Livestream

22. September 2021

Vor einer Woche gab es in Münster eine Premiere. Erstmals wurde die Sitzung des Rates  live im Internet ausgestrahlt. Unter der Adresse www.stadt-muenster.de/ratssitzung-live war es ab ca. 16:15 Uhr möglich, die Sitzung von stationären PCs oder über mobile Endgeräte zu verfolgen. Die dafür notwendige Änderung der Geschäftsordnung hatte der vor einem Jahr gewählte Münsteraner Rat im Vorfeld beschlossen. Auch künftige Ratssitzungen sollen auf diesem Weg ausgestrahlt werden.

Gleich zu Beginn befasste sich der 67köpfige Rat in der “Aktuellen Stunde” auf Antrag der Linken-Fraktion mit dem Neubau der zweiten städtischen Gesamtschule, der sich seit geraumer Zeit verzögert, so dass für einen Teil der Schülerschaft zu Beginn des Schuljahres 2022 Ersatzlösungen gefunden werden müssen.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt ist die Versorgung der Stadt mit dem neuen 5G-Mobilfunkstandard. Im Zuge einer Selbstverpflichtung galten in Münster beim Mobilfunkausbau bislang Grenzwerte weit unterhalb der Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für elektromagnetische Felder. Die fortgesetzte Einhaltung dieser freiwillig verschärften Grenzwerte ist aus Sicht des städtischen IT-Dienstleisters Citeq beim 5G-Ausbau nur mit unverhältnismäßigem Aufwand darstellbar. Deshalb plädiert die Citeq dafür, dass für den 5G-Ausbau künftig nur noch die Vorgaben des Bundes-Immissionschutzgesetzes gelten sollen und legt dem Rat einen entsprechenden Beschlussvorschlag zur Abstimmung vor.

Auch die Stadtfinanzen Münsters waren Thema und natürlich weitere Schritte beim Ausbau des Preußenstadions. Der Vorschlag, den die Verwaltung zur Abstimmung stellt, ist sieht im nächsten Schritt den Rückbau der Westtribüne sowie die Herrichtung eines hierfür notwendigen provisorischen Gästesektors auf der Nordtribüne vor – alles in enger Abstimmung mit dem SC Preußen Münster.

Insgesamt war es ein großes Streaming-Ereignis, zum ersten Mal überhaupt die Diskussionen im Stadtrat zuhause am Bildschirm mitzuverfolgen. Die Stadt hatt,e berichtet die Internetplattform „Rums“ , sehr professionell aufgezogen, Bild- und Tonqualität waren hervorragend. Mehrere Kameras waren am Tagungsort Halle Münsterland verteilt, wo die Ratssitzung coronabedingt stattfand. Eine davon war auf das Pult des Oberbürgermeisters gerichtet, der auch Erklärungen für die Menschen einschob, die sich digital zugeschaltet und vorher vielleicht noch nie eine Ratssitzung erlebt hatten. Zwei weitere Kameras holten die Ratsmitglieder in die Nahansicht, die gerade das Wort hatten. Dazu wurden Name und Partei eingeblendet. Und wer genau hinschaute, „konnte auch erspähen, ob die Politiker:innen zwischendurch lieber Obst, Sandwich oder Gummibärchen“ aßen (Rums).

Pünktlich um 20:15 Uhr verabschiedete OB Markus Lewe alle virtuell und vor Ort anwesenden Gäste. Der öffentliche Teil der Sitzung hatte damit weniger als vier Stunden gedauert, nicht schlecht für eine Tagesordnung mit 60 Haupt- und noch mehr Unterpunkten.

In Lingen wird es Aufgabe des neu gewählten Stadtrates sein, aus den Ratssitzungen ebenfalls Livestreams zu präsntieren.

(Quellen: PM, Rums)