für alles

23. März 2015

Juan Joya Borja ist außerhalb seiner Heimat Spanien kaum bekannt. Der Schauspieler und Comedian, der unter seinem Künstlernamen El Risitas agiert, ist schließlich selbst in Spanien keine große Persönlichkeit ─ bis jetzt. Denn nun ist El Risitas aufgrund eines Videos aus dem Jahr 2007 weltbekannt geworden.

Im Video Risitas y las paellas erzählt Juan Joya Borja in einem Interview mit dem spanischen Showmaster Jesús Quintero von seiner damaligen Zeit als Küchenhilfe in Andalusien.

Hier zum Montagmorgen Aktuelles zu Apple, Böhmermann und -’schuldigung, Holger Feyerabend- auch zu Schalke 04. Also eigentlich für alles.

 

Würde

15. Juli 2013

Bildschirmfoto 2013-07-15 um 00.14.33Am Samstag ist in Papenburg ein altes Haus abgebrannt, in dem Leiharbeiter der Meyer-Werft zu leben hatten. Es habe 30 Rumänen als Unterkunft gedient, weiß der NDR. Zwei von ihnen, 32 und 45 Jahre alt, sind tot, erstickt, verbrannt. Am helllichten Tag.

Gerhard Kreuter kommentierte am Sonntag bei der Emszeitung (NOZ-Ausgabe):
Ohne die Brandursache zu kennen, steht für mich fest dass, wenn soviele Menschen in einem Wohnhaus zusammen leben und dieses alte Haus nur noch dem Kommerz diente, die Gefahr von Bränden sehr groß ist.
Es ist Zeit zu hinterfragen an wie vielen Stellen in Papenburg und im Emsland ebenfalls derart viele Menschen mit minimalem Wohnraum auskommen müssen.
Auch im „seriösen“ Friederikenstift wird Wohnungsüberbelegung mit Monteuren von den Senioren kritisiert. Es ist Zeit, dass diese vermuteten Missstände auf den Tisch kommen und der Landkreis Emsland bzw. die Stadt Papenburg Kontrollen durchführt.
Es ist keine Frage, dass die Behörden, die Kommunen und Kreise kontrollieren müssen, wenn es um die Einhaltung von Wohnstandards im Allgemeinen oder Brandschutz im Besonderen  geht. Ob sie es getan haben? Man darf auf das Ergebnis der Ermittlungen in Papenburg gespannt sein. Immerhin hat schon NOZ-Mann Dirk Fisser recherchiert, dass im Landkreis Emsland die Vorgaben zur Unterbringung von Arbeitnehmern die schwächsten in West-Niedersachsen sind. Als sich der emsländische Kreistag nach Berichten aus Sögel noch einmal mit dem Thema befasste, hat er  „allerdings nur mehr oder weniger den Status Quo manifestiert“. [mehr…]. Es ist natürlich auch notwendig, dass sich der Rat unserer Stadt mit unseren, in Lingen im Schlachthof arbeitenden Leiharbeitern befasst und schnellstens Mindeststandards verabschiedet, wie ihre Wohnungen (nicht: Unterkünfte) sein sollen.
 
Doch in Wahrheit geht es angesichts der sichtbaren Ausbeutung von Leiharbeitern (nicht „Monteure“, wie  bisweilen schönfärberisch formuliert wird) auf der Meyer-Werft, im Garten- und Gemüsebau und in den Schlachthöfen um die Würde der Menschen, die hier arbeiten. Betriebe, die im großen Stil Leiharbeiter beschäftigen, wie beispielsweise die Meyer-Werft haben für die Unterbringung ihrer Leiharbeiter unmittelbare Verantwortung, genauso wie der westfälische Wurstfabrikant und Schalke04-Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies Verantwortung für die Eimermenschen im Schlachthof Sögel hat. Bisher aber betreiben die Unternehmen nach meinem Eindruck vor allem betriebswirtschaftliches Wegschauen und ihre Unternehmerverbände schweigen genauso wie die Handwerkskammern und die IHK. Das ist schäbig oder, um es etwas feiner auszudrücken, es wird ihrer Verantwortung nicht gerecht. Und unser aller auch nicht.
 
(Foto © Henrik Hille, ev1.tv)
 
 

Der NDR informiert:

„Kurz nach zwei im emsländischen Sögel: Über den Marktplatz laufen Männer mit Kapuzenpullis und Trainingshosen. In der einen Hand halten sie frierend eine Zigarettenkippe, an der anderen baumelt ein weißer Maler-Eimer. Es ist Schichtwechsel beim Schlachthof Weidemark. Unterwegs zur Arbeit begegnen den Männern Landsleute aus Ungarn, Rumänien und Polen. Auch sie transportieren ihren Proviant im obligatorischen weißen Plastikbehälter. Als „Eimermenschen“ sind die 950 osteuropäischen Schlachthof-Arbeiter deshalb in der Region bekannt. Die Geschäftsleitung sei mit diesem Thema unsensibel umgegangen, räumt Weidemark-Chef Joachim Timmermann mittlerweile ein. Ihr sei nicht bewusst gewesen, wie das die Mitarbeiter in der Bevölkerung stigmatisiere.

Eimermenschen

17. Dezember 2012

Bildschirmfoto 2012-12-16 um 23.46.52Tönnies Fleischwerk ist die Kurzbezeichnung für die Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG (vormals: B. & C. Tönnies Fleischwerk GmbH & Co. KG) im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück.  Das Unternehmen gehört zu den größten Schlachtbetrieben Deutschlands und ist auch in der Fleischverarbeitung tätig. Chef ist  Clemens Tönnies, der an diesem Wochenende als Aufsichtsratsvorsitzender eines prominenten Fußballclubs in Gelsenkirchen durch den Hinauswurf eines Trainers von sich reden machte. Auch das Tönnies-Unternehmen steht seit längerem in der Kritik. Beteiligt sind die Tönnies Fleischwerk auch an der Weidemark Fleischwaren GmbH & Co KG, die in Sögel einen florierenden Schlachthof betreibt. Und auch dort gibt es jetzt Nachfragen und Unruhe. Denn osteuropäische Arbeiter arbeiten zu Niedriglöhnen im Weidemark-Schlachthof Sögel und sollen auch sonst diskriminiert werden. Der NDR macht uns -wir schreiben das Jahr 2012- mit „Eimermenschen“ bekannt und weiß:

„Im emsländischen Sögel und Umgebung kennt sie jeder: die „Eimermenschen“. Wenn ihre Schicht im Schlachthof Weidemark beginnt, sind sie tagein, tagaus mit weißen Plastikeimern unterwegs Richtung Werkstor. 950 ausländische Mitarbeiter, meist aus Osteuropa, die über Subunternehmen angestellt und vor Ort unter fragwürdigen Bedingungen untergebracht sind. In den blitzblanken, von Weitem erkennbaren Eimern: die Verpflegung für den Arbeitstag, Getränkeflaschen, belegte Brote. Rucksäcke oder Umhängetaschen sind verboten – es müssen Eimer sein, das sehen die Hygiene- und Kontrollvorschriften des Arbeitgebers vor. Die Eimer ließen sich leicht reinigen, zudem vereinfachten sie die Kontrollen beim Verlassen des Betriebes, argumentiert Weidemark. Schließlich habe es bereits Fleisch-Diebstähle gegeben.

Doch die Tage der weißen Eimer sind gezählt: Nachdem Weidemark vorgeworfen worden war, seine ausländischen Arbeiter…“

Weiter auf der Seite des NDR

und der NOZ Bericht von Dirk Fisser

Revierderby

20. Oktober 2012

Bei den Ruhrbaronen lese ich:

Heute „findet in Dortmund das Revierderby statt: Schalke und der BvB treten gegeneinander an, kein anderes Fußballspiel im Ruhrgebiet ist damit vergleichbar – ein Höhepunkt. Im Vorfeld wollte die Polizei mit Fans von Schalke und Borussia Kooperationsgespräche führen. Die wollen das nicht. Zeit, für einen Blick zurück auf den Sommer dieses Jahres.

Mal schauen, was die Dortmunder Polizei und die Stadtverwaltung der Stadt jetzt machen: Nach einem Bericht der Ruhr Nachrichten haben Fangruppen von Schalke und Borussia Kooperationsgespräche mit der Polizei im Vorfeld der Spiels, das am Samstag im Westfalenstadion stattfinden soll, abgesagt. Im vergangenen Jahr war es zu Ausschreitungen gekommen – nicht neues im Fußball. Ausschreitungen und Regelverstösse gab es immer, sie sind deutlich seltener geworden als in der Vergangenheit. Am wildesten war es in den 20er Jahren – das ist lange her. Die Panikmache der vergangenen Monaten ist also weitgehend unbegründet.

Aber klar ist: Der Veranstalter der Revierderbys, der BvB, ist nicht in der Lage, zu 100 Prozent zu garantieren, dass es am Samstag während und im Umfeld dies Spiels nicht zu Gewalttaten kommt. Beim Antifa-Camp reichte  das als Grund für  das Verbot. Und die Fangruppen beider Vereine scheinen der Polizei nicht zu trauen – mag sein dass sie an die Initiatoren des Antifa-Camps dachten, die im Sommer mit der Polizei und der Stadt verhandelten und deren Camp dann trotzdem nicht genehmigt wurde, aber das weiß ich nicht.

Schauen wir uns die Begründung für das Verbot des Antifa-Camps im August an:

Nach der Erklärung der Stadt hätte die Polizei die Anreise von 300 “gewaltbereiten Autonomen” prophezeit.

Heute lesen wir in den Ruhr-Nachrichten über die Polizeibeamten:

 Sie haben auch die 950 „Problemfans“ beider Klubs im Fokus.

Zwei der drei Gruppen, die von der Polizei als Problemfans definiert werden, neigen nach Angaben der Polizei zur Gewalt.

Aber natürlich wird die Polizei an ein Fußballspiel nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie an ein Antifa-Camp. Das Spiel am Samstag wird stattfinden – und das Antifa-Camp hätte auch stattfinden können. Alle Probleme wären zu lösen gewesen. Wenn Polizei und Stadt die Gewaltfrage  nicht instrumentalisiert hätten.“ (Quelle)

Noch ein sehr persönlicher Blick zurück:
Ich glaube, es war vor drei Jahren, als ich nach einer Fortbildung mit dem Regionalzug zurückfuhr. Mit dabei angetrunkene Fans der beiden Ruhrgebietsvereine, vom Derby auf dem Weg zurück ins Emsland, darunter ein angetrunkener 120-Kilo-Schalke-Fan der einen jungen Mann in BVB-Ourfit anpöbelte: „Du Zecke!“ mehrfach brüllte er seinen Zeckenspruch herum. Der junge Mann, vielleicht 16-17 Jahre: „Ey Mann, lass das doch, wir kennen uns doch, Du wohnst doch nebenan bei uns!“ Das war zu viel und der angetrunkene Schalke-Mann schlug ihm ins Gesicht, „Du Zecke, ich wohn‘ nicht bei ’ner Zecke!“ brüllend. Ich hatte Schiss, mich einzumischen und war froh, als der Zug kurz danach in Lingen einlief. Bis heute denke ich an diese Situation und an meine Schwäche.

Dabei kann Fußball so schön sein

Spielberichtsbogen

23. Juni 2012

War schön gestern Abend. Thomas Pertz twitterte gleich über den bebenden Lingener Markt, als ein bayerischer Fußballspieler ein schönes strammes 1:0 schoss. Nachhaltig-kreativer berichten Matthias in der Weide, seine Freunde und Fans über die „UEFA EURO 2012“. Mithilfe des „analogen Spielberichtsbogens“ (Foto). Seit 2005 bloggt Matthias in der Weide aus Münster über Fußball,  vorzugsweise  über den FC Schalke 04. Und jetzt eben über die Fußball-EM. Analog, also mit vielen anderen Fans.

Matthias in der Weide  bloggte nach dem Spiel gestern Abend über das griechisch-deutsche Kräftemessen in Danzig: „Ein schönes Match, kurzzeitig spannend, mit verdientem Sieger. Bela Rethy (diverse accents bitte selbst einfügen) sagte nach dem Spiel: „Es war wohl ein Sieg des gestalterischen Fußballs gegen das zerstörerische Element.“ Dem schließe ich mich an. Deutschland zieht mit einem 4:2 über Griechenland in das EM-Halbfinale ein.“ Also: Donnerstag geht’s weiter.

Jede/r kann dann bei Schalkefan.de mitmachen. Wie, erfährt man hier! [Klick!]

 So jedenfalls sahen es gestern die „Analogblogger“ um Matthias in der Weide (einfach auf das Foto klicken):

Twente Enschede

4. Mai 2010

Die Fußballer von FC Twente Enschede, „der Stolz des (niederländischen) Ostens“, feierten Montag  ausgelassen in Enschede die niederländische Fußballmeisterschaft 2010.

Hier jubelt das Team auf dem Stadthausbalkon in Enschede – seinerseits bejubelt von mehreren Tausend glücklichen Fans.
Ja, die „Tukker„-Kicker sind tatsächlich zum ersten Mal niederländischer Fußballmeister. Eine Sensation, die man schwer nachvollziehen kann. Mir fällt kaum ein Vergleich ein, hierzulande allenfalls, also wenn tatsächlich einmal Schalke 04, also sozusagen endlich…eigentlich nicht vorstellbar -oder?
Egal. Wir erleben, was wir nicht zu hoffen wagten: Enschede kann nicht nur Wochenmarkt und taffe Hochschulen! Enschede spielt im kommenden Jahr in der UEFA-Champions-League – wie Schalke04…

(Foto © ruudgreven, flickr.com)