Scholle ist tot

18. Juni 2022

Sanssouci

26. Januar 2008

Heute berichtet die lokale Zeitung („LT“) über die letzte Sitzung des Planungs- und Bauausschusses der Stadt. Im Mttelpunkt des Artikels steht der Auftritt von Detlef Scholz, den viele Lingener unter seinem Spitznamen „Scholle“ kennen und der nicht nur wegen seines stets getragenen Käppis bisweilen den Eindruck einer gewissen Verschrobenheit erweckt. Besagter „Scholle“ kritisierte in der Einwohnerfragestunde des Gremiums nachdrücklich  die „Platanen-ab“-Pläne der Stadtoberen für den Bereich Burgstraße/Markt. LT-Berichterstatter Burkhard Müller informiert darüber in ungewohnt genauer Darstellung: 

 „ „Es ist schon eine große Sauerei, was in den vergangenen Jahrzehnten architektonisch in Lingen gebaut worden ist“, rief der Lingener in den Saal. Beurteilen könne er das, weil er aus einer adeligen Familie stamme, die unter anderem das Schloss „Sanssouci“ gebaut habe. Nachdem ein weiterer Zuhörer ihn gebeten hatte, mit seinem „Labern“ endlich aufzuhören und Scholz ihm mit der Bemerkung „Halt’s Maul“ über den Mund fuhr, verbat (Ausschussvorsitzender) Schlarmann sich schließlich weitere Ausführungen.“           

Ich lese aus dem Artikel eine gewisse, sagen wir mal, kritische Distanz des LT-Redakteurs zum Beitrag von „Scholle“, und, wie ich manche meiner Lingener Mitbürger kenne, studieren sie heute feixend die LT und lachen über Sanssouci-„Scholle“. von Knobelsdorff
Tja, liebe Freunde, gemach, gemach: Unser „Scholle“ stammt tatsächlich aus der preußischen Sippe derer von Knobelsdorff. Deren Urahn Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (Bild) war Architekt von Friedrich zwo, gemeinhin „Friedrich, der Große“ genannt, und dieser Urahn „Scholles“ hat Schloss Sanssouci in Potsdam (mit)entworfen. 

Mit derlei Ahnen kann ich nicht dienen. Dass aber das Absägen unserer Platanen wegen gummibaumähnlicher, ostasiatischer Magnolien unverständlich ist, erkenne ich auch ohne Knobelsdorff’sche Vorfahren. Und dass die beiden letzten Stadtbauräte Schowe und Lisiecki keine Architekten oder Hochbauer (sondern reine Stadtplaner) sind und daher Probleme mit der Gestaltung der Innenstadt zeigen, erkennt jeder, der die Entwicklung Lingens in diesem Jahrzehnt verfolgt – nicht nur „Scholle“.