Schulverweis

8. Mai 2015

FranziskusgymnasiumDa gibt es ganz aktuell einen rot-grünen Schulverweis am Lingener Franziskusgymnasium (Logo lks).

Die niedersächsische Landesregierung beendet nämlich ab dem kommenden Schuljahr ein umstrittenes Kooperationsprojekt zwischen Gymnasien und Energiekonzernen wie ExxonMobil, RWE oder GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH.

Begründet wird die Entscheidung mit einem Verstoß gegen die Antikorruptionsrichtlinie des Landes.

Im Mai 2013 hatte das Kooperationsprojekt für Aufregung gesorgt, als das Politmagazin Frontal21 parallel zur Veröffentlichung einer  Studie über Lobbyismus an Schulen kritisch über den Fall berichtete. Die Studie hatte die NGO-Organisation LobbyControl erstellt,  die über Machtstrukturen und Einflussstrategien in Deutschland und der EU aufklären will und sich für Transparenz, eine demokratische Kontrolle und klare Schranken der Einflussnahme auf Politik und Öffentlichkeit einsetzt. Genau da hinein  gehört die Diskussion über das Sponsoring von Schulen.

Dabei schreiben sich die Unternehmen offiziell nur „Bildungsförderung“ auf die Fahnen. Ihre Idee: Als externer Sponsor fördern sie die Schule und erhalten im Gegenzug Raum für Imagewerbung. Im Idealfall profitieren beide Seiten von dem Geschäft.

Doch können Lehrer – und vor allem Schüler – immer einschätzen, ob externe Materialien  einseitig sind? Den Lehrern fehlt es zudem häufig an Zeit und Ressourcen, um im Zweifelsfall eigene Unterrichtsmaterialien zusammenzustellen. Und eine Schule, die etwa ein hochmodernes Biotechnologie-Labor kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt, wird selten ablehnen. Die kritischen Stimmen an derartigen Finanzierungen häufen sich.

Wann die Förderung aufhört und die Lobbyarbeit überwiegt, sollten die Kultusministerien der Länder bedenkliche Unterstützung aussieben. Doch die Definition darüber, welche Materialien eher schaden, war bisher schwammig; im bisherigen Erlass des niedersächsischen Kultusministeriums hieß es allgemein „Zuwendungen, die mit einem Werbeeffekt verbunden sind (Werbung, Sponsoring) können entgegengenommen werden, wenn der Werbeeffekt hinter dem pädagogischen Nutzen deutlich zurückbleibt.“

Gestartet wurde das niedersächsische Kooperationsprojekt unter Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) vor acht Jahren zum Schuljahr 2007/2008 mit dem Wirtschaftsverband Erdöl und Erdgasgewinnung (WEG). Brisant ist das Schulsponsoring deswegen, weil eine Dokumentation des WEG deutlich zeigt, was sich die beteiligten Unternehmen von der Kooperation versprechen. Als Ziele werden darin u.a. die „Verbesserung der Reputation der Branche“ und eine „Versachlichung der Darstellungen über die Erdöl- und Erdgasproduktion in Schulen“ genannt. ExxonMobil zahlte den beteiligten Schulen für die Kooperation sogar 10.000€ pro Jahr. Hinzu kommt, dass die Kooperationen in einer Gegend stattfinden, in der die umstrittene Fracking-Technik vermehrt zum Einsatz kommt. Sie erinnern sich? Schönes Lünne! Bis heute ist das laut Lobbycontrol-Logo-135pxLobbycontrol einer der deutlichsten Fälle von Lobbyismus an Schulen.

Damit ist nun Schluss. Grundlage der Entscheidung ist die Antikorruptionsrichtlinie des Landes. Sponsoring ist demnach nur dann zulässig, „wenn der Anschein einer möglichen Beeinflussung […] nicht zu erwarten ist.“ Dabei ist nicht entscheidend, ob tatsächlich Einfluss genommen wird. Schon die Möglichkeit, dass auch nur indirekt Einfluss genommen wird reicht aus. Nach Einschätzung des Landes Niedersachsen besteht eine solche Möglichkeit im Falle der Kooperationen. NDR1:

„…Das Niedersächsische Kultusministerium hat entschieden, dass Schulen nicht mehr mit Energieunternehmen zusammenarbeiten und sich von ihren sponsern lassen dürfen. Das Ministerium sehe durch das Sponsoring die Gefahr einer möglichen Einflussnahme durch die Unternehmen, sagte ein Sprecher zu NDR1 Niedersachsen.

Die Unternehmen könnten demnach durch tendentiöse Materialien Einfluss auf den Unterricht nehmen. Daher hat die Landesregierung die Zusammenarbeiten ab dem kommenden Schuljahr verboten.“

[weiter bei NDR Niedersachsen]

Unter den betroffenen fünf Schulen in Niedersachsen ist auch das Franziskusgymnasium in Lingen-Laxten, das seit acht Jahren mit dem Energiemulti engie über deren Konzerntochter GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH  kooperiert. Gezahlt werden 3.000 Euro pro Jahr. In der Oberstufe bietet die Schule regelmäßig ein Seminarfach an, bei dem eng mit dem Energiekonzern zusammengearbeitet werde. „Gerade was die naturwissenschaftlichen Fächer anbelangt, haben wir durch diese Kooperation auf jeden Fall profitiert, weil wir externe Fachleute zu ganz bestimmten Themen hinzuziehen und diese Themen dann im Unterricht problematisieren konnten“, sagte Schulleiter Hans-Michael Klumparendt gegenüber dem NDR. Auch die umstrittene Erdgasfördermethode Fracking komme dort zur Sprache.

Während laut NDR Hans-Michael Klumparendt die Kooperation gern weiterführen möchte, begrüßt der gemeinnützige Verein LobbyControl das Ende des Sponsoring und warnt zugleich schon vor bereits laufenden Gesprächen über neue Verträge, “die den geänderten Sponsoring-Vorgaben der Landesregierung entsprechen.”  Denn: „Bei dauerhaften Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen besteht grundsätzlich die Gefahr der Einflussnahme. Solche Kooperationen können zu Abhängigkeiten und mangelnder Distanz führen.“ Das übrigens betrifft auch Fördervereine, liebes Franziskusgymnasium…

(weitere Quelle)

Schönes Lünne 13

14. Dezember 2012

Lünner_ErklärungDer Bundestag hat gestern Nachmittag den Antrag DIE LINKE: Verbot des Fracking in Deutschland (hier zu findenund den Antrag 17/11555 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (hierMoratorium für die Fracking-Technologie in Deutschland abgelehnt. Der Grünen-Antrag will ein Moratorium von mindestens zwei Jahren für den Einsatz der Fracking-Technologie, um die Risiken der Technologie zu analysieren. Der Einsatz giftiger Chemikalien sollte mit dem Antrag zum Schutz des Trinkwassers komplett verboten werden.

Bei der namentlichen Abstimmung stimmte auch der Lingener Bundestagsabgeordnete Hermann Kues (CDU) gegen beide Anträge, also auch gegen das Moratorium, das Bündnis’90/Die Grünen forderten. Sein Nein zur Nachdenkpause verkündete er anschließend aber in einer wohl formulierten Presseerklärung -laut Ems-Vechte-Welle– als das gefühlte Gegenteil:

„Bei der Förderung unkonventionellen Erdgases mittels Fracking müsse Sicherheit höchste Priorität haben. Das sagte der CDU-Bundestagsbageordnete Dr. Hermann Kues gestern nach der Debatte im Bundestag. Dort wurde über einen Antrag der Grünen debattiert, darin fordert die Partei einen kompletten Stopp des Fracking-Verfahrens. Kues warnte aber vor einer generellen Ablehnung. Die Grenzen beim Fracking müssten aber eng gesteckt sein, so Kues weiter. Die CDU-Bundestagsfraktion will Anfang des kommenden Jahres einen eigenen Entwurf in den Bundestag einbringen. Der sieht unter anderem eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine verpflichtende Öffentlichkeitsbeteiligung vor.“

Ach, wie schön! Aber man erkennt doch: Kues ist gegen das Moratorium, nur soll das dem Wahlvolk eben nicht so auffallen und daher gibt er sich bedenkenreich gedankenschwanger und deutet an, die CDU wolle es im nächsten Jahr vielleicht auch….

Während sich Kues hier im Wahlkreis, in dem in Lünne gefrackt werden soll (Foto: Protest in Lünne), als Fracking-Skeptiker gab (beispielsweise hier), bleibt er in Berlin seit über zwei Jahren untätig – wenn man von diesen Presseerklärungsfloskeln („am Rande…gesprochen„) absieht. Die Anträge der Opposition hat er jedenfalls gestern abgelehnt, ohne dass er bzw. schwarz-gelb eigene Vorschläge gemacht hätte. Kues muss sich  nun fragen lassen, wie ernst es ihm mit seiner zur Schau getragenen Skepsis an der Fracking-Technologie ist.

Dabei geht es auch anders. Denn zwei Abgeordnete der CDU, darunter Dr. Patrick Sensburg aus dem Hochsauerlandkreis, haben gestern für den Antrag der Grünen gestimmt. Oliver Krischer, energiepolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte die andere CDU-Abgeordnete: „In ihren Wahlkreisen geben die Abgeordneten die Fracking-Kritiker, in Berlin blockieren sie seit zwei Jahren alles, um die Fracking-Technologie zu regulieren.“ Ich glaube, er kennt Herrn Kues, dessen Presseerklärung schon entsprechenden Erfolg gehabt hat: Die Ems-Vechte-Welle hat sie schlicht übernommen. Die IG Schönes Lünne wird da hoffentlich genauer hinsehen.

Übrigens:
Während gestern mit Hermann Kues im Bundestag das Nachdenken über „Fracking“ abgelehnt wurden, könnte es heute im Bundesrat das Ja dazu geben. Dort steht nämlich ein Antrag aus Nordrhein-Westfalen zur Abstimmung, der die Einführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) bei der Erschließung von unkonventionellem Erdgas vorsieht. Gestern Abend warb NRW-Umweltminister Joannes Remmel (Grüne) bei seinen Länderkollegen für den Antrag. Mal sehen, was in der Länderkammer passiert und wie dort das noch schwarz-gelbe Niedersachsen stimmt.

Mehr als ein Trailer ist noch nicht veröffentlicht. Trotzdem rüstet sich die Öl- und Gaslobby nicht nur in den USA bereits jetzt gegen «Promised Land». Der Spielfilm, in dem Matt Damon die Hauptrolle spielt, behandelt ein für die Energieproduzenten heikles Thema: das sogenannte «hydraulic fracturing» oder kurz Fracking. Bei dieser Gewinnungsmethode werden gigantische Mengen Flüssigkeit in tiefliegende Gesteinsschichten gepresst, um Öl- und Gasvorkommen freizulegen. Unter Umweltgesichtspunkten ist das Verfahren höchst umstritten, Frankreich verbot seine Anwendung etwa letztes Jahr.

Matthew „Matt“ Damon wird als Vertreter einer Gasfirma in eine Kleinstadt geschickt, um den Bewohnern die Nutzungsrechte für ihr Land abzukaufen. Mit Millionenversprechen versuchen Damon und seine von Frances McDormand gespielte Arbeitskollegin, der abgewirtschafteten Stadt das Fracking-Abenteuer schmackhaft zu machen. Alles läuft gut, bis ein Farmer aus einer fremden Stadt auftaucht, der von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Fracking berichtet. Konfrontiert mit toten Kühen und abgestorbenem Land befinden sich die smarten Verkäufer bald im ethischen Clinch mit ihrer Mission.

Pikant aus Sicht der US-Ölindustrie ist, dass auch der Nahe Osten über das Unternehmen Abu Dhabi Media Company an der Finanzierung des Films beteiligt ist. Dass das Emirat als einer der grössten Ölproduzenten ausgerechnet einen kritischen Film zur Fracking-Technologie fördert, kommt nicht gut an. Und hier setzte die Fracking-Lobby an: Fracking wurde in Amerika schon zur nationalen Souveränitätsfrage hochstilisiert. Dank der Erschließung neuer Vorkommen sollen die USA in den kommenden Jahrzehnten massiv weniger Öl und Gas importieren. Im laufenden US-Präsidentschaftswahlkampf setzt sich die  Independent Petroleum Association of America (IPAA) offen für den Republikaner Mitt Romney ein.

(Quelle und ) mehr hier

Übrigens: Ich glaube nicht, dass sich die Fracking-Frage in Niedersachsen schon erledigt hat. Am 20. Januar ist Landtagswahl. Da wird im Vorfeld immer wieder manches versprochen oder suggeriert, was sich hinterher nicht bewahrheitet. Promised Land eben. Oder haben Sie andere Erfahrungen?

Bundestreffen

25. Juni 2012

Das erste Bundestreffen der Initiativen von gegen-gasbohren.de vorgestern im emsländischen Lünne war ein voller Erfolg. 25 der 30 in Deutschland aktiven Bürgerinitiativen hatten insgesamt rund 40 Vertreter geschickt (Foto). Schon die knapp zweistündige Vorstellungsrunde zeigte, welche Bandbreite von Themen und welche Menschen und Regionen durch die Fracking- Gasförderung betroffen sind.

In Lünne, Borken, Nordwalde und Drensteinfurt droht ExxonMobil mit der Erschließung „unkonventioneller Gasvorkommen“. Selbst der Konzern musste einräumen, dass mit der Gasförderung mittels Fracking große Risiken verbunden sind, die weder nicht vollständig erforscht sind noch beherrscht werden. Trotzdem soll spätestens im Herbst eine Großversuchsanlage im südlichen Niedersachsen eingerichtet werden.

Auch beim Steinhuder Meer Nahe Hannover soll nach Schiefergas gebohrt werden. Hier würde in knapp 750 Meter Tiefe gefrackt. Der bereits eingerichtete Bohrplatz liegt mitten in einem Wasserschutzgebiet. Der Abstand zur Trinkwasserschicht ist minimal.

Dass die Gasförderung bereits jetzt zu massiven Problemen führt, berichteten Vertreter aus Rotenburg und Völkersen. Dort kam es seit Jahrzehnten immer wieder zu Boden- und Grundwasser Vergiftungen durch Benzol und Quecksilber. Die Stoffe sind im Lagerstättenabwasser – einem Abfallprodukt der Gasförderung – enthalten. Lange Zeit blieben die Vorfälle unbemerkt in der Bevölkerung. Erst jetzt werden ungeeignete Rohrleitungen ausgetauscht. Aktuell laufen Untersuchungen, in wie weit Pflanzen und Nutztiere betroffen sind. Mehr als 150 Hektar sind allein in Völkersen betroffen.

Im gleichen Raum liegen auch viele Verpressbohrungen, in denen inzwischen mehrere hundert Millionen Liter Abwässer entsorgt wurden. Die Verpressbohrung Völkersen Z4 liegt dabei in einem Wasserschutzgebiet und nur wenige hundert Meter von einem Brunnen entfernt. Dort wird jährlich knapp 25 Prozent des Trinkwassers für Bremen gewonnen.

Weitere Initiativen kamen aus dem Sauerland, aus Thüringen und sogar aus Bayern. In Bayern soll unter Bayerns ältestem Naturschutzgebiet nach Gas gebohrt werden. Die Gasmengen würden gerade reichen, um München wenige Wochen zu versorgen.

So unterschiedlich die Regionen und Menschen, so ähnlich waren dann doch die Ansichten über die zu erreichenden Ziele. In der Lünner Resolution wurde festgehalten:

  • Die Erschließung und Förderung unkonventioneller Gasvorkommen ist zu verbieten.
  • Hydraulic Fracturing bei Erschließung und Förderung vom Gas ist zu verbieten
  • Die Verpressung von Abwässern ist sofort zu verbieten.
  • Das Bergrecht muss novelliert werden.
  • Der Ausbau von regenerativer Energie muss Vorrang vor fossilen Energie haben.

Das Treffen endete gemütlich am Samstagabend. Für den Herbst wird im Rahmen einer Konferenz zur Gasförderung das nächste Treffen stattfinden. Dann wahrscheinlich auch mit Vertretern weiterer Initiativen aus Europa.

(Quelle: PM der BI Schönes Lünne, (c) Foto Bundestreffen in Lünne)

Schönes Lünne 10

19. Januar 2012

Niemand wird glauben, dass das Fracking-Projekt von ExxonMobil in Lünne vom Tisch ist und damit die Bedrohung der Trinkwasser-Förderung in Bramsche-Munderum. In der Nachbargemeinde Lünne will bekanntlich der Energiekonzern mit Hilfe des umweltfeindlichen, aber unternehmensfreundlichen deutschen Bergrechts Gasvorkommen mit der umstrittenen Frackingmethode fördern, bei der u.a. Chemikalien in gasführende Gesteinsschichten gepresst werden. Gegen die damit verbundenen Risiken wehrt sich die Initiative „Schönes Lünne“ (Foto lks., Kontakt) und verweist auf negative Erfahrungen andernorts. Dazu lese ich diese Pressemitteilung der überörtlichen Aktion „gegen-Gasbohren.de“. Von ExxonMobil in die Welt des Fracking entsandte Wissenschaftler finden die Fracking-Ausiwrkungen im US-amerikanischen Pennsylvania „erschreckend“:

„Vor einem Jahr hat ExxonMobil  eine Millionen Euro in die Hand genommen, um eine Gruppe von Wissenschaftlern feststellen zu lassen, wie Fracking sicher durchgeführt werden kann. Angeführt von Professor Dr. Dietrich Borchardt vom Helmholtz Institut hat die Gruppe bei einem Besuch in den USA nun festgestellt:

“Nach einer Besichtigung von Fracking-Projekten in den USA zeigt sich der von ExxonMobil finanzierte Wissenschaftlerkreis erschrocken.”

Was für die Wissenschaftler scheinbar überraschend kam, verwundert sonst eigentlich niemanden. Weltweit wird über die verheerenden Folgen der Erschließung unkonventioneller Gasvorkommen in Pennsylvania berichtet. Der Oscar nominierte Dokumentarfilm “Gasland” von Josh Fox beginnt sogar in Pennsylvania. Dr. Manfred Scholle – ehemaliger Geschäftsführer der Gelsenwasser AG – berichtete erst vor wenigen Monaten über die erschreckenden Bilder. Ebenfalls die NRW Landtagsabgeordnete Wibke Brems.

Ein Blick in die Datenbank des Staates Pennsylvania mit Verstößen gegen die Umweltvorschriften bei Gasbohrungen, hätte den Wissenschaftlern vielleicht auch den Schrecken erspart. Die ExxonMobil Tocher XTO ist dort jedes Jahr mit zahlreichen Verstößen zu finden. Unter anderem auch mit Methanaustritten entlang der angeblich dichten Zementierung. ExxonMobil und Prof. Borchardt interpretieren Methan im Grundwasser immer noch als alleiniges Zeichen von oberflächennahem Methan, was sicherlich nicht falsch ist, aber auch nicht widerlegt, dass es zahlreiche Beweise über thermogenes Methan aus der Gasförderung gibt.

Leichtfertig gefährdet der Expertenkreis seine Glaubwürdigkeit mit der Aussage:

“Mit Deutschland vergleichbar sei die Situation in Pennsylvania aber nicht. Das deutsche Rechtssystem biete gute Voraussetzung für eine konsequente Vermeidung von Risiken für das Grund- und das Trinkwasser oder auch aufgrund von Unfällen auf dem Bohrplatz.”

Das deutsche Rechtssystem hat auch keinerlei Schutz vor den Benzolkontaminierungen in Söhlingen, Hengstlage und Völkersen geboten. “Gute Voraussetzungen” alleine sind nicht ausreichend. Der volle Umfang der Kontaminierungen ist noch nicht einmal bekannt. Von den ersten auffällig gewordenen Schäden bis zur Stilllegung des Netzens vergingen 4 Jahre.

Die folgende Grafik zeigt, wie dicht die Gasbohrungen bereits jetzt im Gebiet um Rotenburg liegen. Dort werden konventionelle Gasvorkommen gefördert. Unkonventionelle Gasvorkommen benötigen ein Vielfaches an Bohrungen. Selbst, wenn inzwischen bis zu 8 von nur einem Bohrplatz ausgehen können, müssen immer noch ganze Gebiete aufgebrochen und mit Frack-Flüssigkeit durchspült werden. Die Schätzungen über die Anzahl der Bohrungen in den USA, Australien, in Kanada, in Großbritannien, in den Niederlanden und in Polen sind frei verfügbar. Sie gehen in die hunderte pro Jahr. Zehntausende sind für die nächsten Jahrzehnte geplant. Warum es in Deutschland anders sein sollte, hat bisher noch niemand erklären können.

Aber das Team um Prof. Borchardt soll ja die Sicherheit von Fracking nachweisen und nicht die Risiken der unkonventionellen Gasförderung. Das bereits vor Ende der “Studie” nicht nachvollziehbare Behauptungen aufgestellt werden, lässt für das Peer-Review nichts Gutes ahnen.“

Gasfoerderung in Rotenburg - Bohrungen bereits jetzt in geringen Abständen

Quellen: Der Westen, Gegen-Gasbohren.de, Foto: (c) IG Schönes Lünne)

Schönes Lünne 7

11. Mai 2011

Die vielfach, auch im benachbarten Lünne geäußerten Bedenken gegen die Förderung von Schiefergas aus Gesteinsschichten mittels der sog. Fracking-Methode finden zunehmend wissenschaftliche Unterstützung. Um die in Gesteinsformationen eingeschlossenen Schiefergase in mehreren hundert Meter Tiefe zugänglich zu machen, wird bekanntlich das Gestein zunächst angebohrt und dann unter hohem Druck mit chemikalienangereichertem Wasser aufgebrochen (Hydraulic Fracturing, auch Fracking genannt). Die in den vergangenen Jahren dazu entwickelten Spezialbohrer, die die Gasförderung erst möglich machen,  bohren sich dabei zunächst senkrecht in die Erde, um dann nach dem Erreichen der gasführenden Gesteinsschichten in die Waagrechte abzuknicken. Da das Gestein, in dem das Gas gefangen ist, nicht durchlässig ist, werden dann künstlich Klüfte geschaffen, indem Chemikalien und mit Sand vermischtes Wasser unter hohem Druck in das Bohrloch geschossen werden.

Wird verstärkt mit dieser umstrittenen Methode nach Erdgas gebohrt, kann aber nach einer neueren US-Untersuchung die Trinkwasserqualität in der betroffenen Region beeinträchtigt werden. Das haben US-Forscher von der Duke University (US-Bundesstaat North Carloina) jetzt herausgefunden. Sie hatten dazu Brunnenwasserproben in den US-Bundesstaaten New York und Pennsylvania  untersucht.

Die US-Wissenschaftler stellten bei ihren Untersuchungen stark erhöhte Werte des Kohlenwasserstoffs Methan im Brunnenwasser fest, wenn in einem Umkreis von einem Kilometer um die Wasserquelle nach Schiefergas gebohrt wurde. So kann man es im US-Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ nachlesen (mehr -pdf-…). In Pennsylvania haben inzwischen bereits Gerichte Fracking- Bohrungen gestoppt, nachdem mehrere Haushalte ihr Trinkwasser als ungenießbar vorfanden. (mehr auf WDR5)

An einer anderen US-Universität sind ähnliche Probleme ermittelt worden. Wenn Teile des Wassers nach dem Aufschluss der Gesteinsformationen  wieder an die Oberfläche treten, werden sie von großen Mengen Methan begleitet, heißt es in der Studie der Cornell-Universität (New York). Zwischen 0,6 und 3,2 Prozent der geförderten Menge an Schiefergas können an Methan in die Umwelt entweichen.   Das Treibhausgas Methan  ist weitaus klimaschädlicher als z.B. CO2.

„Wir sollten uns davon verabschieden, Schiefergas als Überbrückungsbrennstoff zu sehen, der die nächsten Jahrzehnte andere fossile Brennstoffe ersetzen soll“, zog Robert W. Howarth, einer derAutoren der Studie , gegenüber der BBC ein Fazit. „Vielmehr sollten wir härter daran arbeiten, wirklich grüne, erneuerbare Energie, wie Wind und Solar, so schnell wie möglich voranzutreiben.“

(Quellen: Handelsblatt, BBC, SPON)

Schönes Lünne 6

28. März 2011

Presseerklärung der Bürgerinitiative „Schönes Lünne“ vom Wochenende

„Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die Fracking-Probebohrungen zur Aufsuche nach unkonventionellem Erdgas auf Eis gelegt. Die Interessengemeinschaft „Schönes Lünne“ fordert für Niedersachsen alle Genehmigungsverfahren für die Suche oder Förderung von unkonventionellem Erdgas auszusetzen.

In Damme sind an der Bevölkerung vorbei 2008 bei einem Frack 24000 Liter zum Teil toxische Chemikalien in den Boden gepumpt worden. In Lünne sind Vertikal- und Horizontalbohrung in diesem Jahr trotz erheblicher Proteste bereits durchgeführt worden und die Bohrung ist für einen Frack vorbereitet worden.

Auch für die Hochrisikotechnologie „Fracking“ hat das Kanzlerinnenwort „Im Zweifel für die Sicherheit“ zu gelten. Bei der Fracktechnologie werden tonnenweise toxische Chemikalien in den natürlichen Raum eingebracht und können ins Grundwasser gelangen.

Konsequentes verantwortungsvolles Handeln würde bedeuten, auch in Niedersachsen Genehmigungsverfahren im Zusammenhang mit unkonventionellem Gas auszusetzen. Eine länderübergreifende Arbeitsgruppe muss diese Technologie bewerten, ehe sie zum Einsatz kommt und unwiderruflich die Umwelt gefährdet. Als IG werden wir uns an einem ergebnisoffenen und gleichberechtigten Prozess beteiligen. Es muss sicher ausgeschlossen werden können, dass unsere Umwelt gefährdet wird. Risiken für Mensch und Umwelt sind inakzeptabel.“

 

Schönes Lünne 5

22. Februar 2011

Hier ein aktueller Beiträge des Norddeutschen Rundfunks zum Gasbohren in Lünne:

Das nächste Treffen der
IG Schönes Lünne
findet am Mittwoch,dem 02.03.2011 um 19:30 Uhr in der Gaststätte Wulfekotte in Lünne statt.

Schönes Lünne 4

3. Februar 2011

Neues aus Lünne (Wappen lks),
wo Exxon Mobile eine Probebohrung niederbringt. Das Ziel des Konzerns: Die  Gasförderung mittels Fracing:

a) matteselse berichtet:
„Ich war gestern vor Ort in Lünne. Mich hat gewundert, dass das Baustellenschild seit kurzer Zeit überklebt worden ist. Noch vor einer Woche sah es so aus. Bild Nummer 4.

Gestern wurde gesagt, dass man 1150 m tief bohrt. Auf dem Baustellenschild steht was von 900 m und in dem Hauptbetriebsplan soll etwas von einer Tiefe 650 m stehen. Frage: Darf man das? Wie sieht es mit der Kontrolle mal wieder aus?“

b)  Exxon-Pressesprecher Hans-Hermann Nack im Interview mit Horst Bauhof, am 02.02.2011, Bohrplatz Lünne:

Bauhof:
Hat Exxon vor, in Lünne vor ein Probefrac zu machen?

Nack:
Das ist noch nicht entschieden. Wir bohren noch und kernen auch noch. Das die Bohrung abgelenkt wird ist entschieden. Das heißt, dieses Loch, das zur Zeit senkrecht gebohrt wird soll im Anschluss abgelenkt werden.

In dem Schiefergas, was wir suchen, gibt es zur Zeit nur senkrecht Bohrungen und das ist die Damme, dieses (in Lünne) wäre die erste Ablenkung im Schiefergas.

Bauhof:
Welcher Gas-Einzugsbereich ergibt sich um die Bohrung?

Nack:
Kann man nicht sagen.
Wir kennen die Durchlässigkeit des Gesteins noch nicht, das heißt jede Lagerstätte hat unterschiedliche Parameter, je nach Durchlässigkeit in der jeweiligen Gesteinsschicht ist auch nur ein ganz bestimmter Bereich, der später als Gas-Zufluss gesehen werden kann. Das kann man nur sehen, wenn man die sogenannten Bohrkerne zieht, um sie dann auszuwerten.

Wir erwarten in 6 bis 12 Monaten die Ergebnisse der Kernbohrung von Lünne. So lange brauchen unsere Geologen und Geophysiker um die Daten des Kernmaterials auszuwerten.

Bauhof:
Wie dicht werden die Bohrungen zur Förderung gesetzt?

Nack:
Grundsätzlich hangt die s.g. Feldesentwicklung davon ab welche Lagerstättenparameter sie haben. Wir haben bis jetzt in Deutschland keine Schiefergasproduktion.

Bauhof:
Exxon weiß also noch gar nicht wie dicht die Gas-Förderbohrungen im einzelnen gesetzt werden müssen?

Nack:
Das ist richtig. Man hat bis jetzt keine Erfahrung darüber.

c) was der leitende Bergdirektor des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover, Klaus Söntgerath, am 2. Februar 2011 auf dem Exxon-Bohrplatz in Lünne sagte:

… zu einem möglichem Fracking:
„Ein Frac ist in jedem Fall genehmigungspflichtig, das Bergrecht ist da sehr restriktiv, dass nahezu alle Maßnahmen, die Auswirkungen auf die Umwelt und auch auf den Arbeitsschutz haben genehmigungspflichtig sind.“

… zu der Chemie in den Bohrwässern:
„Da müssen Analysen hergestellt werden, da sind die Unternehmen uns berichtspflichtig. Wenn wir da ein Wissen haben wollen, das gehört zur Überwachung, dann prüfen wir das auch nach. Und es ist für uns sehr entscheidend, welche Stoffe beispielsweise in einem Lagerstättenwasser sind weil da auch grundsätzlich von Kohlenwasserstoffen und anderen für die Umwelt relevanten Stoffen aus zugehen ist.“

… zur Entsorgung der kontaminierten Abwässer:
„Die Wasser, die bei der Förderung anfallen, das sind Wässer aus der Lagerstätte, die auch dann vom Erdgas abgetrennt werden müssen, werden gesammelt und letztendlich wieder in Lagerstätten, in Bereiche wo sie sicher abgeschlossen sind, zurückgeführt, mit den Inhaltsstoffen die sich auf jeden fall aus der Lagerstätte ergeben und die natürlich im Zusammenhang mit Bohrmaßnahmen und anderen technischen Maßnahmen auch darin enthalten sein können. (…) Wir müssen vorsichtig sein, prüfen und aufpassen.“

… zu den Bedenken der Lünner Bürger:

“Es gehört zu unseren Aufgaben Sorgen und Nöte wahrzunehmen und zu verstehen. Die in unsere Genehmigungsverfahren mit einzufließen lassen. Das ist ein ganz wichtiges Element unserer Arbeit.”

… zur Beruhigung der Lünner Bürger:
“Wir wollen offen sein, wir wollen informieren, dass auch Unklarheiten abgebaut werden können. Auf der anderen Seite ist bei uns auch sehr vieles rechtlich geregelt, es gibt Richtlinien, technische Vorschriften. Der Grundwasserschutz ist im Wasserrecht das bei solchen Maßnahmen gilt, deutlich beschrieben, es ist beschrieben wie man damit umzugehen hat.

Diese vielen Informationen und Grundlagen die können wir der Bevölkerung vermitteln um damit Information zu geben, die vielleicht zum Abbau von Befürchtungen führen können.”

… zu den Fracking-Folgen in Amerika:
“Wir müssen auch solche Nachrichten beobachten, wir müssen gründlich prüfen und überprüfen, dass so etwas nicht passieren kann, wir müssen uns der Risiken bewusst sein.

Wir haben als Behörde die Aufgabe, auch gegenüber dem Land Niedersachsen und der Bevölkerung, diese Sachen zu prüfen, das heißt wir müssen so was genau beobachten.

Wir können uns nicht auf eine absolute Sicherheit verlassen, wir müssen Risiken prüfen, wir müssen sie bewerten und dann auch entscheiden, ob man eine solche Maßnahme durchführen kann oder auch nicht. Wir müssen vorsichtig sein, prüfen und drauf aufpassen. “

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Quelle

Schönes Lünne 3

26. Januar 2011

Fünf große Investmentgruppen in den USA haben  ExxonMobil, Chevron, Ultra Petroleum, El Paso, Cabot Oil & Gas, Southwestern Energy, Energen, Anadarko und Carrizo Oil & Gas aufgefordert, ihren Umgang mit den Risiken bei der Gasförderung mittels der umstrittenen Fracking-Methode offen zu legen.

Neben den Umweltrisiken stehen die finanziellen Risiken im Fokus der Investment Unternehmen. Sie fordern, das Fracking Wasser stärker recycelt wird, die Anzahl und Toxitität der Stoffe reduziert wird und die Zementummantelungen an Bohrlöchern bessert kontrolliert und getestet wird.

Oil and gas firms are being too vague about how they will manage the environmental challenges resulting from fracking,” said comptroller Thomas DiNapoli. “The risks associated with unconventional shale gas extraction have the potential to negatively impact shareholder value.”

“Öl- und Gasfirmen sind zu unklar, wie sie mit den Umweltherausforderungen durch Fracking umgehen wollen“, sagte Wirtschaftsprüfer Thomas DiNapoli. „Die Risiken, die mit unkonventioneller Gasförderung verbunden sind, können nämlich den Unternehmenswert sehr negativ beeinflussen.”

“Poor well construction can lead to drinking water contamination, well blowouts and gas leaks, the sponsors [die Investment Unternehmen] said.”

“Schlecht konstruierte Bohrungen können zu Trinkwasser Kontaminierung, Bohrlochausbrüchen und Gaslecks führen“, heißt es von den Investmentfirmen. (mehr…)

Mit ihren Aussagen sind die Investoren deutlich weiter als die Förderfirmen mit ihrem „Machen-wir-Optimismus“. Möglich scheint, dass die deutlich werdenden Bedenken der Finanziers zu Änderungen in den Verfahren führt. Auch das Aktienrecht versteht bekanntlich keinen Spaß, wenn Unternehmen Risiken leichtfertig verharmlosen. In den USA hatte es bei dem dort weit verbreiteten Fracking bereits erhebliche Probleme gegeben. Der im vergangenen Jahr  von Josh Fox gedrehte und vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm Gasland (Trailer unten) dokumentierte die Auswirken der US-Fracking-Methode. Der Streifen zeigt unter anderem, dass die Konzentration des Gases in den betroffenen Wasserleitungen so hoch ist, dass sich das Wasser aus dem Wasserhahn mit einem Feuerzeug entzünden lässt. Die Löslichkeit von Gasen ist über den umgebenden Druck begrenzt. Die möglichen gesundheitlichen Folgen durch mit Erdgas kontaminiertes Trinkwasser sind bislang nicht umfassend untersucht.

In Deutschland  soll allerdings die Fracking-Methode in wesentlich tieferen Gesteinsschichten angewendet werden als in den USA. Im zu Lingen benachbarten Lünne läuft dazu eine Exxon-Mobile-Probebohrung seit knapp zwei Wochen.

Das finden bekanntlich die Lünner in ihrer Mehrzahl gar nicht gut. Inzwischen kommen dort zu den Versammlungen der Interessengemeinschaft (IG)  „Schönes Lünne“ wöchentlich rund 80 Fracking-Gegner, und in nur zwei Wochen hat die BI inzwischen 700 Unterschriften gegen das ExxonMobile-Projekt im südlichen Emsland gesammelt. Zum Vergleich: Übertragen auf  die Stadt Lingen (Ems) bedeutete dies, es kämen zu den Treffen der Bürgerinitiative wöchentlich rund 2200 Lingener und die BI hätte rund 20.000 Protestunterschriften gesammelt. Angesichts der geologischen Verhältnisse kann man die großen Sorgen in Lünne vor dem, was kommt, durchaus nachvollziehen.

Mit Blick auf den von ExxonMobile angekündigten Runden Tisch beschloss am Dienstag die  IG „Schönes Lünne“, sie würde „gern von ExxonMobil selbst und nicht aus der Presse über einen möglichen Runden Tisch und seine Inhalte sowie Rechte erfahren. Die Interessengemeinschaft erwartet von ExxonMobil Maßnahmen, um Vertrauen aufzubauen. Eine erste Maßnahme wäre, keine Horizontalbohrung zur Suche und/oder Förderung von unkonventionellem Gas in Lünne durchzuführen, solange Gespräche geführt werden.“ Eine Horizontalbohrung kann nämlich für Probe-Fracking genutzt werden.

Trotz (oder wegen?) des zunehmenden öffentlichen Protestes bleibt bislang die Rolle unklar, die der Bürgermeister der Samtgemeinde Spelle, Bernhard Hummeldorf (CDU), im Vorfeld der jetzigen Bohrungen eingenommen hat. Lünne zählt zur Samtgemeinde. Jetzt will der Kommunalpolitiker zwar „an der Seite“ der IG stehen. Aber ihm war der Satz zugesprochen worden, er freue sich bereits auf 18 Bohrtürme  (wohl eher auf die damit verbundenen Steuereinnahmen, denke ich). Hummeldorf hatte die Authentizität der Aussage allerdings öffentlich bestritten. IG und der Gemeinderat von Lünne haben derweil beschlossen, am 17. Februar eine öffentliche Bürgerversammlung durchzuführen.

Quelle: Jörn Krüger auf unkonventionelle Gasförderung
Quelle:  environmentalleader.