr. Andreas Eiynck, Museumsleiter des Emslandmuseums, seinen Vortrag „Zwischen Burgtor und Pferdemarkt“.
Alle sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

verstört mich

7. Januar 2016

Kollege und „Internet-Anwalt“ Thomas Stadler postet gerade :

„Die aktuelle öffentliche bzw. mediale Debatte über die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, verstört mich in zunehmendem Maße. Es sind einmal mehr auch vermeintlich seriöse Medien, die ihrer Aufgabe einer neutralen und an Fakten orientierten Berichterstattung nicht gerecht werden. Hinzu kommt eine öffentliche Debatte, die einen direkten Zusammenhang zur Flüchtlingsthematik herstellen will und deren Subtext eindeutig rassistisch ist. Kaum weniger populistisch ist es allerdings, die Vorgänge am Kölner Bahnhofsvorplatz als Aufhänger für die Forderung nach einer Verschärfung des Sexualstrafrechts zu benutzen.

Nehmen wir beispielsweise einen aktuellen Bericht der Welt, den auf Twitter auch renommierte Journalisten für bare Münze nehmen. Dort heißt es, Kölner Polizisten hätten der Zeitung, entgegen der offiziellen Darstellung, mitgeteilt, man habe in der Silvesternacht 100 Personen kontrolliert und etliche von ihnen in Gewahrsam genommen. Wenn in Deutschland ein Ausländer wegen des Verdachts einer Sexualstraftat festgenommen wird, dann wird im Regelfall Antrag auf Haftbefehl gestellt, der dann regelmäßig auch ergeht, sofern ein hinreichender Tatverdacht besteht. Dass das hier nicht so abgelaufen sein soll und die Tatverdächtigen anschließend erst mal wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, erscheint mir wenig plausibel. In der aktuellen Berichterstattung dominiert insgesamt ein faktenarmer und diffuser Mix aus Gerüchten und Spekulationen. So kann sich keine zutreffende öffentliche Meinung bilden.

Aber selbst dann, wenn es sich, wie die Welt berichtet, bei den Tätern mehrheitlich um Syrer handeln sollte, ist die Stigmatisierung der großen Mehrheit der Flüchtlinge, die in diesem Land Schutz vor einem Terrorregime suchen, ein schändlicher Vorgang. Diese Art der Debattenführung, die die Vorfälle in Köln gezielt mit der Flüchtlingsthematik verknüpft, ist schlicht rassistisch.

Auch die Forderung nach einer Verschärfung des Sexualstrafrechts ist jedenfalls im konkreten Kontext vollständig sachwidrig. Die legitime und inhaltlich-sachlich eher diffizile Debatte [mehr…] darüber, ob das deutsche Sexualstrafrecht Schutzlücken aufweist, muss entlang anderer Sachverhalte geführt werden. Denn im Fall von sexuellen Übergriffen auf öffentlichen Plätzen weist das deutsche Sexualstrafrecht weder Schutzlücken auf, noch ist das Strafmaß des deutschen Rechts zu gering. Wenn wir im konkreten Fall erschrocken darüber sind, dass die Polizei nicht oder zu spät eingegriffen hat und viele Täter vielleicht nicht ermittelt werden können, dann kann das nur daran liegen, dass die personelle Ausstattung der Polizei nicht ausreichend ist oder die Polizei vor Ort nicht richtig agiert und reagiert hat. Im Falle derartiger Defizite hilft keine Verschärfung des Strafrechts. Danach zu rufen, ist nichts weiter als purer Populismus.“
[Quelle]

Meine Ergänzung:
…In dem (wann eigentlich?) geschriebenen Beitrag des angeblichen Einsatzleiters der Bundespolizei-Kräfte im Hbf Köln wird über Gespräche mit Flüchtlingen („mit BAMF-Bescheinigung“) berichtet, die offenbar in bestem Deutsch geführt wurden. In den Medien finden sich derartige Zitate in Deutsch. Das muss man nicht glauben, oder?

Köln-Zitate

6. Januar 2016

In diesem Kontext ist aber essenziell, zu unterscheiden zwischen den Kölner Tätern und denjenigen, die vermeintlich so aussehen wie die Kölner Täter. Hier ist der Scheidepunkt, und er ist schmerzhaft, weil Differenzierung nur eine Armlänge von Verharmlosung entfernt ist. Und weil die berechtigte Erschütterung über die Angriffe zu Wut führt, also der am wenigsten nach Hintergründen und Zusammenhängen fragenden Emotion. Und trotzdem bleibt sie zwingend notwendig, denn Differenzierung ist Zivilisation.

Sascha Lobo auf „SPIEGEL ONLINE“

Gleichwohl wurden hier sexuelle Handlungen ganz offenkundig von Trickdieben eiskalt genutzt, um die Opfer zu bestehlen – und nicht in erster Linie um sie zu „erniedrigen“. Wie gesagt, das ändert nichts an dem Leid der Opfer, es sollte aber auch von Jäger nicht so getan werden, als sei die sexuelle Erniedrigung der Frauen das primäre Ziel von also triebgesteuerten Tätern gewesen. Denen geht es um Handys und Portemonnaies.

Heinrich Schmitz auf „tagesspiegel.de“e
Der Kommentar erschien zuerst auf dem Portal „Die Kolumnisten“.

Politiker aller Parteien fanden starke Worte, sprachen etwa von „widerwärtigen“ und Die Beschimpfung als Schlampe, die zerrissene Strumpfhose, die Vergewaltigung: Da wird nicht nur der Rechtsstaat brüskiert, sondern meine ganz persönlichen Werte sind bedroht. Dann nur von „Antanzen“ und „Ablenkungsmaschen“ zu sprechen“, vernebelt die Frauenverachtung dahinter.

Sonia Seymour Mikich, WDR, auf tagesschau.de

„widerlichen“ Ereignissen. Es fehlte auch nicht der übliche Verweis auf die „ganze Härte des Rechtsstaates“, obwohl die Kölner Polizei bisher nicht einen einzigen Tatverdächtigen ermitteln konnte. Es wäre die Aufgabe eines kritischen Journalismus, die Substanzlosigkeit solcher politischen Stellungnahmen sichtbar zu machen – und den Rechtsstaat vor überzogenen Erwartungen an seine Handlungsfähigkeit zu schützen.

Frank Lübberding auf „faz.net“

Wer nun aber aus den Ereignissen in Köln schließt, „die Migranten“ seien eine Gefahr, wer gar fordert, wegen der Gewalttaten den Zuzug von Flüchtlingen grundsätzlich zu beschränken, der verfällt in plumpen Rassismus. Denn er nimmt damit Menschen nicht-deutscher Herkunft für die Taten einzelner Männer in Haftung, die die Rechte von Frauen missachten.

Hannah Beitzer auf „sueddeutsche.de“

Bevor wir überhaupt genau wissen, was passiert ist, bevor wir wissen, was die richtige Bezeichnung dafür ist, bevor wir darüber nachdenken konnten, ob das, was an Silvester in Köln geschehen ist, verwandt oder nicht verwandt ist mit dem, was wir andernorts an sexualisierter Gewalt erleben, sind aus allen Löchern Deuter und Kommentatoren gekrochen. Sonst schreiben sie nie über sexuelle Gewalt, aber zu solchen Anlässen leitartikeln sie und schnellschießen sie, und sie pressen Thesen heraus, die in ihr übriges Weltbild passen und uns Frauen zwingen, wiederum über unsere übrigen politischen Loyalitäten nachzudenken, bevor wir über die Sache selbst nachdenken können.

Hilal Sezgin auf „zeit.de“

Mitten in Köln hat sich eine Szene von Gewaltverbrechern etabliert und die Polizei weiß es. Aber was unternimmt sie dagegen? Das ist keine rhetorische Frage. Kriminalität, die man duldet, breitet sich aus. Die Silvesternacht ist ein schlimmer Beleg dafür.

Peter Pauls für „ksta.de“

Gleichwohl sollte die allgemeine Empörung jetzt schnellstens einer nüchternen Bestandsaufnahme weichen. Denn sonst setzt sich im Handumdrehen die Auffassung fest, dass die Flüchtlingspolitik in deutschen Städten zunehmende Gesetzlosigkeit verursache.

Andreas Petzold für „stern.de“

Die Empörung über Rekers Äußerung lenkt vom eigentlichen Thema ab. Sie lenkt davon ab, dass die Polizei die Lage in der Silvesternacht falsch eingeschätzt hat. Sie lenkt davon ab, Zeugen und Bildmaterial zu finden, um mögliche Täter ausfindig zu machen und strafrechtlich zu verfolgen.

Dana Schülbe für „rp-online.de“

 

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Foto: Hauptbahnhof Köln von Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Silvester in Köln

5. Januar 2016

Aktueller -oder heißt es aktuelles?- Crosspost -also zitiere ich besser: Aktuelle Anmerkungen von Prinzessinnenreporter (Danke schön!) zu Silvester in Köln:

Warum derzeit 80 Tatverdächtige keine 1000 Täter sind – erklärt in einfachen, auch für die langsameren unter den Pressevertretern  verständlichen Worten von Prinzessin Elke Wittich

1. Wenn in Köln aus einer Gruppe von rund tausend Männern heraus von geschätzt 100 Männern Straftaten begangen werden, lautet die korrekte Überschrift nicht „Köln: Tausend Männer fallen über Frauen her“.

2. Wenn die Polizei gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger festststellt: „Die bisherigen Hinweise gehen deutlich in Richtung polizeibekannte Intensivtäter, mit Flüchtlingen haben die nichts zu tun.“, dann hat das Wort „Flüchtlinge“ in einer korrekten Überschrift auch nichts zu suchen.

3. Wirklich nicht.

4. Auch wenn Schlagzeilen, in denen Worte wie „tausend Männer“, „Flüchtlinge“ und „belästigte Frauen“ vorkommen, ganz viele Klicks versprechen.

5. Im Journalismus geht es nicht um Klicks, sondern um Fakten.

6. Pro-Tipp: Fakten sind das, was gesichert feststeht.

7. Es gibt keine richtige Schlagzeile mit den falschen Fakten.

8. Lasst das also.

9. Wir sagen es nicht gerne, aber falsche Schlagzeilen wie die von den 1000 Flüchtlingen, die Kölner Frauen belästigten, machen uns nicht sehr geneigt, den Journalismus zur Gänze zu retten.

10. Einmal verbreitete Schlagzeilen können übrigens nicht ungeschrieben gemacht werden. Der Eindruck, dass 1000 Flüchtlinge in Köln Frauen mindestens belästigten, ist das, was bleibt. Für immer, egal, wie viele erklärende Artikel jetzt nachgeschoben werden.

11. Könnt Ihr Pegida, die AfD und so weiter und so fort lachen hören, wie schön die Lügenpresse ihr Geschäft besorgte?

12. Wir Prinzessinnenreporter, die letzte Bastion vor den Horden der Finsternis, werden den heutigen Tag mit Seufzen verbringen.

Hier mehr zu Prinzessinnenreporter und hier noch mehr.

Und vor allem dies! (Klickbefehl!)

Silvester im Emslandmuseum

29. Dezember 2015

Silvester im Emslandmuseum
Lingen (Ems) – Burgstraße 28b

Donnerstag, 31.12.2015  –  14 bis 17 Uhr
Eintritt frei
Zum 11. Mal (!) lädt der Heimatverein Lingen (Ems) am Silvesternachmittag ab 14 Uhr zu einem gemütlichen Jahresrückblick in das Emslandmuseum ein. Neben einem Musikprogramm und verschiedenen Wortbeiträgen steht im Mittelpunkt wieder eine Präsentation alter Fotos aus Lingen.

Andreas_EiynckNeben historischen Aufnahmen aus dem Bildarchiv des Museums präsentiert Dr. Andreas Eiynck (Foto9 um 15.00 Uhr und um 16.00 Uhr auch erstmals Fotos aus dem Nachlass des 2015 verstorbenen Hartmut Oosthuys. Der begeisterte Archäologe und Heimatforscher hat dem Emslandmuseum nämlich nicht nur zahlreiche seiner Fundstücke, sondern auch etliche tausend Fotos vermacht, mit denen er seit den 1970er Jahren den Wandel des Lingener Stadtbildes über mehrere Jahrzehnte begleitet hat.

Ab 14.00 Uhr stimmen Hans Stoll und Franz Wübben die Gäste mit bekannten Liedern und Schlagern von damals auf das Programm ein, das um 14.30 Uhr von der Heimatvereinsvorsitzenden Hanni Rickling eröffnet wird. Um 15.00 und um 16.00 Uhr beginnt der fotografische Spaziergang durch das alte Lingen. Unter dem Motto „Namen, Häuser, Gassen“ werden Straßen und Plätze, Häuser und Familien von anno dazumal präsentiert.

Kaum zu glauben, wie ländlich manche Ecken in Lingen vor wenigen Jahrzehnten noch waren. Aber rasch setzte ein rasanter Wandel ein. Der Autoverkehr eroberte die Innenstadt, bis seit den 1970er Jahren die heutige Fußgängerzone entstand. Doch auch damit waren viele Veränderungen im Stadtbild verbunden, vom Bau des Inneren Ringes bis zur Neugestaltung der Innenstadt. Gerade diese jüngeren Veränderungen hat Hartmut Oosthuys in seinen Aufnahmen dokumentiert. Als aufmerksamer Archäologe hat er nämlich nicht nur viele Ausgrabungen begleitet, sondern auch die zugehörigen Abbrüche und Neubauten festgehalten. Bei vielen Fotos glaubt man kaum, dass sie noch vor wenigen Jahrzehnten in Lingen entstanden sind. Durch die Gegenüberstellung der alten Schwarzweißfotos und der späteren Farbaufnahmen seit den 70er Jahren werden 150 Jahre Stadtgeschichte wieder lebendig: alte Geschäfte und Handwerksbetriebe, historische Straßen und Plätze, Eisenbahnwerk und Industrieanlagen.
Das Café im Kutscherhaus lädt am Silvesternachmittag von 14.00 bis 17.00 Uhr zum Besuch ein. Neben Kaffee und Kuchen locken dort auch Silvesterpunsch und frisch gebackene Neujahrshörnchen, die natürlich auch schon auf Silvester schmecken. Auch ein Stand mit interessanten Heimatbüchern steht bereit.
Der Eintritt zur Silvesterveranstaltung ist frei, um eine Spende für die Flüchtlingshilfe wird gebeten. Alle Helfer und Aktiven arbeiten hier ehrenamtlich und der gesamte Erlös kommt Flüchtlingsfamilien zugute, die in Lingen eine neue Heimat suchen. Der Heimatverein lädt alle interessierten Lingener und Auswärtigen zu diesem Silvestertreffen ein.
(Foto Andreas Eiynck; von J.-H. Janßen CC)

Taxifahren an Silvester

31. Dezember 2014

TaxiLangjährige Leser des deutschen Taxiblogs gestern-nacht-im-taxi.de erfahren gerade, dass sie „auf das Revival dieses Textes so sehr gewartet haben wie auf die Best-of-CD von Scooter, den neuen bringe ich hiermit das näher, was einfach gesagt werden muss, wenn Silvester bevorsteht:

Stellt Euch darauf ein, dass es schwer bis unmöglich wird, an Silvester ein Taxi zu bekommen und bleibt trotzdem gelassen!

Damit ist das wichtigste gesagt. Wer alles weitere als lockere Liste haben will, dem sei dieser Text aus dem Vorjahr empfohlen: 10 Tipps zum Taxifahren an Silvester (Ihr dürft das gerne wieder in den Social Networks teilen – wie auch diesen Artikel hier).“ Getan!

Wem das alles zu kurz ist, der darf hier die Langversion auf gestern-nacht-im-taxi.de lesen.

ps Besonders schön Punkt 9 der Kurzliste:
Heute ist der Tag, das Trinkgeld zu geben, das Du die letzten 12 Monate vergessen hast!

pps Eigentlich verteuern sich die Taxikosten in Lingen (Ems) an Neujahr ab 0.00 Uhr. Dann tritt die neue Gebührenordnung in Kraft. Weil aber „dem Vernehmen nach“ (Politsprech)  kein Taxibetreiber die Taxameter bisher umstellen konnte, erfolgt dies wohl erst in den nächsten Tagen. Offizieller Grund für die höheren Preise ist der Mindestlohn. Die (stark gesunkenen) Kraftstoffpreise können es auch eher nicht sein…

mal schön

31. Dezember 2013

Dann rutscht mal schön heut Abend.