Gebetsräume

22. Mai 2014

GebetsraumIm vergangenen Spätherbst habe ich in den städtischen Gremien gefragt, wie unsere Stadt Gebetsräume für Muslime in Lingen unterstützen könne. Grund war –nach empörten Diskussionen um das Verhalten eines salafistischen Dönerladenbesitzers im Jahr davor– eine im Stadtbild geradezu sichtbare Fundamentalisierung junger muslimischer Gläubiger und die Information, dass die salafistische Art, den Islam zu praktizieren, auch in Lingen für  junge Muslime attraktiver werde. Einfache Gesellschaftsbilder mit der Verbreitung intoleranter Thesen haben bekanntlich gerade für junge Menschen bisweilen einen großen Reiz.

Ich fand und finde daher, dass man sich in unserem Gemeinwesen schon darum sorgen darf, was eigentlich muslimische Gläubige in unserem Städtchen an Gebetsräumen vorfinden, falls  sie nicht die umstrittenen Bet- und Meditationsräume in der Großen Straße nutzen wollen. Denn zurzeit gibt es Gebetsräume eben nur im salafistischen Treff in der Großen Straße.

Meine Frage war natürlich ein Stich ins Wespennest und manch Bedenkenträger plädierte am 26. November nicht-öffentlich dafür, die Trennung von Kirche und Staat einzuhalten, einen sehr sorgsamen Umgang mit dem Thema, eine zurückhaltende Einstellung oder verstieg sich zu der Erklärung, eine Diskussion sei „nicht sinnvoll“. Gerade so, als ob es besser wäre, den Kopf vor sichtbaren Entwicklungen in den Sand zu stecken.

Mit Blick auf das Auftreten einzelner Muslime in der Großen Straße finde ich nach wie vor, dass wir als Gemeinschaft das Thema erneut aufgreifen sollten.  Wie schrieb mir in dieser Woche ein engagierter wie besorgter Bürger, bevor ich das Thema bei den BürgerNahen noch einmal diskutieren lassen wollte:

„Die Sache mit den Gebetsräumen läuft schwierig. Die meisten Leute, die ich deswegen angesprochen habe, sind der Meinung darum müssten sich die Muslime selber kümmern. Das wollen sie ja auch. Aber dadurch dass die Lingener Muslime aus so vielen unterschiedlichen Ländern kommen, ist es schwierig für sie sich zu organisieren.  Deshalb brauchen sie da etwas Unterstützung am Anfang.

Ich finde es immer noch wichtig, den Extremisten etwas entgegen zu setzen. Die laufen immer noch durch die Stadt und versuchen, Muslime in ihre Gebetsräume zu locken. Viele Muslime fühlen sich davon belästigt und lehnen das konsequent ab. Aber einige Menschen, die sich hier alleine und ohne Halt fühlen, gehen dorthin, um zu beten. Ich weiß, dass sich viele Muslime einen anderen Ort zum Beten wünschen. Ich habe jetzt einigen von ihnen angeboten, sich erst mal bei mir zu Hause zum gemeinsamen Gebet zu treffen . Aber das kann natürlich nur vorüber gehend eine Lösung sein.“

Recht hat er. Aber kennen Sie eine andere?

 

[Foto: Gebetsraum – Die Kuppel der Merkez-Moschee, Duisburg; CC Zairon]

Samstagmorgen

22. April 2012

Samstagmorgen in Osnabrück:

„Wer gestern Mittag Osnabrück besuchte, konnte nicht schlecht staunen. Vor dem Dom waren gut 100 Zweiräder, samt ihrer ins Gebet vertieften Halter aufgefahren, Spargel all-über-all und die schon vor einer Woche erwarteten Salafisten konnten wenigstens ein paar ihrer, ihnen heiligen Bücher unters Volk bringen.

Was war das? Von einer kleinen Bühne wurde “Open Air” ein Gottesdienst gefeiert und der Platz vor dem Dom war voll betender Fahrradfahrer. Auflösung: das Bistum hatte zusammen mit dem ADFC zum Fahrradgottesdienst eingeladen.
Das Wetter spielte mit kleinen Schauern im Anschluss zwar nicht richtig mit, aber “frisch gesegnet” machten sich dennoch einige Teilnehmer im Anschluß noch auf ins Nettetal! Hoffentlich kommt “mit Gottes Segen” nun wieder etwas Ruhe in die, auch in der NOZ, heftig geführte Kampfradler-Debatte.

Apropos Wochenmarkt. Der steht inzwischen ganz im Zeichen des “Stangengemüses”, kein Gemüsestand bei dem es nicht reichliche Auswahl an Spargel gibt. Wobei der begehrte (weil praktischere) geschälte Spargel gegen Mittag schon knapp wurde. Wohl dem Marktbeschicker, der gleich seine eigene Schälmaschine mit in die Stadt bringt. Gute Spargelrezepte gibt es hier.

Eigentlich von den Medien bereits am vergangenen Wochenende erwartet, schlugen heute (endlich?) die dem radikal-islamistischen Salafismus zugerechneten Koranverteiler ihr Zelt in der Großen Straße auf. Offenbar hat sich bei den Aktionisten immer noch nicht herumgesprochen, das “lies” im Englischen “Lügen” bedeutet, und so war die Aktion nicht von ungewollter Komik.“

(Gefunden bei und übernommen von Heiko H. Pohlmann I-love-OS.de)