Bescheuert

27. Dezember 2011

Mit einem bezahlten Auftragsfilm auf dem Spartensender n-tv präsentiert die Emslandtouristik (Logo re.) unsere Region. Der GZSZ-Schauspieler Norman Kalle (geboren in Bremen, ausgebildet in Hamburg und zuletzt im Hessischen) führt in diesem Bezahlfernsehfilm durch die touristischen Höhepunkte „seines“ Landkreises. Heute um 11.30 Uhr wiederholt n-tv den Halbstundenfilm. Das Emsland ist darin wirklich überzeugend getroffen: Mais, Massentierhaltung, Gülle, Biogasanlagen, Emsverschlickung kommen nicht vor, aber Moormuseum, Gasthaus Backers, Berentzen, das Gestüt Tebbel, Clemenswerth und die Meyerwerft. Alles ist gut und wunderschön? Und es wird noch durch ein Preisausschreiben getoppt mit dieser Preisfrage:

„Möchten Sie das Emsland selbst erkunden? Dann beantworten Sie folgende Frage:

Welcher Fluss fließt durch das Emsland?

A) Oder
B) Ems

Gewinnen Sie mit Emsland Touristik eine sechstägige Rundtour durch die Region zwischen Münster und Bremen. Genießen Sie vom Rad aus das spannende Wechselspiel von unberührter Natur, Kultur und Geschichte. Es erwarten Sie und Ihre Begleitperson fünf Übernachtungen mit Frühstück. Lassen Sie sich auf der klassischen Radroute durch das Emsland verzaubern.

Rufen Sie an!

Tel.: 01379 300 103* …“

De Frage  ist doch richtig bescheuert ! Oder? Stark an Schweinebauer Uwe in „Bauer sucht Frau“ erinnernd hat ähnliche Qualität die Aussage, wo das Emsland liege: „zwischen Münster und Bremen“. Dann noch „das spannende Wechselspiel von unberührter Natur, Kultur und Geschichte“, das jeder Reisekatalogbeschreibung spottet. Merke: Es kommt darauf an, den Besuchern nicht unsere Region sondern nur die Illusion einer schönen Region zu präsentieren. Der Touristikverband Emsland e.V. hat übrigens rund 120 Mitglieder, darunter neben dem Landkreis Emsland alle 19 Städte und Gemeinden des Kreises sowie 10 lokale Verkehrsvereine. Da fällt mir ein, dass  der wenig kontrolliert werkelnde und wirkende Verein im Sommer unverzüglich seine Mitfinanzierung des Emsland-Reisetagebuchs der Ems-Vechte-Welle beendete, nachdem bekannt geworden war, dass dort die geschmähte Deichkoenigin  mitstrickte; sie hatte ihren kleinen Video-Spiegel zu sehr vor’s Gesicht mancher Einheimischen gehalten. Der Finanzierungsstopp hatte aber natürlich überhaupt nichts mit der Deichkoenigin zu tun!

Grummelnd  und beiläufig frage ich zum n-tv-Filmchen

a) Wie teuer war und ist denn der Spaß für die Emsland-Touristik und/oder den Landkreis?

und

b) Wer hat’s bezahlt?

Wissen Sie die Lösungen? Ich nicht, denke mir aber: Die Antwort auf  a) wird niemand erfahren und die Antwort auf b) lautet vermutlich Der Steuerzahler*. Also: Alles ist wieder emslandgut!

*ps  Ein Hinweis Anrufe unter 01379… kosten aus dem Festnetz 50 Cent, von Mobilanschlüssen evtl. teurer

Udo

30. November 2011

Es gibt eine neue, dringende Aufgabe für den emsländischen Kreispressesprecher Udo Mäsker. Der hat entschlossen schon vor einer Woche die renommierte ZEIT in die publizistischen Schranken gewiesen. Jetzt wartet auf ihn eine neue Herausforderung in Sachen Emsland, wo es angeblich keine Berühmtheiten, dafür Traktor dominierte Straßen und auf ihre Sauferei stolze Eingeborene gibt. Diesmal sind es die Sachsen! Deren Sächsische Zeitung weiß nämlich dies:

„Posse um „Bauer sucht Frau“: Die Kuppelshow mogelt einen Schweinebauern ins Emsland, den es dort gar nicht gibt. Taktik, sagt man bei RTL – alle Fragen beantwortet das nicht.
„Der sanfte Schweinebauer Uwe“ , der leider nicht da zu Hause ist, wo man glauben soll, im „wunderschönen Emsland“.
Groß war sie, die Freude unter den Emsländern im Oktober. Die erste Folge der neuen „Bauer sucht Frau“-Staffel wurde bei RTL ausgestrahlt. Und diesmal war doch tatsächlich einer von ihnen dabei: „der sanfte Schweinebauer Uwe“ aus dem „wunderschönen Emsland“ – das zumindest behauptete Moderatorin Inka Bause immer wieder aus dem Off. „Es wächst zusammen, was zusammengehört“, schrieb der Haselünner Tobias Tappel – und das war nur einer von unzähligen freudigen Facebook-Kommentaren. Kein Wunder, der Landkreis Emsland im Westen von Niedersachsen ist landwirtschaftlich geprägt, die Straßen werden oft von Traktoren dominiert.
Der Euphorie aber…“

Allein schon, dass überhaupt Sachsen etwas über das Emsland schreiben dürfen. Udo, übernehmen Sie, bitte!