Baumbewässerungssäcke

30. August 2021

Im Bereich der Lingener Bahnunterführung für FußgängerInnen und Radfahrnde zwischen Kaiserstraße und Theo Lingen-Platz, in der Feldstraße und an anderen Plätzen unserer Stadt gibt es sie seit diesem Jahr und das ist gut so und es gibt sie einheitlich in emsländisch-olivgrün.

Diese Baumbewässerungssäcke haben übrigens eine wichtige Funktion. Sie sorgen dafür, dass die Stadtbäume immer genügend Wasser haben. Das Besondere daran: die Tree Bags können nicht nur bunte Street Art in jeden Stadtteil bringen, sondern auch von jedem und jeder mit Wasser gefüllt werden. In Essen (Ruhr) ist das alles noch viel feiner. dort haben der Energieanbieter  E WIE EINFACH gemeinsam mit den Gießkannenheld:innen das Projekt umgesetzt und zwar ganz ud gar nicht olivgrün.

In Essen sind auf diese Weise Art for Trees Urban Art und das Thema Baumbewässerung auf schöne Weise zusammen gebracht wurden. Verteilt über die ganze Stadt, gibt es in Essen seit kurzem 150 Baumbewässerungssäcke, die von Street Art Künstlern gestaltet wurden und die Stadtbäume im Sommer mit genügend Wasser versorgen.

Dabei können die Bewässerungssäcke jederzeit und von jedem ganz einfach mit Wasser gefüllt werden. So soll dafür gesorgt werden, dass die Bäume immer genügend Wasser haben, auch an den heißen Tagen des Jahres (die es in Zukunft natürlich wieder geben wird) und selbst dann, wenn der 100 Liter „Tank“ des Bewässerungssackes irgendwann leer ist. Denn dann kann man sich ganz einfach eine Gießkanne schnappen und das Wasser wieder auffüllen – ganz egal, ob der Baum vor der eigenen Haustür steht oder vor der Lieblingsbar. Die passenden Gießkannen wurden zum Projektstart vor ein paar Tagen direkt mit verteilt.

Wer jetzt denkt, dass die Bäume in den Städten diesen Sommer ja eigentlich genügend Wasser bekommen müssten – schließlich regnet es gefühlt fast jeden Tag –, der liegt leider nicht ganz richtig. Das meiste Regenwasser kommt bei den Bäumen nicht an. Anstelle in die Erde zu sickern, fließt das Wasser über die versiegelten Flächen aus Beton und Asphalt ab und landet direkt in der Kanalisation. Die Bäume gehen zum größten Teil leer aus und drohen, trotz Regens, zu vertrocknen. Durch die Baumbewässerungssäcke sickert das Wasser Tropfen für Topfen langsam in die Erde und kommt so bei den Wurzeln der Bäume auch wirklich an.

Die Idee, in Städten Baumbewässerung einzusetzen, gibt es schon länger und kommt inzwischen in vielen Städten und Kommunen zum Einsatz. Dabei waren die Wassersäcke in ihrem schnöden „Gartenplanen-Grün“ bisher aber eher immer ziemlich langweilig und eintönig. Genau hier setzt #artfortrees an und bringt nicht nur Kunst auf die Straße, sondern macht durch bunte und inhaltlich pointierte Street Art das wichtige Thema Baumbewässerung und Klimaschutz sichtbar.

Die vier Street Artists Bona_Berlin, Dave the Chimp, Straßenmaid und TAPE OVER haben acht verschiedene Artworks entworfen, die allesamt exklusiv für das Projekt entwickelt wurden und seit diesem August auf den Straßen von Essen zu sehen sind. Produziert und handgenäht wurden die Baumsäcke in Deutschland, nicht weit weg von Essen. Den künstlerischen Part des Projekts hat die Urbanshit Gallery übernommen.

Wer den QR-Code auf den Bewässerungssäcken scannt, erfährt mehr über das Projekt und darüber, wie man selbst ganz einfach Gießkannenheld:in werden kann. Das gemeinnützige Projekt Gießkannenheld:innen kümmert sich bereits länger in Essen um das Wohl der Stadtbäume. Mehrere hundert Essener haben sich seit dem Start dem Projekt bereits angeschlossen und sind zu Gießkannenheld:innen geworden. Und schöner Weise werden es täglich mehr. Ein Modell, dass durchaus auch in anderen Städten Fuß fassen könnte und sicherlich schnell Nachahmer anderswo im Land finden wird.

Dabei wäre es natürlich schön, wenn die Baumbewässerungssäcke auch in anderen Städten als bunte Street Art Kunstwerke auf die Straße kommen und nicht im langweiligen Gartenplanen-Grün, wie es klassische Tree Bags sonst immer sind.


#Artfortrees-
Bilder: Ganz Oben: RobertsBlog; Oben: Artwork von Dave the Chimp; Mitte : Artwork von TAPE OVER und Dave the Chimp; Unten: Artworks von TAPE OVER und Straßenmaid; Ganz unten: Artworls von Bona_Berlin

Bilder und Text von Urbanshit.de

Drees Aalten

8. Januar 2021

Leider bin ich mit diesem Beitrag einen Tag zu spät. Aber dieses gestrige Post auf der FB-Seite des KZ Esterwegen macht betroffen

Gestorben am 7. Januar 1945:
Erinnerung an Drees Aalten und 6 weitere Todesopfer

Drees Aalten wurde am 27. Dezember 1918 auf dem Bauernhof seiner Eltern nahe dem niederländischen Ort Putten (Provinz Gelderland) geboren. Bereits im Alter von zwölf Jahren begann er in einer Fabrik für Waschmaschinen zu arbeiten.

Ende September 1944 unternahm eine Gruppe niederländischer Widerstandskämpfer in der Nähe von Putten einen Anschlag auf ein Wehrmachtsfahrzeug mit vier deutschen Soldaten. Am 1. und 2. Oktober 1944 reagierte die deutsche Besatzungsmacht mit massiver Vergeltung: Das Dorf Putten wurde umstellt, rund 110 Häuser des Ortes wurden in Brand gesteckt, 659 Männer festgenommen und verschleppt.

Zu den Deportierten gehörte auch Aalten, der sich zum Zeitpunkt der Razzia bei seiner Verlobten in Putten aufgehalten hatte. Über das Durchgangslager Amersfoort wurde er am 11. Oktober in das KZ Neuengamme gebracht. Am 3. Januar 1945 traf Aalten mit einem Transport von rund 1.000 Häftlingen im Außenlager Dalum ein. Hier starb er, 26-jährig, am 7. Januar 1945 an Ruhr (bakterielle Erkrankung). Erst am 11. August desselben Jahres erfuhr die Familie vom Tod ihres Sohnes und gedachte seiner in einer Todesanzeige.

Die Mehrzahl der Deportierten aus Putten kam nicht zurück. Allein 540 von ihnen starben in deutschen Lagern.

Weitere sechs Häftlinge aus Putten starben ebenfalls am 7. Januar 1945 im KZ Neuengamme:
1. Aart Bakker / 47 Jahre / Neuengamme
2. Hendrikus Paulus Grotenhuis / 44 Jahre / Neuengamme
3. Heimen Knoppersen / 46 Jahre alt / Neuengamme
4. Anton Lunda / 29 Jahre alt / Neuengamme
5. Henry Senf / 30 Jahre / Neuengamme
6. Anthony Nulden / 40 Jahre / Neuengamme

In Putten erinnert eine Stiftung an die Opfer des Oktober ’44 . Der Ort, 1944 am Ijsselmeer gelegen, liegt heute östlich des Polder Südliches Flevoland – einige Dutzend Kilometer nordöstlich von Amersfoort. Heute leben dort knapp 25.000 Einwohner*innen.